Immer schneller: Apple iPod Touch 3. Generation (64 GByte)

von Daniel Schraeder, Derek Chesterfield und Donald Bell am , 13:51 Uhr

Pro
  • gute Audio-Qualität
  • schneller als die Vorgängermodelle
  • einfache Bedienung
  • erstklassiges Display
Con
  • keine Kamera
  • Speichererweiterung nicht möglich
  • Klinkenbuchse an der Unterseite
Hersteller: Apple Listenpreis: 369 Euro (64 GByte), 279 Euro (32 GByte), 189 Euro (8 GByte)
ZDNet TESTURTEIL: EXZELLENT 9,0 von 10 Punkte
Fazit:

Die zweite Generation des Touch unterscheidet sich auf den ersten Blick nicht von ihrem Vorgänger. Änderungen gibt es nur im Detail - die sind aber positiv. Technisch ist dieser iPod seinen Konkurrenten um Lichtjahre voraus, und endlich ist auch der Preis gesunken.

Mittlerweile ist die dritte Generation des iPod Touch zu haben, mit bis zu 64 GByte Speicher – und, sehr zu unserem Erstaunen, ohne Kamera. Dafür gibt es nun aber im Stil des iPhone 3GS einen schnelleren Prozessor und eine neue Betriebssystem-Version. Wir haben den neuen Multitouch-MP3- und Videoplayer ausführlich getestet.

Der iPod Touch geht als der kleine Bruder des iPhones durch. Nun ist er in der dritten Generation erhältlich, mit Speicherausstattungen von 32 und 64 GByte. Das 16-GByte-Modell gibt es nicht mehr, dafür ist die „alte“ 8-GByte-Version weiter im Preis gesunken. Der Einstiegspreis in die Multitouch-Welt von Apple [1] liegt nun bei 189 Euro. Mit dabei ist die neue Software-Version, im Inneren werkelt aber noch der alte Prozessor. Wer auch bei seinem iPod Vollgas geben möchte, muss mindestens 279 Euro investieren. Den doppelten Speicher – 64 GByte – gibt es für 90 Euro Aufpreis.

Design

Die Änderungen am Design des Touchs sind auf den ersten Blick nicht zu erkennen. Er bleibt mit 9 Millimetern Bauhöhe extrem schlank, und auf der Oberseite findet sich das bewährte Touchscreen-Display mit Echtglasscheibe. Weitere Änderungen gibt es aber nicht. Wer also bereits ein früheres Touch-Modell hat, muss seinen Apple wirklich lieben, um ihn gegen den Nachfolger auszutauschen.

Wir finden es schade, dass der kleine Bruder Nano [2] in seiner neuen Ausführung als Videokamera dient, der Touch aber nicht. Man munkelt, dass Probleme bei der Produktion aufgetreten sind – das könnte der Grund dafür sein. Aber jetzt haben wir ja immerhin etwas, auf das wir uns bei der Einführung der vierten Generation des Touch freuen können.

iPod Touch 3G
Die neue Generation sieht genau so aus wie der Vorgänger. Die Verbesserungen verbergen sich unter der Haube.

Schnellerer Prozessor

Wenn sich hier nichts getan hat – was haben denn die Apple-Entwickler in den letzten 12 Monaten gemacht? Die Antwort verbirgt sich im Inneren des Players. Man gibt Gas, und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Nun kommt ein 600-MHz-Prozessor zum Einsatz, es gibt einen schnelleren Grafikchip und mit 256 MByte doppelt so viel Arbeitsspeicher im Vergleich zum Vorgänger. Damit ist der Touch auf dem Niveau des iPhone 3GS angekommen. In der Praxis bedeutet das schneller startende Applikationen, sanfteres Zoomen und Scrollen und insgesamt flottere Reaktionen.

Mit dieser neuen Ausstattung soll es der Touch mit Spielekonsolen wie Sony [3] PSP oder Nintendo DS aufnehmen können. Bislang merkt man davon nicht sonderlich viel – bereits verfügbare 3D-Games laufen angenehm flott, aber sie liefen auf den früheren Versionen ja nicht schlecht. Wir sind also gespannt auf die ersten Spiele, die explizit für die neue Plattform entwickelt werden. Aber eine Sache steht jetzt schon fest: Mit seinem Touchscreen-Display ist der Apple nicht in allen Genres konkurrenzfähig – es fehlt ihm schlicht an Knöpfen und Steuerkreuzen zum Gehen und Ballern.

Leider haben wir noch einen Kritikpunkt an der dritten Generation. Die Ausstattung ist zwar besser, braucht aber auch mehr Strom. Während Apple immer noch eine Videolaufzeit von 6 Stunden angibt, reduziert sich die Zeit der Musikwiedergabe im Vergleich zum Vorgänger von 36 auf 30 Stunden.

Ausstattung

Ansonsten gibt es keine großen Unterschiede im Vergleich zur zweiten Generation. Käufer bekommen wie gehabt einen erstklassigen MP3- und Videoplayer mit innovativer und intuitiver Bedienung sowie den besten mobilen Webbrowser, den es derzeit gibt. Dazu gesellen sich Bildbetrachter, E-Mail-Client, Kalender, Wettervorhersage und so weiter – sowie die Möglichkeit, tausende von Spielen und Programmen aus dem App Store herunterzuladen.

Das klappt direkt über das integrierte WLAN, eine Verbindung zum Computer ist also nicht nötig. Aber möglich, wenn man seine MP3-Sammlung übertragen möchte. Wer auf der Suche nach einem Song ist, findet ihn auch direkt über den vorinstallierten iTunes-Client.

Software-Update

Das Gerät ist mit der neuesten Version des iPhone-Betriebssystems 3.1 ausgestattet. Somit kommen Käufer in den Genuss der Genius Mixes, also der automatisierten Playlistengenerierung anhand der iTunes-Musiksammlung. Mit am Start sind Sprachausgabe und Spracherkennung. Zu diesem Zweck findet sich anstelle des einfachen Stereo-Kopfhörers bereits ein Headset mit Mikrofon in der Verpackung. Mit einem Tastendruck reagiert der Player auf gesprochene Kommandos, spielt Lieder eines bestimmten Interpreten, hält die Wiedergabe an oder aktiviert den Zufallsmodus. Man muss den Touch nicht trainieren – dennoch klappt die Erkennung erstaunlich gut. Die neue Betriebssystem-Version ist übrigens auch für ältere Modelle zu haben. Die Spracherkennung hingegen funktioniert nur bei der dritten Generation mit 32 oder 64 GByte Speicher.

Es gibt Haken

Trotz aller Begeisterung müssen wir fairerweise sagen: Der Touch ist nicht perfekt. Das nächste Update mit Videokamera dürfte nicht sonderlich lange auf sich warten lassen. Nur wer auf dieses Feature keinen Wert legt, sollte den Player sofort kaufen.

Außerdem stört uns, dass die Klinkenbuchse zum Anschluss des Kopfhörers ihren Platz an der Unterseite behalten hat – oben, wie beim iPhone, ist sie viel sinnvoller angebracht. Denn so verheddert sich das Kabel in der Tasche. Oder man geht dazu über, den Player „falschherum“ einzustecken. Das entspricht nicht dem, was wir von Apples Designkünsten gewöhnt sind.

Wir würden uns freuen, wenn die Software endlich weitere Formate unterstützen würde. Im Videobereich vermissen wir beispielsweise DivX und Xvid. Doch in anbetracht der Tatsache, dass Apple mit dem Verkauf von Fernsehshows und Filmen über iTunes gutes Geld verdienen dürfte, müssen wir da wohl noch länger warten.

Schade auch, dass Apple nicht schon einen FM-Transmitter integriert hat. Wer im Auto seine Musik hören möchte, braucht beim 3. Touch externes Zubehör.

Unterm Strich kann man über diese Problemchen aber durchaus hinweg sehen – das Gesamtpaket stimmt einfach. Er sieht gut aus, klingt gut, ist unglaublich einfach zu bedienen und es gibt Massen an Erweiterungen. Sowohl Software (App-Store) als auch Hardware (iPod-Docks & Co.). Da ist es schon fast überraschend, dass die Konkurrenz noch hinterher hinkt. Schließlich ist der Touch seit über zwei Jahren auf dem Markt.

Fazit

Das Fehlen der Kamera bei der dritten Generation ist schon enttäuschend – aber auch nur, weil wir fest damit gerechnet haben. Wer unbedingt die Videofunktionen nutzen möchte, sollte sich also überlegen, ob er mit der Anschaffung noch etwas wartet. Möchte man aber ohnehin keine Videos aufnehmen, etwa, weil ein anständiger Camcorder, eine Kompaktkamera oder ein Kamerahandy schon zur Verfügung stehen, spricht nichts gegen den Kauf des dritten iPod Touch. Mit seiner besseren technischen Ausstattung ist und bleibt er für die meisten Einsatzzwecke schlicht der beste portable Multimediaplayer, den es gibt.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/41502849/immer-schneller-apple-ipod-touch-3-generation-64-gbyte/

URLs in this post:

[1] Apple: http://www.cnet.de/unternehmen/apple/

[2] Nano: https://www.cnet.de/tests/mp3/41502819/apple+ipod+nano+5g+die+fuenfte+generation+mit+videokamera+im+test.htm

[3] Sony: http://www.cnet.de/unternehmen/sony/