Apple gegen Windows: MacBook Pro vs. PC

von Craig Simms, Daniel Schraeder, Michelle Thatcher und Stefan Möllenhoff am , 17:27 Uhr

Die Diskussion gehört an den Stammtisch: Mac oder Windows? Das ist wie Schalke gegen Bayern oder BMW gegen Mercedes. Über Jahre hinweg waren die Komponenten und Plattformen so verschieden, dass ein objektiver Vergleich nicht möglich war. Aber das ist vorbei – inzwischen läuft Windows auch auf MacBooks, beide setzen auf Intel, und die Rechenleistung ist ähnlich. Wir wagen einen Vergleich.

Die Ära der PowerPC-Prozessoren ist schon etwas länger vorbei. Das ermöglicht erst einen objektiven Vergleich zwischen Windows- und Apple [1]-Notebooks – man vergleicht also nicht mehr Äpfel mit Birnen, sondern Äpfel mit Äpfeln. Doch die Ähnlichkeiten sind vor allem in der jüngeren Vergangenheit immer größer geworden. Etliche Hersteller von Windows-Notebooks orientieren sich am Design-Stil von Apple, bauen flache Notebooks, setzen Scheiben vor die Displays und integrieren flache Tasten, die einen gewissen Abstand zueinander haben.

Im konkreten Fall haben sich unsere australischen Kollegen ein aktuelles MacBook Pro mit 13-Zoll-Display geschnappt und es gegen ein Asus U80V gestellt. Das Asus-Modell ist zwar bei uns noch nicht erhältlich, kommt aber in puncto Ausstattung und Optik extrem nah an das MacBook heran. In beiden werkelt ein Core 2 Duo mit 2,53 GHz – das sorgt für gleiche Verhältnisse, auch wenn sich die Prozessoren im Detail unterscheiden (Mac: P8700 mit 3 MByte Level-2-Cache und 25 Watt TDP, Windows: T9400 mit 6 MByte Level-2-Cache und 35 Watt TDP). Bei beiden finden sich hinterleuchtete Tastaturen und Multitouch-Touchpads, WLAN nach 802.11n, Bluetooth sowie DVD-Brenner. Der Mac verfügt über einen Akku mit 58 Wattstunden, der des Asus speichert 60. Das Asus-Display ist mit 14 Zoll etwas größer (Mac: 13,3 Zoll), beim Gewicht macht das aber nicht sonderlich viel aus: 2,04 kg (Apple) versus 2,15 kg (Asus).

Natürlich gibt es dennoch Unterschiede im Detail. Das MacBook verfügt über 250 GByte Festplattenspeicher, hat 4 GByte RAM, eine GeForce 9400M und setzt selbstverständlich auf Mac OS X in der Version 10.5.8. Asus bietet doppelt so viel Festplattenplatz, halb so viel Arbeitsspeicher, eine Radeon HD4570 und natürlich Windows Vista.

Im Vergleich achten wir nicht nur auf pure Leistungsdaten, sondern auch auf Design, Funktionsumfang und Preis, um unterm Strich beantworten zu können, ob ein PC oder ein Mac bei vergleichbarer Ausstattung der bessere Kauf ist.

Runde 1Was diesen Punkt angeht – da kann man Windows-Fan sein, wie man will – hat Apple in der Vergangenheit einfach Maßstäbe gesetzt. Da ist das MacBook Pro keine Ausnahme mit seinem eleganten, minimalistischen Aluminium-Gehäuse.

Auch das Asus-Notebook [2] ist keine Niete bei der Optik. Sein klavierlackschwarzes Gehäuse mit glänzenden Akzenten wirkt vom Automobilbau inspiriert, und der Look von Silber-auf-Schwarz strahlt Professionalität aus.

Aber Profis wissen eben auch: Design muss nicht nur gut aussehen, sondern auch funktional sein. Der Ansatz von Apple, zu simplifizieren und alles wegzulassen, was nicht unbedingt nötig ist, hat diverse Innovationen hervorgebracht. Ein Beispiel ist das Multitouch-Touchpad: Mechanische Tasten unterhalb des berührungssensitiven Bereichs gibt es nicht. Stattdessen ist das ganze Feld eine große Taste. Wer einen Rechtsklick machen möchte, tippt mit zwei Fingern, wer mit zwei Fingern nach unten zieht, scrollt durch Dokumente oder Webseiten. Wer die Finger auseinanderzieht, vergrößert Bilder oder Texte, und wer sie dreht, ja, dreht einfach das Bild. Das ganze funktioniert so hervorragend, dass man nach kurzer Eingewöhnungsphase nicht mehr ohne leben kann.

Weitere Beispiele sind die hinterleuchtete Tastatur, deren Helligkeit sich an das Umgebungslicht anpasst. Oder eine Taste am Gehäuse, die acht grüne LEDs leuchten lässt, wenn der Akku voll ist, oder eben der berühmte MagSafe-Stromanschluss: ein Stecker, der von einem Magneten gehalten wird und eben nichts zerstört, wenn man mal am Kabel hängenbleibt. Noch dazu erinnert das Geräusch beim Schließen des Displaydeckels an das Zuschmeißen einer Autotür von S-Klasse oder 7er-BMW. Wummm.

Die PCs hinken dem ein gutes Stück hinterher. Es scheint, als würden die Hersteller von Notebooks nur kopieren, was Apple entwickelt – wenn es nicht gerade patentiert ist, wie der magnetische Stecker. Das gilt zum Beispiel für das Multitouch-Touchpad. Es ist inzwischen sogar bei Netbooks zu haben und funktioniert sehr ähnlich: Zwei Finger führen einen Klick mit der mittleren Maustaste aus, drei stehen für einen Rechtsklick. Aber ganz so smooth wie beim MacBook wirkt das beim PC einfach nicht – beispielsweise scheint das Asus-Notebook häufiger mal eine Geste falsch zu interpretieren.

Bei der beleuchteten Tastatur hingegen liegen die Geräte gleichauf. Auch das Asus dimmt die Tasten und das Display in Abhängigkeit der Umgebungshelligkeit, um Energie zu sparen. Wie beim Mac kann der Nutzer aber auch händisch eingreifen und das Licht heller oder dunkler stellen – oder gleich ganz abschalten. Allerdings treibt einen früher oder später der schwarze Klavierlack in den Wahnsinn. Er nimmt Fingerabdrücke nämlich schneller auf als die Spurensicherung der Kriminalpolizei.

Sowohl das Asus-Notebook als auch das MacBook verfügen über flache Tasten und spiegelnde Displays. Das erste ist gut, das zweite nicht so – zumindest, wenn man in hellen Umgebungen arbeitet. Allerdings scheint das Apple-Display etwas hochwertiger zu sein. Der Einsatz der rahmenlosen Scheibe sorgt für einen edlen Look, während das Asus in diesem Punkt etwas an billiges Plastik erinnert.

Das Gehäuse selbst ist bei Apple ein Stück kleiner. Das gilt aber eben auch fürs Display.

Mac: 1 – Windows: 0
Obwohl das 13,3 Zoll große MacBook Pro dicker ist als seine Vorgänger, gewinnt es diesen Punkt. Es sieht einfach gut aus und bringt viele Innovationen mit.

Runde 2Das 13,3 Zoll große Display des MacBooks löst 1280 mal 800 Pixel auf. Das 14 Zoll große Asus-Display ist mit 1366 mal 768 etwas breiter. Unterm Strich ist dieser Unterschied durchaus zu vernachlässigen. Und wie sieht es mit der Qualität des Bildes aus?

Helligkeit

Ein helleres Display schränkt einen weniger ein. Denn wenn beispielsweise die Sonne von hinten in die Anzeige strahlt, muss das Display dagegen anleuchten. Beide Notebooks setzen auf die energiesparende LED-Hintergrundbeleuchtung. Stellt man die Geräte nebeneinander, ist das Apple-Notebook merklich heller. Dieser Punkt geht an den Mac.

Text

Wie haben eine Textdatei geöffnet – auf dem PC mit WordPad, auf dem Mac mit TextEdit. In der Datei finden sich Beispiele unterschiedlicher Textstile und Schriftgrößen. Dabei suchen wir nach Buchstaben, die ineinander übergehen oder unscharf wirken. Auf dem Display des Asus-Notebooks wirken die Wörter schärfer und leichter zu lesen. Beim MacBook hingegen haben wir den Eindruck, dass die Optik im Vordergrund steht – das Anti-Aliasing scheint so stark zu arbeiten, dass die Buchstaben schon fast etwas verschwimmen. Das mag besser aussehen, ist aber nicht so gut zu lesen. Das gilt vor allem bei kleinen Schriftgrößen. Ein Punkt für Windows.

Farben und Blickwinkel

Für diesen Test legen wir eine DVD ein. So lassen sich Schärfe, Detailtiefe und die Qualität der Farbwiedergabe am besten untersuchen. Auf dem MacBook Pro sieht der Film erstklassig aus. Es stellt realistische Farben dar und verfügt über einen ausgezeichneten Kontrast. Und auch die Farbabstufungen sind beeindruckend für ein Notebookdisplay. Im Vergleich dazu enttäuscht das Asus etwas. Die Wiedergabe wirkt nicht ganz so scharf und kontrastreich. Darunter leidet die Detailtiefe – und auch die Farbwiedergabe ist nur durchschnittlich. Dieser Punkt geht wieder an Apple.

Mac: 2 – Windows: 0
Damit geht auch der gesamte Displaypunkt an das MacBook. Seine Textdarstellung mag zwar nicht der Weisheit letzter Schluss sein, aber die Darstellung von Bildern und Videos ist brillant.

  Runde 1 Runde 2 Runde 3 Runde 4 Runde 5 Runde 6 Runde 7 Runde 8
Apple                
Asus                

Runde 3Glaubt man den Marketing-Abteilungen, ist alles an einem Notebook ein Ausstattungsmerkmal. Das machen wir natürlich nicht – wir wollen ja möglichst objektiv vergleichen. Also fassen wir die Ausstattungsmerkmale der beiden Notebooks in drei Kategorien zusammen.

Audio/Video

Apple stellt sich selbst immer besonders gut dar, wenn es um diesen Bereich geht. Doch so viel hat das MacBook Pro in diesem Punkt eigentlich nicht zu bieten. Integriert sind ein Mikrofon sowie durchschnittliche, aber immerhin halbwegs laute Lautsprecher, ein Firewire-800-Anschluss sowie zwei USB-2.0-Ports. Das ist nicht sonderlich viel, wenn man eine Digicam, eine Maus, einen Camcorder, einen Fotodrucker und weiteres Zubehör anschließen möchte. Außerdem gibt es einen mini-DisplayPort-Anschluss, der ohne optionalen Adapter allerdings nicht sonderlich viel bringt. Direkt lässt er sich nur mit teuren Monitoren von Apple verbinden, für DVI oder D-Sub braucht es Zwischenstecker. HDMI wird übrigens nicht unterstützt. Wer sein MacBook am Fernseher anschließen möchte, muss also ein zusätzliches Kabel für den Sound legen.

Das Asus-Notebook hat all diese Ausstattungsmerkmale zu bieten – bis auf Firewire und den mini-DisplayPort. Dafür gibt es aber VGA und HDMI sowie einen weiteren USB-Port.

Beide Geräte können darüber hinaus mit Klinkenbuchsen aufwarten. In beiden Fällen ist der Sound-Ausgang ein kombinierter, optischer Ausgang für die digitale Übertragung. Auch Webcams haben Asus und Apple zu bieten, wobei die Qualität der MacBook-Kamera signifikant besser ist.

Speicher

Wer eine gigantische Musik- und Filmsammlung hat, freut sich über die zusätzlichen 250 GByte, die das Asus bereitwillig aufnimmt. Einen Dual-Layer-DVD-Brenner haben sie beide. Das MacBook kommt darüber hinaus noch mit einem SD-Kartenleser, stinkt aber trotzdem im Vergleich ab: Das U80V bietet einen Kartenleser, der auch Memory Sticks, Smartmedia und xD-Karten liest. Dazu gibt es hier noch einen ExpressCard-Slot.

Konnektivität

Beide Notebooks verfügen über einen Gigabit-Netzwerkanschluss, über Bluetooth 2.1+EDR und WLAN nach 802.11a, b, g und n. Gleichstand in diesem Punkt.

Mac: 2 – Windows: 1
In diesem Punkt holt das Asus-Notebook den Punkt – es bietet schlicht mehr Anschlüsse. Im Vergleich zu früheren MacBook-Modellen hat Apple aber aufgeholt.

  Runde 1 Runde 2 Runde 3 Runde 4 Runde 5 Runde 6 Runde 7 Runde 8
Apple                
Asus                

Runde 4Jedes halbwegs aktuelle Notebook kommt in dieser Kategorie problemlos durch – denn zum Lesen von E-Mails, zum Chatten und zum Surfen im Internet ist keine sonderlich hohe Rechenleistung nötig. Auch ein 12 Jahre alter Twingo bringt einen (weitgehend) trocken von A nach B. Aber mit Dual-Core-Prozessoren, diskreten Grafikkarten und viel Arbeitsspeicher wird aus dem kleinen Vierzylindermotörchen im Renault ein mächtiger V8, der dicke Gummispuren auf dem Asphalt hinter sich herzieht.

Um diese Runde fair zu gestalten, haben wir 2 GByte RAM aus dem MacBook Pro ausgebaut. So stehen beiden Notebooks lediglich 2 GByte Arbeitsspeicher zur Verfügung.

Bildbearbeitung

In diesem Punkt haben wir gemessen, wie lange Adobe Photoshop CS3 benötigt, um eine bestimmte Liste von Aufgaben an sieben RAW-Bildern abzuarbeiten. Zum Einsatz kommen dabei verschiedene mitgelieferte Filter, Konvertierung in Graustufen sowie das Exportieren der Dateien in komprimierte JPEGs.

Adobe Photoshop CS3
(kürzere Balken bedeuten bessere Leistung)
Apple MacBook Pro 13

2min 07sec 
Apple MacBook Pro 13 (Windows Vista)

4min 10sec 
Asus U80V

2min 40sec 

In diesem Punkt siegt der Mac. Läuft allerdings Vista via BootCamp auf dem MacBook, sieht es gleich ganz anders aus. Man sollte also tunlichst die native OS-X-Version von Photoshop einsetzen.

3D-Rendering

Der Cinebench-Benchmark ermittelt die Leistung von Prozessor und Grafikkarte durch das Rendern von Bildern mit Shading. Dabei nutzt er die Vorteile von Multicore-Prozessoren wie den hier zum Einsatz kommenden Core2-Duos aus.

CineBench R10
(längere Balken bedeuten bessere Leistung)
Apple MacBook Pro 13

1 CPU: 2864 
x CPU: 5500 
OpenGL: 3877 
Apple MacBook Pro 13 (Windows Vista)

1 CPU: 2705 

x CPU: 5101 
OpenGL: 2940 
Asus U80V

1 CPU: 2773 
x CPU: 5098 

OpenGL: 3783 

Auch hier siegt wieder das MacBook Pro mit OS X. Interessanterweise gilt das auch für den CPU-Test, obwohl das Asus U80V über einen größeren Level2-Cache verfügt.

iTunes-Encoding

Hier haben wir gemessen, wie viel Zeit iTunes beötigt, um 19 MP3-Dateien in hochwertige AAC-Dateien umzurechnen.

Apple iTunes 8.2.1 convert to AAC
(kürzere Balken bedeuten bessere Leistung)
Apple MacBook Pro 13

2min 33sec 
Apple MacBook Pro 13 (Windows Vista)

2min 43sec 
Asus U80V

2min 33sec 

Unentschieden! Nur mit Windows Vista auf dem Mac gibt es einen Unterschied – und zwar in die schlechte Richtung.

Video-Encoding

Wie lange benötigt VLC, um ein 1 GByte großes Video im AVI-Format in ein H.264-Video mit 3072 kBit/s ohne Ton umzurechnen?

VLC 1.0.1 convert to H.264 (3072Kbps)
(kürzere Balken bedeuten bessere Leistung)
Apple MacBook Pro 13

1min 47sec 
Apple MacBook Pro 13 (Windows Vista)

2min 20sec 
Asus U80V

2min 13sec 

Ein eindeutiges Ergebnis für den Mac – da kommt das Asus-Notebook mit Vista nicht ansatzweise hinterher. Aber wie gehabt gilt: Läuft Windows auf dem Mac, sieht es anders aus.

Leistung bei Gaming-Grafik

Für diesen Test haben wir ein Spiel gesucht, das sowohl unter Windows, als auch unter OS X verfügbar ist. Die Wahl ist auf Call of Duty 4: Modern Warfare gefallen.

Wir haben folgende Einstellungen vorgenommen: 1024 mal 768, 2faches Anti-Aliasing, Sync Every Frame: No, Shadows: No, Specular Map: Yes, Depth of Field: Yes, Glow: Yes, Number of Dynamic Lights: Normal, Soften Smoke Edges: No, Ragdoll: Yes, Bullet Impacts: Yes, Model Detail: Normal, Water Detail: Normal, Texture Filtering: Trilinear, Anisotropic Filtering: Minimum, Texture, Normal Map und Specular Map Resolution: Normal.

Call of Duty 4: Modern Warfare (Wet Works map)
(längere Balken bedeuten bessere Leistung)
Apple MacBook Pro 13

Min: 43fps 
Avg: 64fps 
Max: 106fps 
Apple MacBook Pro 13 (Windows Vista)

Min: 15fps 
Avg: 39fps 
Max: 88fps 
Asus U80V

 
  Min: 6fps


 
 Avg: 25fps 


Max: 71fps 

 

Call of Duty 4: Modern Warfare (Strike map)
(längere Balken bedeuten bessere Leistung)

Apple MacBook Pro 13

Min: 44fps 
Avg: 58fps 
Max: 91fps 

Apple MacBook Pro 13 (Windows Vista)

 
Min: 3fps


Avg: 36fps 

Max: 94fps 
Asus U80V

 
Min: 1fps


 
Avg: 20fps


Max: 60fps 

Mac: 3 – Windows: 1
Unglaublich, aber wahr: Der Mac lässt den Windows-Rechner alt aussehen – zumindest, solange OS X läuft. Zuletzt haben wir einen vergleichbaren Test vor drei Jahren durchgeführt – und der Mac war in jedem Punkt unterlegen. Vielleicht wird sich das mit Windows 7 und 64-Bit-Architektur ändern. Aber heute ist das Ergebnis klar.

  Runde 1 Runde 2 Runde 3 Runde 4 Runde 5 Runde 6 Runde 7 Runde 8
Apple                
Asus                

Runde 5Jeder, der schon einmal von Europa nach Amerika geflogen ist, weiß, was ein leerer Notebook-Akku bedeutet. Es ist schnell vorbei mit Lost, Southpark oder Sim City – stattdessen blättert man dann mittelbegeistert in Duty-Free-Katalogen, Gratis-Magazinen der Airline und stiert durch die Kabine oder auf einen Monitor, auf dem in mieser Qualität mäßig spannende Filme laufen.

Wir haben auf beiden Notebooks einen Film im DivX-Format angeschmissen, das Netzteil abgezogen und gemessen, wie lang die Akkus durchhalten. Alle Energiesparfunktionen sind dabei deaktiviert, Lautstärke und Bildschirmhelligkeit aufs Maximum aufgedreht. Nicht ganz flugzeugtauglich haben wir auch WLAN und Bluetooth aktiviert, um den Akku stärker zu belasten.

In der Praxis dürften die Stromspeicher also länger durchhalten.

Battery life
(längere Balken bedeuten bessere Leistung)

Apple MacBook Pro 13

4 hours 04min 
Apple MacBook Pro 13 (Windows Vista)

3 hours 09min 
Asus U80V

2 hours 51min 

Mac: 4 – Windows: 1
Und weiter geht’s mit Punkten für Apple. Obwohl der Akku eigentlich sogar zwei Wattstunden weniger speichert, läuft das Notebook deutlich länger. Das gilt vor allem für OS X.

  Runde 1 Runde 2 Runde 3 Runde 4 Runde 5 Runde 6 Runde 7 Runde 8
Apple                
Asus                

  Runde 1 Runde 2 Runde 3 Runde 4 Runde 5 Runde 6 Runde 7 Runde 8
Apple                
Asus                

Runde 6Ganz gleich, ob ein Apfel auf dem Gehäuse prangt oder nicht – ein Browser, ein Mediaplayer und die üblichen Tools à la Taschenrechner und Texteditor sind an Bord. Auf den meisten Notebooks finden sich allerdings eine ganze Reihe weiterer Anwendungen, von Antiviren- und Brennprogrammen bis hin zum kompletten Office-Paket.

Für gewöhnlich handelt es sich beim größten Teil der auf Windows-Rechnern mitgelieferten Software allerdings um Demoversionen, Internet-Explorer-Toolbars und ähnlich nervige Dinge – zusammenfassend auch als „Crapware“ bekannt. Das U80V macht da keine Ausnahme: Der Microsoft [3]-Browser ist mit der Google [4]-Toolbar versehen, und zeitlich eingeschränkt funktionsfähige Ausgaben von Norton Internet Security 2009 und Microsoft Office 2007 finden sich ebenfalls auf der Platte. Aber immerhin, zur Bilderverwaltung ist Picasa an Bord, und mit CyberLink Power2Go brennen Käufer kurz nach dem ersten Anschalten CDs und DVDs.

Zudem bietet das Asus-Notebook ExpressGate, eine binnen Sekunden startende Linux-Distribution. Wer nur Kleinigkeiten wie Browsen, Chatten, Musik hören oder Fotos betrachten im Sinn hat, kann so das träge Windows umschiffen. Ein nettes Extra, das der Großteil der Käufer allerdings wohl nie nutzen wird.

Laptops mit Vista bieten allesamt eine Recovery-Partition. So lässt sich selbst ein komplett zerschossenes Windows zumindest wieder auf den Auslieferungszustand zurücksetzen. Gegen einen mechanischen Schaden der Festplatte schützt diese Sicherheit allerdings natürlich nicht. Hinzu kommt, dass viele Hersteller keine Recovery-DVDs für Vista mitliefern. Diese muss der Anwender selbst erstellen – so lange der Rechner noch läuft, natürlich. Asus packt erfreulicherweise Windows-DVDs mit dem U80V in den Karton, zusammen mit einer Treiber-DVD und Cyberlinks Power2Go-Software.

Das Apple-Notebook dagegen bringt das vollständige Unterhaltungs- und Office-Paket mit. Auf unserem MacBook Pro 13 ist Mac OS X 10.5.8 und iLife 08 vorinstalliert. Seit 28 August werden die Rechner mit den neueren Versionen OS X Snow Leopard und iLife 09 ausgeliefert.

iLife setzt sich aus iPhoto (zum Organisieren von Fotos), iMovie (einfache Videoschnittsoftware mit der Möglichkeit, DVD-Filme zu zusammenzustellen), GarageBand (Audio-Sequenzer mit Podcast-Funktion) und iWeb (WYSIWYG-HTML-Editor). Zudem ist die MobileMe Web Gallery an Bord, die ein Hochladen von Fotos und Videos ins Web ermöglicht.

Im Gegensatz zum Windows-Vista-Notebook bietet das MacBook keine Recovery-Partition – dafür liegt jedem Apple-Rechner eine OS-X-DVD bei. Von der Scheibe lässt sich OS X sogar direkt booten, so dass der Anwender Daten retten oder Reparaturen vornehmen kann. Für den versierten Benutzer ist die unixbasierte Shell natürlich das Non-Plus-Ultra.

Mac: 5 – Windows: 1
Das MacBook Pro bringt direkt Out-of-the-Box Software mit, bei der ein Windows-Anwender hunderte Euro zusätzlich auf den Tresen legen müsste und entscheidet diese Runde so mit Leichtigkeit für sich.

  Runde 1 Runde 2 Runde 3 Runde 4 Runde 5 Runde 6 Runde 7 Runde 8
Apple                
Asus                

Runde 7Es ist uns nicht möglich, die Qualität des Supports zu ermitteln, was die Telefon-Hotlines, die Kompetenz der Angestellten und die Bearbeitungszeit einzelner Anfragen angeht. Dieser Aspekt wird vermutlich auch von Kunde zu Kunde unterschiedlich ausfallen. Aber wir können uns die Support-Infrastruktur ansehen, die die beiden Hersteller um ihr Produkt gesponnen haben.

Asus bietet eine zweijährige Garantie mit Abholservice – beim Akku gilt der Service allerdings nur für das erste Jahr. Auf seiner Website bietet der Hersteller Updates, Handbücher und Software an. Wer sich dort anmeldet, kann seine Probleme auch ins Asus-Forum posten. Eine Registrierung des Notebooks schaltet darüber hinaus den VIP-Status frei. Allerdings scheint das lediglich eine Reihe von Quick-Links zu Foren- sowie Download-Seiten des entsprechenden Produkts zur Seite hinzuzufügen.

Die technische Telefonhotline steht von Montag bis Freitag von 9 bis 17 Uhr unter 01805/010920 zur Verfügung und kostet aus dem deutschen Festnetz 14 Cent pro Minute.

Apple dagegen bietet lediglich eine einjährige Garantie an. Der telefonische Support ist sogar auf 90 Tage begrenzt. Dafür stehen auf der Herstellerwebsite eine sehr ausführliche Wissensdatenbank sowie Handbücher, Softwareupdates und diverse Tools zur Verfügung. Dazu gesellt sich ein sehr aktives Forum. Wer sein Notebook eingeschickt hat, kann auf der Homepage den Reparatur-Status abrufen. Zudem gibt es eine ganze Reihe von Apple Stores mit technisch zumeist recht versiertem Personal.

Ein Upgrade der Garantie auf drei Jahre kostet bei unserem MacBook Pro 13 satte 249 Euro. Bei allen anderen MacBook-Pro-Modelle schlägt die Verlängerung mit 349 Euro zu Buche.

Mac: 5 – Windows: 2
Apple bietet zwar einen etwas hochwertigeren Support an als Asus, doch die hohen Kosten für die zusätzliche Garantiezeit verhageln dem MacBook diese Disziplin. Punkt für Asus.

  Runde 1 Runde 2 Runde 3 Runde 4 Runde 5 Runde 6 Runde 7 Runde 8
Apple                
Asus                

Runde 8Selbstverständlich gibt der Markt günstigere Windows-Notebooks als MacBooks her. Doch die entscheidende Frage ist das Preisleistungsverhältnis. Apple-Notebooks bringen eine ordentliche Hardware-Ausstattung mit und kommen mit einem Software-Paket, für das Windows-User hunderte von Euro auf den Tisch blättern müssen.

Wir konzentrieren uns auf unsere Grundvoraussetzung: Welcher Laptop ist besser, wenn wir sowohl PC als auch MacBook mit den gleichen Komponenten konfigurieren? Von diesem Gesichtspunkt aus unterbietet das Asus-Notebook den Apple-Rechner mit umgerechnet rund 1100 gegenüber 1400 Euro deutlich. Zu dem Preis des MacBook Pro kommen im Falle einer Garantieverlängerung außerdem weitere 250 Euro dazu.

Mac: 5 – Windows: 3
Wenn es nur um den Anschaffungspreis geht, gewinnt das Asus-Notebook mit Windows Vista.

  Runde 1 Runde 2 Runde 3 Runde 4 Runde 5 Runde 6 Runde 7 Runde 8
Apple                
Asus                

FazitAuf dem Papier hat Apple Asus mit fünf zu drei aus der Arena gefegt. Allerdings wird der deutlich höhere Preis des Apple-Notebooks etliche potenzielle Käufer abschrecken – das U80V ist bereits für gut 1000 Euro erhältlich. Zudem sind die im Konfigurator zur Verfügung stehenden Extras, etwa mehr Arbeitsspeicher oder eine größere Festplatte, bei Windows-Notebooks in der Regel ein ganzes Stück günstiger. Zudem gibt es die MacBooks nicht mit ExpressCard-Slot.

Die meisten Anwender sind entweder Windows- oder Mac-OS-X-Fans. Wer sich mit dem Microsoft-Betriebssystem angefreundet hat, wird tendenziell eher bei einem PC bleiben, und Mac-Fans werden kaum zu einem Windows-Notebook zurückwechseln. Mit ein paar Abstrichen bei der Hardware lässt sich das MacBook preislich noch etwas nach unten drücken, aber insbesondere die kleinere Festplatte wird Multimedia-Fans dann an ihre Grenzen bringen.

Im Moment stellt für uns das MacBook das attraktivere Paket dar. Allerdings werden wir diesen Schlagabtausch in naher Zukunft noch einmal mit Snow Leopard und Windows 7 wiederholen und sind schon jetzt auf den Ausgang gespannt. Bis zur nächsten Ausgabe des niemals endenden Kampfes zwischen Mac und PC. Gute Schlacht, gute Nacht.

  Runde 1 Runde 2 Runde 3 Runde 4 Runde 5 Runde 6 Runde 7 Runde 8
Apple                
Asus                

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