Günstiges Android-Smartphone im Test: T-Mobile Pulse

von Daniel Schraeder und Flora Graham am , 18:39 Uhr

Pro
  • großes Display
  • empfindlicher Touchscreen
  • sinnvolle, angepasste Widgets
  • drei Tastaturen stehen zur Auswahl
  • Zugang zum Android Market
Con
  • mäßige Sprachqualität
  • Tastaturen reagieren zäh
  • langer Bootvorgang
  • Gehäuse und Trackball fühlen sich billig an
Hersteller: T-Mobile Listenpreis: steht noch nicht fest
ZDNet TESTURTEIL: SEHR GUT 7,6 von 10 Punkte
Fazit:

Das Pulse ist ein gelungener Kompromiss aus überdurchschnittlicher Ausstattung und günstigem Preis. Es gibt ein paar Haken, darunter die schwerfälligen virtuellen Tastenfelder und die vergleichsweise schlechte Verständlichkeit der Gesprächspartner. Doch das große Touchscreen-Display, Merkmale wie UMTS mit HSPA, WLAN oder GPS sowie der Zugang zu tausenden von Programmen über den Android Market gleichen die Schwächen wieder aus.

Das Google-Betriebssystem Android wird langsam zu einer ernstzunehmenden Konkurrenz für das iPhone. Das App-Store-Pendand Market füllt sich Stück für Stück mit Applikationen aus allen Bereichen. Es gibt Smartphones mit Ausstattungsmerkmalen, die das iPhone nicht hat – OLED-Display oder Tastatur zum Beispiel, und mit dem Pulse von T-Mobile gibt es ab Oktober auch ein besonders günstiges Touchscreen-Handy mit Android. Unsere britischen Kollegen haben das Pulse bereits ausführlich getestet.

Das Maskottchen des Android [1]-Betriebssystems, der kleine, grüne Roboter, ist bei uns in der Redaktion ein Sympathieträger – genauso wie die Software, für die er steht. Um so mehr freuen wir uns, dass das Google [2]-Betriebssystem nun auch in günstigere Smartphones einzieht. T-Mobile prescht vor – mit dem Pulse. Das Handy ist zwar kein Revoluzzer – es sieht nicht besonders gut aus und hat keine besonderen Ausstattungsmerkmale. Aber das Pulse ist mit allem ausgestattet, was man von einem Android-Smartphone [3] erwartet. Inklusive Zugang zum Software-Portal Android Marketplace, versteht sich. Und es kostet nicht viel. Einen Verkaufspreis nennt T-Mobile zwar noch nicht, aber das Handy soll ab Oktober mit günstigen Tarifen wohl schon für um die 5 Euro zu haben sein.

Android für die Masse

Zur Optik des Pulse gibt es nicht sonderlich viel zu sagen. Wir sind froh, dass man das Smartphone nicht auf den ersten Blick als „billig“ ausmacht – so, wie es bei dem einen oder anderen Auto der Fall sein mag. Wer es anfasst, fühlt aber, dass das Material nicht einem Rolls Royce entstammen kann. Schwarzes Plastik eben. Nicht viel hochwertiger fühlt sich der Trackball an, ziemlich wackelig, fast schon locker, um genau zu sein. Aber er hält. Unabhängig davon muss man sich aber bei weitem nicht für sein Pulse schämen – das 3,5 Zoll große Touchscreen-Display macht einiges wieder wett.

Apropos: Wer auf das berührungsempfindliche Display angewiesen ist und wenn darüber hinaus nur wenige, mechanische Tasten zur Verfügung stehen, der freut sich über schnelle Reaktionen. Die Anzeige an sich hinterlässt hier einen positiven Eindruck. Allerdings scheint der Prozessor im Inneren manchmal nicht so ganz hinterherzukommen. Beispielsweise klappt das hin- und herspringen zwischen den drei Homescreens hervorragend, flüssig und ohne Zeitverzögerung. Aber beim Tippen auf der virtuellen Tastatur braucht man Geduld – ansonsten ignoriert das Pulse schon mal einen Buchstaben. Dann hilft auch die Eingabehilfe nichts mehr: Sie ersetzt zwar versehentlich falsch gesetzte Zeichen, fügt aber keine vergessenen (oder verlorengegangenen) hinzu. Außerdem dauert es viel zu lang, bis das Smartphone im Schlafmodus angekommen ist oder wieder aufwacht.

Normalerweise ist die Texteingabe auf der virtuellen Tastatur ein absolutes K.O.-Kriterium bei Touchscreen-Handys. Doch das Pulse hat hier so viel zu bieten, dass wir ihm die trägen Reaktionen durchaus verzeihen. So gibt es beispielsweise gleich drei digitale Tastenfelder, sowohl im Hoch- als auch im Querformat: ein vollständiges QWERTZ-Feld, ein Handy-Tastenfeld und eine doppelt belegte QWERTZ-Tastatur, wie wir sie beispielsweise vom Blackberry Pearl kennen. Sie werden allesamt von einer Eingabehilfe unterstützt.

Einfache Verbesserungen an der Software

T-Mobile – oder, um genau zu sein, der Pulse-Hersteller Huawei – haben die bekannte Standard-Version von Android an diversen Stellen etwas aufgepimpt. So gibt es ein paar zusätzliche Widgets für den Homescreen, die beispielsweise Videos oder Bilder anzeigen oder eine Kontakte-Ansicht im coolen Cover-Flow-Stil. So weit, so gut. Aber an der Sense-Oberfläche, die beispielsweise auf dem HTC Hero [4] läuft, kann sich die Pulse-Software nicht messen. Zu wenig integriert wirken soziale Netzwerke, Messenger, Twitter & Co. Doch wir beschweren uns ja gar nicht, denn immerhin: Samsungs Galaxy [5] oder die ersten beiden HTC [6]-Android-Smartphones G1 [7] und Magic [4] haben noch gar keine Extras zu bieten.

Je länger wir uns mit Android beschäftigen, um so mehr begeistert uns das Handy-Betriebssystem. Das hat sicherlich auch damit zu tun, dass es täglich neue Anwendungen für die Google-Handys gibt. Viele davon sind sogar kostenlos, etwa Google Sky Map, Qype oder diverse Spiele. Damit ist das Pulse nicht einfach nur irgendein Touchscreen-Handy, sondern ein mächtiges Smartphone, das mit Zusatzprogrammen PDF-Dateien öffnet, auf Exchange-Server zugreift oder als vollständiges Navigationssystem dient. Der Android Market entspricht dem App-Store beim iPhone – und das ist eines der Erfolgsgeheimnisse des Apple [8]-Handys.

Doch selbst, wenn man sich nicht mit Zusatzprogrammen spielt, überzeugt das Pulse. Ein Haufen sinnvoller Applikationen sind bereits vorinstalliert, unter anderem RoadSync für den Datenabgleich von E-Mails, Kalendereinträgen und Kontakten mit dem E-Mail-Server des Arbeitgebers, Youtube-Client, Google Maps, ein hervorragender Webbrowser sowie kleinere Tools wie Taschenrechner, Kalender und Media Player.

Hallo, hörst Du mich?

Die tollen Touchscreen- und Smartphonefeatures sind das eine, doch in erster Linie handelt es sich hierbei immer noch um ein Handy. Und genau da gibt es mächtige Punktabzüge: Die Sprachqualität ist maximal mäßig, der Rufaufbau dauert ewig oder schlägt gleich ganz fehl. Nicht so viel besser verhalten sich in diesen Kategorien aber auch das iPhone oder der HTC Hero, weswegen wir den Pulse an dieser Stelle nicht komplett abstrafen wollen. Aber das nervt einfach – die Hersteller sollten an diesen Punkten arbeiten.

Dafür klappt die Verbindung ins Internet hervorragend über WLAN oder UMTS samt HSPA für schnelle Up- und Downloads. Zur Positionsfindung ist GPS integriert, und für die Übertragung von Bildern & Co. gibt es Bluetooth.

Der Anwender kann im internen Speicher des Pulse 2 GByte an Daten ablegen. Reicht das nicht, steht ein microSD-Speicherkartenslot zur Verfügung. Testweise haben wir eine 4-GByte-Karte eingesteckt. Das Smartphone hat die gespeicherten Fotos, Musik- und Videodateien auf Anhieb erkannt. Auf der Rückseite befindet sich die Linse der 3,2-Megapixel-Kamera. Sie vollbringt keine Wunder, schießt aber solide Fotos und eignet sich auch mal für eine spontane Videoaufnahme. Auf Blitz oder Foto-LED müssen Pulse-Käufer allerdings verzichten.

Fazit

Das Pulse ist ein guter Kompromiss aus ordentlicher Ausstattung und günstigem Preis. Man muss wohl damit leben, dass sich das Plastik nicht sonderlich hochwertig anfühlt und die Tastatur manchmal etwas zäh reagiert, aber in Anbetracht des großen, hochauflösenden Displays und der gigantischen Möglichkeiten, die das Android-Betriebssystem zu bieten hat, geht das durchaus in Ordnung. Wenn aber das Telefonieren an sich wichtiger ist als Webbrowser, Youtube-Client, Exchange-E-Mails & Co, sollte man aber doch noch nach Alternativen ausschau halten – denn die Sprachqualität könnte durchaus besser sein.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/41503059/guenstiges-android-smartphone-im-test-t-mobile-pulse/

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[1] Android: http://www.cnet.de/themen/android/

[2] Google: http://www.cnet.de/unternehmen/google-inc/

[3] Smartphone: http://www.cnet.de/themen/smartphone/

[4] HTC Hero: https://www.cnet.de/tests/handy/41003354/htc+magic+android_smartphone+von+vodafone+mit+vollausstattung.htm

[5] Samsungs Galaxy: https://www.cnet.de/tests/handy/41501106/android_konkurrenz+von+samsung+galaxy+i7500+im+test.htm

[6] HTC: http://www.cnet.de/unternehmen/htc/

[7] G1: https://www.cnet.de/tests/handy/39197626/schon+getestet+htc+touch+t_mobile+g1+mit+android.htm

[8] Apple: http://www.cnet.de/unternehmen/apple/