Nokia E55: ultraflaches Smartphone mit guter Ausstattung

von Daniel Schraeder und Frank Lewis am , 12:17 Uhr

Pro
  • doppelt belegte Tastatur funktioniert erstaunlich gut
  • extrem flach
  • hervorragende Akkulaufzeit
Con
  • Symbian S60-Betriebssystem ist im Vergleich zu iPhone OS oder Android nicht auf der Höhe der Zeit
Hersteller: Nokia Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: EXZELLENT 8,9 von 10 Punkte
Fazit:

Das Nokia E55 ist wahnsinnig flach, sein Akku hält ewig und die Bedienung ist extrem simpel. Die Tastatur im Blackberry-Pearl-Stil ist sicherlich nicht jedermanns Sache, funktioniert nach kurzer Eingewöhnung aber hervorragend. Unterm Strich überzeugt das Smartphone.

Wer auf der Suche nach einem extrem flachen Smartphone ist, das auf den ersten Blick mehr an ein klassisches Handy erinnert als an einen Blackberry oder einen Mobilcomputer im Android- oder iPhone-Stil, sollte sich das Nokia E55 näher ansehen. Es ist mit WLAN, GPS, HSDPA & Co. ausgestattet und kommt mit einer gut funktionierenden, doppelt belegten Tastatur daher. Wir haben das Symbian-Smartphone ausführlich getestet.

Mobile Vieltipper haben die Qual der Wahl. Reine Touchscreen-Geräte sind zum Schreiben von langen E-Mails, SMS-Nachrichten oder Romanen ungeeignet – bleiben also nur Handys mit Tastatur und Touchscreen, die vergleichsweise dick sind, oder welche im klassischen Blackberry-Look. Eine Alternative dazu stellt das E55 von Nokia dar: Es ist im klassischen Riegel-Format gehalten, extrem flach und verfügt über ein Tastenfeld mit doppelter Belegung.

Hybrid-Tastatur

Mit einer Bauhöhe von gerade mal 9 Millimetern gehört das E55 zu den dünnsten Smartphones auf dem Markt. Glücklicherweise wirkt es dabei nicht breitgetreten, sondern sieht wirklich elegant aus. Auf den ersten Blick unterscheidet sich dieses Smartphone [1] kaum von seinen Nokia-Brüdern mit klassischer Zifferntastatur, doch wer näher hinsieht, entdeckt die zwei zusätzlichen Tastenreihen – zu viel für ein Telefon, zu wenig für einen Computer.

Die meisten Knöpfe sind mit zwei Buchstaben beschriftet. Ein Tastendruck bringt das erste Zeichen auf das Display, ein zweiter, logisch, das zweite. Alternativ gibt es auch eine Texteingabehilfe im T9-Stil: Der Nutzer schreibt einfach drauf los, die Software findet in dem Buchstabenkauderwelsch sinnvolle Wörter. Das funktioniert übrigens hervorragend – die Nokia-Entwickler haben hier ganze Arbeit geleistet. Anfangs ist diese Bedienung gewöhnungsbedürftig, doch bereits nach kurzem tippt es sich hier schneller und besser als auf Standard-Handytastaturen. An die Geschwindigkeit eines echten QWERTZ-Feldes kommt man aber nicht heran.

Bekannte Oberfläche

Auf dem E55 läuft Symbian S60 3rd Edition. Damit dürfte die Oberfläche jedem bekannt vorkommen, der in den letzten Jahren mal mit einem Nokia-Handy zu tun hatte. Und alle anderen gewöhnen sich schnell an die Bedienung mit der klasisschen Vier-Wege-Steuerung. Standardmäßig zeigt der Homescreen neue E-Mails und aktuelle Kalendereinträge sowie ein paar Verknüpfungen zu häufig genutzten Funktionen an. All das ist anpassbar. Wer also lieber andere Verknüpfungen oder Infos auf den ersten Blick erhaschen möchte, konfiguriert den Startbildschirm eben um.

Obwohl sich das Nokia-Smartphone primär an Business-Anwender richtet, scheint es eine Art gespaltene Persönlichkeit zu haben: Ein Icon auf dem Startbildschirm wechselt zwischen Arbeits- und Freizeitmodus des Handys. Dabei lassen sich den unterschiedlichen Profilen sogar verschiedene E-Mail-Accounts zuweisen.

Im Vergleich zu den Oberflächen von iPhone [2] oder HTC Hero [3] wirkt das Symbian-Betriebssystem hier fast wie aus einer anderen Welt. Immerhin ist es logisch aufgebaut und einfach zu bedienen, wenn es schon nicht so hipp aussieht. Praktischerweise packt Nokia noch ein paar sinnvolle Programme mit auf das Handy – unter anderem QuickOffice zum Bearbeiten und Betrachten von Dokumenten und Tabellen sowie einen Webbrowser, der sogar Flash-Inhalte darstellt. Außerdem gibt es eine Sprachausgabe, die zwar recht künstlich klingt, aber immerhin SMS-Nachrichten vorliest oder den Namen eines Anrufers ausspricht.

Testweise haben wir einen Google [4]-Mail-Account eingerichtet. Dafür tippen wir Benutzername und Passwort ein, das Handy erledigt den Rest. Für Push-Mail steht der Nokia-eigene, kostenlose Messaging-Dienst zur Verfügung.

Karten? Ja klar!

Selbstverständlich ist das E55 mit GPS ausgestattet. Der Empfänger funktioniert hervorragend und selbst nach einem Kaltstart hat das Handy die Position flott ermittelt. Die Nokia-Maps-Software erlaubt echte Navigation mit Turn-by-Turn-Sprachanweisungen – kostenlos allerdings nur für einen begrenzten Zeitraum, danach muss man für ein Abo zahlen.

Bei der übrigen Ausstattung fehlt nichts. Neben WLAN und Bluetooth gibt es auch UMTS mit HSDPA für schnelle Downloads aus dem Internet, wenn man außerhalb der Reichweite von Access-Points und Hotspots zu Hause, im Büro oder im Coffee-Shop unterwegs ist. Nokia-typisch ist die hervorragende Sprachqualität. Noch besser ist nur die Akkulaufzeit des E55: Bei intensiver Nutzung kann man das Handy in der Praxis 2,5 bis 3 Tage nutzen, ohne es nachladen zu müssen. Im Vergleich zu Hero, iPhone & Co. ist das gigantisch.

Fazit

Nicht jeder wird sich mit dem Tastenfeld des E55 anfreunden können. Aber wenn man sich an die Doppelbelegung gewöhnt hat, klappt das Tippen hervorragend. Noch dazu ist das Gerät extrem flach, der Akku hält lang und bei Ausstattung und Bedienung bleiben keine Wünsche offen. Wer also explizit kein Touchscreen-Handy möchte, ist hier definitiv richtig.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

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URLs in this post:

[1] Smartphone: http://www.cnet.de/themen/smartphone/

[2] iPhone: https://www.cnet.de/tests/handy/41005474/neues+iphone+3g+s+im+test+schneller_+besser_+cooler.htm

[3] HTC Hero: https://www.cnet.de/tests/handy/41005822/im+test+android_smartphone+htc+hero+_t_mobile+g2+touch_+mit+sense_oberflaeche.htm

[4] Google: http://www.cnet.de/unternehmen/google-inc/