Knallrotes Netbook im Test: Acer Ferrari One

von Daniel Schraeder und Rory Reid am , 13:40 Uhr

Pro
  • gute Leistung für ein Netbook
  • hervorragende Tastatur
  • großes, helles Display mit hoher Auflösung
Con
  • roter Displaydeckel wirkt übertrieben grell
  • kein HDMI-Ausgang
Hersteller: Acer Listenpreis: 500 Euro
ZDNet TESTURTEIL: EXZELLENT 9,0 von 10 Punkte
Fazit:

Das Acer Ferarri One polarisiert. Es fällt auf, sticht aus der Masse heraus und stellt definitiv eines der hochwertigsten Netbooks überhaupt dar. Darüber hinaus ist es schnell, gut zu bedienen und eben einfach etwas Besonderes.

Wer auf der Suche nach einem außergewöhnlichen Netbook ist, sollte sich das Ferrari One von Acer näher ansehen. Es ist nicht nur auf den ersten Blick anders als die Masse, knallrot nämlich, sondern auch anders ausgestattet – mit schneller AMD-CPU und ATI-Grafikkarte. Wie sich das Ferrari-Netbook in der Praxis schlägt, verrät der Test.

Dieses Netbook orientiert sich an den Autos, von denen es seinen Namen geerbt hat: Es gibt Vollgas, macht Spaß und sieht gut aus. Im Gegensatz zu den fahrenden Vorbildern ist es aber mit einem Durchschnittsgehalt noch bezahlbar. Es soll bereits im Oktober für 500 Euro zu haben sein – zeitgleich mit der Einführung von Windows 7, heißt es.

Angeberfaktor inklusive

Wie seine Cousins mit vier Rädern polarisiert das Ferrari One. In vielerlei Hinsicht ist es das am besten aussehende Notebook [1], das uns bisher über den Weg gelaufen ist – potenzielle Besitzer müssen sich auf neidische Blicke gefasst machen. Allerdings zieht das knallrote Chassis auch negative Aufmerksamkeit auf sich. Schließlich wird man mit einem Ferrari-Netbook schnell in die Ecke derer geschoben, die einen Ferrari-Aufkleber auf ihren Fiat Punto kleben, weil sie sich keinen echten italienischen Sportwagen leisten können.

Bestnoten auf dem Handling-Parcours

Abgesehen vom arg knalligen Deckel sieht das Ferrari One hervorragend aus. Es ist einen Tick größer als die meisten Netbooks, was uns allerdings nicht stört. Ganz im Gegenteil – die paar Extra-Zentimeter schaffen Raum für ein großzügiges Keyboard, auf dem es sich so gut wie auf den allermeisten Laptops jeglicher Formate tippt. Genau genommen sind die Buchstaben- und Zifferntasten sogar größer als die von Standard-Desktoptastaturen – angesichts der niedrigen Abmessungen von 28,5 mal 20,4 mal 2,4 Zentimeter und des Gewichts von 1,5 Kilogramm grenzt das an ein Wunder.

Trotz der großzügigen Tastatur bleibt immer noch ausreichend Platz für ein gutes Trackpad. Es ist aber leider nicht ganz so glatt, wie wir es uns wünschen würden, erkennt dafür aber Multitouch-Gesten – wie die MacBooks von Apple [3]. Durch Spreizen der Finger beispielsweise lässt es sich zoomen, eine Drehbewegung mit zwei Fingerspitzen rotiert Inhalte auf dem Bildschirm, und die Vor– und Zurück-Wischgesten unterstützt das Netbook ebenfalls. Insbesondere beim Browsen im Internet erhöht das die Arbeitsgeschwindigkeit beträchtlich. Der Ferrari gibt Gas.

Wie bitte? Kein HDMI-Ausgang?

In puncto Konnektivität steht der Acer [4]-Bolide nicht schlecht da. Auf der rechten Seite befinden sich zwei USB-Ports, ein 5-in-1-Kartenleser sowie eine Mikrofon- und eine Kopfhörerbuchse, die auch als optischer S/PDIF-Ausgang dient. Gegenüber sitzen ein dritter USB-Anschluss, ein VGA-Videoausgang und etwas, das uns bislang nur beim Fujitsu Siemens Amilo Sa 3650 [5] begegnet ist: ein ATI-XGP-Port. Über die Buchse verbindet sich das Ferrari One mit einer externen Grafikkarte, die wiederum ordentlich Power für Spiele bietet, HD-Videos abspielt und bis zu vier Monitore mit Bildmaterial versorgt.

Das zwar ist alles extrem clever, aber wann mussten wir das letzte Mal ein Netbook mit mehr als einem Bildschirm verbinden? Ein einfacher HDMI-Port hätte uns gereicht, denn dieser würde aus dem Ferrari One ein ausgezeichnetes portables Mediacenter machen.

Triebwerke unter der Haube: nicht nur eines, sondern gleich zwei

Bei seinem Sportwagen setzt Acer nicht auf eine Intel-Atom-CPU, sondern auf AMDs Ultrathin Platform der zweiten Generation, zuvor bekannt unter dem Codenamen Congo. Sie bietet eine Reihe von Vorteilen gegenüber AMDs erster Generation und, jawohl, auch gegenüber Atom-Prozessoren. Für Grafikleistung sorgt eine ATI Radeon HD 3200, die weit mehr leistet als der Standard-Intel-Chipsatz, den die meisten Netbooks mitbringen.

Dedizierte Grafikkarten haben für gewöhnlich den Nachteil, dass sie viel Platz im Gehäuse beanspruchen und kräftig am Füllstand des Akkus nagen. Dennoch, die AMD-Ingenieure haben es geschafft, die Radeon ein ganzes Stück zu schrumpfen und sie direkt auf dem AMD-M780G-Chipsatz unterzubringen. So bleibt das Ferrari One rank und schlank.

Aus der Vielfalt an Congo-kompatiblen CPUs hat sich Acer den Athlon-X2-L310-Prozessor herausgepickt. Die Taktfrequenz bricht mit 1,2 GHz zwar keine Geschwindigkeitsrekorde, doch dafür werkeln gleich zwei Kerne. Besonders das Multitasking profitiert von dem Dual-Core-Chip. Das Ferrari One unterstützt bis zu 4 GByte Arbeitsspeicher und 320 GByte Festplattenkapazität mittels 2,5-Zoll-HDDs. Zur Kommunikation sind außerdem WLAN nach IEEE 802.11n und Gigabit-Ethernet an Bord. Damit schlägt der rote Bolide praktisch alle Netbooks und sogar viele Notebooks.

Zeig (an), was Du kannst – toller Bildschirm

Das 11,6-Zoll-Display stellt ein weiteres Highlight des Acer-Netbooks dar. Es ist nicht nur größer als die Anzeigen der Otto-Normal-10-Zoll-Minis, sondern löst mit 1366 mal 768 Pixeln auch höher auf. Mit dem etwas größeren Bildschirm trägt der Hersteller der CPU-Power Rechnung: Nicht nur der Prozessor befeuert mehr Anwendungen gleichzeitig, sondern das Display bietet auch mehr Fenstern Platz.

Die spiegelnde Beschichtung schränkt den Einsatz im Biergarten und im Stadtpark allerdings etwas ein. Immerhin ist die Anzeige spürbar heller als die der meisten Notebooks. Die zusätzliche Displaypower belastet den 4400 mAh starken Akku jedoch. Wir sind gespannt, ob dem Rennwagen nicht bereits nach wenigen Metern der Sprit ausgeht.

Ein Merkmal, das Acer beim Ferrari One besonders heraushebt, sind dessen Audioqualitäten. Im Gehäuse befinden sich Stereolautsprecher, die für ein Netbook ausgezeichnet klingen. Zudem kommt die Soundkarte mit dem Dolby-Home-Theater-v3-Standard zurecht, der unter anderem Dolby Digital Live, Dolby Pro Logic IIx und – viel wichtiger für Netbookbesitzer – Dolby Headphone enthält. Mit einem Paar ordentlicher Kopfhörer liefert Dolby Headphone einen ausgezeichneten 5.1-Surround-Sound-Effekt.

Acer stattet das Ferrari One mit Windows 7 Home Premium aus. Zudem befinden sich ab Werk Microsoft [6] Works 7, Norton Online Backup, WinDVD, eine Reihe von Acer-Tools sowie ein Sammlung von Ferrari-Desktop-Hintergründen und -Bildschirmschonern auf der Platte.


Die ausgezeichnete Geschwindigkeit, das große Keyboard und der ausgezeichnete Bildschirm machen das Ferrari One zu unserem absoluten Lieblingsnetbook.

Vollgas jetzt

Leider läuft keiner der Standard-Benchmarks auf dem Acer-Netbook komplett durch, aber wir können auch ohne PCMark05 oder 3DMark06 sagen: Der Ferrari gibt Vollgas. Er fühlt sicher schneller und reaktiver an als alle Mini-Notebooks, die wir bislang im Test hatten. Auch eine ganze Reihe von gleichzeitig laufenden Anwendungen bringt den roten Flitzer mit seinem großzügig dimensionierten Arbeitsspeicher und der Dual-Core-CPU nicht in Verlegenheit.

Sogar 3D-Games laufen auf dem Boliden. Wir installieren beispielsweise Call of Duty 4: Modern Warfare auf dem Ferrari One, und nach ein paar – zugegebenerweise recht drastischen – Einschränkungen der Grafikdetails läuft das Spiel relativ flüssig. Gleiches gilt für High-Definition-Video. Bei Filmen, die mit sehr hohen Bitraten kodiert sind, kommt es zwar gelegentlich zu Ruckerln, doch das meiste 720p-Material spielt das Netbook einwandfrei ab. Nur, um es noch einmal zu betonen: Schade, dass Acer keinen HDMI-Ausgang verbaut.

Laut Hersteller hält der Akku des Ferrari One bis zu fünf Stunden durch. Zu diesem Zeitpunkt durchläuft das Netbook gerade unsere Laufzeit-Tests im Labor. Sobald wir die Ergebnisse haben, werden wir sie an dieser Stelle veröffentlichen.

Fazit

Das Acer Ferrari One ist ein fantastisches Netbook. Das auffällige Äußere mag zwar nicht Jedermanns Fall sein, doch der Bolide ist schnell, vielseitig und einfach zu benutzen. Bei diesem Rennwagen handelt es sich eindeutig um das beste Netbook, das wir jemals getestet haben.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/41508869/knallrotes-netbook-im-test-acer-ferrari-one/

URLs in this post:

[1] Notebook: http://www.cnet.de/themen/notebook/

[2] Acer Ferrari One: Vollgas-Netbook im Rennwagen-Look: https://www.cnet.de/41502789/acer-ferrari-one-vollgas-netbook-im-rennwagen-look/?pid=1#sid=41508869

[3] MacBooks von Apple: https://www.cnet.de/tests/desktop/archiv/c10161/

[4] Acer: http://www.cnet.de/unternehmen/acer/

[5] Fujitsu Siemens Amilo Sa 3650: https://www.cnet.de/tests/desktop/39200400/testbericht/notebook+mit+externer+3d_grafikkarte+fsc+amilo+sa+3650.htm

[6] Microsoft: http://www.cnet.de/unternehmen/microsoft/