Sony Cyber-shot DSC-WX1: Digicam für 10 Fotos pro Sekunde

von Joshua Goldman und Stefan Möllenhoff am , 17:08 Uhr

Pro
  • tolles Design
  • viele interessante Features
  • gute Leistung bei schlechten Lichtverhältnissen
  • schnell
Con
  • leichtes Bildrauschen und Artefakte bei allen ISO-Empfindlichkeiten
Hersteller: Listenpreis: 349 Euro
ZDNet TESTURTEIL: SEHR GUT 8,0 von 10 Punkte
Fazit:

Die Sony Cyber-shot DSC-WX1 ist eine ausgezeichnete und blitzschnelle Kamera, die leider bei der Bildqualität nicht immer überzeugt.

Bei schlechten Lichtverhältnissen gute Fotos schießen – das ist ein nur selten erreichtes Ziel in der Welt der Kompaktkameras. Sonys Cyber-shot DSC-WX1 greift die Problematik auf drei Ebenen an: Der Hersteller verbaut einen neuen Sensortyp, eine Highend-Optik und einen leistungsstarken Bildprozessor. Und tatsächlich: Die blitzschnelle Digicam nimmt tolle Fotos auf. Wer allerdings Wunder erwartet, wird eine Enttäuschung erleben.

Einer der beeindruckendsten Aspekte der WX1 ist, wieviel Technik der Hersteller in dieses kleine Leichtgewicht gepackt hat. Es kommt ein hinterleuchteter Exmor-R-CMOS-Sensor und ein schnelles Sony [1]-G-F2.4-Objektiv mit 24-Millimeter-Weitwinkel zum Einsatz. Damit bringt die Kompaktkamera nahezu die gleiche Ausstattung mit wie ihre deutlich sperrigere Schwester HX1 [2]. Sowohl der Sensor als auch die G-Linse stammen aus der Familie von Sonys Spiegelreflexkameras und Prosumer-Camcordern.

Design

Sony hat es geschafft, praktisch alle Bedienelemente auf der Rückseite des Gehäuses unterzubringen, ohne dass die Kamera überfrachtet oder verwirrend wirkt. Mit der WX1 lässt es sich auch einwandfrei einhändig knipsen, ohne dass der Fotograf aus Versehen ständig irgendwelche Tasten oder Knöpfe drückt. Auf der Oberseite befinden sich Auslöser, An/Aus-Schalter sowie eine Taste, die den High-Speed-Serienbildmodus aktiviert. Der An/Aus-Knopf sitzt ungewöhnlich weit vom Auslöser entfernt. Das macht es zwar einfacher, die Kamera mit der linken Hand einzuschalten, sorgt aber auch dafür, dass wir sie im Test gelegentlich versehentlich ausschalten.


Der An/Aus-Schalter sitzt erstaunlich weit links. Ganz rechts befindet sich ein Knopf, der den High-Speed-Serienbildmodus aktiviert.

Eine einzelne Menü-Taste gewährt den Zugriff auf alle Aufnahmeparameter sowie einen Punkt, der in die tieferen Einstellungen führt. Erfreulicherweise hält die Kamera Erklärungen bereit, wenn eine bestimmte Option aufgrund anderer getroffener Settings nicht verfügbar ist. Beispiel: Ist die Belichtungsmessung auf Spot eingestellt, gibt es einen Hinweis, wieso sich die Gesichtserkennung nicht aktivieren lässt. Die meisten anderen Kameras grauen die nicht verfügbaren Features einfach aus und machen die Ursachensuche zur Schnitzeljagd.

Ausstattung

Bei den manuellen Aufnahmeparametern hält sich die WX1 zurück: Blende und Belichtungszeit lassen sich nicht frei konfigurieren. Ansonsten sind alle obligatorischen Funktionen plus einige Extras an Bord. Auf dem Moduswahlrädchen stehen 720p-Videomodus, intelligente Automatik, Easy-Modus, Szenenprogramme und Programmfunktion bereit. In letzterer Einstellung lassen sich ISO-Empfindlichkeit, Belichtungsaus- und Weißabgleich, Fokus sowie Belichtungsmessung frei konfigurieren. Die intelligente Automatik sucht selbsttätig den zum aktuellen Motiv passendsten Szenenmodus aus acht verschiedenen Möglichkeiten heraus. Erfreulich: Während der Videoaufnahme funktioniert der optische Zoom.

Hersteller Sony
Modell Cyber-shot DSC-WX1
Bildsensor 1/2,4-Zoll-Exmor-R-CMOS
Auflösung 10 Megapixel
Optischer Zoom 5-fach
Brennweitenbereich 24 – 120 mm
Lichtstärke F2,4 – F5,9
Bildstabilisator optisch
ISO-Empfindlichkeiten ISO 160 – 3200
Max. Fotoauflösung 3648 x 2736 Pixel
Max. Videoauflösung 1280 x 720 Pixel @ 30 fps
Dateiformate JPEG (Foto), MPEG-4 (Video)
Display 2,7 Zoll
Sucher nein
Stromversorgung Lithium-Ionen-Akku
Akkulaufzeit 350 Fotos
Abmessungen 9,1 x 5,2 x 2,0 cm
Gewicht 120 g

Jetzt zu den Extras: Die Funktion Schwenkpanorama ermöglicht die Aufnahme von bis zu 9 Megapixel großen Landschaftsfotos mit nur einem Druck auf den Auslöser. Wie das funktioniert? Der Fotograf schwenkt die Kamera einfach über das Motiv, und die Elektronik im Inneren erledigt den Rest. Das geht sowohl in horizontaler als auch in vertikaler Richtung in Auflösungen wie 7152 mal 1080 oder 4912 mal 1920 Pixel.

Daneben gibt es auch einen Anti-Bewegungsunschärfe-Modus und einen Handheld-Dämmerungsmodus. Beide nutzen die außergewöhnliche Geschwindigkeit der Kamera und kombinieren sechs in schneller Folge geschossene Fotos zu einem Bild mit weniger Unschärfe und mehr Details. Die Ergebnisse sind beeindruckend – jedenfalls, solange man die Aufnahmen nicht in voller Vergrößerung betrachtet. Für Ausdrucke bis DIN-A4-Größe eignen sich die Fotos einwandfrei.

Mit der intelligenten Automatik liefert die Cyber-shot WX1 zuverlässige Resultate. Der Modus wählt aus acht Szenenprogrammen (iSCN) den passendsten aus und aktiviert bei Bedarf die Gesichtserkennung und den Bildstabilisator. Für iSCN gibt es noch zwei weitere Einstellungen: Auto und Erweitert. Im erweiterten Modus schießt die Kamera immer zwei Fotos schnell hintereinander – damit stehen die Chancen besser, dass ein gelungenes Bild dabei ist.


Erfreuliche Überraschung: Die Sony Cyber-shot DSC-WX1 bietet sogar eine Funktion zur Aufnahme von Belichtungsreihen.

Dazu gibt es drei verschiedene Serienbildmodi mit voller Auflösung, die definitiv halten, was Sony verspricht. Nach dem Dauerfeuer muss der Fotograf allerdings warten, bis die Kamera die Aufnahmen abgespeichert hat. Das dauert pro Foto etwa zwei bis drei Sekunden. Fans von HDR-Fotografie [3] freuen sich über die Belichtungsreihenfunktion. Dabei schießt die WX1 drei Fotos in Folge, wovon eines wie gewählt belichtet ist, und die anderen wahlweise 0.3EV, 0.7EV oder 1.0EV heller beziehungsweise dunkler ausfallen. Mittels spezieller Software lassen sich diese drei Aufnahmen zu einem Bild mit höherem Dynamikumfang kombinieren.

Leistung

Bei der Geschwindigkeit steht die WX1 ausgezeichnet da: Sie ist eine der schnellsten Kameras, die wir in dieser Klasse jemals getestet haben. 1,5 Sekunden nach Betätigung des An/Aus-Schalters und des Auslösers ist sie einsatzbereit und das erste Bild im Kasten. Zwischen zwei Fotos genehmigt sich die Kompakte eine Verschnaufpause von 1,7 Sekunden. Mit zugeschaltetem Blitz steigt dieser Wert auf 2,3 Sekunden.

Die Auslöseverzögerung beträgt bei Tageslicht rasante 0,3 Sekunden. Bei schlechten Lichtverhältnissen sind es immer noch schnelle 0,7 Sekunden. Der Highspeed-Serienbildmodus erreicht mit 9,6 Fotos in voller Auflösung nahezu den versprochenen Wert von 10 fps.

Bildqualität

Die Fotoqualität der WX1 ist nicht leicht zu beurteilen. Beim Rauschverhalten verhält sich die Kamera wie eine gewöhnliche Kompakte: Bis ISO 200 sehen die Fotos gut aus, und ab ISO 400 gehen zunehmend mehr Details verloren. Allerdings fällt das nur bei starken Vergrößerungen auf.

Erfreulicherweise bleiben die Farben bis ISO 1600 sehr konsistent. Damit eignen sich die Fotos auch bei diesen Empfindlichkeiten noch für Abzüge im DIN-A4-Format oder kleiner. Aufnahmen mit ISO 3200 wirken verwaschen, sehen in Druckgrößen von bis zu 15 mal 10 Zentimeter aber immer noch recht ordentlich aus. Leider ziehen sich ein leichtes Farbrauschen und Artefakte durch den kompletten Empfindlichkeitsbereich – beginnend bei ISO 160. Wer Poster von seinen Bildern anfertigt und sie mit einer Nasenlänge Abstand betrachtet, wird vermutlich enttäuscht sein.

Die Schärfe der Optik ist in der Mitte absolut beeindruckend. Zum Rand hin wirken die Aufnahmen allerdings etwas weicher. Dennoch, die Linse der WX1 bewegt sich definitiv deutlich über dem Durchschnitt. Angesichts des starken Weitwinkels hält sich die Tonnenverzerrung bei 24 Millimetern Brennweite erstaunlich in Grenzen. Bei maximaler Zoomstufe ist keine kissenförmige Deformation festzustellen. Mit Farbsäumen hat das G-Objektiv auch praktisch nicht zu kämpfen.

Farben, Weißabgleich, Belichtung – in diesen drei Punkten leistet die WX1 ganze Arbeit. Die Fotos sehen einfach hübsch, natürlich und lebendig aus.

Fazit

Ob man von der WX1 begeistert oder enttäuscht ist, hängt ganz von den Erwartungen ab. Und die schraubt der Hersteller definitiv in die Höhe, denn der Sensor stammt schließlich aus den High-End-Camcordern und die Linse basiert auf den Objektiven der Alpha-DSLRs. Am Ende des Tages ist die Sony Cyber-shot DSC-WX1 aber immer noch eine Kompaktkamera, die auch unter schwierigen Bedingungen überdurchschnittlich gute Fotos schießt. Außerdem machen die vielen verschiedenen Extras wirklich Spaß.

Geschwindigkeit
(kürzere Balken bedeuten bessere Leistung)

Zeit bis zur ersten Aufnahme   
Zeit zwischen zwei Aufnahmen (mit Blitz)   
Zeit zwischen zwei Aufnahmen (ohne Blitz)   
Auslöseverzögerung (Zwielicht)   
Auslöseverzögerung (Tageslicht)   

Sony Cyber-shot DSC-WX1

1.5 
2.3 
1.7 
0.7 
0.3 

Canon IXUS 110 IS [5]

1.4 
3.8 
2.6 
0.6 
0.4 

Fujifilm FinePix F200EXR [6]

2.7 
2.5 
1.4 
0.6 
0.5 

Nikon Coolpix S630

3.9 
3.4 
3.1 
0.8 
0.5 

Panasonic Lumix DMC-FX500

2.5 
2.6 
2.2 
1 
0.8 

Serienbildgeschwindigkeit
(längere Balken bedeuten bessere Leistung)

Sony Cyber-shot DSC-WX1

9.6 

Panasonic Lumix DMC-FX500

1.1 

Canon IXUS 110 IS [5]

0.9 

Nikon Coolpix S630

0.8 

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/41515258/sony-cyber-shot-dsc-wx1-digicam-fuer-10-fotos-pro-sekunde/

URLs in this post:

[1] Sony: http://www.cnet.de/unternehmen/sony/

[2] HX1: https://www.cnet.de/tests/digicam/41003646/testbericht/sony+cybershot+dsc_hx1+schnell_+innovativ+und+schwache+fotos.htm

[3] HDR-Fotografie: https://www.cnet.de/praxis/insider/41509771/die+beste+software+fuer+hdr_fotos+fuenf+programme+im+vergleich.htm

[4] Beispielfotos: die Bildqualität der Sony Cyber-shot DSC-WX1: https://www.cnet.de/41515305/beispielfotos-die-bildqualitaet-der-sony-cyber-shot-dsc-wx1/?pid=1#sid=41515258

[5] Canon IXUS 110 IS: https://www.cnet.de/tests/digicam/41004685/testbericht/canon+ixus+110+is+haessliches+kamera_entlein+fuer+tolle+fotos.htm

[6] Fujifilm FinePix F200EXR: https://www.cnet.de/tests/digicam/41002276/testbericht/fujifilm+finepix+f200exr+exr_sensor+setzt+neue+massstaebe.htm