Samsung SyncMaster XL2370: flach und sparsam mit LEDs

von Eric Franklin und Pascal Poschenrieder am , 17:30 Uhr

Pro
  • schönes Design
  • großartige Gesamtleistung
  • einer der dünnsten und leichtesten Monitore, den wir je getestet haben
Con
  • kaum Ergonomie-Einstellungen
  • etwas wackeliger Standfuß
Hersteller: Samsung Listenpreis: 320 Euro
ZDNet TESTURTEIL: SEHR GUT 8,0 von 10 Punkte
Fazit:

Der Samsung SyncMaster XL2370 sieht toll aus und bietet eine ausgezeichnete Leistung. Allerdings schlägt ihn der günstigere Dell SP2309W durch seine bessere Ausstattung.

Nachdem die LED-Technik schon Samsungs Fernsehern zu extrem geringen Bautiefen verholfen hat, sorgt die stromsparende Hintergrundbeleuchtung nun auch beim 23 Zoll großen Monitor XL2370 für ein flaches Gehäuse. Wir haben den Bildschirm genau unter die Lupe genommen und getestet, ob auch das Bild von den hinter dem Panel verbauten Leuchtdioden profitiert.

Der 23 Zoll große Samsung [1] SyncMaster XL2370 ist dünn, glatt und leicht. Es scheint fast so, als hätte Samsungs SyncMaster P2370 [2] eine dünnere, schönere Schwester bekommen. Der XL2370 kommt mit LED-Hintergrundbeleuchtung, die bei Filmen und Spielen für bessere Leistung sorgt. Internet-Preisvergleichsdienste listen das Gerät ab etwa 320 Euro.

Design

Das Display des XL2370 ist nur 4,8 Zentimeter tief. Das ist außergewöhnlich flach. Vergleichbare Monitore mit ähnlichen Displaygrößen, wie der Dell SP2309W [3], messen hier mehr als 6,4 Zentimeter. Der Rahmen um das Panel ist beim XL2370 an den Seiten und oben 2,8 Zentimeter, unten 4,4 Zentimeter breit. Unten platziert der Hersteller sein Logo. Um den Rahmen verläuft ein durchsichtiger Rand aus Plexiglas. Es scheint so, als würde er seine Farbe je nach Ton der Raumbeleuchtung ändern.

Die sichtbare Diagonale des Displays misst 22,4 Zoll – etwa das Gleiche wie beim P2370. Der Hersteller wählt eine matte Oberfläche. Das rundliche Standbein ist transparent. Unten integriert Samsung einen blauen Kristall, dessen Reflexionen das Bein bläulich schimmern lassen. Dieser Effekt fällt zwar kaum auf, er hebt den XL2370 – und den P2370 mit dem gleichen Standbein – optisch aber von der Konkurrenz ab.


Der XL2370 ist außergewöhnlich dünn und leicht. Durch sein durchsichtiges Standbein sieht es fast so aus, als würde das Display in der Luft schweben.

Der ovale Standfuß ist 27,9 Zentimeter breit und 19,1 Zentimeter tief. Trotz der ordentlichen Größe wackelt das Display ziemlich stark – auch wenn es nur ganz leicht angestoßen wird. Das liegt unter anderem am geringen Gewicht des Bildschirms. Er wiegt weniger als 3,6 Kilogramm und ist somit rund 680 Gramm leichter als der P2370. Der 24-Zöller Dell G2410 [4] mit LED-Hintergrundbeleuchtung bringt 5,4 Kilogramm auf die Waage.

Der untere Rand des Displays sitzt etwa sechs Zentimeter oberhalb des Schreibtischs, auf dem der XL2370 steht. Leider ist der Monitor nicht höhenverstellbar. Auch ein Drehen oder Schwenken des Screens ist nicht möglich. Der Hersteller integriert lediglich einen Schwenkmechanismus für ein Neigen um 2 Grad nach vorne und 21 Grad nach hinten.

Ausstattung

Obwohl der XL2370 dünner als der P2370 ist, bietet er mehr Anschlüsse. Am Gerät finden sich ein DVI-D [5]– und ein HDMI [6]-Port. Hinzu kommen analoge und digitale Audio-Schnittstellen. Alle Anschlüsse sitzen unten auf der Rückseite des Monitors. Im Gegensatz zu denen der meisten Konkurrenten zeigen sie nicht nach unten, sondern nach hinten. Für gute Erreichbarkeit versenkt sie der Hersteller nur 1,3 Zentimeter tief im Gehäuse.

Die Bedienung des Onscreen-Displays (OSD) funktioniert mittels eines berührungsempfindlichen Bereichs. Wer mit dem Finger auf das rechte untere Eck des Displayrahmens drückt, bekommt die weiß leuchtenden Beschriftungen der „Tasten“ zu sehen. Nach kurzer Inaktivität verschwinden diese wieder. Im OSD gibt es aber eine Option zum dauerhaften Anzeigen. Auch die Verweildauer der Menüs selbst ist regelbar. Hier stehen 5, 10, 20 und 200 Sekunden zur Auswahl.

Die Touch-Leiste enthält die Tasten Menü, Runter, Hoch, Enter und Auto. Die Hoch– und Runter-Knöpfe dienen neben der Navigation auch als Shortcuts für Helligkeit respektive Presets. Die Bildeinstellungen bestehen aus Helligkeit, Kontrast und Schärfe. Zudem stehen die Farbtemperaturen Kalt, Normal, Warm und Benutzerdefiniert zur Auswahl. Im benutzerdefinierten Modus wählen Anwender die Werte für Rot, Grün und Blau individuell.

Insgesamt finden sich sieben Presets in den Menüs: Benutzerdefiniert, Text, Internet, Game, Sport, Film und Optimalkontrast. Jede Voreinstellung verändert Farbtemperatur und Helligkeit passend zum gewählten Anwendungsgebiet. Insgesamt ist das OSD zwar nicht so intuitiv wie das der Dell-Monitore G2410 und SP2309W, dennoch kommen auch Neulinge nach einer kurzen Lernkurve gut mit dem XL2370 zurecht. Besonders praktisch finden wir den Shortcut für die Presets, die so immer nur einen Knopfdruck entfernt sind. Ein solches Feature fehlt dem Dell G2410.

Im OSD gibt es auch eine Option Reaktionszeit mit den Punkten Normal, Schneller und Schnellstens. Allerdings stellen wir keinen Leistungsunterschied zwischen den Einstellungen fest. Auf eine Anfrage unserer britischen Kollegen zur Funktion der Option hat Samsung bis dato nicht geantwortet. Es könnte sich aber um eine Art Overdrive handeln: Dieser setzt die Flüssigkristallen im Panel schlagartiges unter Spannung, wodurch sich deren Reaktionszeit verkürzt. Das verhindert ein Nachziehen oder Verwischen von schnellen Bewegungen.

Der XL2370 löst Full-HD [7] mit 1920 mal 1080 Pixeln im 16:9-Format nativ auf und folgt damit dem aktuellen Trend weg vom Seitenverhältnis 16:10. Dadurch kommt es bei der Darstellung von HD-Filmen nicht zu schwarzen Balken oder zu Bildverzerrungen.


Die Anschlüsse des XL2370 zeigen nicht nach unten, sondern nach hinten.

Leistung

Für unseren Test schließen wir den XL2370 mittels DVI-Port an. Der Bildschirm erreicht in unserem DisplayMate [8]-basierten Test ein Gesamtergebnis von 96 Punkten. Damit schlägt er seinen Bruder P2370 (93 Punkte) und Dells SP2309W (90 Punkte). Nur den G2410 von Dell (97 Punkte) kann er nicht überflügeln. In unserem Farbtest erreicht der XL2370 ein fast perfektes Ergebnis. Den Color-Tracking-Fehler [9] des P2370 hat er nicht. Allerdings ist bei unserem Test mit einem schwarzen Bild in abgedunkelter Umgebung ein leichtes Durchscheinen der Hintergrundbeleuchtung in den Ecken des Panels sichtbar.

In unserem Helligkeitstest erreicht der XL2370 344 Candela pro Quadratmeter (cd/m²). Damit ist er deutlich heller als der P2370 mit 239 cd/m². Auch die Dell-Modelle SP2309W mit 297 cd/m² und G2410 mit 234 cd/m² kommen nicht an ihn heran. Als wir die Helligkeit des P2370 auf 100 und die des XL2370 auf 75 Prozent einstellen und das gleiche Bild betrachten, wirken weiße Bereiche beim XL2370 heller, ohne dass dadurch die Details in dunklen Bereichen und die Schwarzwerte in Mitleidenschaft gezogen werden. Das zeigt den höheren Kontrast des neuen Modells, der ihm zu einem natürlicheren Bild verhilft.

Nun schalten wir den XL2370 auf sein Preset Film um und sehen uns die DVD von Kill Bill Volume 1 sowie einige 1080p-Filme aus Microsofts WMV HD Showcase [10] an.

Sowohl bei Kill Bill, als auch bei den 1080p-Filmen liefert der Monitor eine bessere Farbqualität als der P2370 und Dells G2410. Während die Farben beim P2370 leicht verwaschen aussehen, wirken sie beim XL2370 akkurat. Dells G2410 weist einen leichten Blaustich auf. Bei den für die Filmwiedergabe wichtigen Schwarzwerten punktet der flache Samsung ebenfalls – im Gegensatz zum P2370. Auch der G2410 bietet gute Schwarzwerte, allerdings ist das Bild bei ihm oft zu dunkel, wodurch Details verloren gehen.

So gut das Film-Preset auch ist, unserer Meinung nach eignet sich die Voreinstellung Optimalkontrast am besten für den Filmgenuss. Mit eingeschaltetem dynamischen Kontrast dunkelt der Monitor die Hintergrundbeleuchtung ab, sobald mehr als 90 Prozent des Bildes schwarz sind. Das ist beispielsweise beim Abspann der Fall. Insgesamt wirkt das Bild durch die Einstellung tiefer und die Farben etwas lebendiger.

Um die Leistung bei Spielen zu prüfen, bedienen wir uns World of Warcraft und Unreal Tournament 3. Wir stellen weder Verzögerungen noch Nachziehen oder Nachleuchten während schnellen Bewegungen fest. Im Game-Preset sind weiße Bildbereiche heller als auf dem P2370 oder Dells G2410. Trotzdem wirken die Schwarzwerte ausgezeichnet.

Seine gute Gesamtleistung verdankt der XL2370 seiner LED-Hintergrundbeleuchtung. Die meisten Monitore nutzen statt Leuchtdioden Kaltkathodenröhren (CCFL [11]). Sie ordnen mehrere langgezogene Röhren hinter dem LCD-Panel an. Beim XL2370 kommen stattdessen viele LEDs zum Einsatz, die der Hersteller hinter dem Panel montiert. Jede einzelne davon ist unabhängig dimmbar, wodurch der Bildschirm die Helligkeit einzelner Bildbereiche weitaus genauer kontrollieren kann. Generell bieten Geräte mit LED-Hintergrundbeleuchtung einen geringeren Energieverbrauch, bessere Farben, ein dünneres Panel und eine höhere Helligkeit. All das trifft auch auf den XL2370 zu.

Der optimale Blickwinkel liegt bei einem Monitor bei 0 Grad, also bei einer Betrachtung direkt von vorne. Dabei sollten die Augen des Betrachters etwa auf drei Viertel der Displayhöhe liegen. Aus diesem Winkel wirken Farben und Gamma so, wie es der Hersteller vorgesehen hat. Bei abweichenden Winkeln variiert die Bildqualität je nach Panel-Technologie stärker oder schwächer. Wie die meisten Monitore nutzt der XL2370 ein TN [12]-Panel. Dadurch ist das Bild bei einer Betrachtung von der Seite oder von unten schnell zu dunkel oder zu hell. Wer seine Augen bei normalem Betrachtungsabstand etwa 15 Zentimeter vom Zentrum zur Seite bewegt, stellt bereits ein deutliches Abdunkeln fest.

Bei unserem Verbrauchstest genehmigt sich der XL2370 anfangs mit 30 Watt mehr Energie als die angegebenen 28 Watt. Das liegt daran, dass Samsung die Helligkeit ab Werk auf 100 Prozent einstellt. Im Standby-Modus gönnt sich der Bildschirm geringe 1,4 Watt. Mit kalibrierter Helligkeit von 200 cd/m² benötigt der XL2370 rund 21 Watt. Der P2370 verbraucht bei gleicher Helligkeit 27,5 Watt, der Dell G2410 19,4 Watt.

Fazit

Der Samsung SyncMaster XL2370 ist ein großartiger Monitor. Dennoch bietet Dells knapp 280 Euro teurer SP2309W unserer Meinung nach mehr für sein Geld. Er verfügt ebenfalls über ein 23 Zoll großes Panel, löst aber 2048 mal 1152 Pixel auf, kommt mit reichlich Ergonomie-Einstellungen, einer Webcam und USB-Ports. Der XL2370 ist also eher etwas für Käufer, die mehr Wert auf schickes Design und eine geringe Bautiefe als auf eine Vollausstattung wie die des Dell legen.

Helligkeit (in cd/m2)
(längere Balken bedeuten bessere Leistung)

Samsung SyncMaster XL2370

344 

Dell SP2309W [3]

297 

Dell S2409W [14]

242 

Dell G2410 [4]

234 

Kontrast
(längere Balken bedeuten bessere Leistung)

Samsung SyncMaster P2370

1,064:1 

Samsung SyncMaster XL2370

1,008:1 

Dell S2409W

1,001: 

Dell G2410

948:1 

Dell UltraSharp 2408WFP

891:1 

Dell SP2309W

648:1 

DisplayMate
(längere Balken bedeuten bessere Leistung)

Dell G2410

97 

Samsung SyncMaster XL2370

96 

Samsung SyncMaster P2370

93 

Dell UltraSharp 2408WFP

90 

Dell SP2309W

90 

Dell S2409W

87 

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/41515459/samsung-syncmaster-xl2370-flach-und-sparsam-mit-leds/

URLs in this post:

[1] Samsung: http://www.cnet.de/unternehmen/samsung/

[2] P2370: https://www.cnet.de/tests/display/41006477/samsung+syncmaster+p2370+schick_+magere+ausstattung.htm

[3] SP2309W: https://www.cnet.de/tests/display/41001369/dell+sp2309w+fantastischer+23_zoeller+zum+fairen+preis.htm

[4] G2410: https://www.cnet.de/tests/display/41004009/dell+g2410+geringer+verbrauch_+ueberragende+bildqualitaet.htm

[5] DVI-D: http://de.wikipedia.org/wiki/Digital_Visual_Interface

[6] HDMI: http://de.wikipedia.org/wiki/High_Definition_Multimedia_Interface

[7] Full-HD: http://de.wikipedia.org/wiki/1080p

[8] DisplayMate: http://www.displaymate.com/

[9] Color-Tracking-Fehler: http://www.displaymate.com/lcd_test.html

[10] Microsofts WMV HD Showcase: http://www.microsoft.com/windows/windowsmedia/musicandvideo/hdvideo/contentshowcase.aspx

[11] CCFL: http://de.wikipedia.org/wiki/CCFL

[12] TN: http://de.wikipedia.org/wiki/Fl%C3%BCssigkristallbildschirm#Einfache_Fl.C3.BCssigkristall-Zellen_.28TN.29

[13] Dell UltraSharp 2408WFP: https://www.cnet.de/tests/display/39200000/dell+ultrasharp+2408wfp+24_zoeller+mit+anschlussvielfalt.htm

[14] Dell S2409W: https://www.cnet.de/tests/display/41500059/dell+s2409w+preiswert+und+leistungsstark.htm