Leistung

Wer direkt mittig vor dem 55B8500 sitzt, bekommt die zweit tiefsten Schwarzwerte zu sehen, die unsere US-Kollegen jemals bei einem Testgerät ausgemacht haben. Nur Pioneers Kuro-Plasmas aus dem Jahr 2008 sind hier noch besser. Leider verschlechtern sich diese Schwarzwerte mit zunehmendem Blickwinkel recht schnell, was die Bewertung des Fernsehers etwas verschlechtert. Bis auf dieses Problem und die stark reflektierende Displayoberfläche gibt es am Bild des teuren Samsung aber nichts auszusetzen. Von der Farbwiedergabe bis hin zur Bildverarbeitung zeigt er anderen Fernsehern, darunter auch Samsungs eigenen LED-Modellen, wo es langgeht. So erreicht der 55B8500 im Bereich Bild eine Gesamtwertung von 9 von 10 Punkten. Das hat dieses Jahr nur Panasonics V10-Plasmaserie geschafft. Mit besseren Blickwinkeln hätte der Samsung vermutlich sogar 10 geschafft.

Für unseren Test wählen wir das Preset Film, da es das akkurateste Bild bietet. Wie bei den meisten aktuellen Samsung-Fernsehern, weisen die Graustufen mit der Standard-Farbtemperatur des Film-Presets Warm2 einen Blaustich auf. Wir korrigieren diesen über die benutzerdefinierten Einstellungen der Farbtemperatur. Allerdings sind die Mittentöne danach immer noch leicht bläulich.

Obwohl ein Fachmann das Bild des Fernsehers mittels der für Anwender gesperrten Feineinstellungen sicherlich noch verbessern könnte, hätten wir uns effektivere Einstellungen zum Feintuning der Farben gewünscht. Dennoch: Das Bild des 55B8500 sieht auch so schon sehr gut aus, und die Graustufen sind trotz des leichten Blaustichs sehr ordentlich. Primär- und Sekundärfarben sind annähernd perfekt.

Während des Kalibrierens stellen wir fest, dass das Bild mit eingeschaltetem LED-Motion-Plus-System deutlich dunkler ist. Wir müssen die Helligkeit der Hintergrundbeleuchtung auf Stufe 8 von 10 einstellen, um unsere Standard-Helligkeit zu erreichen. Allerdings ist das nicht tragisch, da der Fernseher dank der Helligkeitseinstellung der Hintergrundbeleuchtung trotz LED Motion Plus eine ausreichende Lichtausbeute bietet. Nach dem Kalibrieren liefert messen wir einen respektablen Gammawert von 2,264. Ideal ist ein Wert von 2,2.

Der Samsung muss sich gegen die besten aktuellen beweisen. Glücklicherweise haben wir von den meisten Testgeräte in unserem Labor, was einen direkten Vergleich ermöglicht. Der 55B8500 tritt gegen die LCD-Modelle mit lokal dimmbarer Hintergrundbeleuchtung Samsung LE46A950, Sony KDL-55XBR8 und LG 47LH9000 an. Außerdem stellen wir die LCD-Modelle Samsung UE46B8090 und LE52B750 daneben. Auch die besten Plasmas aus den Jahren 2008 und 2009 dürfen nicht fehlen. Wir wählen Panasonics TX-P50V10E und unser Referenz-Modell Pioneer Kuro PRO-111FD aus. Für die meisten unserer Bildtests verwenden wir die Blu-ray-Version von Watchmen.

Betrachtet man den 55B8500 direkt von vorne, sind die Schwarzwerte die dunkelsten und realistischsten aller Modelle im Vergleich – bis auf Pioneers Plasma. Sogar die sehr guten Modelle XBR8 und V10 kommen hier nicht an den Samsung heran.

Besonders dunkle Szenen profitieren von den extremen Schwarzwerten. Ein gutes Beispiel ist der Filmausschnitt, in dem Dreiberg in Kapitel 5 sein Apartment betritt, das nur vom Licht von der Straße erhellt wird. Die schwarzen Balken am oberen und unteren Bildrand, Dreibergs Siluette und die schattigen Bildbereiche sind schwärzer als auf allen anderen Displays – abgesehen vom Pioneer-Modell. Der Unterschied zu den anderen Fernsehern fällt aber auch bei hellen Szenen auf. Die guten Schwarzwerte sorgen auch hier für ein schöneres Bild.

Auch die Schattendetails des 55B8500 sind außergewöhnlich, wenn auch nicht so realistisch wie auf den Plasmas. Als die Polizisten den Mord des Comedians untersuchen, verschwimmen ihre dunklen Uniformen etwas mehr im Hintergrund, als wir es uns wünschen würden. Schattendetails sind zwar gut zu erkennen, dennoch erscheinen sie uns ein wenig zu dunkel. Dennoch: Bis auf den Pioneer schlägt der Samsung seine Konkurrenz.

Wie bei allen LED-Fernsehern mit lokal dimmbarer Hintergrundbeleuchtung stellen wir auch beim 55B8500 einen leichten Lichthof um helle Objekte auf schwarzem Hintergrund fest. Allerdings ist er schwächer als bei der Konkurrenz. Als Rorschachs Taschenlampe das Bild des Comedians und Nixon in Kapitel 3 erhellt, erhellt die Hintergrundbeleuchtung des Bereichs einen Teil des schwarzen Balkens am unteren Bildrand. Allerdings fällt das, und der Schleier um Text im Abspann, beim Samsung weit weniger ausgeprägt aus, als bei den anderen Modellen mit der gleichen Technik – solange der Blickwinkel nicht zu hoch ist. Erfreulich ist auch, dass die Hintergrundbeleuchtung trotz dynamischer Regelung bei Übergängen von hellen zu dunklen Szenen nicht pumpt.

Der 55B8500 liefert sehr akkurate Farben. Allerdings ist er in dieser Kategorie nicht so gut wie LGs 47LH9000 und natürlich unser Kuro-Modell. Sein Hauptproblem ist der Graustich in den Mittentönen der Graustufen. Das Ergebnis sind etwas zu kühl wirkende Hauttöne. Das fällt besonders in Kapitel 22 am Gesicht von Sally Jupiter auf. Dafür sind die Primär- und Sekundärfarben perfekt. Das Blut im Watchmen-Logo sieht optimal aus und auch der Gelbton der NYC-Taxis könnte nicht besser sein.

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