Hauptsächlich dank der guten Schwarzwerte des 55B8500 wirken Farben während des gesamten Films schön und satt. Sie sehen besser aus als auf allen anderen Fernsehern bis auf den Kuro. Besonders lobenswert ist die neutrale Färbung von dunklen Bereichen. Bei anderen LCD-Modellen weisen diese häufig eine bläuliche oder grünliche Färbung auf.

Der Samsung bietet mehr Einstellungen für die Bildverarbeitung als alle anderen HD-Fernseher, die wir dieses Jahr getestet haben. Das Ergebnis ist eine ausgezeichnete Leistung in diesem Bereich. Der 55B8500 liefert auch bei Bewegungen mit 1080 Zeilen die volle Auflösung. Damit schlägt er sich hier genauso gut wie die V10-Plasmas von Panasonic und besser als alle anderen LCD-Modelle.

Allerdings erreicht der Samsung dieses Ergebnis nur, wenn die Funktionen Motion Pro 200Hz und LED Motion Plus aktiviert sind. Wer letztere abschaltet, erhält eine Bewegungsauflösung zwischen 900 und 1080 Zeilen, also den Standardwert für LCD-Fernseher. Auch das Herrunterregeln der Unschärfeminderung verringert die Bewegungsauflösung. Daher bevorzugen wir hier den Maximalwert von 10. Wird Motion Plus 200Hz komplett deaktiviert, schafft der 55-Zöller noch 300 bis 400 Zeilen. Leider ist die hohe Bewegungsauflösung des Samsung beim normalen Ansehen von Filmen kaum auszumachen. Erst bei unseren Testbildern fällt sie wirklich auf.

Wie viele andere Fernseher des Herstellers bietet auch die Serie 8500 eine separate Einstellung für die Judder-Minderung. Wie gewöhnlich funktioniert das Feature großartig. Wer den Regler auf 0 schiebt, erhält bei 24p-Filmen die korrekte Wiederholrate. Das ist besonders gut an dem schnellen Kameraschwenk über ein Flugzeug im Film I Am Legend zu erkennen. Wer den Slider der Judder-Minderung hochregelt oder das Preset Standard oder Natürlich wählt, erhält ein unserer Meinung nach zu „weiches“ Bild.

Das größte Problem von LED-basierten LCD-Fernsehern ist der Blickwinkel. Das betrifft auch den 55B8500. Wer auf dem Sofa nur ein Kissen nach rechts oder links rutscht, stellt bereits eine Verschlechterung der Schwarzwerte fest: Das Bild wirkt heller, ausgewaschener und weniger realistisch.

Selbst wenn der Betrachter nur seinen Kopf leicht zur Seite neigt, verschlechtert sich das Bild bereits: Dunkle Bereiche wie die schwarzen Balken werden sichtbar heller. Wird der Abstand zum Gerät erhöht, ist dieser Effekt nicht mehr ganz so stark. Ist der Blickwinkel zu hoch, sind auch Schleier der Hintergrundbeleuchtung deutlich stärker zu erkennen. Außerdem nimmt die Blaufärbung in dunklen Bildbereichen dann zu. Der Samsung scheint stärker unter diesem Problem zu leiden, als seine Konkurrenz. Dennoch ist das Ergebnis aus auch hohen Blickwinkeln dank der guten Schwarzwerte oft noch besser als bei den anderen Modellen – es ist eben nur im Vergleich zum Eindruck aus einem optimalen Winkel deutlich schlechter.

Bis auf die leichte Schleierbildung ist die Helligkeitsverteilung über das Display sehr gleichmäßig. Ecken und Mitte des Bildes sind immer gleich hell oder dunkel, was für einen LCD-Fernseher sehr selten ist.

Durch seine glatte Oberfläche reflektiert das Display des 55B8500 bei heller Raumbeleuchtung sehr stark. Das Problem tritt deutlich stärker auf als bei den Sony- und LG-Fernsehern mit mattem Screen. Dadurch ist das weiße T-Shirt unseres Testers selbst bei geringem Raumlicht schon stark zu sehen. Dafür erhält der Samsung Schwarzwerte und Kontrast auch in hellen Umgebungen sehr gut.

Bei der Wiedergabe von Material mit Standard-Definition-Auflösung liefert der 55B8500 eine grundsolide Bildqualität. Das Display stellt jede Zeile der DVD-Auflösung dar. Auch die Detaildarstellung ist ausgezeichnet. Der Fernseher eliminiert Treppeneffekte und beseitigt Bildrauschen mit Erfolg. Auch Moiré-Effekte stellen wir nicht fest.

Auch das Bild über HDMI oder VGA angeschlossenen PC gelangt mit hervorragender Qualität auf den Schirm. Der Fernseher löst jede Zeile von 1920 mal 1080 Pixeln auf und vermeidet Overscan.

Beim Stromverbrauch liefert das Gerät für einen 55-Zöller ebenfalls ausgezeichnete Ergebnisse. Vor dem Kalibrieren genehmigt sich der Samsung etwa 136 Watt. Danach sind es noch knapp 124 Watt. Im Stromsparmodus bringt er es sogar nur auf schlappe 78 Watt. Betrachtet man den Energieverbrauch pro Bildfläche, ist der 55B8500 der energieeffizienteste HD-Fernseher, den wir jemals getestet haben.

Fazit

Der Samsung ist abgesehen von Pioneers Kuro der beste Fernseher, den unsere US-Kollegen jemals getestet haben. Allerdings wird das Pioneer-Modell nicht mehr gebaut, womit der 55B8500 den Platz 1 Rangliste aktueller Geräte einnimmt. Dennoch, auch an diesem Modell gibt es noch etwas auszusetzen. Neben dem spiegelnden Display stören uns besonders die geringen Blickwinkel des LED-TVs. Käufer dürfte das aber wenig abschrecken. Sie wird eher der hohe Preis des Samsung vom Kauf abhalten, der nach der deutschen Markteinführung bei etwa 3000 Euro liegen dürfte.

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