LED-TV Samsung 55B8500: bester Fernseher des Jahres

von David Katzmaier und Pascal Poschenrieder am , 17:50 Uhr

Pro
  • extrem gute Schwarzwerte
  • geringe Schleierbildung
  • akkurate und sehr gesättigte Farben
  • exzellente Bildverarbeitung
  • viele interaktive Funktionen
  • nur 4 Zentimeter dick
  • äußerst energieeffizient
Con
  • teuer
  • geringe maximale Blickwinkel
  • glatter Screen reflektiert stark
Hersteller: Samsung Listenpreis: steht noch nicht fest (US-Preis: 4100 Dollar, entspricht ca. 3000 €)
ZDNet TESTURTEIL: EXZELLENT 8,7 von 10 Punkte
Fazit:

Samsungs neuer LED-Fernseher 55B8500 ist das beste TV-Gerät, das dieses Jahr auf den US-Markt gekommen ist. Es bietet dank lokal dimmbarer Hintergrundbeleuchtung ein noch besseres Bild als die bisherigen LED-Modelle des Herstellers. Allerdings stören die geringen maximalen Blickwinkels des Displays. Dafür bietet das Gerät eine tolle Ausstattung.

Als Samsung Anfang des Jahres seine ersten LED-TVs auf den Markt gebracht hat, waren wir von der flachen Bauweise und deren Bild beeindruckt. Jetzt zeigt Samsung, dass mit der LED-Technik noch mehr möglich ist: Die neuste Schöpfung 55B8500 ist trotz hinter dem Screen verbauter Leuchtdioden nur 4 Zentimeter dick. Unsere amerikanischen Kollegen haben das Gerät getestet.

Wer hin und wieder vorm Fernseher sitzt oder CNET.de [1] liest, hat sicher schon einmal von Samsungs LED-Fernsehern [2] gehört. Der Hersteller hat dieses Jahr bis jetzt drei Serien der superflachen TV-Geräte auf den Markt gebracht: 6000 [3], 7000 [4] und 8000 [5]. Doch das beste hat sich Samsung [6] für den Schluss aufgehoben. Die vierte Reihe nennt sich 8500, oder genau: UNB8500 (amerikanische Variante, die deutsche Version wird vermutlich UEB8590 heißen). Wer sich dieses Gewirr aus Ziffern und Buchstaben nicht merken will, kann die neue Serie auch einfach König der LCD-Fernseher [7] nennen – zumindest momentan.

Im Gegensatz zu den anderen drei Samsung-Reihen, die eine LED-Hintergrundbeleuchtung im Rahmen des Displays nutzen, kommt bei den beiden Modellen der 8500-Serie eine Matrix aus LEDs hinter dem LC-Panel zum Einsatz. Jede einzelne Leuchtdiode dimmt der Fernseher dabei je nach Helligkeit des Bildbereiches separat von den anderen. Trotz der im Vergleich zu Samsungs bisherigen LED-Modellen anderen Bauweise sind auch diese Geräte extrem dünn. Durch die Technik der lokal dimmbaren LEDs schlagen die TVs der ihre kleinen Brüder spielend – und außerdem alle anderen Fernseher auf LCD-Basis. Allerdings kommen sie trotzdem noch nicht ganz an die legendären, nicht mehr gebauten Pioneer-Kuro-Plasmas [8] heran. Ihr Blickwinkel ist nicht perfekt, wer aber mittig vor einem der Fernseher sitzt, erlebt die beste und beeindruckendste HD-Qualität des Jahres. Unsere amerikanischen Kollegen haben sich das 55 Zoll große Modell Samsung 55B8500 genauer angesehen. In Deutschland ist die Baureihe noch nicht auf den Markt, wird aber vermutlich noch dieses Jahr als UEB8590 erscheinen.

Design

Von der Seite ähnelt der 55B8500 einem magersüchtigen Model. Mit einer Bautiefe von nur 4 Zentimetern an der dicksten Stelle wirkt er bei seiner Größe wie ein Streifen am Horizont. Zum Rand hin ist er sogar noch deutlich dünner. Für die Wandmontage bietet Samsung eine extraflache Halterung an. Aber auch auf seinem Standfuß wirkt der Fernseher, von der Seite gesehen, absolut beeindruckend. Von vorne sieht er ebenfalls toll aus. Der Rahmen um das Display ist klavierlackschwarz und von einem durchsichtigen Rand eingefasst. Den einzigen, farbigen Touch bildet ein blaues, abschaltbares Power-Licht.


Trotz hinter dem Display verbaute Hintergrundbeleuchtung ist der 55B8500 nur 4 Zentimeter dick.

Der Standfuß besitzt eine Oberfläche aus geschliffenem Metall. Das Standbein ist transparent und verfügt über einen oben angebrachten Schwenkmechanismus. Dadurch wirkt es, als würde das Display erhaben über dem Fuß schweben. Dank der Schwenkfunktion ist es Zusehern möglich, den Fernseher genau auf ihre Sitzposition hin auszurichten. Das ist definitiv von Vorteil, da die Bildqualität mit zunehmendem Betrachtungswinkel stark abnimmt.


Der Standfuß aus geschliffenem Metall sieht edel aus.

Neben der geringen Bautiefe bietet die LED-Technik eine Reihe weiterer Vorteile: Der Fernseher erwärmt sich weit weniger als gewöhnliche LCD-Modelle oder Plasmas, wodurch er auch in engen Wandschränken nicht überhitzt. Außerdem wiegt er deutlich weniger.

Samsung nutzt das gleiche Menüsystem wie bei seinen anderen LED-Modellen. Es gehört zu den besten auf dem Markt. Texte sind groß und gut lesbar. Der fast den gesamten Bildschirm bedeckende Hintergrund ist bläulich und halb transparent. Die Bedienung ist einfach, und Texte am unteren Displayrand erklären einzelne Menüpunkte. Zudem ist das Menü kontextabhängig aufgebaut, wodurch es je nach Aktivität mehr Optionen einblendet.


Das Design des Menüs passt gut zu dem des Fernsehers.

Die Fernbedienung des 55B8500 unterscheidet sich etwas von der seiner kleineren Brüder. Sie setzt nicht auf eine Infrarot-Kommunikation, sondern funkt Befehle an das TV-Gerät. Dadurch funktioniert die Bedienung ohne Sichtkontakt und sogar von einem anderen Zimmer aus. In unserem Test zeigen sich die Vorteile der Technik. Nach eine einfachen Verbinden mit dem Fernseher klappt die Steuerung schnell und absolut störungsfrei.


Die Fernbedienung überträgt Signale ohne Sichtkontakt mittels Funk.

Außerdem besitzt die Fernbedienung ein Scrollrad. Wir sind eigentlich keine Freunde dieses Aufbaus. Das Bedienelement funktioniert zwar besser als die meisten anderen, dennoch braucht es oft einen halbe Runde, bis das Menü reagiert. Besonders in Zusammenhang mit den schwerfälligen Widgets führt das leicht zu Wutausbrüchen. Sonst gibt es an der Fernbedienung aber fast nichts auszusetzen. Die Knöpfe sind groß und hinterleuchtet. Zudem unterscheiden sie sich durch unterschiedliche Formen und Größen. Besonders praktisch ist die Tools-Taste: Sie bietet jederzeit Zugriff auf das elektronische Handbuch, die Bild- und Ton-Modi, den Sleep-Timer und die Kontrolle für Bild-im-Bild. Lediglich die klavierlackschwarze Oberfläche stört etwas, da sie Fingerabdrücke und Schmutz magisch anzieht. Zusätzlich zur normalen Fernbedienung legt der Hersteller dem Gerät noch eine kleine Fernbedienung in Form eines Hockey-Pucks bei. Allerdings ist sie annähernd nutzlos, da sie lediglich TV-Kanäle umschaltet, die Lautstärke reguliert und den Fernseher ein- oder ausschaltet.


Samsung liefert diese Zweit-Fernbedienung mit. Allerdings regelt sie nur Programm und Lautsträrke.

Ausstattung

Samsung war der erste Hersteller, der mit dem LN-T4681F [9] im Jahr 2007 einen massentauglichen Fernseher mit LED-Hintergrundbeleuchtung auf den Markt brachte. Mit dem Modell LE-46A950 [10] stellte der Konzern 2008 dann ein deutlich verbessertes Modell vor. Beide Geräte besitzen eine lokal dimmbare LED-Hintergrundbeleuchtung, die die Helligkeit jeder einzelnen Leuchtdiode je nach Bildinhalt anpasst. Das Ergebnis sind sehr gute Schwarzwerte, die bei einem guten Bild die Hauptrolle spielen. Gewöhnliche LCD-Fernseher und auch Samsungs LED-Modelle mit im Rahmen verbauter Hintergrundbeleuchtung können immer nur das gesamte Bild in seiner Helligkeit herunterregeln, wodurch sie nie an die Qualität der lokal dimmbaren Displays herankommen.


Die Option Smart-LED aktiviert das lokale Dimmen der Hintergrundbeleuchtung.

Dennoch, so viel die dimmbaren Elemente auch bringen, sie kommen nicht an die Anzahl der Pixel eines LCD-Screens mit 1920 mal 1080 Bildpunkten [11] heran. Dadurch ist das Herunterfahren der Helligkeit einzelner Stellen nicht so lokal begrenzt möglich, wie es sein müsste – oder bei einem Plasma ist. Muss der Fernseher mit einem LED-Element beispielsweise einen hellen Punkt vor dunklem Hintergrund darstellen, muss die Helligkeit des gesamten Elements hoch sein. Dadurch kommt es um den hellen Punkt zu einem Lichthof. Diese Schleier sind dafür verantwortlich, dass auch LCDs mit lokal dimmenden LEDs noch nicht an die Bildqualität von Plasma- oder OLED-Fernsehern [12] herankommen. Dort leuchtet jeder Pixel selbst. Eine Abhängigkeit von mehreren Pixeln zu einem Hintergrundlichtelement gibt es nicht. Samsung sagt zwar, dass die Anzahl der LED-Elemente bei der Serie 8500 im Vergleich zu den Vorgängern nochmals erhöht wurde, genaue Zahlen nennt der Hersteller aber nicht.


Der Samsung erlaubt ein separates Einstellen von Entruckeln und Schärfen.

Neben der LED-Technik bewirbt Samsung bei den Modellen der Baureihe 8500 ein weiteres Feature: die 200Hz-Bildverarbeitung [13]. Die hohe Wiederholrate soll im Vergleich zu 100-Hz-Geräten für schärfere und flüssigere Bewegungen sorgen. In der Praxis liegt der größte Vorteil bei einer höheren Bewegungsauflösung. Dieser fällt vielen Zusehern allerdings kaum auf. Zusätzlich zur normalen 200-Hz-Bildverarbeitung integriert Samsung ein Feature namens LED Motion Plus. Dabei arbeitet die Hintergrundbeleuchtung wie ein Stroboskop: Während des Wechsels zwischen zwei Bildern schaltet sie kurz ab. Das soll die Bewegungsschärfe zusätzlich erhöhen, kostet aber Helligkeit. Auch Samsungs Anti-Ruckel-System Auto Motion Plus ist an Bord des 55B8500. Seit 2009 bietet es separate Einstellungen für Unschärfeminderung und Judder-Minderung, also Schärfen und Entruckeln.


Die Yahoo Widgets erscheinen in der Snippet-Leiste am unteren Bildschirmrand.

Samsung integriert jede Menge interaktive Features in den 55B8500. Das wohl interessanteste der Systeme sind die Yahoo Widgets [14]. Dabei handelt es sich um eine Leiste am unteren Bildschirmrand, die in sogenannten Snippets Informationen aus dem Internet anzeigt. In unserem Testgerät finden sich dort die bereits bekannten Snippets für Aktienkurse, Wettermeldungen, Nachrichten, Flickr-Fotos, Youtube, Yahoo Video, Sport-Ergebnisse, Spiele und Twitter. Nach dem Auswählen eines Snippets zeigt der Fernseher ein Widget-Fenster an, das ausführliche Informationen enthält.


Das neue Rallycast-Widget zeigt Fantasie-Sportteams an.

Hinzu kommt eine neue TV-Zeitschrift und Rallycast, ein Super-Widget, das das Verschicken von Textnachrichten und das Updaten des Facebook-Status ermöglicht. Außerdem haben Anwender dort die Möglichkeit, ein Fantasie-Sport-Team anzulegen und dessen Ergebnisse zur verfolgen. Die Fernsehzeitschrift ähnelt dem EPG von gewöhnlichen TV-Receivern und ist daher für Besitzer eines Tuners relativ nutzlos. Das Rallycast-Widget funktioniert in der Praxis gut, reagiert allerdings recht langsam. Zudem kostet es in Amerika 15 Dollar pro Monat. Ob es in Deutschland zur Markteinführung des 55B8500 verfügbar sein wird, steht noch nicht fest.

Der Fernseher bringt aber nicht nur Widgets mit. Er empfängt auch Foto-, Musik- und Videostreams von DLNA-zertifizierten Geräten mit Netzwerkverbindung. Zudem gibt er Multimediainhalte von über USB angeschlossenen Speichermedien wie Sticks oder MP3-Playern wieder. Hinzu kommen bereits vorinstallierte Inhalte wie Rezepte, Spiele, Fitness-Tipps sowie eine Slideshow mit HD-Fotos und Musik. Dieser Content-Bereich enthält außerdem eine Download-Funktion zum Nachladen von Inhalten aus dem Internet.


Zusätzlich zu den eingebauten Inhalten laden Anwender auf Wunsch neue aus dem Internet.

Samsung bietet Käufern des 55B8500 zahllose Bildeinstellungen. Es gibt vier für jeden Eingang unabhängig regelbare Bildmodi. Bei diesem Modell kommen noch zwei weitere Modi für Tag- und Nacht-Betrieb hinzu, die von einem geschultem Personal aktiviert und justiert werden können. Da wir uns bei unserem Test auf Einstellungen beschränken, die Käufer selbst vornehmen können, haben wir diese beiden Modi allerdings außen vor gelassen.

Die fünf verfügbaren Farbtemperatur-Presets sind über ein Weißabgleich-Menü regelbar. Desweiteren finden sich im Menü drei Rauschunterdrückungen plus eine automatische Einstellung. Auch ein Filmmodus für den 2:2 Pull-Up [16] von 25 Hz Vollbildern in 50 Hz PAL-Halbbilder ist vorhanden. Hinzu kommen eine siebenstufige Gamma-Regelung, die den Helligkeitsverlauf von Schwarz zu Weiß beeinflusst, eine Option Optimalkontrast, eine Einstellung für die Schwarzwerte zum Abstimmen der Schattendetails und eine Farbraum-Justierung.

Bei HD-Quellen haben Anwender die Wahl zwischen vier Bildformaten. Zwei davon erlauben ein horizontales und vertikales Bewegen des Bildes über den Screen. Wie erwartet, ist auch ein Modus namens Bildanpassung vorhanden, der 1080i- und 1080p [11]-Material vollständig auf die Displaygröße skaliert und somit Bescheidungen durch Overscan verhindert.


Das elektronische Handbuch auf einem USB-Stick macht die Papier-Variante überflüssig.

Neben den diversen Bildeinstellungen bietet der Fernseher auch drei Energiespar-Modi, die den Stromverbrauch reduzieren. Außerdem gibt es eine Bild-im-Bild-Funktion, ein elektronisches Handbuch auf einem USB-Stick und einen Kundenservice-Bildschirm. Letzterer zeigt die Version der installierten Firmware an, was den Support-Prozess beschleunigt. Seit 2009 sind Samsungs Fernseher in der Lage, die Firmware automatisch über das Internet zu aktualisieren. Dabei behält das Gerät die alte Version im Speicher, wodurch ein Downgrade möglich bleibt.


Der 55B8500 aktualisiert seine Firmware ohne Computer via Internet.

Der 55B8500 bietet eine ordentliche Ausstattung an Anschlüssen – solange das AV-System des Käufers nicht aus zu vielen analogen Komponenten besteht. Das Highlight sind vier HDMI [17]-Port, die hinten am Gerät untereinander in einer Reihe angeordnet sind. Desweiteren finden sich auf der Rückseite des Fernsehers zwei USB-Buchsen, ein VGA [18]-PC-Eingang und ein Component-Video [19]-Port, der auch als Composite-AV [20]-Eingang dient. Wer mehr als ein analoges Gerät mit dem Samsung verbinden möchte, muss auf einen AV-Switcher oder einen AV-Receiver zurückgreifen. Hinzu kommen ein Antennenanschluss, ein optischer S/PDIF [21]-Port und eine Ethernet-Schnittstelle. Wer seinen Fernseher kabellos mit dem Netzwerk verbinden will, bekommt den optional erhältlichen Samsung-WLAN-Adapter für rund 70 Euro.



An der Rückseite des Samsung finden sich reichlich digitale Eingänge. Dafür sind analoge Port rar gesät.

Leistung

Wer direkt mittig vor dem 55B8500 sitzt, bekommt die zweit tiefsten Schwarzwerte zu sehen, die unsere US-Kollegen jemals bei einem Testgerät ausgemacht haben. Nur Pioneers Kuro-Plasmas aus dem Jahr 2008 sind hier noch besser. Leider verschlechtern sich diese Schwarzwerte mit zunehmendem Blickwinkel recht schnell, was die Bewertung des Fernsehers etwas verschlechtert. Bis auf dieses Problem und die stark reflektierende Displayoberfläche gibt es am Bild des teuren Samsung aber nichts auszusetzen. Von der Farbwiedergabe bis hin zur Bildverarbeitung zeigt er anderen Fernsehern, darunter auch Samsungs eigenen LED-Modellen, wo es langgeht. So erreicht der 55B8500 im Bereich Bild eine Gesamtwertung von 9 von 10 Punkten. Das hat dieses Jahr nur Panasonics V10-Plasmaserie geschafft. Mit besseren Blickwinkeln hätte der Samsung vermutlich sogar 10 geschafft.

Für unseren Test wählen wir das Preset Film, da es das akkurateste Bild bietet. Wie bei den meisten aktuellen Samsung-Fernsehern, weisen die Graustufen mit der Standard-Farbtemperatur des Film-Presets Warm2 einen Blaustich auf. Wir korrigieren diesen über die benutzerdefinierten Einstellungen der Farbtemperatur. Allerdings sind die Mittentöne danach immer noch leicht bläulich.

Obwohl ein Fachmann das Bild des Fernsehers mittels der für Anwender gesperrten Feineinstellungen sicherlich noch verbessern könnte, hätten wir uns effektivere Einstellungen zum Feintuning der Farben gewünscht. Dennoch: Das Bild des 55B8500 sieht auch so schon sehr gut aus, und die Graustufen sind trotz des leichten Blaustichs sehr ordentlich. Primär- und Sekundärfarben sind annähernd perfekt.

Während des Kalibrierens stellen wir fest, dass das Bild mit eingeschaltetem LED-Motion-Plus-System deutlich dunkler ist. Wir müssen die Helligkeit der Hintergrundbeleuchtung auf Stufe 8 von 10 einstellen, um unsere Standard-Helligkeit zu erreichen. Allerdings ist das nicht tragisch, da der Fernseher dank der Helligkeitseinstellung der Hintergrundbeleuchtung trotz LED Motion Plus eine ausreichende Lichtausbeute bietet. Nach dem Kalibrieren liefert messen wir einen respektablen Gammawert von 2,264. Ideal ist ein Wert von 2,2.

Der Samsung muss sich gegen die besten aktuellen beweisen. Glücklicherweise haben wir von den meisten Testgeräte in unserem Labor, was einen direkten Vergleich ermöglicht. Der 55B8500 tritt gegen die LCD-Modelle mit lokal dimmbarer Hintergrundbeleuchtung Samsung LE46A950 [10], Sony [22] KDL-55XBR8 [23] und LG [24] 47LH9000 [25] an. Außerdem stellen wir die LCD-Modelle Samsung UE46B8090 [5] und LE52B750 [26] daneben. Auch die besten Plasmas aus den Jahren 2008 und 2009 dürfen nicht fehlen. Wir wählen Panasonics TX-P50V10E [27] und unser Referenz-Modell Pioneer Kuro PRO-111FD [28] aus. Für die meisten unserer Bildtests verwenden wir die Blu-ray-Version von Watchmen.

Betrachtet man den 55B8500 direkt von vorne, sind die Schwarzwerte die dunkelsten und realistischsten aller Modelle im Vergleich – bis auf Pioneers Plasma. Sogar die sehr guten Modelle XBR8 und V10 kommen hier nicht an den Samsung heran.

Besonders dunkle Szenen profitieren von den extremen Schwarzwerten. Ein gutes Beispiel ist der Filmausschnitt, in dem Dreiberg in Kapitel 5 sein Apartment betritt, das nur vom Licht von der Straße erhellt wird. Die schwarzen Balken am oberen und unteren Bildrand, Dreibergs Siluette und die schattigen Bildbereiche sind schwärzer als auf allen anderen Displays – abgesehen vom Pioneer-Modell. Der Unterschied zu den anderen Fernsehern fällt aber auch bei hellen Szenen auf. Die guten Schwarzwerte sorgen auch hier für ein schöneres Bild.

Auch die Schattendetails des 55B8500 sind außergewöhnlich, wenn auch nicht so realistisch wie auf den Plasmas. Als die Polizisten den Mord des Comedians untersuchen, verschwimmen ihre dunklen Uniformen etwas mehr im Hintergrund, als wir es uns wünschen würden. Schattendetails sind zwar gut zu erkennen, dennoch erscheinen sie uns ein wenig zu dunkel. Dennoch: Bis auf den Pioneer schlägt der Samsung seine Konkurrenz.

Wie bei allen LED-Fernsehern mit lokal dimmbarer Hintergrundbeleuchtung stellen wir auch beim 55B8500 einen leichten Lichthof um helle Objekte auf schwarzem Hintergrund fest. Allerdings ist er schwächer als bei der Konkurrenz. Als Rorschachs Taschenlampe das Bild des Comedians und Nixon in Kapitel 3 erhellt, erhellt die Hintergrundbeleuchtung des Bereichs einen Teil des schwarzen Balkens am unteren Bildrand. Allerdings fällt das, und der Schleier um Text im Abspann, beim Samsung weit weniger ausgeprägt aus, als bei den anderen Modellen mit der gleichen Technik – solange der Blickwinkel nicht zu hoch ist. Erfreulich ist auch, dass die Hintergrundbeleuchtung trotz dynamischer Regelung bei Übergängen von hellen zu dunklen Szenen nicht pumpt.

Der 55B8500 liefert sehr akkurate Farben. Allerdings ist er in dieser Kategorie nicht so gut wie LGs 47LH9000 und natürlich unser Kuro-Modell. Sein Hauptproblem ist der Graustich in den Mittentönen der Graustufen. Das Ergebnis sind etwas zu kühl wirkende Hauttöne. Das fällt besonders in Kapitel 22 am Gesicht von Sally Jupiter auf. Dafür sind die Primär- und Sekundärfarben perfekt. Das Blut im Watchmen-Logo sieht optimal aus und auch der Gelbton der NYC-Taxis könnte nicht besser sein.

Hauptsächlich dank der guten Schwarzwerte des 55B8500 wirken Farben während des gesamten Films schön und satt. Sie sehen besser aus als auf allen anderen Fernsehern bis auf den Kuro. Besonders lobenswert ist die neutrale Färbung von dunklen Bereichen. Bei anderen LCD-Modellen weisen diese häufig eine bläuliche oder grünliche Färbung auf.

Der Samsung bietet mehr Einstellungen für die Bildverarbeitung als alle anderen HD-Fernseher, die wir dieses Jahr getestet haben. Das Ergebnis ist eine ausgezeichnete Leistung in diesem Bereich. Der 55B8500 liefert auch bei Bewegungen mit 1080 Zeilen die volle Auflösung. Damit schlägt er sich hier genauso gut wie die V10-Plasmas von Panasonic und besser als alle anderen LCD-Modelle.

Allerdings erreicht der Samsung dieses Ergebnis nur, wenn die Funktionen Motion Pro 200Hz und LED Motion Plus aktiviert sind. Wer letztere abschaltet, erhält eine Bewegungsauflösung zwischen 900 und 1080 Zeilen, also den Standardwert für LCD-Fernseher. Auch das Herrunterregeln der Unschärfeminderung verringert die Bewegungsauflösung. Daher bevorzugen wir hier den Maximalwert von 10. Wird Motion Plus 200Hz komplett deaktiviert, schafft der 55-Zöller noch 300 bis 400 Zeilen. Leider ist die hohe Bewegungsauflösung des Samsung beim normalen Ansehen von Filmen kaum auszumachen. Erst bei unseren Testbildern fällt sie wirklich auf.

Wie viele andere Fernseher des Herstellers bietet auch die Serie 8500 eine separate Einstellung für die Judder-Minderung. Wie gewöhnlich funktioniert das Feature großartig. Wer den Regler auf 0 schiebt, erhält bei 24p-Filmen die korrekte Wiederholrate. Das ist besonders gut an dem schnellen Kameraschwenk über ein Flugzeug im Film I Am Legend zu erkennen. Wer den Slider der Judder-Minderung hochregelt oder das Preset Standard oder Natürlich wählt, erhält ein unserer Meinung nach zu „weiches“ Bild.

Das größte Problem von LED-basierten LCD-Fernsehern ist der Blickwinkel. Das betrifft auch den 55B8500. Wer auf dem Sofa nur ein Kissen nach rechts oder links rutscht, stellt bereits eine Verschlechterung der Schwarzwerte fest: Das Bild wirkt heller, ausgewaschener und weniger realistisch.

Selbst wenn der Betrachter nur seinen Kopf leicht zur Seite neigt, verschlechtert sich das Bild bereits: Dunkle Bereiche wie die schwarzen Balken werden sichtbar heller. Wird der Abstand zum Gerät erhöht, ist dieser Effekt nicht mehr ganz so stark. Ist der Blickwinkel zu hoch, sind auch Schleier der Hintergrundbeleuchtung deutlich stärker zu erkennen. Außerdem nimmt die Blaufärbung in dunklen Bildbereichen dann zu. Der Samsung scheint stärker unter diesem Problem zu leiden, als seine Konkurrenz. Dennoch ist das Ergebnis aus auch hohen Blickwinkeln dank der guten Schwarzwerte oft noch besser als bei den anderen Modellen – es ist eben nur im Vergleich zum Eindruck aus einem optimalen Winkel deutlich schlechter.

Bis auf die leichte Schleierbildung ist die Helligkeitsverteilung über das Display sehr gleichmäßig. Ecken und Mitte des Bildes sind immer gleich hell oder dunkel, was für einen LCD-Fernseher sehr selten ist.

Durch seine glatte Oberfläche reflektiert das Display des 55B8500 bei heller Raumbeleuchtung sehr stark. Das Problem tritt deutlich stärker auf als bei den Sony- und LG-Fernsehern mit mattem Screen. Dadurch ist das weiße T-Shirt unseres Testers selbst bei geringem Raumlicht schon stark zu sehen. Dafür erhält der Samsung Schwarzwerte und Kontrast auch in hellen Umgebungen sehr gut.

Bei der Wiedergabe von Material mit Standard-Definition-Auflösung liefert der 55B8500 eine grundsolide Bildqualität. Das Display stellt jede Zeile der DVD-Auflösung dar. Auch die Detaildarstellung ist ausgezeichnet. Der Fernseher eliminiert Treppeneffekte und beseitigt Bildrauschen mit Erfolg. Auch Moiré-Effekte stellen wir nicht fest.

Auch das Bild über HDMI oder VGA angeschlossenen PC gelangt mit hervorragender Qualität auf den Schirm. Der Fernseher löst jede Zeile von 1920 mal 1080 Pixeln auf und vermeidet Overscan.

Beim Stromverbrauch liefert das Gerät für einen 55-Zöller ebenfalls ausgezeichnete Ergebnisse. Vor dem Kalibrieren genehmigt sich der Samsung etwa 136 Watt. Danach sind es noch knapp 124 Watt. Im Stromsparmodus bringt er es sogar nur auf schlappe 78 Watt. Betrachtet man den Energieverbrauch pro Bildfläche, ist der 55B8500 der energieeffizienteste HD-Fernseher, den wir jemals getestet haben.

Fazit

Der Samsung ist abgesehen von Pioneers Kuro der beste Fernseher, den unsere US-Kollegen jemals getestet haben. Allerdings wird das Pioneer-Modell nicht mehr gebaut, womit der 55B8500 den Platz 1 Rangliste aktueller Geräte einnimmt. Dennoch, auch an diesem Modell gibt es noch etwas auszusetzen. Neben dem spiegelnden Display stören uns besonders die geringen Blickwinkel des LED-TVs. Käufer dürfte das aber wenig abschrecken. Sie wird eher der hohe Preis des Samsung vom Kauf abhalten, der nach der deutschen Markteinführung bei etwa 3000 Euro liegen dürfte.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/41515574/led-tv-samsung-55b8500-bester-fernseher-des-jahres/

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[1] CNET.de: https://www.cnet.de" target=

[2] LED-Fernsehern: https://www.cnet.de/digital-lifestyle/galerie/41001890/samsung+40b7000+superflacher+led_fernseher+mit+full_hd_aufloesung.htm

[3] 6000: https://www.cnet.de/tests/tv/41003762/samsung+ue40b6000+flacher+und+preiswerter+lcd_tv.htm

[4] 7000: https://www.cnet.de/tests/tv/41002092/samsung+40b7000+drei+zentimeter+dicker+led_hdtv.htm

[5] 8000: https://www.cnet.de/tests/tv/41005237/samsung+ue46b8090+gutes+bild_+tolle+ausstattung.htm

[6] Samsung: http://www.cnet.de/unternehmen/samsung/

[7] LCD-Fernseher: https://www.cnet.de/tests/tv/archiv/a4T0/

[8] Pioneer-Kuro-Plasmas: https://www.cnet.de/tests/tv/archiv/c10233/

[9] LN-T4681F: http://reviews.cnet.com/flat-panel-tvs/samsung-ln-t4681f/4505-6482_7-32514516.html

[10] LE-46A950: http://reviews.cnet.com/flat-panel-tvs/samsung-ln46a950/4505-6482_7-33182079.html

[11] 1920 mal 1080 Bildpunkten: http://de.wikipedia.org/wiki/1080p

[12] OLED-Fernsehern: https://www.cnet.de/tests/tv/41002687/sony+xel_1+teurer+oled_tv+mit+tollem+bild.htm

[13] die 200Hz-Bildverarbeitung: https://www.cnet.de/digital-lifestyle/specials/41006296/uebersicht+aller+lcd_fernseher+mit+200+hz+was+die+hohe+bildrate+bringt.htm

[14] Yahoo Widgets: https://www.cnet.de/praxis/specials/41004478/tv_widgets+von+yahoo+so+funktioniert+das+surfen+mit+dem+fernseher.htm

[15] Samsung 55B8500: vier Zentimeter dicker LED-Fernseher mit 55 Zoll: https://www.cnet.de/41515578/samsung-55b8500-vier-zentimeter-dicker-led-fernseher-mit-55-zoll/?pid=1#sid=41515574

[16] 2:2 Pull-Up: http://de.wikipedia.org/wiki/Pull-Up

[17] HDMI: http://de.wikipedia.org/wiki/High_Definition_Multimedia_Interface

[18] VGA: http://de.wikipedia.org/wiki/Video_Graphics_Array

[19] Component-Video: http://de.wikipedia.org/wiki/Component_Video

[20] Composite-AV: http://de.wikipedia.org/wiki/Composite_Video

[21] S/PDIF: http://de.wikipedia.org/wiki/SPDIF

[22] Sony: http://www.cnet.de/unternehmen/sony/

[23] KDL-55XBR8: http://reviews.cnet.com/hdtv-sets/sony-bravia-kdl-55xbr8/4505-6482_7-33060615.html

[24] LG: http://www.cnet.de/unternehmen/lg/

[25] 47LH9000: http://reviews.cnet.com/flat-panel-tvs/lg-47lh90/4505-6482_7-33485570.html

[26] LE52B750: https://www.cnet.de/tests/tv/41004605/samsung+le52b750+herausragender+standard_lcd.htm

[27] TX-P50V10E: https://www.cnet.de/tests/tv/41005290/panasonic+tx_p50v10e+beste+hd_bildqualitaet.htm

[28] Kuro PRO-111FD: http://reviews.cnet.com/hdtv-sets/pioneer-elite-kuro-pro/4505-6482_7-33002556.html