LG 50PS7000: günstiger Plasma mit Problemen

von Alex Jennings und Pascal Poschenrieder am , 11:14 Uhr

Pro
  • fairer Preis
  • schickes Design
  • viele Funktionen und Anschlüsse
  • beeindruckendes HD-Bild
Con
  • höhenlastiger Sound
  • schlechte Leistung bei Standard-Definition-Material
  • für einen Plasma schwache Schwarzwerte
  • Nachleuchten von hellen Bildelementen
Hersteller: LG Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: GUT 7,0 von 10 Punkte
Fazit:

Das Bild des LG 50PS7000 ist ungewöhnlich aggressiv für einen Plasma-TV. Dadurch sieht HD-Material auf dem Fernseher wirklich beeindruckend aus. Allerdings hindert ihn sein grelles und scharfes Bild daran, bei Standard-Definition-Filmen ordentliche Ergebnisse zu liefern. Zudem stört ein starkes Nachleuchten von hellen Bildelementen den Filmgenuss.

Mit seinem 50PS7000 verkauft LG einen großen Fernseher für vergleichsweise wenig Geld. Das Gerät bietet eine 50-Zoll-Diagonale, Full-HD-Auflösung und viele Einstellungsmöglichkeiten. Unsere britischen Kollegen haben getestet, ob auch die Bildqualität des 50PS7000 überzeugt.

LG [1] ist für seine preiswerten Plasma-Fernseher [2] bekannt. Der Hersteller verkauft 50-Zoll-Geräte mit Full-HD [3]-Auflösung für weniger als 1000 Euro. Anfangs haben wir daran gezweifelt, dass so günstig gefertigte Panels eine ordentliche Bildqualität bieten. Unser Test des 50PS6000 [4] hat uns dann aber vom Gegenteil überzeugt. Der 50-Zöller geht für 900 Euro an den Mann und liegt qualitativ dennoch nur etwas hinter vergleichbaren aber fast doppelt so teuren Fernsehern von Herstellern wie Panasonic [5]. Umso gespannter sind wir auf das im Vergleich zum 50PS6000 eigentlich höherwertige Modell 50PS7000. Es ist nur etwa 50 Euro teurer als sein kleiner Bruder und bietet ebenfalls Full-HD-Auflösung.

Design und Ausstattung

Obwohl der 50PS7000 nicht ganz so schick aussieht wie einige andere aktuelle LG-Modelle [6], hat das Gerät mit seinem breiten, klavierlackschwarzen Displayrahmen dennoch einen gewissen Charme. Um den Rahmen verläuft ein durchsichtiger Rand, der auf der Unterseite breiter und bläulich eingefärbt ist. Der bläulich-transparente Touch findet sich auch im Standfuß aus Glas wieder.

Zusätzlich zu seinem hübschen und qualitativ hochwertigen Gehäuse bietet der 50PS7000 eine gute Auswahl an Anschlüssen. Darunter sind vier HDMI [7]-Ports, eine USB-Buchse und ein PC [8]-Eingang. Außerdem verfügt der Fernseher über eine unsichtbare Anschlussmöglichkeit: Der Hersteller verbaut Bluetooth zum Streamen von Fotos und Musik vom Handy oder zum Koppeln von kabellosen Kopfhörern. Wer an den USB-Port ein Speichermedium anschließt, gibt davon DivX-HD [9]-Filme sowie weiteres Material in Standard-Formaten wie JPEG oder MP3 wieder.

Das Menüsystem des 50PS7000 ist exzellent. Es ist vernünftig und logisch aufgebaut und sieht zudem noch äußerst edel aus. Hier sollten sich andere Hersteller ein Beispiel an LG nehmen.


Der 50PS7000 bietet nicht nur ein attraktives Gehäuse, er bringt auch alle notwendigen Anschlüsse und integriertes Bluetooth mit.

Außerdem wäre es sehr erfreulich, wenn sich die Konkurrenz auch am Bildassistenten des 50PS7000 orientieren würde. Es verhilft Anwendern mittels einer Reihe von perfekten Erklärungen und eingebauten Testsignalen zu einem ideal kalibrierten Bild.

Auch die große Flexibilität beim Einstellen des Bildes ist für den Kaufpreis des 50PS7000 beeindruckend. Im Onscreen-Menü (OSD) finden sich unerwartet viele Feineinstellungen. Darunter sind Dynamische Farbe, Kontrast-Optionen, diverse Gamma-Regler, ein Schwarzwert-Booster sowie eine Einstellung für den Prozessor zum Verbessern von Kanten und Ecken.

Außerdem gibt es diverse Bild-Presets. Darunter sind zwei Modi namens Expert1 und Expert2, die mit ISF gekennzeichnet sind. Sie dienen der Justierung durch einen Experten der Image Science Foundation [10]. Wer bereit ist, dafür Geld zu bezahlen, erhält zwei perfekt kalibrierte Modi für Tag- und Nachtbetrieb.

Das letzte wirklich erwähnenswerte Feature ist die 600-Hz-Bildverarbeitung. Wie auch bei Panasonics 600-Hz-Plasmas [5] bedeutet die Funktion nicht, dass das Bild mit einer Wiederholrate von 600 Hz aktualisiert wird. Stattdessen steht diese Zahl für ein System, das haufenweise zusätzliche Bilder mit errechneten Daten zum Ausgangsmaterial hinzufügt. Die eigentliche Bildausgabe läuft dann mit 100 Hz ab. Das Ergebnis sind schärfere und ruckelfreiere Bewegungen. LGs Lösung funktioniert dabei zwar nicht so gut wie das Panasonic-System, dennoch führt es zu merklichen Verbesserungen – besonders was die Ruckelminderung betrifft.

Leistung

Das Bild des 50PS7000 ist außergewöhnlich hell, und die Farben wirken lebendig. In diesen Bereichen sind Plasma-Fernseher für gewöhnlich im Vergleich zu LCD-Modellen schwächer. Umso erstaunlicher ist es, dass gerade dieser günstige Plasma das Bild mit einer Intensität wiedergibt, die selbst viele LCD-Fernseher nicht erreichen. Teilweise sind dafür die für Plasmas üblichen guten Schwarzwerte des LG verantwortlich. Das Gerät kann einzelne Pixel komplett abschalten, ohne dabei – wie ein LCD-TV – den Rest des Bildes dimmen zu müssen.

Der 50PS7000 stellt HD-Material mit beeindruckender Schärfe dar. Allerdings sollten Anwender beim Ansehen von HD-Filmen die Rauschunterdrückung und die Kantenverbesserung ausschalten: Das Reduzieren von Bildrauschen führt zu einem weicheren Bild, während der Versuch einer Kantenverbesserung bei einem ohnehin schon absolut scharfen HD-Bild Fehler erzeugt.

Alles in allem liefert der 50PS7000 bei HD-Material ein wirklich spektakuläres Bild. Allerdings stellen wir einige Probleme fest, die dafür sorgen, dass sich der Fernseher bei der Bewertung hinter anderen Geräte einreihen muss.

Am meisten stört uns das Nachleuchten des Panels: Helle Bildbereiche hinterlassen einen weißen Schatten auf dem Display. Dieser ist teilweise einige Sekunden lang sichtbar. Besonders wenn dunkle Szenen auf helle folgen, fällt das stark und störend auf. Dieses Problem war lange Zeit eine bekannte Schwierigkeit von Plasma-Fernsehern. Allerdings haben es fast alle Hersteller mittlerweile in den Griff bekommen.

Auch das Standard-Definition-Bild des 50PS7000 haut uns nicht vom Hocker. Die Darstellung leidet unter etwas unnatürlichen Farben und relativ viel Bildrauschen. Zwar ist das Ergebnis immer noch ansehnlich, wir haben aber schon deutlich bessere Upscaler gesehen.

Ein Problem, mit dem wir beim Plasma 50PS7000 wirklich nicht gerechnet hätten, sind dunkle Grautöne in Bereichen, die eigentlich schwarz sein sollten. Der Fernseher stellt schwarze Stellen im Bild zwar immer noch deutlich dunkler dar als gewöhnliche LCD-Modelle [11], andere Plasma-Konkurrenten von Panasonic [5], Samsung [12] und besonders Pioneer [13] liefern aber alle noch deutlich bessere Schwarzwerte.

Bei der Tonwiedergabe ist die Leistung des 50PS7000 passabel aber dennoch etwas beschränkt. Zwar ist die maximale Lautstärke erfreulich hoch, und besonders die Höhen sind voller Details, dafür überbetont der Fernseher diese Höhen so stark, dass der Soundmix zischig und bassfrei klingt.

Fazit

Wer einen relativ preiswerten Fernseher mit großer Bilddiagonale sucht, der hauptsächlich für HD-Material geeignet ist, ein Extra-Gerät für das HD-Heimkino beispielsweise, sollte sich den LG 50PS7000 definitiv genauer ansehen. Allerdings sorgt seine vergleichsweise schlechte Qualität bei Standard-Definition-Bildern dafür, dass er sich als Haupt-TV für das Wohnzimmer nicht sonderlich eignet. Zudem führt das Nachleuchten dazu, dass einige sogar beim reinen HD-Filmgenuss enttäuscht sein werden.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/41515626/lg-50ps7000-guenstiger-plasma-mit-problemen/

URLs in this post:

[1] LG: http://www.cnet.de/unternehmen/lg/

[2] Plasma-Fernseher: https://www.cnet.de/tests/tv/archiv/c10206-a4T1/

[3] Full-HD: http://de.wikipedia.org/wiki/1080p

[4] Test des 50PS6000: https://www.cnet.de/tests/tv/41500160/lg+50ps6000+tv+mit+tollem+preisleistungsverhaeltnis.htm

[5] Panasonic: https://www.cnet.de/tests/tv/archiv/c10228-a4T1/

[6] LG-Modelle: https://www.cnet.de/tests/tv/archiv/c10206/

[7] HDMI: http://de.wikipedia.org/wiki/High_Definition_Multimedia_Interface

[8] PC: http://de.wikipedia.org/wiki/Video_Graphics_Array

[9] DivX-HD: http://de.wikipedia.org/wiki/Divx_hd

[10] Image Science Foundation: http://www.imagingscience.com/

[11] LCD-Modelle: https://www.cnet.de/tests/tv/archiv/a4T0/

[12] Samsung: https://www.cnet.de/tests/tv/archiv/c10240-a4T1/

[13] Pioneer: https://www.cnet.de/tests/tv/archiv/c10233-a4T1/