Flip Video MinoHD 2G: Mini-Camcorder mit 720p-Auflösung

von David Carnoy und Stefan Möllenhoff am , 13:03 Uhr

Pro
  • gute 720p-Videoqualität
  • schlankes, aber praktisches Design
  • einfache Bedienung
  • HDMI-Ausgang
  • Software kompatibel zu Mac und Windows
Con
  • verhältnismäßig teuer
  • kein Speicherkartenslot
  • kein HDMI-Kabel im Lieferumfang
Hersteller: PURE Digital Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: SEHR GUT 8,0 von 10 Punkte
Fazit:

Wie alle Mini-Camcorder Marke Flip Video gehört auch die zweite Generation des MinoHD zu den besten Videokameras für die Hosentasche, die der Markt hergibt. Im Vergleich zu seinem Vorgänger bringt er ein leicht überarbeitetes Design, einen HDMI-Ausgang und doppelt so viel Speicher mit.

In Deutschland ist die Welle der Mini-Camcorder noch nicht so recht angekommen. Während die Geräte in den USA bereits vor einem Jahr die Regale im Fachhandel erobert haben, tröpfeln in diesen Wochen die ersten Modelle auch hierzulande ein, unter anderem auch der Flip Video MinoHD. Jenseits des großen Teichs geht der MinoHD bereits in die zweite Runde – unsere amerikanischen Kollegen hatten bereits die Gelegenheit den MinoHD 2G zu testen.

Flip Video MinoHD 2G – das klingt irgendwie nach Apple [1]. Anscheinend ist es nicht nur der Konzern mit dem angebissenen Apfel leid, sich ständig neue Namen für seine Geräte auszudenken. Wie dem auch sei, der neue MinoHD bringt einige Verbesserungen gegenüber der ersten Version [2] mit.

Da wären beispielsweise ein größeres 2-Zoll-Display mit einer Auflösung von 960 mal 240 Pixeln, 8 anstelle von 4 GByte integriertem Speicher, gebürstetes Metall statt Plastik und ein neuer Mini-HDMI-Port. Im Gegensatz zu Kodaks Zi8 [3] befindet sich im Lieferumfang mit dem Flip-Camcorder allerdings kein HDMI-Kabel.

Design

Das neue Metallgehäuse sieht mit seinen abgerundeten Ecken hochwertiger aus als das die Kunststoffversion des Vorgängers. Der MinoHD 2G fühlt sich solider an – dazu trägt auch das mit knapp 120 Gramm deutlich höhere Gewicht bei. Anstelle eines USB-Ports zum Anstecken eines Kabels, bieten die Flip-Camcorder einen ausklappbaren Stecker. Der Mechanismus des USB-Anschlusses wirkt beim neuen Modell smoother.


Der Flip MinoHD der zweiten Generation bringt einen HDMI-Port mit.

Im Fachhandel ist das Modell in Schwarz und Silber erhältlich. In den USA bietet der Hersteller den MinoHD in seinem Online-Shop auch in etwas flippigeren Designs an – ohne Aufpreis.

Wie beim ersten MinoHD schließen die Bedienelemente auf der Rückseite bündig mit dem Gehäuse ab. Die berührungsempfindlichen Tasten finden bei uns Gefallen – allerdings erwischen wir gelegentlich auch mal unabsichtlich einen Button. Zudem zieht die glänzende Oberfläche Fingerabdrücke magisch an. Immerhin: Im Lieferumfang befindet sich eine Stofftasche, die sich auch prima zum Entfernen der Schmierspuren eignet.

Abgesehen von dem zusätzlichen Speicher und dem etwas größeren Display hat sich nichts verändert. Die Anzeige ist erfreulicherweise nicht glänzend und lässt sich auch bei hellem Sonnenlicht noch gut erkennen.

Ausstattung

Im Gegensatz zu Kodak mit seinem Zi8 beschränkt sich Flip Video bei seinen Camcordern auf 720p-Video mit 30 Bildern pro Sekunde. Einen Bildstabilisator oder Makro-Modus bietet der MinoHD übrigens immer noch nicht. Das kann die Konkurrenz allerdings auch noch nicht besser.

Wie bei allen Flip-Camcordern liegt das Hauptaugenmerk auch bei dem MinoHD auf einfacher Bedienung – mit Erfolg. Abgesehen von Uhrzeit und Datum gibt es praktisch keine Einstellungsmöglichkeiten. Ein Druck auf den roten Knopf startet die Aufnahme, eine Betätigung des Wiedergabebuttons zeigt die bisher aufgezeichneten Clips an. Das war’s.


Wie sein Vorgänger liegt der kompakte MinoHD 2G ausgezeichnet in der Hand.

Bei der Stromversorgung setzt der MinoHD 2G auf einen nicht austauschbaren Lithium-Ionen-Akku. Er hält bis zu zwei Stunden lang durch. Zum Vergleich: Der Standard-Mino filmt mit einer Ladung doppelt so lange.

Der 1/4,5-Zoll-CMOS-Sensor ist zwar gleich groß wie der lichtempfindliche Chip der Vorgänger, soll allerdings dank eines neuen Bildprozessors eine bessere Leistung bei schlechten Lichtverhältnissen bieten. Wie gehabt speichert der MinoHD 2G Clips als MP4-Dateien mit dem H.264-MPEG-4-Codec ab. Die Datenrate liegt bei 9 MBit pro Sekunde.

Bildqualität

Flip Video beeindruckt uns wieder einmal mit ausgezeichneten Videos. Beim neuen Modell scheint der Weißabgleich bei Innenaufnahmen besser zu arbeiten, insgesamt stellen wir allerdings kaum Veränderungen bei der Qualität fest. Die Clips sehen scharf aus und überzeugen mit realitätsnahen, lebendigen Farben. Mit einem ausgewachsenen HD-Camcorder können die Mini-Videokameras natürlich nicht mithalten, doch für ein Gerät dieser Größe ist die Leistung mehr als ordentlich.

Sowohl in hellen Umgebungen als auch im Zwielicht liefert der MinoHD gute Ergebnisse. In einem schwach ausgeleuchteten Aufzug aufgenommene Videos sehen zwar nicht überwältigend aus, sind aber nicht von Bildrauschen übersät wie die einiger Konkurrenten. Der aufgezeichnete Stereo-Ton ist ebenfalls überraschend gut. Jedenfalls, solange die Entfernung zur Tonquelle nicht zu groß und der Umgebungslärm nicht übermäßig ist.

Wie alle Hosentaschencamcorder leistet der MinoHD deutlich bessere Ergebnisse, wenn er möglichst still steht – also etwa auf einem Stativ. Zudem hat der Autofokus gelegentlich Schwierigkeiten. Beim Versuch, einen Hund zu filmen, stellt die Videokamera hin und wieder auf den Untergrund und nicht auf das Tier selbst scharf. Zudem beträgt die Naheinstellgrenze 80 Zentimeter. Gegenüber den 1,5 Metern des Vorgängers ist das zwar eine deutliche Verbesserung, doch Makroaufnahmen wie mit dem Kodak Zi8 sind immer noch nicht möglich.


Stereo: Rechts und links am Gehäuse befinden sich die beiden Mikrofone.

Ganz so flüssig wie die Videos von Full-HD-Camcordern wirken die Clips des MinoHD nicht. Bei schnellen Bewegungen tritt ein leichtes Ruckeln auf. Flip Video empfiehlt bei der Wiedergabe auf dem PC, alle nicht benötigten Anwendungen zu schließen, doch wir stellen die etwas hakelige Wiedergabe auf mehreren Rechnern fest.

Video-Sharing

Eines der großen Verkaufsargumente der Flip-Video-Camcorder ist ihre einfache Bedienung und der unkomplizierte Umgang mit den abgedrehten Videos. Da macht auch der MinoHD 2G keine Ausnahme. Ein Knopfdruck lässt einen USB-Stecker herausspringen. Beim Einstöpseln am PC öffnet sich automatisch die auf dem Camcorder installierte Software FlipShare. Hier lassen sich Clips wiedergeben und zusammenschneiden, Standbilder aus Aufnahmen extrahieren und die Videos auf YouTube & Co. hochladen oder per E-Mail versenden.

Beim Sharen via E-Mail hängt das Programm die Filmchen nicht an die elektronische Post an. Das ergibt Sinn, denn schließlich beansprucht selbst ein 20-sekündiger Clip bereits 25 MByte Speicherkapazität. Die Empfänger erhalten stattdessen einen Link zu einer komprimierten Online-Version des Videos. Zwar nimmt die Qualität dadurch ab, doch besser als das gemeine YouTube-Video wirken die Aufnahmen immer noch.

Abgesehen davon, dass das Umrechnen schon einmal mehrere Minuten in Anspruch nimmt, funktioniert das Versenden der Videos sehr einfach. Ein Klick auf den Share-Video-Button in der Software öffnet einen Dialog, in dem der Anwender den gewünschten Clip auswählt und anschließend auf die gewünschte Art und Weise seinen Freunden präsentiert.

Um die Filme auf YouTube, AOL oder MySpace hochzuladen, ist ein Account bei dem jeweiligen Service erforderlich. Wer sich jedoch einmal bei einem der Portale eingeloggt hat, lädt seine Clips künftig mit nur einem Tastendruck hoch. Wer eine andere Seite nutzt, muss die Videos manuell hochladen. Aber immerhin: Die Software bringt das Material ins geeignete Format.

Die aktuelle Version von FlipShare bringt zudem ein paar neue Ausstattungsmerkmale mit. So ist jetzt auch das direkte Hochladen von Videos auf Facebook möglich. Zudem gibt es ein Movie-Magic-Feature, das aus den einzelnen Clips automatisch einen Film generiert.

Daneben steht noch eine Reihe weiterer Möglichkeiten zur Verfügung, die Videos mit der Online-Welt zu teilen. Die Clips lassen sich beispielsweise in den so genannten Flip Channel hochladen. Hier ist es möglich, eine Art Adressbuch anzulegen. Jedes Mitglied erhält automatisch eine E-Mail, sobald ein neues Video online ist. Zudem stellt Flip Video auch eine iPhone-App zur Verfügung, mit der sich die Filme auch auf dem Apple-Smartphone [4] oder dem iPod Touch betrachten lassen.

FlipShare Software Screenshot [5]

Mit dem Flip-Channel-Feature lassen sich Videos gleich mit einer ganzen Gruppe von Leuten teilen (zum Vergrößern auf das Bild klicken).

Als ob das noch nicht reichen würde, bietet der Hersteller – jedenfalls in den USA – auch einen DVD-Service an. Der Anwender lädt bis zu eine Stunde Videomaterial auf eine Website hoch und erhält für 19,99 Dollar eine DVD.

Fazit

Flip Video MinoHD 2G: Evolution statt Revolution. Der Hersteller hat an der einen oder anderen Schraube gedreht, aber wirklich spektakuläre Neuerungen gibt es nicht. Verglichen mit der Konkurrenz ist der MinoHD sehr kompakt und bietet eine verhältnismäßig einfach zu bedienende Software. Dafür fehlen dem Flip-Camcorder eine 1080p-Funktion und ein Makromodus. Je nach Vorlieben ist der Kodak Zi8 [3] oder der MinoHD 2G die bessere Wahl.

In Deutschland kommt nächsten Monat der MinoHD der ersten Generation in den Handel. Wir rechnen erst im Frühjahr 2010 in Deutschland mit dem hier getesteten Modell.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/41515864/flip-video-minohd-2g-mini-camcorder-mit-720p-aufloesung/

URLs in this post:

[1] Apple: http://www.cnet.de/unternehmen/apple/

[2] ersten Version: https://www.cnet.de/tests/camcorder/39201872/testbericht/ultraflacher+hd_camcorder_winzling+flip+video+minohd.htm

[3] Kodaks Zi8: https://www.cnet.de/tests/camcorder/41501422/testbericht/kodak+zi8+im+test+winziger+full_hd_camcorder+mit+toller+videoqualitaet.htm

[4] Smartphone: http://www.cnet.de/themen/smartphone/

[5] Image: https://www.cnet.de/i/c/products/2009/10/0910_flip_video_minohd_2g_software_gr.jpg