Olympus µ-7020: 12-Megapixel-Kamera mit 7-fach-Zoom

von Alexandra Savvides und Stefan Möllenhoff am , 11:02 Uhr

Pro
  • 28-Millimeter-Weitwinkel
  • siebenfacher optischer Zoom
  • HDMI-Port
Con
  • kein HD-Videomodus
  • nur durchschnittliche Bildqualität für diese Klasse
Hersteller: Olympus Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: GUT 7,3 von 10 Punkte
Fazit:

Die Olympus µ-7020 sorgt für gemischte Gefühle. Auf der einen Seite sind wir von der siebenfach zoomenden Weitwinkellinse begeistert, die Olympus in dem kleinen Gehäuse unterbringt. Andererseits enttäuscht uns die mittelmäßige Bildqualität, und wir vermissen Features wie einen HD-Videomodus.

12 Megapixel, 3-Zoll-Display, siebenfacher optischer Zoom und 28-Millimeter-Weitwinkel im schlanken Gehäuse – klingt nach einer ganz normalen Kompaktkamera. Welche Besonderheiten die Olympus µ-7020 bietet, verrät dieser Testbericht.

Nicht nur Chips schrumpfen auf immer kleinere Abmessungen und ermöglichen immer kompaktere Smartphones, Notebooks, Netbooks und Spielkonsolen. Auch im Bereich der Optik tut sich was: In weniger als drei Zentimeter dicken Kameras bringen die Hersteller heutzutage bereits zehnfache optische Zooms unter. Die Olympus µ-7020 stellt zwar mit einem siebenfach vergrößernden Objektiv nicht die Speerspitze der kompakten Superzoomer dar, misst dafür in der Dicke gerade einmal 2,6 Zentimeter.

Design

Mit ihrem Äußeren wird die µ-7020 wohl keinen Designpreis gewinnen. Vergleichen mit anderen Modellen des Herstellers, etwa der µ-9000 [1], wirkt das Gehäuse langweilig. Uns erinnert die Kamera etwas an einen Volvo: solide Leistung, aber irgendwie etwas kantig und öde. Die fotografierende Kiste ist in den Farben Silber, Schwarz und Rot erhältlich. Mit 133 Gramm ist sie weder außergewöhnlich schwer noch besonders leicht.


Übersichtlich: Nachdem sich Modusrädchen und Zoomwippe auf der Rückseite befinden, bringt Olympus oben auf dem Gehäuse lediglich An/Aus-Schalter und Auslöser unter.

Der Bildschirm dominiert die Rückseite des Gehäuses, rechts davon sitzen die Bedienelemente. Von oben nach unten gibt es da Zoomwippe, Modusrädchen, Menü- und Wiedergabe-Taste, Vier-Wege-Pad sowie Display- und Löschen-Taste. Die Position des Moduswahlschalters auf der Rück- anstelle der Oberseite ist etwas ungewohnt. Erfreulicherweise sind sämtliche Knöpfe hinterleuchtet.

Unten sitzen die Fächer für Akku und xD-Karte. Mit einem separat erhältlichen Adapter kommt die µ-7020 auch mit microSD-Karten zurecht. Wer im Urlaub geschossene Fotos im Hotelzimmer gleich auf dem Fernseher betrachten möchte, freut sich über den integrierten HDMI-Ausgang.

Ausstattung

Abgesehen von der 28-Millimeter-Weitwinkellinse mit siebenfachem Zoom bringt die µ-7020 ein 3 Zoll großes LC-Display, einen 12-Megapixel-Sensor und einen Bildstabilisator mit. Daneben gibt es noch die üblichen Features wie intelligente Automatik, Programmmodus, Szenenprogramme und Beauty-Funktion. Das kosmetische Feature entfernt Hautunreinheiten und sorgt für eine glatter wirkende Haut.

Außergewöhnlich hingegen sind die sogenannten Magic Filter – dabei handelt es sich im Grunde um die Art Filter [2], die Olympus in seine DSLRs und die E-P1 [3] integriert. Es stehen eine Reihe von Effekten, etwa Pop Art [4] und Lochkamera [2] zur Verfügung. Ob man dieses Feature in die Ecke Spielerei oder Nützliches schiebt, ist Geschmackssache.


Der Moduswahlschalter befindet sich hinten am Gehäuse und nicht, wie bei den meisten Kameras, auf der Oberseite.

Eine HD-Videofunktion bietet die µ-7020 leider nicht. Die Kamera zeichnet Videos lediglich in 640 mal 480 Pixeln im Motion-JPEG-Format auf. Zudem gibt es nur zwei Modi für die Belichtungsmessung: Spot und die olympuseigene Mehrfeldmessung ESP.

Leistung

Bis die Kompakte aus dem Tiefschlaf erwacht und das erste Bild im Kasten ist, vergehen etwa 1,5 Sekunden. Generell fühlt sich die Kamera recht fix an. Dazu trägt auch der Zoom bei, der förmlich von einem zum anderen Ende des Brennweitenbereichs rast. Allerdings ist die Schreibgeschwindigkeit auf die xD-Karten nicht sonderlich hoch. Das führt zu einer verhältnismäßig hohen Zwangspause zwischen den Aufnahmen.

Im Highspeed-Serienbildmodus schafft die Olympus µ-7020 elf Bilder in der Sekunde – allerdings mit einer Auflösung von 2048 mal 1536 Bildpunkten, also 3 Megapixeln. Nach 21 Fotos sind die Puffer voll, und die Kamera muss erst einmal verschnaufen. Die Auslöseverzögerung beträgt 0,1 beziehungsweise 0,4 Sekunden mit respektive ohne Vorfokussierung.

Der Bildschirm löst 230.000 Pixel auf und ist nicht sonderlich akkurat, was die Farben angeht. Damit fällt es nicht immer ganz leicht, zu erkennen, ob Weißabgleich & Co. korrekt eingestellt sind. Bei Innenaufnahmen beispielsweise wirkt das Bild auf dem Display wärmer, als es später tatsächlich ist.

Bildqualität

Im Weitwinkel weist die Optik eine leichte Verzerrung auf der linken Seite des Bilds auf. Für eine Kamera in dieser Klasse ist das allerdings nicht verwunderlich. Die Farben sind ziemlich realitätsnah und nicht übersättigt. Die Belichtung wählt die µ-7020 recht präzise. Im Programmmodus neigt die Kompakte zur Überbelichtung von hellen Bereichen. Die intelligente Automatik hingegen leistet auch bei kontrastreichen Motiven gute Dienste.

Verglichen mit einem ähnlichen Modell, etwa der Canon IXUS 110 IS [5], belichtet die µ-7020 etwas anders. Wie die nachfolgenden Bilder zeigen, wirken die Aufnahmen der Olympus-Kamera etwas stumpfer. Im Automatikmodus wählt sie die Einstellungen Belichtungszeit 1/50 Sekunde, Blende F3.0 und Lichtempfindlichkeit ISO 64. Die Canon-Kamera fotografiert mit 1/80 Sekunde, F2.8 und ISO 100. Die maximale Blendenöffnung von F2.8 bei der IXUS 110 IS ermöglicht etwas kürzere Verschlusszeiten.


Links ist das Bild der Olympus µ-7020 zu sehen, rechts das der Canon IXUS 110 IS.

Bei maximaler Brennweite wirken sämtliche Aufnahmen der µ-7020 leicht verschwommen – sogar bei Belichtungszeiten, bei denen zittrige Hände keine Rolle spielen dürften. Der Autofokus scheint ebenfalls nicht Schuld zu sein. Das nachfolgende Bild veranschaulicht die Problematik.


Bei der maximalen Brennweite von 196 Millimetern wirken alle Aufnahmen leicht unscharf.

In puncto Bildrauschen leistet die µ-7020 recht gute Dienste. Bei ISO 200 gibt es die ersten Störungen, die allerdings noch zu vernachlässigen sind. Mit ISO 400 geschossene Aufnahmen sehen immer noch ausgezeichnet aus. Ab ISO 800 lassen die Farben jedoch sichtbar nach, und ISO-1600-Fotos sind selbst für kleine Ausdrucke schon deutlich zu verrauscht.

Olympus µ-7020 Bildrauschen [6]

Bis zu einer Empfindlichkeit von ISO 400 bleiben die Aufnahmen der µ-7020 weitgehend von Bildrauschen verschont (zum Vergrößern auf das Bild klicken).

Fazit

Der Olympus µ-7020 fehlt das gewisse Extra. Mit ihrer Standard-Ausstattung und der durchschnittlichen Bildqualität sticht sie nicht aus der Masse heraus. Zudem ist es frustrierend, dass der Hersteller immer noch an den langsameren xD-Karten als Speichermedium festhält.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/41516030/olympus-7020-12-megapixel-kamera-mit-7-fach-zoom/

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[1] µ-9000: https://www.cnet.de/tests/digicam/41001990/testbericht/praktischer+12_megapixel_superzoomer+olympus+9000.htm

[2] Art Filter: https://www.cnet.de/digital-lifestyle/galerie/41003911/page/2/olympus+e_620+wir+testen+die+art+filter+der+neuen+dslr+in+sydney.htm#g

[3] E-P1: https://www.cnet.de/tests/digicam/41005877/testbericht/olympus+e_p1+im+test+tolle+bildqualitaet_+schwache+performance.htm

[4] Pop Art: https://www.cnet.de/digital-lifestyle/galerie/41003911/page/10/olympus+e_620+wir+testen+die+art+filter+der+neuen+dslr+in+sydney.htm

[5] Canon IXUS 110 IS: https://www.cnet.de/tests/digicam/41004685/testbericht/canon+ixus+110+is+haessliches+kamera_entlein+fuer+tolle+fotos.htm

[6] Image: https://www.cnet.de/i/c/products/2009/10/0910_olympus_mju-7020_rauschprofil_gr.jpg