Kaufberatung Camcorder: HD oder SD, Flash oder Festplatte?

Je größer der Brennweitenbereich eines Camcorders, desto höher die Flexibilität. Ein 30-facher optischer Zoom filmt in einem Moment das Matterhorn in seiner ganzen Pracht und bringt im nächsten Moment den Steinadler, der ums Gipfelkreuz kreist, aufs Bild.

Statisch: gar kein Zoom

Gleichbleibende Qualität vorausgesetzt, benötigt ein Objektiv mit einem stärkeren Zoom mehr Platz im Gehäuse. Die besonders kompakten Pocket Camcorder verzichten zugunsten ihrer hosentaschenfreundlichen Abmessungen komplett auf einen optischen Zoom. Nachdem die kleinen Videokameras nicht für Safaris und Trekkingtouren, sondern eher für spontane Drehs im Freundes- und Familienkreis konzipiert sind, spielt das ohnehin keine Rolle.

2- bis 5-fache Vergrößerung

Derart kurze Brennweitenbereiche finden sich entweder in besonders kompakten oder in sehr günstigen Modellen. So sind gute Full-HD-Camcorder mit dreifachem optischen Zoom bereits für rund 200 Euro erhältlich, einen zehnfache Vergrößerung kostet bei gleicher Auflösung mehr als doppelt so viel.

10- bis 15-fache Vergrößerung

Die Ungenauigkeit von extrem vergrößernden Linsen ist auch der Grund, wieso die Zoom-Schallmauer von Full-HD-Camcordern derzeit bei 15-fach liegt. Objektive, die einen größeren Brennweitenbereich abbilden, kommen nicht mehr mit der Leistung der hochauflösenden Bildsensoren hinterher. Wie das unten folgende Bild zeigt, bietet ein unterer zweistelliger Zoombereich immer noch eine für die meisten Situationen ausreichende Flexibilität.


Rechts ist das obere, links das untere Ende des Brennweitenbereichs bei einem zehnfachen optischen Zoom zu sehen.

Standard-Definition-Camcorder mit einem „kleinen“ Zoom bieten häufig eine bessere Bildqualität als ihre extrem vergrößerungsstarken Kollegen. Selbstverständlich ist das nur eine Faustregel und nicht ausschließlich vom Objektiv abhängig.

20- bis 70-fache Vergrößerung

Panasonics SDR-H80 bietet einen sagenhaften 70-fachen optischen Zoom. Mit einer maximalen Brennweite von 2643 Millimetern stößt der Standard-Definition-Camcorder in Bereiche vor, in denen sich Teleskope von Hobbyastronomen ansiedeln.

Superzoom-Camcorder: So wirken sich die verschiedenen Vergrößerungsstufen aus.

Superzoom-Camcorder: So schlägt sich ein 20-facher gegen einen 70-fachen Zoom (zum Vergrößern auf das Bild klicken).

Allerdings treten hier zwei Probleme auf: Bei derartigen Vergrößerungen ist es nicht mehr möglich, die Videokamera ruhig zu halten. Ohne Stativ geht nichts. Bei Zoomstufen oberhalb von 20- bis 30-fach gibt selbst der beste Bildstabilisator auf. Die andere Schwierigkeit besteht in der Qualität der eingesetzten Optik. Die Abbildungsgenauigkeit der Linsen, die das Licht über einen derart großen Brennweitenbereich auf den Sensor lenken müssen, ist deutlich schlechter, als die von schwachen Zooms.

Neueste Kommentare 

3 Kommentare zu Kaufberatung Camcorder: HD oder SD, Flash oder Festplatte?

  • Am 1. Dezember 2009 um 16:51 von Juergen Schulze

    Danke
    Vielen dank für diese gelungene erste Einführung.
    Jetzt weiß ich zumindestest, dass mir die Standard-Auflösung noch völlig genügt.

    • Am 9. November 2010 um 07:37 von Klaus

      AW: Danke
      Sehe ich auch so. Man muss angefangen beim PC, Software, DVD-Abspieler usw alles umstellen oder neu kaufen. Ich brauchte gestern mit einem guten DualCore für 5 Minuten Film aus einer Sony WX5 eine halbe Stunde für den Film. Mit Pinnacle Studio 12. Ohne Musik und ohne Überblendungen udgl. HD-Videokhea ist für mich auch erstmal erledigt.

  • Am 2. Juni 2011 um 15:38 von Stefan

    SD völlig ausreichend für super gute Camcorder zu Spitzenpreisen
    Ich habe mich im Vorfeld (vor diesem Artikel) schon erkundigt für den kommenden und deren kommenden Urlauben. Man(n) will halt doch nicht nur Digicam-Fotos machen, sondern auch "bewegende" Momente festhalten.
    Ich entschied mich nun vor gut einer Woche für einen Standard-Definition-Camcorder, weil jender Camcorder (Marke und Typ werde ich hier aus evtl. rechtlichen Sachen nicht posten) super Funktionen und Features hatte, was mir ein HD-Camcorder teils nicht geboten hätte und das doppelte oder 3-fache des Preises gekostet hätte.
    Mein Camcorder wurde auch hier im Artikel besprochen, 70x fach optischer Zoom, mechanischer Bildstabilisator, SD-Speicher bis zu 32 GB. Die Akkus sind halt so ….teuer, aber bei der "Bucht" kann man sich, auch wenns unschön aussieht, teils recht brauchbare Akkus zu sehr erschwinglichen Preisen kaufen (15-20 Euro, wo der Herstellerakku im Preis von 60-70 Euro läge).

    Letztendlich kann ich jedem "Spontan-Ab und zu – Filmer" eine SD-Camcorder ans Herz legen, welcher im Preisgehabe von ca. 200-250 Euro liegt und top ausgestattet ist. Sollte man später das Camcorden als Hobby haben, oder einen HD-Fernseher besitzen, kann man sich in 2-3 Jahren auch noch einen HD-Camcorder kaufen.
    Nur jetzt schon auf 500-1000 Euro Geräte einzusteigen und dann im Jahr 2x Geburtstage und 2x Urlaube zu filmen, reicht ein SD-Camcorder völligst aus, was ja auch – wie aus dem Bericht von cnet.de entnommen werden kann) eine gute DVD-Qualität zu Stande bringt.

    Perfekt für mich, auch perfekt für andere…..

    Grüße Stefan

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