Scharfes Bild und klarer Ton: HD-Fernseher richtig verkabeln

Die verschiedenen Video-Anschlüsse

Am Anschlusspanel eines modernen Fernsehers finden sich zahlreiche unterschiedliche Buchsen. Dadurch ist es kein großes Problem, alle vorhandenen AV-Komponenten anzuschließen. Allerdings ist die Übertragungsqualität je nach Verbindungsart besser oder schlechter. Wir fangen mit der bestmöglichen Übertragungsvariante an und arbeiten uns zur schlechtesten vor.


So sieht ein typisches Anschlusspanel eines Fernsehers aus. Der wichtigste Eingang für HD-Qualität ist der HDMI-Port.

HDMI
Das High Definition Multimedia Interface ist, wie sein Name schon sagt, für die digitale Übertragung in hoher Qualität geeignet. Es stellt die beste und einfachste Methode dar, HD-fähige Komponenten miteinander zu verkabeln. Der Standard überträgt Bilder in Auflösungen bis zu Full-HD (1080p), also der maximal möglichen Qualität. Zusätzlich transportiert er Mehrkanal-Audiosignale digital und unkomprimiert. Allerdings gibt es verschiedene HDMI-Versionen, die in der Praxis für Probleme sorgen.

DVI
PC-Besitzer kennen das Digital Video Interface von ihrem Monitor. Es überträgt Videosignale ebenfalls digital und in Full-HD-Auflösung, ist allerdings etwas überholt. Da es ein Vorgänger von HDMI ist, gibt es Adapter von HDMI auf DVI und umgekehrt. Allerdings kommt es auch hier aufgrund der unterschiedlichen HDMI-Versionen gelegentlich zu Schwierigkeiten. Darüber hinaus gibt es keine Audio-Übertragung.

IEEE 1394
Diese digitale Verbindung ist auch als FireWire (Apple) und iLink (Sony) bekannt. Sie transportiert sowohl HD-Video- als auch -Audiosignale. Im Gegensatz zu HDMI erlaubt IEEE 1394 außerdem ein Aufnahmen. Allerdings kommt dieser Standard bei modernen Heimkinokomponenten kaum noch zum Einsatz.

Component-Video
Wenn an einem Gerät kein HDMI- oder DVI-Anschluss vorhanden ist, stellt Component-Video die beste Möglichkeit für die Bildübertragung dar. Das Kabeltrio ist theoretisch in der Lage, Auflösungen bis 1080p zu übermitteln. Eine Tonübertragung gibt es nicht. Außerdem liegt die maximal mögliche Auflösung in der Praxis bei Geräten, die statt eines HDMI-Ports nur einen Component-Video-Anschluss an Bord haben, bei 1080i. Bei 1080i werden Halbbilder anstatt der von 1080p bekannten Vollbilder übertragen. Beim Zusammenfügen der Halbbilder kann es zu Problemen und Bildfehlern kommen.

S-Video
Der runde Stecker mit mehreren Pins transportiert SD-Videosignale analog. Im Gegensatz zu den bisher genannten Übertragungsverfahren kommt es dadurch zu einem Qualitätsverlust. Dennoch ist S-Video die beste Möglichkeit der analogen Übermittlung: Es separiert Helligkeits- und Farbanteile des Signals, wodurch die Verluste gering bleiben. Für das Anschließen von Nicht-HD-Komponenten eignet es sich ideal. Allerdings verschlechtert sich die Bildqualität bei Kabellängen von über zehn Metern rapide.

Composite-Video
Dieser meist gelbe Cinch-Stecker ist die Notlösung bei der analogen SD-Videoübertragung. Farb- und Helligkeitssignale gelangen zusammengemischt über nur ein Kabel von einem Gerät zum anderen, was ein verrauschtes, fehlerbehaftetes Bild zur Folge hat.

Scart
Der französische Standard Syndicat des Constructeurs d’Appareils Radiorécepteurs et Téléviseurs war lange Zeit die einfache Anschlussmöglichkeit. Heute ist er veraltet und kommt kaum noch vor. Der Anschluss überträgt SD-Video- und Stereo-Audiosignale analog. Je nach Gerät kommen dabei die Übertagungsmethoden von Composite-Video, S-Video oder Component-Video zum Einsatz. Allerdings verschlechtert sich die Qualität schon nach einer Kabellänge von rund drei Metern beträchtlich. Zudem ist der Stecker äußerst störungsanfällig. Daher raten wir von der Verwendung von Scart komplett ab.

Die Probleme von HDMI

HDMI ist die beste Methode, ein digitales HD-Signal von einem Gerät zu einem anderen zu schicken. Allerdings sorgen unterschiedliche Versionen und der integrierte Kopierschutz für Schwierigkeiten.


Obwohl der HDMI-Anschluss immer gleich aussieht, gibt es entscheidende Unterschiede, die zu großen Problemen führen können.

Hintergrund

HDMI ist ein von Hollywood anerkannter Standard. Er ist sicherer als IEEE 1394 und nicht für Aufnahmen geeignet. Der Grund: Filmstudios und Fernseherhersteller waren stark in die Entwicklung von HDMI involivert – und dem damit verbundenen Kopierschutz HDCP.

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