Acer Aspire 1810T: Subnotebook zum Netbook-Preis

von Joachim Kaufmann am , 18:58 Uhr

Pro
  • lange Batterielaufzeit
  • im Vergleich zum Atom bessere Performance
  • komfortable Tastatur
Con
  • spiegelndes und stark blickwinkelabhängiges Display
  • empfindlich gegen Fingerabdrücke
  • RAM etwas knapp bemessen
Hersteller: Acer Listenpreis: 599 Euro
ZDNet TESTURTEIL: SEHR GUT 8,0 von 10 Punkte
Fazit:

Das Acer Aspire 1810T vereint den Gebrauchswert eines Notebooks mit der Portabilität und Akkulaufzeit eines Netbooks - für attraktive 500 Euro. Das vorinstallierte Windows 7 Home Premium läuft erfreulich flüssig. Lediglich das spiegelnde Display trübt den Eindruck etwas.

Das 499 Euro teure Acer Aspire 1810T ist kaum schwerer und größer als ein Netbook, bietet aber Dual-Core-CPU statt Atom, hochauflösendes Display und flottere Grafik. Wir zeigen, warum man dafür die meisten Netbooks stehen lassen sollte.

Der Erfolg des Intel Atom kam für seinen Schöpfer überraschend. Eigentlich sollte die Stromspar-CPU in Mobile Internet Devices zum Einsatz kommen, wie sie bisher lediglich auf dem Intel Developer Forum zu besichtigen sind. Für Netbooks – die in Wahrheit als kleine Notebooks gesehen und genutzt werden – war der Chip nicht konzipiert.

Zwar wurden Netbooks aufgrund kompakter Abmessungen, niedriger Preise und langer Akkulaufzeiten quasi über Nacht zum Bestseller. So mancher Nutzer wünscht sich neben einer höheren Display-Auflösung aber doch mehr Performance. Denn selbst das Surfen im Web ist aufgrund von Tabbed Browsing und umfangreichen Plug-ins zum leistungszehrenden Unterfangen geworden.

Mit dem Aspire 1810TZ-412G25n Timeline zielt Acer [1] auf Netbook-Freunde, die sich etwas mehr Rechenleistung wünschen. Die Zutaten sind ein Dual-Core-Prozessor auf Core-2-Basis, Intels neueste Notebook [2]-Grafik und ein 11,6-Zoll-Screen mit 1366 mal 768 Pixeln Auflösung.

Eingabe und Schnittstellen

Äußerlich ähnelt das Aspire mit seinem schwarzen, hochglanzlackierten Deckel der Netbook-Serie Aspire One [3]. Ein echter Hingucker ist das Subnotebook zwar nicht, insgesamt gefällt uns die Optik aber. Auf dem Deckel und dem Rahmen um das Display sieht man jeden Fingerabdruck.

Die Tastatur, die etwas Abstand zwischen den großen Tasten lässt, ermöglicht komfortables Tippen. Von Netbook-typischen Entbehrungen ist man hier weit entfernt. Handballenauflage und Touchpad sind optisch und haptisch kaum zu unterscheiden. In der Praxis stellt das kein Problem dar, da die darunter liegenden Maustasten als Orientierung dienen. Es verfügt über Multitouch-Fähigkeiten: Das Ziehen zweier Finger ermöglicht Scrollen, das Spreizen und Zusammenziehen zoomt.

Der 11,6-Zoll-Screen löst 1366 mal 768 Bildpunkte auf, und damit genau so viel wie das 13,3-Zoll-Display des großen Bruders Aspire 3810T [4]. Die Darstellung ist etwas kleiner, aber immer noch gut lesbar. Im Vergleich zum typischen Netbook-Screen mit 1024 mal 600 Pixeln Auflösung ergeben sich deutliche Vorteile bei der Ergonomie: Man kann mehr darstellen und muss spürbar weniger scrollen. Die Darstellung ist scharf, es zeigt sich aber eine deutliche Blickwinkelabhängigkeit. Wie bei fast allen Consumer-Notebooks ist das Display mit einer Glare-Beschichtung überzogen, was störende Reflexionen zur Folge hat.

Das Aspire verfügt über drei USB-Ports und eine Gigabit-Ethernet-Schnittstelle. Für den Anschluss von Monitoren stehen D-Sub (VGA) oder und HDMI zur Verfügung. Ein optisches Laufwerk ist nicht integriert – hallo, Netbooks. Das Gerät nimmt per WLAN nach 802.11b, g und n oder Bluetooth drahtlos Kontakt zur Außenwelt auf.

Der Kartenleser akzeptiert die Formate SD, MMC, xD, Memory Stick und Memory Stick PRO. Ein Expresscard-Slot ist nicht vorhanden, was die Erweiterungsmöglichkeiten einschränkt.

Das Aspire wiegt mit 1,45 Kilo gut 200 Gramm mehr als ein 10,1-Zoll-Netbook. Auch die Abmessungen von 28,5 mal 20,4 mal 3 Zentimeter sind natürlich etwas größer.

Ausstattung

Statt des stromsparenden, aber langsamen Atom verbaut Acer eine CPU, die auf der leistungsfähigen Core-2-Architektur basiert: den Pentium SU4100 [5] mit zwei Rechenkernen. Dabei handelt es sich um eine etwas abgespeckte Version des Ultra-Low-Voltage-Chips Core 2 Duo SU9400 [6], die mit 1,3 statt 1,4 GHz läuft und 2 statt 3 MByte L2-Cache an Bord hat. Auch die Virtualisierungsfunktionen stehen nicht zu Verfügung, was bei dieser Geräteklasse aber praktisch keine Rolle spielt.

Die auch in vielen Standard-Notebooks eingesetzte Intel-GMA-X4500MHD-Grafik bietet zwar verglichen mit ATI- und Nvidia-Chipsätzen eine eher niedrige 3D-Leistung. Sie ist erheblich schneller als der in Netbooks üblicherweise verbaute GMA 950. In Verbindung mit der niedrig getakteten CPU eignet sich das Aspire trotzdem nur für Casual Gaming.

Der Arbeitsspeicher ist mit 2 GByte zwar gerade noch ausreichend, aber nicht üppig bemessen. Nach dem Booten stehen noch rund 1,2 GByte zur Verfügung. Positiv in diesem Zusammenhang: Aufrüsten geht problemlos, da nur einer von zwei Slots bestückt ist und nur eine Abdeckung am Boden entfernt werden muss.

Die Festplatte bietet 250 GByte Speicherplatz und arbeitet mit den üblichen 5400 Umdrehungen pro Minute. Auch hier ist über einen ähnlichen Mechanismus der Austausch gegen ein größeres Laufwerk oder eine schnelle SSD möglich.

Die integrierte Webcam bietet eine Auflösung von 640 mal 480 Bildpunkten. Bei schlechten Lichtverhältnissen ist die Darstellung nicht ganz flüssig.

Leistung und Akkulaufzeit

Das Aspire 1810TZ ist zwar etwas schwerer und größer ein atombasiertes Netbook, der PC Mark Vantage zeigt aber auch, dass es leistungsmäßig in einer anderen Liga spielt. Es ist gar nicht weit entfernt von einem großeren 13,3-Zöller, der die gleiche Grafik, aber einen höher getakteten, stromhungrigeren Core 2 Duo verwendet.

PC Mark Vantage

Acer Aspire 1810T 1,6-GHz-Atom, GMA 950 2,1-GHz-Core-2-Duo, GMA 4500MHD
PC Mark Suite 2754 1084 3020
Memories Suite 1564 383 1942
TV and Movies Suite 1962 780 2811
Gaming Suite 1491 535 1898
Music Suite 3133 1606 3285
Communication Suite 2844 1030 3411
Productivity Suite 2382 935 2764
HDD Test Suite 3182 2312 3031

Der wechselbare 5600-mAh-Akku versorgt das Gerät beim Surfen im Internet bei weitestmöglich abgedunkelter Hintergrundbeleuchtung rund sechs Stunden mit Strom. Der Lüfter des Aspire ist bei moderater Auslastung kaum hörbar. Unter Volllast dreht er aber deutlich hoch.

Software

Acer liefert das Aspire mit Windows 7 Home Premium in der 64-Bit-Version aus. Wie bei OEM-Geräten üblich besiedleln zahlreiche Icons den Desktop, beispielsweise eine Verknüpfung zu Ebay, zum Zubehör-Shop von Acer oder zu McAfee Security Center. Die vorinstallierte Sicherheitslösung bietet kostenfrei Signatur-Updates für 60 Tage, nervt den Anwender aber mit ständigen Aufforderungen zur Registrierung.

Auch eine Backup-Software, verschiedene Adobe-Tools (Reader und Air) und zwei kleine Spiele sind vorhanden. Die Maschine lässt sich flüssig bedienen, was auf das gute Antwortverhalten von Windows 7 zurückzuführen ist. Trotzdem empfiehlt es sich, vor einer ernsthaften Nutzung des Geräts erst einmal aufzuräumen.

Fazit

Das Acer Aspire 1810T vereint den Gebrauchswert eines Notebooks mit der Portabilität und Akkulaufzeit eines Netbooks – für attraktive 500 Euro. Das vorinstallierte Windows 7 Home Premium läuft erfreulich flüssig. Lediglich das spiegelnde Display trübt den Eindruck etwas.

Wer auf der Suche nach einem kompakten Rechner ist und bislang eher an ein Netbook gedacht hat, sollte sich das 1810T genau ansehen. Alternativen sind das AMD-basierte Acer Ferrari One [7] mit schnellerer ATI Mobility-Radeon-3200-Grafik oder Atom-Netbooks mit Nvidia Ion, beispielsweise das Samsung [8] N510. Beide haben zwar eine stärkere Grafik, bei der AMD-Lösung muss man aber mit kürzeren Akkulaufzeiten rechnen, und die Ion-Geräte haben das Makel der langsamen CPU.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/41522141/acer-aspire-1810t-subnotebook-zum-netbook-preis/

URLs in this post:

[1] Acer: http://www.cnet.de/unternehmen/acer/

[2] Notebook: http://www.cnet.de/themen/notebook/

[3] Aspire One: http://www.acer.de/acer/product_detail.do?slot21e=%01&slot30e_presel=%01&slot44e_presel=%01&slot11e=%01&slot42e=%01&slot36e=%01&slot32e=%01&slot45e_presel=%01&slot34e_presel=%01&slot4e_presel=%01&slot6e_presel=%01&slot42e_presel=%01&slot22e=%01&slot49e_presel=%01&slot32e_presel=%01&slot22e_presel=%01&link=oln108e.redirect&slot20e_presel=%01&slot37e_presel=%01&slot34e=%01&slot38e=%01&slot44e=%01&slot40e_presel=%01&slot1e_presel=%01&slot1e=%01&slot10e_presel=%01&slot36e_presel=%01&slot20e=%01&slot8e_presel=%01&slot14e=%01&slot47e_presel=%01&slot11e_presel=%01&slot33e=%01&slot2e_presel=%01&slot43e=%01&slot37e=%01&CRC=314501644

[4] Aspire 3810T: https://www.cnet.de/mobiles_arbeiten_notebook_laptop_acer_timeline_3810t_nach_etwas_tuning_guter_13_zoeller_review-20000151-41005756-1.htm

[5] Pentium SU4100: http://ark.intel.com/Product.aspx?id=43568

[6] Core 2 Duo SU9400: http://ark.intel.com/Product.aspx?id=36697&code=Intel%C2%AE+Core%E2%84%A22+Duo+Processor+SU9400+(3M+Cache%2c+1.40+GHz%2c+800+MHz%2c+FSB)

[7] Acer Ferrari One: https://www.cnet.de/tests/desktop/41508869/knallrotes+netbook+im+test+acer+ferrari+one.htm

[8] Samsung: http://www.cnet.de/unternehmen/samsung/