A12: GR-Objektiv 1:2,5/50 mm Makro

Das spektakulärere und teurere Aufnahmemodul heißt A12. Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 670 Euro. Zusammen mit dem Gehäuse bedeutet das also Kosten von 1129 Euro. Dafür gibt es allerdings auch einen 12-Megapixel-CMOS-Sensor im APS-C-Format. Die meisten Spiegelreflexkameras im Segment unter 2000 Euro setzen auf Bildsensoren dieser Größe. Als Optik kommt ein Festbrennweitenobjektiv zum Einsatz, also eine Linse, die über keinen Zoom verfügt. Die Brennweite liegt bei 50 Millimetern im Kleinbildäquivalent.

Mit einem größten Abbildungsmaßstab von 1:2 und einer Naheinstellgrenze von 7 Zentimetern eignet sich das Objektiv außerdem für Makroaufnahmen. Die Werte sagen aus, dass aus einer Entfernung von 7 Zentimetern ein Objekt, das doppelt so groß ist wie der Sensor, formatfüllend abgebildet wird. Sprich, der 23,6 mal 15,7 Millimeter messende APS-C-Sensor lichtet im Idealfall einen 4,7 mal 3,1 Zentimeter großen Blütenkelch in seiner vollen 12-Megapixel-Pracht ab. Die Makrofunktion begeistert uns.


Im Makromodus bringt das 50-Millimeter-Modul erstaunlich viele Details aufs Bild.

Dank einer kleinsten Blende von F2,5 sorgt die Optik außerdem zusammen mit dem großzügig dimensionierten Sensor für eine sehr selektive Tiefenschärfe. Das ist beispielsweise für Portraitfotos sehr schön, da die fotografierte Person scharf erscheint, während der Hintergrund verschwimmt.


Nettes Bokeh: Dank des großen Sensors und des recht lichtstarken Objektivs lässt sich eine schöne Hintergrundunschärfe erzielen.

An Lichtempfindlichkeiten stehen Werte zwischen ISO 200 und 3200 zur Verfügung. Wir sind überrascht, wie wenig Störungen der Prototyp selbst bei maximaler Einstellung aufs Bild bringt. Ein Farbrauschen ist – ganz gleich, ob die Rauschunterdrückung aktiviert oder abgeschaltet ist – nicht zu erkennen. Stattdessen tritt eine mehr oder weniger starke Körnung auf. Aber selbst mit ISO 3200 geschossene Fotos sehen immer noch sehr gut aus. Angesichts der Tatsache, dass Ricoh bei diesem Aufnahmemodul zu Gunsten der kompakten Abmessungen auf einen Bildstabilisator verzichtet, ist ein gutes Rauschprofil wichtig.

Ricoh GXR Bildrauschen

Das Festbrennweitenmodul braucht sich mit seinem hervorragenden Rauschprofil nicht hinter Spiegelreflexkameras im Einsteigersegment zu verstecken (zum Vergrößern auf das Bild klicken).

Zusätzlich bietet dieses Aufnahmemodul auch noch einen HD-Videomodus. Im Gegensatz zu den übrigen Funktionen enttäuscht dieser allerdings. Während dem Dreh ist der Fokus fixiert – erst ein nahes und dann ein entferntes Objekt filmen ist also nicht drin. Außerdem würden wir uns manuelle Einstellungen bei der Filmfunktion wünschen, etwa von Blende und Belichtungszeit. Aber wer weiß, die Firmware ist noch nicht final, und bis zur Serienversion hat Ricoh noch einen knappen Monat Zeit.

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