Angetestet: Ricoh GXR greift Micro-Four-Thirds an

von Stefan Möllenhoff am , 17:44 Uhr

Pro
  • innovatives Aufnahmemodul-System
  • geniale Festbrennweite mit toller Bildqualität
  • zahlreiche manuelle Einstellungsmöglichkeiten
Con
  • Rauschen und Fokusprobleme bei Zoom-Modul
  • teuer
Hersteller: Ricoh Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: NICHT GETESTET 0,0 von 10 Punkte
Fazit:

Die GXR startet im Dezember mit zwei verschiedenen Modulen in den Markt. Von den beiden Vorserienmodulen kann uns eines überzeugen, das andere enttäuscht. Die Festbrennweite - die positive Überraschung - zeigt eindrucksvoll, zu was Ricohs revolutionäre Kamera in der Lage ist. Eines steht fest: Der japanische Hersteller erntet Respekt. Denn ein solches System auf den Markt zu bringen, erfordert einiges an Mut.

Wechselobjektive sind ein alter Hut. Bereits seit über 85 Jahren gibt es Kameras mit austauschbaren Optiken. Der japanische Hersteller Ricoh geht nun einen Schritt weiter und zeigt mit seiner GXR eine Digicam, bei der Fotografen nicht nur die Linsen, sondern auch gleich Bildsensor und Bildprozessor wechseln. Wir hatten bereits die Gelegenheit, einen Prototypen der neuen Serie auszuprobieren.

Digicams mit den Abmessungen einer Kompaktkamera und der Bildqualität einer DSLR – diesen Spruch hört man derzeit häufig aus den Lagern von Olympus und Panasonic. Die beiden Konzerne haben den Micro-Four-Thirds-Standard entwickelt, der eine Konstruktion von handlichen Fotoapparaten mit vergleichsweise großen Bildsensoren ermöglicht. Nun stellt auch Ricoh ein jackentaschenfreundliches Modell vor, das Sensorgrößen von bis zu APS-C ermöglicht – und damit die Konkurrenz in puncto lichtempfindlicher Fläche schlägt.

Der Trick bei Ricoh besteht darin, dass das Objektiv fest mit Bildsensor und Bildprozessor verbunden ist. Es lässt sich also nicht die Optik einzeln, sondern nur das Dreierpack komplett austauschen. Die drei Komponenten bingt Ricoh in einem so genannten Aufnahmemodul unter.

Was haben Fotografen von dem neuen System?

Je größer der Bildsensor, desto mehr Licht fängt er ein. Und je mehr Lichtteilchen auf den Sensor treffen, desto geringer ist die Ausleseempfindlichkeit. Das wiederum sorgt für weniger Rauschen auf den Aufnahmen. Zudem ermöglicht ein größerer Bildsensor höhere Empfindlichkeiten. Damit sind auch bei schlechten Lichtverhältnissen noch gut ausgeleuchtete Fotos möglich – bei kurzen Belichtungszeiten.

Allerdings kann auch ein kleiner Sensor von Vorteil sein. Denn je kompakter der Chip, desto kompaktere Objektive sind realisierbar. Mit der dreifach vergrößernden Linse und dem 1/1,7 Zoll großen S20-Modul passt die GXR beispielsweise noch problemlos in die Jackentasche. Beim APS-C-Format wären derartige Optiken nicht möglich. Hier ist Ricohs neues System der Konkurrenz definitiv einen mutigen Schritt voraus. Je nach Situation passt der Fotograf bei der GXR also nicht nur das Objektiv, sondern auch den Bildsensor an seine Bedürfnisse an – und bewegt sich stets in kompakten Dimensionen.


Wechselobjektiv 2.0: Bei der Ricoh GXR tauscht der Fotograf nicht nur die Optik, sondern auch Bildprozessor und Sensor.

Aufnahmemodule wechseln, aber wie?

Anstatt das Objektiv auf ein rundes Bajonett zu stecken, schieben Ricoh-Nutzer das quadratische Aufnahmemodul seitlich in das Kameragehäuse. Die Wechselsystemschnittstelle befindet sich bei der Ricoh GXR nicht zwischen Objektiv und Bildsensor, sondern hinter dem Bildprozessor. Dadurch liegt niemals ein empfindlicher Teil des Innenlebens frei, wenn der Fotograf ein Modul tauscht, sondern lediglich ein Stecker.

Der Mechanismus, mit dem das Aufnahmemodul in der Kamera einrastet, macht einen soliden Eindruck. Der Wechsel selbst ist mit erfreulich wenig Aufwand verbunden: Schieber am Handgriff nach links drücken, altes Modul abziehen, neues einstecken – fertig. Sowohl die Aufnahmemodule als auch das aus einer Magnesiumlegierung gefertigte Gehäuse machen einen sehr soliden Eindruck und sind dennoch erstaunlich leicht.

Design

Auf der Rückseite der Kamera befindet sich ein 3 Zoll großes Display, das 920.000 Bildpunkte auflöst. Darüber verbaut Ricoh drei Tasten für Schnelleinstellungen, Blitz und zum Umschalten zwischen Bildschirm und Sucher als Anzeige. Rechts neben den Buttons befindet sich ein proprietärer Stecker, der unter anderem dazu dient, die Bilddaten an einen digitalen Aufstecksucher zu übermitteln.


Wer schon einmal mit einer Bridge- oder Spiegelreflexkamera fotografiert hat, dürfte sich bei der GXR schnell zurechtfinden.

Neben der Anzeige sitzt ein Vier-Wege-Pad mit Menü/OK-Taste in der Mitte. Darüber gibt es zwei Knöpfe zum Wechseln in den Wiedergabemodus und zum Aktivieren der Makrofunktion. Unterhalb des Navigationspads befinden zwei weitere Buttons für Selbstauslöser und Löschen sowie zum Anpassen der auf dem Display dargestellten Informationen.

Auf der Oberseite bringt Ricoh An/Aus-Schieber, Auslöser und Moduswahlschalter unter. Das Modusrädchen enthält die üblichen halb- und vollmanuellen PASM-Features sowie Szenenprogramme, Automatik und drei Slots für beliebige Konfigurationen des Nutzers. Um ein versehentliches Verstellen des Wahlschalters zu vermeiden, befindet sich vor dem Drehelement eine Arretiertaste.

Zum schnellen Anpassen von Blende und Belichtungszeit gibt es zwei Bedienelemente, die sich bequem mit dem Daumen und dem Zeigefinger erreichen lassen. Das Rädchen unter dem Zeigefinger dient dem Einstellen der Blendenzahl, der rundliche Schieber auf der Rückseite wählt die Belichtungszeit. Ein Druck auf den Schieber holt außerdem ein weiteres Schnellmenü aufs Display, das die Punkte Weißabgleich, ISO-Empfindlichkeit, Bildqualität, Bildstil und Fokus-/Belichtungspunkt wählen bereithält.

Ausstattung

Die klassischen technischen Daten wie optischer Zoom sowie Sensorgröße und -auflösung sind bei der Ricoh GXR abhängig von dem gerade eingesetzten Aufnahmemodul. Uns stehen zum Experimentieren die beiden ab 4. Dezember erhältlichen Bausteine A12 und S10 zur Verfügung. Doch zunächst widmen wir uns den Ausstattungsmerkmalen des Gehäuses.

Tabelle anzeigen: Ricoh GXR, Olympus E-P2 und Panasonic Lumix DMC-GF1 im Überblick [1]

Ricoh GXR, Olympus E-P2 und Panasonic Lumix DMC-GF1 im Überblick [1]

Hersteller Ricoh Ricoh Olympus Olympus Panasonic Panasonic Hersteller
Modell GXR GXR E-P2 E-P2 Lumix DMC-GF1 Lumix DMC-GF1 Modell
UVP für Body 459 Euro 459 Euro 899 Euro 899 Euro 649 Euro 649 Euro UVP für Body
UVP (mit Objektiv) 829 Euro (Zoom) 1129 Euro (Festbrennweite) 949 Euro (Zoom) 1049 Euro (Festbrennweite) 849 Euro (Zoom) 949 Euro (Festbrennweite) UVP (mit Objektiv)
Bildsensor 1/1,7-Zoll-CCD (7,6 x 5,7 mm) APS-C (23,6 x 15,7 mm) Live-MOS (17,3 x 13,0 mm) Live-MOS (17,3 x 13,0 mm) Live-MOS (17,3 x 13,0 mm) Live-MOS (17,3 x 13,0 mm) Bildsensor
Auflösung 10,0 Megapixel 12,2 Megapixel 12,3 Megapixel 12,3 Megapixel 12,0 Megapixel 12,0 Megapixel Auflösung
Empfindlichkeiten ISO 100 – 3200) ISO 200 – 3200 ISO 100 – 6400 ISO 100 – 6400 ISO 100 – 3200 ISO 100 – 3200 Empfindlichkeiten
Optischer Zoom 3-fach nein 3-fach nein 3,2-fach nein Optischer Zoom
Brennweitenbereich (KB) 24 – 72 mm 50 mm 28 – 84 mm 34 mm 28 – 90 mm 40 mm Brennweitenbereich (KB)
Lichtstärke F2,5 – F4,4 F2,5 F3,5 – F5,6 F2,8 F3,5 – F5,6 F1,7 Lichtstärke
Bildstabilisator mechanisch nein mechanisch mechanisch optisch nein Bildstabilisator
Max. Fotoauflösung 3648 x 2736 Pixel 4288 x 2848 Pixel 4032 x 3042 Pixel 4032 x 3042 Pixel 4000 x 3000 Pixel 4000 x 3000 Pixel Max. Fotoauflösung
Max. Videoauflösung 640 x 480 Pixel @ 30 fps 1280 x 720 Pixel @ 24 fps 1280 x 720 Pixel @ 30 fps 1280 x 720 Pixel @ 30 fps 1280 x 720 Pixel @ 30 fps 1280 x 720 Pixel @ 30 fps Max. Videoauflösung
Integrierter Blitz ja ja nein nein ja ja Integrierter Blitz
Optionaler Sucher elektronisch elektronisch optisch, elektronisch optisch, elektronisch elektronisch elektronisch Optionaler Sucher
Abmessungen (Body) 11,4 x 7,0 x 2,9 cm 11,4 x 7,0 x 2,9 cm 12,1 x 7,0 x 3,5 cm 12,1 x 7,0 x 3,5 cm 11,9 x 7,1 x 3,6 cm 11,9 x 7,1 x 3,6 cm Abmessungen (Body)
Abmessungen (mit Objektiv) 11,4 x 7,0 x 4,4 cm 11,4 x 7,0 x 7,7 cm 12,1 x 7,0 x 7,9 cm 12,1 x 7,0 x 5,7 cm 11,9 x 7,1 x 11,9 cm 11,9 x 7,1 x 6,2 cm Abmessungen (mit Objektiv)
Gewicht (Body) 160 g 160 g 335 g 335 g 385 g 385 g Gewicht (Body)
Gewicht (mit Objektiv) 325 g 423 g 485 g 406 g 685 g 485 g Gewicht (mit Objektiv)

Auf der Unterseite des gerade einmal 160 Gramm schweren Bodys befindet sich eine Klappe, die den Akku und den SD/SDHC-Kartenleser beherbergt. Geschossene Bilder speichert die Ricoh CXR wahlweise im JPEG- oder im RAW-Format – auf Wunsch auch beides gleichzeitig. Für Videos steht der Motion-JPEG-Codec zur Verfügung, als Container kommt AVI zum Einsatz. Aufgenommene Fotos und Videos zeigt die Systemkamera dank HDMI- und AV-Ausgang ohne Umweg über den PC auf Fernsehern und Projektoren an. Der obligatorische USB-Anschluss ist ebenfalls vorhanden.

A12: GR-Objektiv 1:2,5/50 mm Makro

Das spektakulärere und teurere Aufnahmemodul heißt A12. Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 670 Euro. Zusammen mit dem Gehäuse bedeutet das also Kosten von 1129 Euro. Dafür gibt es allerdings auch einen 12-Megapixel-CMOS-Sensor im APS-C-Format. Die meisten Spiegelreflexkameras im Segment unter 2000 Euro setzen auf Bildsensoren dieser Größe. Als Optik kommt ein Festbrennweitenobjektiv zum Einsatz, also eine Linse, die über keinen Zoom verfügt. Die Brennweite liegt bei 50 Millimetern im Kleinbildäquivalent.

Mit einem größten Abbildungsmaßstab von 1:2 und einer Naheinstellgrenze von 7 Zentimetern eignet sich das Objektiv außerdem für Makroaufnahmen. Die Werte sagen aus, dass aus einer Entfernung von 7 Zentimetern ein Objekt, das doppelt so groß ist wie der Sensor, formatfüllend abgebildet wird. Sprich, der 23,6 mal 15,7 Millimeter messende APS-C-Sensor lichtet im Idealfall einen 4,7 mal 3,1 Zentimeter großen Blütenkelch in seiner vollen 12-Megapixel-Pracht ab. Die Makrofunktion begeistert uns.


Im Makromodus bringt das 50-Millimeter-Modul erstaunlich viele Details aufs Bild.

Dank einer kleinsten Blende von F2,5 sorgt die Optik außerdem zusammen mit dem großzügig dimensionierten Sensor für eine sehr selektive Tiefenschärfe. Das ist beispielsweise für Portraitfotos sehr schön, da die fotografierte Person scharf erscheint, während der Hintergrund verschwimmt.


Nettes Bokeh [2]: Dank des großen Sensors und des recht lichtstarken Objektivs lässt sich eine schöne Hintergrundunschärfe erzielen.

An Lichtempfindlichkeiten stehen Werte zwischen ISO 200 und 3200 zur Verfügung. Wir sind überrascht, wie wenig Störungen der Prototyp selbst bei maximaler Einstellung aufs Bild bringt. Ein Farbrauschen ist – ganz gleich, ob die Rauschunterdrückung aktiviert oder abgeschaltet ist – nicht zu erkennen. Stattdessen tritt eine mehr oder weniger starke Körnung auf. Aber selbst mit ISO 3200 geschossene Fotos sehen immer noch sehr gut aus. Angesichts der Tatsache, dass Ricoh bei diesem Aufnahmemodul zu Gunsten der kompakten Abmessungen auf einen Bildstabilisator verzichtet, ist ein gutes Rauschprofil wichtig.

Ricoh GXR Bildrauschen [3]

Das Festbrennweitenmodul braucht sich mit seinem hervorragenden Rauschprofil nicht hinter Spiegelreflexkameras im Einsteigersegment zu verstecken (zum Vergrößern auf das Bild klicken).

Zusätzlich bietet dieses Aufnahmemodul auch noch einen HD-Videomodus. Im Gegensatz zu den übrigen Funktionen enttäuscht dieser allerdings. Während dem Dreh ist der Fokus fixiert – erst ein nahes und dann ein entferntes Objekt filmen ist also nicht drin. Außerdem würden wir uns manuelle Einstellungen bei der Filmfunktion wünschen, etwa von Blende und Belichtungszeit. Aber wer weiß, die Firmware ist noch nicht final, und bis zur Serienversion hat Ricoh noch einen knappen Monat Zeit.

S10: RICOH-Objektiv 2,5-4,4/24-72 mm VC

Als nächstes ist das 370-Euro-Modul mit dem dreifachen optischen Zoom an der Reihe. Es verfügt über deutlich kompaktere Maße als sein Bruder – und über einen kleineren Bildsensor. Der 1/1,7-Zoll-große CCD-Chip löst 10 Megapixel auf und entspricht damit in puncto Auflösung und Abmessungen dem Sensor der Canon G11. Das Objektiv deckt einen Brennweitenbereich von 24 bis 72 Millimetern im Kleinbildäquivalent ab. Wir freuen uns über den Weitwinkel, der den Petersdom auch aus kurzer Entfernung in voller Pracht aufs Bild bringt.

Allerdings hat unser Prototyp Probleme mit dem Autofokus. Im Weitwinkel jagt der Kontrast-Autofokus die Optik häufig durch den gesamten Brennweitenbereich, ohne einen Fokus zu finden. Im Telebereich arbeitet die automatische Scharfstellung zuverlässig. Ricoh will nach eigenen Angaben die Schwierigkeiten beim Fokussystem bis zum Marktstart ausgemerzt haben. Wir sind schwer auf das Serienmodell gespannt.

Die kleinste Blendenzahl des S10-Zoommoduls liegt zwar ebenfalls bei F2,5 im Weitwinkel, doch lässt sich aufgrund des kleineren Sensors keine so deutliche Hintergrundunschärfe erzielen, wie bei dem A12. Ein weiterer Aspekt, wo der kleinere Bildsensor auf verlorenem Posten steht, ist das Rauschverhalten bei hohen Empfindlichkeiten. Zwar hat der kleine Chip erfreulicherweise nicht mit farbigen Flecken zu kämpfen wie viele Kompaktkameras, doch bei hohen ISO-Werten geraten die Aufnahmen sehr körnig. Um dem Fotografen hier etwas mehr Spielraum zu geben, verbaut Ricoh einen mechanischen Bildstabilisator, der durch schnelles Verschieben des Sensors Verwacklungen entgegenwirkt.

Ricoh GXR Bildrauschen [4]

Das Zoommodul bietet aufgrund des kleineren Bildsensors ein schlechteres Rauschprofil als die Festbrennweite. Nur zur Erinnerung: Es handelt sich bei den von uns getesteten Geräten um Prototypen – an der Bildqualität kann sich durchaus noch etwas ändern (zum Vergrößern auf das Bild klicken).

Der Videomodus des S10-Moduls schafft lediglich 640 mal 480 Pixel. Während der Aufnahme steht der optische Zoom leider nicht zur Verfügung. Manuelle Einstellungen sucht man ebenfalls vergebens.

Weiteres Zubehör

Zusätzlich zu dem Gehäuse und den beiden Aufnahmemodulen hat Ricoh heute einen externen Blitz und einen elektronischen Aufstecksucher vorgestellt. Der Blitz überzeugt mit einem neigbaren Kopf und einer Reihe von manuellen Einstellungsmöglichkeiten. Zudem besitzt er einen Weitwinkelvorsatz und einen ausschiebbaren Bouncer [5].


Neben dem Kameragehäuse und den zwei Aufnahmemodulen hat Ricoh einen Blitz und einen digitalen Aufstecksucher vorgestellt.

Das Display in dem angenehm großen Sucher löst 920.000 Bildpunkte auf. Damit gehört die Sehhilfe definitiv zu den besseren, die wir bislang gesehen haben. Leider verfügt die Ricoh GXR nur über einen Zubehörschuh. Wer den externen Blitz nutzen möchte, muss also auf den Sucher verzichten – und andersherum. Immerhin bietet die Kamera auch einen integrierten Blitz.

Ausblick

Günstig ist das System nicht. Die unverbindliche Preisempfehlung für Gehäuse plus S10- und A12-Modul liegt bei saftigen 1499 Euro. Für soviel Geld gibt es auch eine digitale Spiegelreflexkamera à la Canon EOS 500D [6] und zusätzlich eine kompakte Ergänzung wie die Canon Powershot G11 [7]. Der Vorteil des Ricoh-Systems besteht allerdings in der unschlagbaren Kompaktheit und der enormen Modularität. Ein Mitarbeiter des Konzerns hat uns auf einer Presseveranstaltung verraten, dass der japanische Hersteller unter anderem über Fotodrucker, Projektoren und Massenspeicher mit einer entsprechenden Schnittstelle nachdenkt. Eine einsteckbare Festplatte beispielsweise ließe sich auf langen Fotosafaris als Backupspeicher nutzen.

Das nächste Modul soll zunächst Fotos schießen und mit einem Teleobjektiv sowie einem schnellen CMOS-Sensor ausgestattet sein. Das an Actionfotografen adressierte Paket wird vermutlich im ersten Viertel 2010 in den Handel kommen. Ricoh plant, jedes Quartal mindestens ein neues Modul auf den Markt zu werfen.

Ab jetzt spekulieren wir: Wie wäre es denn mit einem lichtstarken Weitwinkelobjektiv? Oder einen Foveon-Sensor von Sigma, wie er in der DP2 [8] zum Einsatz kommt? Interessant wären natürlich auch Module, die über einen Bajonettanschluss für Micro-Four-Thirds- oder gar Canon- und Nikon-Optiken verfügen. In Verbindung mit einem entsprechenden Bildsensor könnte Ricoh so möglicherweise etliche Stammkunden dazu bewegen, in das GXR-Gehäuse und ein entsprechendes Modul zu investieren, statt in einen neuen DSLR-Body. Angesichts der Überraschung, die uns Ricoh bereits beschert hat, würde uns nichts mehr wundern.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/41522616/angetestet-ricoh-gxr-greift-micro-four-thirds-an/

URLs in this post:

[1] Tabelle anzeigen: Ricoh GXR, Olympus E-P2 und Panasonic Lumix DMC-GF1 im Überblick: #

[2] Bokeh: http://de.wikipedia.org/wiki/Bokeh

[3] Image: https://www.cnet.de/i/c/products/2009/10/ricoh_gxr_rauschprofil50_gr.jpg

[4] Image: https://www.cnet.de/i/c/products/2009/10/ricoh_gxr_rauschprofil_zoom_gr.jpg

[5] Bouncer: http://de.wikipedia.org/wiki/Bouncer_(Fotografie)

[6] Canon EOS 500D: https://www.cnet.de/tests/digicam/41003589/testbericht/dslr+fuer+full_hd_videos+canon+eos+500d+im+test.htm

[7] Canon Powershot G11: https://www.cnet.de/digital-lifestyle/galerie/41501752/canon+powershot+g11+kompaktkamera+fuer+hoechste+ansprueche.htm

[8] DP2: https://www.cnet.de/tests/digicam/41500334/testbericht/sigma+dp2+im+test+foveon_spezialist+fuer+fotoenthusiasten.htm