iMac 27 Zoll mit 2560 mal 1440 Pixeln Auflösung im Test

von Kai Schmerer am , 16:21 Uhr

Pro
  • dank SIPS-Display hoher Betrachtungswinkel
  • sehr gute Darstellungsqualität
  • große Auflösung von 2560 mal 1440 Bildpunkten
Con
  • stark spiegelnder Bildschirm
  • keine Blu-ray-Option
Hersteller: Apple Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: SEHR GUT 8,3 von 10 Punkte
Fazit:

Der neue iMac mit 27-Zoll-SIPS-Display und einer Auflösung von 2560 mal 1440 Pixeln ist zweifellos eine imposante Erscheinung. 3-GHz-Dual-Core-Prozessor und 4 GByte Arbeitsspeicher verhelfen dem Gerät zu genügend Leistung. Einziger Wermutstropfen ist das stark spiegelnde Display.

Mit dem neuen iMac zeigt sich Apple besonders innovativ. Einen Komplett-PC mit 27-Zoll-Anzeige und einer Auflösung von fast 3,7 Millionen Pixeln hat sonst kein Hersteller im Angebot. Das reicht aber noch nicht: Da der Hersteller auf die SIPS-Anzeigetechnik setzt, sollen auch hervorragende Blickwinkel drin sein. Der sehr gute Eindruck wird jedoch durch die spiegelnde Oberfläche getrübt. Wir haben den iMac ausführlich getestet.

In früheren Zeiten saßen die Menschen mit einer großen Tastatur vor einem kleinen Bildschirm. Der Blick auf den iMac mit 27-Zoll-Display [1] zeigt: Heute ist es umgekehrt. Ein 27 Zoll großes Display mit einer Auflösung von 2560 mal 1440 Pixel hat kein anderer Hersteller im Angebot. Weder ein All-In-One-Gerät noch ein Monitor sind mit dieser Auflösung erhältlich. Lediglich 30-Zoll-LCDs mit 2560 mal 1600 Bildpunkten bieten eine noch größere Arbeitsfläche. Allerdings kosten solche Monitore teilweise mehr als der iMac 27, der ab circa 1500 Euro erhältlich ist [2].

Das von LEDs gleichmäßig und hell ausgeleuchtete SIPS-Display (375 cd/m2) stellt knapp 3,7 Millionen Pixel dar und bietet damit eine doppelt so große Auflösung wie ein 20-Zoll-iMac. Mit gut 60 Prozent mehr Bildpunkten stellt es auch das bisherige 24-Zoll-Modell deutlich in den Schatten. Das bedeutet mehr Raum zur Fensteranordnung: Anwender sparen sich dadurch häufiges Hin- und Herschalten zwischen einzelnen Fenstern. Dank der SIPS-Technik bleibt auch bei hohen vertikalen und horizontalen Blickwinkeln die Darstellungsqualität sehr gut. Angenehm ist ebenfalls das kaum zu hörende Betriebsgeräusch des All-in-One-Geräts.

Mit voller Bildschirmhelligkeit benötigt der iMac 143 Watt im Leerlauf. Zum Vergleich: Mit gleichen Einstellungen liegt der Energiebedarf des 2,4 GHz schnellen 20-Zoll-Modells bei 92 Watt. Hohe CPU-Belastung sorgt für einen Anstieg der Leistungsaufnahme auf 185 Watt. Wird zusätzlich die 3D-Einheit der Grafikkarte genutzt, steigt der Energiebedarf auf 202 Watt. Apple [3] gibt eine maximale Leistungsaufnahme von 365 Watt an. Allerdings könnte sich dieser Wert auf das Modell mit Core i7 beziehen.

Ausstattung

Nicht nur das imposanten Display, auch die innere Ausstattung ist üppig: Ein Core-2-Duo mit 3,06 GHz, 4 GByte Arbeitsspeicher und eine 1 Terabyte große Festplatte dürften die Ansprüche der meisten Anwender zufrieden stellen. In der Standardausführung stattet Apple den iMac 27 Zoll mit einer ATI Radeon HD 4670 Mobility aus. Damit ist das Gerät für 2D- und zahlreiche 3D-Anwendungen gut gerüstet. Moderne 3D-Spielen überfordern die Grafikeinheit allerdings – vor allem, wenn das Spiel die native Auflösung von 2560 mal 1440 Bildpunkten darstellen soll. Höhere 3D-Performance erzielt man mit niedrigerer Auflösung. Allerdings sinkt dadurch die Darstellungsqualität.

Im Lieferumfang befindet sich eine Tastatur ohne Ziffernblock und die neue, multitouchfähige Magic Mouse [4]. Beide Eingabegeräte sind über Bluetooth drahtlos mit dem iMac verbunden. Das Gerät kann aber auch mit kabelgebundener Tastatur und Maus bestellt werden. Nach intensivem Test der Multitouch-fähigen Magic Mouse lässt sich feststellen, dass sie keine Vorteile gegenüber der Mighty Mouse bietet. Einerseits verweigert die Maus bereits ihren Dienst, wenn die Finger leicht feucht sind und andererseits sorgen die fehlenden Tasten dafür, dass weniger Steuerungsmöglichkeiten etwa für Exposé und Spaces zur Verfügung stehen. Zudem bieten die Bluetooth-Eingabegeräte noch den Nachteil, dass von Zeit zu Zeit ein Batterietausch fällig wird.

Auf der Rückseite des Gehäuses befinden sich Anschlussmöglichkeiten für vier USB-2.0-Geräte. Ein Firewire-800- und ein Gigabit-Netzwerkanschluss stehen ebenfalls zur Verfügung. Zudem sind dort je ein Audio-Ein- und Ausgang zu finden. Der Mini-Displayport dient gleichzeitig als Ein- und Ausgabe. Somit kann man ein zusätzliches Display an das Gerät anschließen oder den iMac als Ausgabegerät für ein Macbook verwenden. An der rechten Gehäuseseite befindet sich der Einschub für DVDs und CDs. Eine Blu-ray-Option steht nicht zur Auswahl. Unterhalb des CD-Einschubs befindet sich ein SD-Card-Reader. Am oberen Bildschirmrand ist, wie von den älteren iMacs gewohnt, die iSight-Kamera untergebracht.

Windows 7 64 Bit installieren

Neben Mac OS X 10.6 lässt sich auf dem Gerät über die mitgelieferte Software Boot Camp auch Windows installieren. Obwohl Windows 7 nicht offiziell unterstützt wird, läuft das neue Microsoft [5]-Betriebssystem auf dem iMac. Allerdings gelingt die Einrichtung nicht auf Anhieb. Nach dem ersten Neustart im Rahmen des Setup-Vorgangs initialisiert Windows 7 64 Bit den Grafikchip nicht korrekt. Statt das Display anzusteuern, werden die Videosignale an den Mini-Displayport-Ausgang gesendet, mit der Folge, dass der 27-Zoll-Screen schwarz bleibt.

Der Fehler lässt sich allerdings umgehen, indem man erneut von der Windows-7-DVD startet und, nachdem der erste Setup-Screen erscheint, Shift+F10 drückt. Dadurch öffnet sich der Command-Prompt. Anschließend navigiert man ins Verzeichnis C:\Windows\System32\Drivers und gibt folgenden Befehl ein: del ati*.*. Er löscht sämtliche ATI-Treiber vom System. Danach setzt Windows 7 das Setup ohne Probleme fort, da es den Standard-VGA-Treiber nutzt, der das Display zwar mit niedriger Auflösung, dafür aber korrekt ansteuert.

Damit Windows die volle Auflösung nutzen kann und die 2D- sowie die 3D-Beschleunigung des Grafikchips aktiviert wird, müssen anschließend aktuelle ATI-Treiber installiert werden. Allerdings befindet sich im iMac 27 eine mobile Version des Radeon HD 4670, für den ATI keine Treiber für Endkunden zur Verfügung stellt. Auch die Boot-Camp-DVD enthält keine Windows-7-Treiber.

Mit einem Trick kann man dieses Manko beheben. Dazu benötigt man das Programm ATI MobilityModder [6] und aktuelle Desktop-Treiber von ATI [7]. Das Tool modifiziert den Desktop-Treiber so, dass man diesen auch für Notebook [8]-Grafikchips verwenden kann.

Standardmäßig finden sich die Dateien im Verzeichnis C:\ATI\Support. Vor dem Start des Tools sollte die Benutzerkontrolle deaktiviert werden. Anschließend wählt man im Tool über Browse das Treiberverzeichnis aus und klickt auf Modify. Nach wenigen Sekunden ist die Prozedur abgeschlossen. Anschließend lässt sich mit dem Setup-Programm der ATI-Treiber aus dem Verzeichnis C:\ATI\Support“Aktuelle Treiberversion“\Driver\ der Grafikkartentreiber installieren.

Will man zudem die ATI-Streamtechnik, etwa für eine Hardware-beschleunigte Videokodierung, nutzen, muss man zusätzlich das Avivo-Paket [9] manuell installieren. Allerdings bedarf es wiederum einer kleinen List, da das Standard-Setup die Stream-Technik nur bei Desktop-GPUs aktiviert. Anstatt des Setup-Programms muss man avivo64.msi aus dem Verzeichnis C:\ATI\Support\9-11_vista_win7_32-64_xcode\Packages\Apps\AVIVO64 aufrufen. Nach der Installation steht ATI Stream für Applikationen zur Verfügung. Cyberlink MediaShow Espresso wandelt mit GPU-Beschleunigung ein Testvideo in 49 Sekunden um, während die CPU dafür 1:55 Minuten benötigt. Der Aufwand hat sich also gelohnt.

Um die Touchfunktion der Magic Mouse unter Windows nutzen zu können, muss das Blutooth-Update für Windows 1.0 von Apple installiert werden [10]. Obwohl Boot Camp offiziell nicht für Windows 7 vorgesehen ist, lässt sich das Treiberpaket unter Windows 7 installieren. Anschließend sind sämtliche Komponenten unter Windows einsatzfähig.

Fazit

Alles in allem liefert Apple mit dem iMac 27 Zoll einen sehr guten Desktop-Rechner, der dank der hohen Auflösung seinesgleichen sucht. Mit ein paar Tricks lässt sich auch Windows 7 64 Bit erfolgreich in Betrieb nehmen, obwohl Apple das neueste Microsoft-Betriebssystem noch nicht unterstützt. Der gute Gesamteindruck wird allerdings durch die stark spiegelnde Oberfläche getrübt. Besonders bei dunklen Bildschirminhalten machen sich störende Reflexionen negativ bemerkbar.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/41523542/imac-27-zoll-mit-2560-mal-1440-pixeln-aufloesung-im-test/

URLs in this post:

[1] iMac mit 27-Zoll-Display: http://www.apple.com/de/imac/design.html

[2] ab circa 1500 Euro erhältlich ist: http://store.apple.com/de/browse/home/shop_mac/family/imac

[3] Apple: http://www.cnet.de/unternehmen/apple/

[4] Magic Mouse: https://www.cnet.de/tests/peripherie/41516163/im+test+apple+magic+mouse+mit+multitouch.htm

[5] Microsoft: http://www.cnet.de/unternehmen/microsoft/

[6] ATI MobilityModder: https://www.cnet.de/downloads/windows/301838/ati+mobilitymodder.htm

[7] Desktop-Treiber von ATI: http://www.zdnet.de/aktuelle_treiber_grafikkarten_ati_index-39002352-675o0o0o0o39048740-1.htm

[8] Notebook: http://www.cnet.de/themen/notebook/

[9] Avivo-Paket: https://www.cnet.de/downloads//301837/ati+avivo+32_64+bit+9_11.htm

[10] Apple installiert werden: http://support.apple.com/kb/DL952?viewlocale=de_DE&locale=de_DE