Acer Liquid: Vollgas-Smartphone mit Android zum kleinen Preis

von Damian Koh und Daniel Schraeder am , 17:29 Uhr

Pro
  • günstig
  • gute Ausstattung
  • Synchronisierungssoftware und attraktive Widgets vorinstalliert
Con
  • Kunststoffgehäuse
  • weder Blitz noch Foto-LED
Hersteller: Acer Listenpreis: ab 349 Euro
ZDNet TESTURTEIL: NICHT GETESTET 0,0 von 10 Punkte
Fazit:

Das Acer Liquid hört sich nach einem guten Deal an. Preislich liegt es mit den günstigsten Android-Smartphones auf einer Ebene, die Ausstattung entspricht aber eher den Top-Modellen der Konkurrenten. Wir warten gespannt auf ein Testgerät.

Ein Android-Handy mit hochauflösendem Touchscreen, GPS, WLAN, UMTS, HSDPA, Bluetooth und so weiter zum Preis eines Einsteiger-Smartphones? Das klingt fast zu gut, um wahr zu sein – doch Acer hat mit dem Liquid genau das angekündigt und zeigt bereits Vorserienmodelle. Wir haben uns einen Prototypen näher angesehen.

Acer [1] baut Smartphones – das ist, zumindest hierzulande, noch keine sonderlich bekannte Aussage. In den letzten Wochen gab es zwar immer mal wieder ein Windows-Phone des asiatischen Computerherstellers, doch vom Liquid, auf dem Android [2] läuft, hören wir schon länger nicht mehr viel. Nun hatten wir die Möglichkeit, uns einen Prototypen näher anzusehen.

Hardware

Zusammen mit einer 2 GByte großen microSD-Speicherkarte soll das Liquid 349 Euro kosten – unverbindliche Preisempfehlung, versteht sich. Das ist eine Kampfansage, denn damit liegt das Gerät preislich nur unwesentlich höher als bisherige Einsteiger-Androiden – etwa das Tattoo von HTC [3], das laut Preisliste mit 339 Euro zu Buche schlägt. Der Unterschied ist nur: Während das Tattoo mit seinem niedrig auflösenden Display und der resistiven Touchscreen-Technik bereits auf den ersten Blick als Billigheimer auszumachen ist, haut Acer hier richtig auf den Putz.

Das Gehäuse besteht zwar „nur“ aus Kunststoff, aber es fühlt sich erstaunlich wertig an und wirkt nicht wie ein billiges Spielzeug. Die dezente Farbwahl trägt ihren Teil dazu bei. Das Chassis ist in glänzendem weiß gehalten, während die obere und untere Kante schwarz spiegelt und graue Tasten an den Seiten für optische Akzente sorgen. Lediglich bei der Materialwahl hätte der Hersteller ruhig noch etwas tiefer in die Tasche greifen können, denn Metall und Glas machen optisch und haptisch einfach mehr her als Plastik.

Dominierendes Element auf der Vorderseite ist das 3,5-Zoll-Display mit einer Auflösung von 480 mal 800 Pixeln. Das ist mehr, als die Anzeige des iPhones darstellt. Ansonsten finden sich alle Ausstattungsmerkmale in und am Liquid, die sich für ein anständiges Smartphone [4] gehören – UMTS mit HSDPA, WLAN, Bluetooth und GPS sind selbstverständlich.

Erfreulicherweise hat der Hersteller an Feinheiten, die ein gutes Handy ausmachen, nicht gespart. So gibt es eine 3,5-mm-Klinkenbuchse zum Anschluss von Standard-Kopfhörern auf der Oberseite, daneben finden sich drei versteckte LED-Statusanzeigen. Die informieren beim ersten Blick und ohne das Handy aus der Westentasche nehmen zu müssen, ob der stolze Besitzer einen Anruf oder eine Textnachricht verpasst hat oder ob der Stromvorrat zur Neige geht.

Neben der Klinkenbuchse gibt es einen weiteren Anschluss: einen Mini-USB-Port an der Unterseite. Er wird von einer Abdeckung aus Gummi geschützt.

Die üblichen Android-Tasten für Menü, Zurück und so weiter unterhalb des Displays arbeiten berührungssensitiv. Uns wären mechanische Tasten zwar lieber, aber das ist Geschmackssache. Auf der Rückseite findet sich die Linse der 5-Megapixel-Kamera – Blitz oder Foto-LED stehen ihr leider nicht zur Seite.

Im Inneren werkelt ein topaktueller Snapdragon-Prozessor, den Acer hier allerdings nicht mit einer Taktfrequenz von 1 GHz betreibt, sondern „nur“ mit 768 MHz. Das ist dennoch mehr, als die meisten anderen (Android-) Smartphones zu bieten haben, und in der Praxis reagiert das Gerät angenehm flott und ruckfrei auf Nutzereingaben.

Software

Wer auf eine so coole Oberfläche wie Sense auf dem HTC Hero hofft, wird enttäuscht. Zumindest der Prototyp ist lediglich mit dem dreiseitigen Standard-Homescreen von Android ausgestattet, auf dem sich Widgets und Verknüpfungen anlegen und gruppieren lassen. Das ist nicht schlecht – aber es würde eben noch besser gehen.

Dafür packt Acer immerhin ein paar zusätzliche Anwendungen und Widgets dazu. Die Optik der Telefon-Applikation ist getauscht, ebenso gibt es eine eigenentwickelte Software für die Kamera. Außerdem stehen zwei attraktive Widgets zur Verfügung, die in Fächerform Zugriff auf Musik, Videos und Filme respektive Favoriten von Webseiten darstellen. Darüber hinaus gibt es eine App, die das flotte Ein- und Ausschalten von WLAN, GPS, Bluetooth sowie das Regeln der Helligkeit der Displaybeleuchtung und weitere Optionen ermöglicht, die den Akku schonen.

Zu den weiteren Programmen gehören Roadsync für den Datenabgleich von E-Mails, Kontakten und Kalendereinträgen mit Outlook über Exchange ActiveSync, Spinlets zum Streamen von Musik sowie der nemoPlayer zur Wiedergabe von Multimediainhalten. Ob und inwieweit diese oder andere Programme dann der finalen Version des Liquid beiliegen, steht noch nicht fest. Unabhängig davon finden sich die typischen Anwendungen auf dem Liquid – Google [5] Maps, Mail, Talk und natürlich der Marketplace, der komfortablen Zugriff auf tausende weitere Programme ermöglicht.

Bis zur Auslieferung sollen noch Apps dazukommen, die Onlinedienste wie Facebook und Twitter integrieren und einen Datenabgleich mit dem Adressbuch des Handys vornehmen.

Vorläufiges Fazit

Das Liquid hat großes Potential: Es ist so günstig wie „billige“ Einsteiger-Smartphones mit dem Google-Betriebssystem, bringt aber gleichzeitig Ausstattungsmerkmale der „Großen“ mit. Auf den ersten Blick wirkt die Hardware hübsch und erfreulich wertig, wenngleich hier noch Verbesserungsbedarf besteht – vor allem bei der Materialauswahl. An der Software kann der Hersteller nicht viel falsch machen. Das Android-Betriebssystem überzeugt, allerdings hat die Konkurrenz – etwa HTC mit Sense – noch schönere Oberflächen zu bieten. Wichtig wäre mittelfristig außerdem ein Update auf Android 2.0. Ob das kommt, steht noch nicht fest.

Das erste Android-Phone von Acer sollte eigentlich noch in diesem Jahr auf den Markt kommen. Ob das klappt, ist allerdings fraglich – aber wir rechnen spätestens im Januar mit der Markteinführung. Später sollen auch Modelle mit schwarzer beziehungsweise roter Farbgebung folgen.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

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[1] Acer: http://www.cnet.de/unternehmen/acer/

[2] Android: http://www.cnet.de/themen/android/

[3] HTC: http://www.cnet.de/unternehmen/htc/

[4] Smartphone: http://www.cnet.de/themen/smartphone/

[5] Google: http://www.cnet.de/unternehmen/google-inc/