Der etwa 800 Euro teure RS-1i hat bei uns eine lange Tradition als Referenzmodell – wir fühlen uns bei dem Kopfhörer wie zu Hause. Zwischen dem RS-1i und dem PS1000 liegen Welten. Sicherlich, die älteren Klangschalen liefern immer noch einen großartigen Sound, der sich allerdings mehr im Kopf als drumherum abspielt. Der PS1000 bietet ein deutlich erweitertes Stereo-Klangfeld und fühlt sich ein ganzes Stück offener an. Zudem liefert das 1400-Euro-Modell einen um ganze Ligen eindrucksvolleren Bass, der auch in puncto Qualität, Tiefe und Feinheit neue Maßstäbe setzt. Bei akustischem Jazz treten die Bassinstrumente beispielsweise deutlich stärker ans Licht.

Die Höhen begeistern ebenfalls: Sie wirken gut aufgelöst und klar. Insbesondere beim Becken des Schlagzeugs fällt die verstärkte Präsenz auf. Allerdings machen nicht die Besonderheiten der einzelnen Frequenzbereiche, sondern die Gesamtheit des Klangs den großen Schritt aus, den Grado mit dem PS1000 nach vorne macht.

Auch DVDs und Blu-rays klingen mit dem Kopfhörer fantastisch. Wir hören den PS1000 am Onkyo-Receiver TX-SR805. Die Trommelszene aus House of Flying Daggers macht einen gigantischen Eindruck. Jeder einzelne Trommelschlag ist extrem präzise definiert. Hier hängt der Grado-Kopfhörer Sennheisers Flaggschiff HD 800 eindeutig ab. Um mit Lautsprechern eine derartige Qualität zu erreichen, muss mindestens fünfmal so viel Geld den Besitzer wechseln wie für den PS1000.


Der Grado PS1000 beeindruckt durch seine bombastische Dynamik.

CDs und SACDs hören wir am Kopfhörerverstärker WA6 Special Edition von Woo Audio Probe. Eine gut aufgenommene SACD wie Synphonic Dances, bei der Keith Lockhart das Utah Symphony Orchestra leitet, zeigt das Potenzial des PS1000. Das riesige Orchester füllt bei intensiven Passagen unser Hörzentrum bis zum Anschlag, während wir bei ruhigeren Sequenzen spüren können, wie sich die Abravanel Hall in Salt Lake City selbst mit dem Klang erfüllt. Die Streichinstrumente bieten die perfekte Kombination aus warm und klar. Beginnt das Orchester mit West Side Story, beweist der PS1000, dass er in puncto Dynamik derzeit absolute Spitze ist.

Dieselbe Aufnahme klingt mit dem Edition 8 von Ultrasone deutlich anders. Die geschlossenen Kopfhörer liefern ein weniger ausgeprägtes Stereoklangfeld, bieten dafür kräftigere und tiefere Bässe. Diese Kopfhörer kommen vom Trio Edition 8, HD 800 und PS1000 in puncto Klang am ehesten an vollwertige Lautsprechertürme heran. Bei West Side Story sorgen sie für einen durchschlagenderen Eindruck als die beiden anderen Konkurrenten. Im Vergleich zum HD 800 liefert der PS1000 einen etwas tieferen Bass, aber eine deutlich stärkere Präsenz. Der Sennheiser-Kopfhörer bietet allerdings einen noch stärkeren Raumklang als der Grado.

Zu guter Letzt verbinden wir den PS1000 mit einem iPod und hören verlustfrei abgespeicherte Songs. Wir haben Musik selten in einer derartigen Qualität von einem Apple-Player genossen.

Fazit

Der PS1000 ist vielleicht nicht in jedem Punkt der beste Kopfhörer, dennoch handelt es sich bei den Klangschalen um das beste Modell, das jemals Grados Werk verlassen hat. Sennheisers HD 800 beispielsweise ist bequemer und liefert einen präziseren, wenn auch etwas weniger spektakulären Klang.

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