Apples günstigstes Notebook im Test: 13-Zoll-Macbook

von Kai Schmerer am , 11:45 Uhr

Pro
  • LED-Display mit weitem Betrachtungswinkel
  • Multitouch-Trackpad
  • Design
  • hochwertige Verarbeitung
  • sehr lange Akkulaufzeit
Con
  • kein Infrarot-Port
  • kein Firewireanschluss
  • nur zwei USB-Ports
  • lediglich ein Jahr Garantie
Hersteller: Apple Listenpreis: 899 Euro
ZDNet TESTURTEIL: SEHR GUT 8,0 von 10 Punkte
Fazit:

Das überarbeitete weiße Macbook aus Unibody-Polycarbonat-Gehäuse bietet im Vergleich zum Vorgängermodell eine höhere Stabilität, einen längeren Akku-Betrieb, ein LED-Display mit weiterem Blickwinkelbereich und hellerer Ausleuchtung sowie ein Multitouch-Pad. Einen Firewireanschluss und einen Infrarot-Port bietet das 899 Euro Gerät allerdings nicht.

Mit dem neuen Macbook 13 Zoll dehnt Apple das Unibody-Gehäusekonzept auch auf sein günstigstes Notebook-Modell aus. Neben einem verbesserten Display und dem Multitouch-Trackpad überzeugt vor allem die Akkuleistung. Wir haben das Unter-Tausend-Euro-Macbook ausführlich getestet.

Mit 899 Euro ist das weiße Macbook das günstigste Notebook [1] von Apple [2]. Anders als die teureren Alu-Modelle der Macbook-Pro-Reihe besteht das Macbook aus einem weißen Polycarbonat-Gehäuse, das aus einem einzigen Stück gefertigt ist.

Design

Das sogenannte Unibody-Konzept, das Apple erstmals beim Macbook Air und später bei den Macbooks Pro umgesetzt hat, verwendet der Hersteller nun auch für das 13-Zoll-Einsteiger-Gerät. Dadurch hat das Gehäuse deutlich mehr Stabilität. Das merkt man schon beim Anheben: Anders als bei älteren Varianten biegt es sich nicht mehr durch. Während beim bisherigen Modell einige Anwender das Abbrechen der Handauflage beklagen mussten, sollte dies mit dem neuen Gerät durch die höhere Stabilität nicht mehr passieren.

Heiße Luft wird an der Rückseite des Gehäuses nach außen geführt. Untere und seitliche Luftausgänge sucht man vergebens. Anders als bei manchen Apple-Notebooks wird die Unterseite des Macbooks nicht heiß. Zudem vermisst man dort die Gummi-Standfüße. Stattdessen besteht die Unterseite aus einer gummierten Alu-Abdeckung. Dadurch bleibt das Notebook auch auf glatten Oberflächen relativ rutschfest.

Wie bei den teureren Modellen ist die Abdeckung der Unterseite mit Schrauben befestigt. Löst man diese, erhält man Zugriff auf Arbeitsspeicher und Festplatte. Dabei bemerkt man auch, dass die Unterseite zusätzlich über drei Klemmen mit dem Gehäuse verbunden ist. Das erhöht die Stabilität zusätzlich und verhindert ein Durchdrücken der dünnen Alu-Abdeckung. Die DIMM-Slots für den Speicher sind standardmäßig mit zwei 1-GByte-Modulen belegt. Wer einen höheren Speicherausbau benötigt, sollte dies gleich bei der Bestellung angeben. Für die maximale Ausstattung von 4 GByte verlangt Apple 90 Euro Aufpreis. Das entspricht in etwa dem Preis, den man auch bei anderen Online-Händlern bezahlen müsste. Wer das Gerät in der Standardausführung bestellt und den Speicher später auf 4 GByte aufrüsten möchte, muss die beiden 1-GByte-Module ausgebauen.

Die Hochglanzoberfläche des Deckels und der Handballenauflage neben dem Touchpad ist anfällig für Fingerabdrücke. Im Lieferumfang befindet sich anders als bei den teureren Macbook-Pro-Modellen kein Reinigungstuch. Insgesamt überzeugt das Äußere des Macbooks durch die abgerundeten Ecken und der hohen Verarbeitungsqualität auch in haptischer Hinsicht. Dank des niedrigen Gewichts von 2,15 Kilo lässt es sich auch gut transportieren.

Akku, Bildschirm, Ausstattung

Der Akku mit einer Kapazität von über 5300 mAh ist fest verbaut, lässt sich aber mit ein wenig Geschick und dem richtigen Werkzeug trotzdem tauschen. Wer die Garantie nicht verlieren möchte, lässt im Bedarfsfall den Akkutausch im Apple-Store für 139 Euro vornehmen. Laut Apple soll der Akku 1000 Ladezyklen verkraften.

Durch den im Vergleich zum Vorgängermodell leistungsfähigeren Akku erlaubt das neue Macbook einen längeren netzunabhängigen Betrieb. Bei etwas reduzierter Helligkeit lässt sich mit dem Macbook gut 6 Stunden lang surfen. Anwendungen, die eine höhere Prozessorauslastung erzeugen, verkürzen die Laufzeit: DVD-Filme zeigt das Notebook aber immerhin circa 4 Stunden am Stück. Positiv ist auch, dass das Aufladen des Akkus im Vergleich zu früheren Apple-Notebooks deutlich flotter vonstattengeht. Bereits nach einer Stunde Ladezeit stehen 66 Prozent der Kapazität wieder zur Verfügung.

Im normalen Betrieb hört man das Macbook so gut wie nicht. Der kontinuierlich drehende Lüfter macht sich erst unter voller CPU-Belastung bemerkbar. Allerdings bleibt auch dann die Geräuschkulisse im für Büroumgebungen akzeptablen Bereich. Mit anderen Worten: Man benötigt kein Einzelbüro, wenn man sich mit dem Macbook auf die Suche nach einer neuen Primzahl [3] begibt.

Überzeugend ist auch der neue Bildschirm, der nun wie bei den Macbooks Pro mit einer LED-Hintergrundbeleuchtung ausgestattet ist. Neben den Vorzügen dieser Technik wie einer gegenüber CCFL-Beleuchtung niedrigeren Verlustleistung und der Tatsache, dass LED-Displays bereits nach dem Einschalten ihre volle Leuchtkraft entfalten, macht sich das neue Panel im Macbook auch durch eine verbesserte Darstellung bemerkbar, wenn man von der Seite oder von oben respektive unten auf das Display blickt. Während Nutzer des Vorgängermodells schon bei der geringsten Positionsveränderung den Bildschirm für eine optimale Darstellungsqualität justieren mussten, macht das Display des neuen Macbook, das auch heller ausgeleuchtet ist, bei hohen Betrachtungswinkeln eine gute Figur. Zudem spiegelt es weniger als bei den teuren Macbook-Pro-Modellen. Letzteren Vorzug bietet allerdings auch das Display des bisherigen Macbook.

Multitouch-Pad

Neu ist auch das Multitouch-Trackpad, das das günstige Macbook von seinen teureren Brüdern geerbt hat. So lassen sich viele Anwendungen auch mit Mehrfinger-Gesten bedienen. Wer sich einmal daran gewöhnt hat, wird die Gestensteuerung zu schätzen wissen. Standardmäßig muss man für einen Klick das Trackpad durchdrücken. Dies wird mit einem Klick-Geräusch quittiert. Für empfindliche Ohren lässt es sich aber auch so einstellen, dass bereits ein Tippen für einen Klick ausreicht.

An der Tastatur hat Apple beim neuen Macbook-Modell nichts geändert. Noch immer fehlen Beschriftungen für eckige (alt+5 und alt+6) und geschweifte Klammern (alt+8 und alt+9). Auch die Kennzeichnung für den Backslash (shift+alt+7) sucht man vergebens.

Leistung

Ansonsten hat sich die Grundausstattung gegenüber dem bisherigen Modell nicht nur verbessert. Anwender können sich über eine von 160 GByte im bisherigen Modell auf die im neuen Macbook eingebaute Festplatte mit 250 GByte gestiegene Kapazität freuen. Allerdings werden einige Anwender den Firewire-Anschluss und den Infrarot-Port vermissen. Mit nur zwei USB-Buchsen, die sich an der linken Seite des Geräts befinden, fallen die Anschlussmöglichkeiten für Peripheriegeräte mager aus.

Für die Verbindung mit einem externen Monitor steht ein Mini-Displayport zur Verfügung. Allerdings lässt sich derzeit nur das Apple LED Cinema Display 24 Zoll [4] daran anschließen. Für den Anschluss von Monitoren mit DVI-Verbindung ist optional ein Adapter für 29 Euro [5] erhältlich. Adapter für Bildschirme mit Displayport und HDMI hat Apple hingegen nicht im Angebot.

In Sachen Software ist das Macbook wie alle Macs mit der Software-Suite iLife ausgestattet, die zweifellos zu den herausragenden Vorzügen der Mac-Plattform gehört.

Bei den Benchmarks erzielt das Macbook mit dem 2,26 GHz schnellen Core 2 Duo P7550 [6] und 2 GByte Speicher vom Typ DDR3/1066 eine für diese Ausstattung angemessene Leistung. Für wenig fordernde 3D-Anwendungen reichen die Fähigkeiten des Geforce 9400M aus. Mit anspruchsvollen Spielen ist der im Chipsatz integrierte Grafikkern erwartungsgemäß überfordert.

Durch den mit 1066 MHz angesteuerten Frontsidebus bietet das Macbook einen im Vergleich zum Vorgängermodell höheren Wert im Threading-Test des Xbench-Benchmarks. Die verwendete Festplatte, eine Toshiba MK2553GSX, erzielt im Xbench-Disk-Test 46,63 Punkte – ein für Notebook-Festplatten durchschnittlicher Wert.

Wer mehr Performance benötigt, sollte über den Einsatz einer SSD nachdenken. Neben einer niedrigeren Stromaufnahme bieten Solid State Drives gegenüber herkömmlichen Festplatten deutlich mehr Leistung. Allerdings sind SSDs noch immer sehr teuer. Für ein leistungsfähiges 128-GByte-Modell muss man circa 300 Euro kalkulieren. Apple bietet für das Macbook keine SSD an. Die im Handel erhältlichen Modelle sollten aber mit dem Apple-Notebook funktionieren.

Wer möchte, kann auf dem Macbook auch Windows installieren. Hierfür nutzt er die integrierte Software-Lösung Boot Camp, die die Festplatte für Windows einrichtet. Der Vorgang lässt sich auch rückgängig machen, ohne dass Daten auf der Mac-Partition gelöscht werden. Obwohl Boot Camp die Installation von Windows 7 nicht unterstützt, funktioniert das Setup von Windows 7 64 Bit, anders als beim neuen iMac 27 Zoll, problemlos. Lediglich für den Broadcom-WLAN-Chip muss man einen Treiber manuell installieren.

Fazit

Insgesamt hinterlässt das neue Macbook einen sehr guten Eindruck. Im Vergleich zum Vorgängermodell hält der Akku deutlich länger, nämlich sechs Stunden. Das Display bietet einen weiteren Blickwinkelbereich und ist heller ausgeleuchtet. Zudem lässt sich das Gerät dank des Multitouch-Trackpads mit Mehrfingergesten steuern. Da lässt es sich leicht verschmerzen, dass das günstigste Apple-Notebook keine Firewire-Schnittstelle bietet.

Schwerwiegender könnte für manchen der fehlende Infrarot-Port sein: Das sehr leise arbeitende Macbook lässt sich nicht mit der Apple Remote fernsteuern. Bilderabende am heimischen Wohnzimmer-LCD werden somit recht mühsam. Zu bemängeln ist auch die relativ kurze Garantiezeit von nur einem Jahr.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/41524089/apples-guenstigstes-notebook-im-test-13-zoll-macbook/

URLs in this post:

[1] Notebook: http://www.cnet.de/themen/notebook/

[2] Apple: http://www.cnet.de/unternehmen/apple/

[3] die Suche nach einer neuen Primzahl: http://www.zdnet.de/apple_hilfsprogramm_prime_95_f_uuml_r_mac_download-39002345-90422-1.htm

[4] Apple LED Cinema Display 24 Zoll: https://www.cnet.de/tests/display/41000127/nur+fuer+macbooks+apple+24_zoll_led_cinema_display.htm

[5] Adapter für 29 Euro: http://store.apple.com/de/product/MB570Z/A?fnode=MTY1NDA5OQ&mco=MTE0NTM4Nzc

[6] Core 2 Duo P7550: http://ark.intel.com/Product.aspx?id=42014