Kaufberatung Smartphones – iPhone, BlackBerry, Windows Phone & Co.

von Daniel Schraeder am , 18:48 Uhr

Wer ein Smartphone kaufen möchte, hat die Qual der Wahl. Soll es cool sein wie das iPhone, praktisch wie ein Androide, professionell wie ein BlackBerry? Oder doch lieber ganz außergewöhnlich? Wir haben uns im Markt umgesehen und verraten, worauf Käufer achten sollten, um das richtige Gerät zu finden.

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Vor ein paar Jahren war es noch vergleichsweise einfach, ein Smartphone [1] zu kaufen. Palm oder Windows, mehr gab es nicht, vielleicht gerade noch einen BlackBerry – aber die ersten Geräte vom Hersteller RIM konnten abgesehen von E-Mail gar nichts.

Vor allem in den letzten drei Jahren hat sich das Blatt allerdings massiv gewendet. BlackBerrys sind plötzlich cool und auch im privaten Umfeld angesehen, das iPhone räumt mit sämtlichen Vorurteilen auf und revolutioniert ganz nebenbei die komplette Bedienung, wird bei den Marktanteilen inzwischen aber von den deutlich flexibleren Android [2]-Smartphones mit Google [3]-Betriebssystem überholt. Das alte Windows Mobile verschwindet endlich in der Versenkung und Windows Phone 7 soll jetzt alles besser können. Es gibt einen neuen Palm Pre, Samsung [4] hat sein eigenes Betriebssystem aufgehübscht und getuned, und aus allen Ecken und Enden sprießen neue Modelle, Hersteller und Betriebssysteme. Die Grenze zwischen Smartphone und Handy ist schon längst verschwommen.

Gibt es sie denn überhaupt noch? Ist ein Handy ein Smartphone, sobald es einen Webbrowser an Bord hat? Oder sobald es in der Lage ist, E-Mails zu verschicken? Oder Software zu installieren? Die Frage ist nicht leicht zu beantworten. Wir ziehen die Kaufberatung also von der anderen Seite auf. Bevor man sich für einen Hersteller, ein Modell oder ein Betriebssystem entscheidet, sollte der primäre Einsatzzweck feststehen.

Wer ein cooles Touchscreen-Handy haben möchte, sucht ein anderes Gerät als derjeniege, der Office-Dokumente unterwegs bearbeiten muss. Facebook-Fans haben andere Prioritäten als E-Mail-Junkies oder Multimedia-Fans, und Programmierer oder Internet-Freaks legen Wert auf andere Ausstattungsmerkmale als jemand, der häufig im Ausland unterwegs ist.

Touchscreen oder Tastatur?

Einer der entscheidenden Punkte bei der Smartphone-Wahl ist die Bedienung des Geräts. Während Touchscreen-Displays als cool gelten und bei entsprechend gut durchdachter Oberfläche eine extrem intuitive und schnelle Bedienung ermöglichen, sollten sich Vielschreiber auf jeden Fall nach einem Smartphone mit mechanischer Tastatur umsehen – zumal eigentlich alle aktuellen Geräte zusätzlich über einen berührungsempfindlichen Bildschirm verfügen.

Denn so gut die virtuellen Tastenfelder inzwischen auch geworden sind: Knöpfe können sie schlicht nicht ersetzen. Man fühlt beim Tippen nicht, wo die Finger gerade liegen, man vertippt sich schneller, und man braucht länger. Sämtliche bisherigen Versuche, virtuelle Tastaturen fühlbar zu machen, kann man als gescheitert betrachten. BlackBerry-Hersteller Research in Motion versuchte diese Nachteile mit seinen Touchscreen-Modellen Storm und Storm 2 aus der Welt zu schaffen – mit einer mechanischen Taste unter der kompletten Anzeige beim alten Modell respektive mit piezoelektrischen Aktoren beim Nachfolger. Das funktioniert durchaus gut, doch der Unterschied zu einer echten QWERTZ-Tastatur ist wie der zwischen Tag und Nacht – und die Storm-Serie inzwischen eingestellt. Der derzeit aktuelle Touchscreen-Blackberry Torch verfügt über eine mechanische Tastatur, die sich per Slider-Mechanismus unter dem Display herausziehen lässt.

Groß oder klein, Quer- oder Hochformat: Vor dem Kauf eines Smartphones mit Tastatur sollte man immer einmal probetippen, um zu sehen, ob man mit dem Tastenfeld zurecht kommt.
Groß oder klein, Quer- oder Hochformat: Vor dem Kauf eines Smartphones mit Tastatur sollte man immer einmal probetippen, um zu sehen, ob man mit dem Tastenfeld zurecht kommt.

Speziell in diesem Bereich wird derzeit viel geforscht. Nokia arbeitet an einer Technologie, die Tastenfelder auf der Touchscreen-Oberfläche ertastbar machen soll, diverse Hersteller experimentieren mit haptischem Feedback via Vibration, und Samsung installiert auf einigen Geräten mit Swype eine virtuelle Tastatur, bei der man den Finger beim Schreiben eines Wortes nicht vom Display abheben muss, sondern nur über die Buchstaben wischt. Und obwohl speziell Swype nach kurzer Lernphase tatsächlich fast schon einer Revolution beim Touchscreen-Tippen gleichkommt, greifen mobile Vieltipper vollkommen zu Recht weiterhin zu Modellen mit Hardware-Tastatur.

Aber auch bei physikalischen Tastenfeldern ist längst nicht alles Gold, was glänzt. Ein Beispiel dafür ist der Palm Pre. Die Knöpfe sind winzig und liegen nah beieinander. Dementsprechend tippt es sich hier auch nicht flotter als auf einer simulierten iPhone-Tastatur. Vor dem Kauf sollten Interessenten das Modell der Wahl also auf jeden Fall einmal in die Hand nehmen und ein paar Sätze tippen.

Touchscreen-Fallen

Wer das Glück hat, unterwegs nicht häufig Texte oder Mails tippen zu müssen, sollte sich verschiedene Touchscreen-Modelle näher ansehen. Sie alle haben gemeinsam, dass sie aufgrund des fehlenden Tastenfelds deutlich kleiner oder flacher gebaut sein können.

Aber auch hier heißt es aufpassen. Mit berührungsempfindlichen Displays verbindet man häufig gleich das iPhone – doch das stellt wirklich die Oberklasse dar, was die Bedienung angeht.

Das fängt mit der Technik an. Zur Auswahl stehen resistiv und kapazitiv arbeitende Touchscreens. Während das iPhone auf die moderne, kapazitive Technik setzt, die auch Multitouch-Bedienung zulässt und auf Berührung statt auf Druck reagiert, kommen vor allem günstigere Modelle mit der resistiven Technik.


Smartphones mit resistivem Display sind von einer Kunsstofffolie überzogen, während bei kapazitiven Anzeigen auch Echtglas zum Einsatz kommen kann – wie etwa beim iPhone. Die „alte“ Technik ist aber am Aussterben und wird nur noch bei den günstigsten Geräten verbaut.

Dabei kommt grundsätzlich schon mal keine Echtglasscheibe, sondern eine Kunststofffolie auf der Oberseite zum Einsatz, die zärtlich behandelt werden möchte. Ansonsten ist die Anzeige bereits nach kurzer Nutzung von Kratzern übersät. Wer allerdings auf die Bedienung per Stift – dem sogenannten Stylus – steht, sollte sich für ein Smartphone mit resistivem Display entscheiden – denn kapazitive Touchscreens reagieren nur auf den Finger.

Außerdem ist ein näherer Blick auf die Oberfläche unerlässlich. Während in der Vergangenheit vor allem das iPhone mit stringenter Bedienung, flotten Reaktionen und cooler Optik überzeugt, hat das tolle Image unter dem ausbremsenden Update älterer Modelle auf die neueste Betriebssystem-Version gelitten – und die Konkurrenz hat aufgeholt. So ist nun Windows Phone im Vergleich zu seinem Vorgänger Windows Mobile überhaupt erst in diesem Jahrtausend angelangt, und Samsung hat seinem hauseigenen Betriebssystem Bada für die gut ausgestatteten Multimedia-Handys eine Oberfläche verpasst, die wie eine Mischung aus iPhone- und Android-Interface wirkt. Und während bei diesen drei Beispielen die Oberflächen unabhängig vom konkreten Modell immer identisch sind, kocht jeder Hersteller bei Smartphones mit dem Google-Betriebssystem Android derzeit mehr oder weniger erfolgreich sein eigenes Süppchen. Dabei sind die Unterschiede nicht nur optischer Natur, es gibt auch Differenzen bei der Funktionalität. Der direkte Vergleich von infrage kommenden Smartphones im Handy-Shop oder durch Lesen von Testberichten ist in diesem Punkt unerlässlich – denn nichts nervt mehr als eine ruckelnde oder chaotische Bedienung bei einem mehrere hundert Euro teuren Handy, mit dem man für die nächsten 24 Monate leben muss.

Display

Egal ob Tastatur oder Touchscreen – eine Anzeige haben alle Smartphones, und sie ist ein entscheidendes Element. Die Wahl der Größe ist noch Geschmackssache – je größer der Monitor, umso mehr Platz belegt das Gerät eben auch in der Hand oder Hosentasche.

Interessanter ist da schon die Auflösung. Sie besagt, wie viele Bildpunkte das Display darstellt. In der Praxis heißt das: Wie scharf wirken Fotos oder Webseiten, und wie viel Text passt auf die Anzeige? Vor allem hier können die Hersteller sparen, ohne, dass es auf den ersten Blick ins Datenblatt auffällt. Ein Anhaltspunkt ist das Display der alten iPhone-Generation. Mit seinen 320 mal 480 Bildpunkten gehört es zwar inzwischen schon zum alten Eisen, kann sich aber dennoch sehen lassen. Bei einer Display-Diagonale von um die 3,5 Zoll oder mehr sollte man nicht mehr darunter gehen – denn da wird es pixelig. Nach oben sind keine Grenzen gesetzt. Üblich in der Oberklasse sind derzeit 800 mal 480 Pixel, Rekordhalter ist das iPhone 4 mit 960 mal 640 Bildpunkten.

Mit zu den besten Displays überhaupt gehören derzeit die Super-AMOLED-Panels, die im Samsung Wave und im Samsung Galaxy S verbaut sind. Ebenfalls ganz weit vorne ist das Handy-Display mit der höchsten Auflösung: Es sitzt im iPhone 4.
Mit zu den besten Displays überhaupt gehören derzeit die Super-AMOLED-Panels, die im Samsung Wave und im Samsung Galaxy S verbaut sind. Ebenfalls ganz weit vorne ist das Handy-Display mit der höchsten Auflösung: Es sitzt im iPhone 4.

Außerdem sollte man durchaus einen Blick auf die Anzeige-Technik werfen, denn hier ist gerade die nächste Revolution im Gange. Üblich sind LCDs, die allerdings große Qualitätsunterschiede aufweisen können – vor allem, was die Wiedergabe von Farben sowie die Blickwinkel angeht. Hier hilft – wie üblich – nur ein Blick auf das Gerät vor dem Kauf. Die Alternative sind OLED-Anzeigen. Die neue Technik überzeugt mit knalligen Farben sowie mit perfekten, uneingeschränkten Blickwinkeln. Derzeit verbaut vor allem Nokia diese Technologie, nachdem HTC [5] aufgrund von Lieferschwierigkeiten wieder zurück zu Flüssigkristallanzeigen gewechselt ist. Panel-Hersteller Samsung, der den Großteil der neuen Displays produziert, ist mit seiner Super-AMOLED-Technik sogar noch einen Schritt weiter. Wer auf die Anzeigen von Wave oder Galaxy S blickt, sagt in Anbetracht der tollen Darstellung erst einmal „Wow“ – und in der ersten Hälfte des nächsten Jahres soll es sogar noch einen Schritt weiter gehen. Besonders toll sind die OLEDs natürlich bei der Wiedergabe von Bildern und Videos. Wer unterwegs viel Text liest, bleibt vorerst besser noch bei den LCDs – denn die haben mehr Pixel. Auch dann, wenn vergleichbare Geräte laut Datenblatt die gleiche Auflösung haben. Den Unterschied macht die sogenannte PenTile Matrix [6].

Betriebssystem

Zunehmend nimmt das Betriebssystem eines Smartphones bei der Kaufentscheidung eine wichtige Rolle ein. Während die Auswahl vor zwei Jahren noch relativ übersichtlich war, buhlen nun verschiedene Ansätze um die Gunst der Kunden – Windows Phone, iOS, Web OS, Symbian, Android, BlackBerry OS sowie diverse herstellereigene Lösungen wie Samsungs Bada.

Wie auf dem Desktop-PC oder Notebook [7] bei der Entscheidung zwischen Linux, Windows und Mac OS X legt das Betriebssystem auch auf einem Smartphone grundlegende Merkmale fest – wie klappt die Bedienung, welche Zusatzprogramme stehen zur Verfügung, wie lassen sie sich installieren? Grundsätzlich haben sich die Konkurrenten in den vergangenen Monaten stark angenähert. So gibt es beispielsweise inzwischen überall einen App Store, der den Download von Spielen und Programmen direkt auf dem Handy erlaubt, diverse Synchronisierungsoptionen (und darunter inzwischen fast überall auch Exchange für den Einsatz in Unternehmen), die Integration von Social Networks wie Facebook und so weiter.

Zu den größten Unterschieden in diesem Bereich gehört die Abschottung der Software von der Außenwelt. Darf man Programme installieren, die nicht im Market sind? Darf man Dateien via USB oder Bluetooth auf das Handy kopieren und wieder runterladen? Oder eine SD-Speicherkarte einsetzen? Bei iPhone-OS und Windows Phone heißt es hier nein, bei Android und Symbian ja.

Nicht zuletzt muss einem das Handy samt Betriebssystem auch noch sympathisch sein. Wer mit einem MacBook arbeitet, wird sich wohl kaum ein Windows Phone holen – vielleicht aus Prinzip, sicher aber aus Gründen der Optik und der Bedienung. Auch hier hilft in letzter Instanz ein ausführlicher Ausflug in den Elektro- oder Handyladen und das ausführliche Beschnuppern der infrage kommenden Modelle.

Relativ neu ist das „Problem“ der Updates. Die alten Handys hat man eben gekauft, genutzt und nach circa zwei Jahren ausgetauscht – aber inzwischen ist es üblich, dass Software-Aktualisierungen nicht nur Fehler beseitigen, sondern auch Funktionen hinzufügen. So hat Apple [8] beispielsweise den App Store nachgereicht, Microsoft [9] plant für Windows Phone 7 Anfang nächsten Jahres das „Nachrüsten“ von Copy & Paste, und das Android-Betriebssystem ist mit dem jüngsten Update massiv beschleunigt und um Flash-Unterstützung ergänzt worden. Leider tun sich die Hersteller der Geräte aber schwer mit Update-Zusagen. Apple hat den Support für die erste iPhone-Generation bereits eingestellt, und Nutzer des iPhone 3G beschweren sich über massive Geschwindigkeitsprobleme, seit sie das aktuelle iOS 4 benutzen. Im Vergleich können sie sich dennoch glücklich schätzen – denn das Aktualisieren von Android-Smartphones hat derzeit nicht Google in der Hand, sondern die jeweiligen Gerätehersteller. Und die lassen den Prozess gerne schleifen. Mehr als ein Update gibt es üblicherweise nicht, und nach etwa einem Jahr gehören verkaufte Modelle schon zum alten Eisen. Auch in puncto Sicherheit gilt es hier noch einiges zu lernen. So wurde dem Android-Browser gerade eine Sicherheitslücke nachgewiesen, die unter gewissen Umständen Zugriff auf persönliche Daten wie Fotos ermöglicht – und wenn HTC, Samsung oder LG [10] ihre gut ein Jahr alten Geräte nicht mehr auf den neuesten Stand bringen, werden ihre Nutzer mit dieser Sicherheitslücke leben müssen. Ob und wie sich Microsoft mit Windows Phone 7 in diesem Bereich verhält, wird die Zukunft erst zeigen.

Apps

Nicht erst seit dem iPhone spielen Zusatzprogramme – die sogenannten Apps – eine wichtige Rolle. Unter Symbian und Windows Mobile ist es seit Jahren üblich, dass sich Spiele, Office-Programme, E-Mail-Clients, Browser, Navigationslösungen und so weiter nachinstallieren lassen. Neu ist allerdings, dass sich die Hersteller bemühen, alle zur Verfügung stehenden Apps unter einer Oberfläche zusammenzufassen.

Bei Apple heißt das AppStore und ist wohl das maßgebende Beispiel in dieser Runde – mit über 200.000 Spielen, Tools und Programmen, die sich zum Teil sogar kostenlos herunterladen und installieren lassen. Danach folgt die Android-Plattform mit dem Market, der ebenfalls schon über 100.000 Programme beinhaltet – und darüber hinaus noch über die größte Kostenlos-Quote verfügt: Fast die Hälfte aller Android-Apps lässt sich gratis herunterladen. Dahinter kommt lange nichts, bis sich BlackBerry App World, Windows Marketplace, Nokia Ovi Store, Palms App Catalog sowie die diversen Shops verschiedener Handyhersteller oder Netzbetreiber tummeln.

Natürlich befinden sich unter den hunderttausenden iPhone-Apps viele Dinge, die nun wirklich kein Mensch braucht – dutzende Variationen altbekannter Spiele, hunderte Taschenlampen, Furz-, Bier- und Kerzenprogramme. Das gleiche gilt für Android. Aber die noch äußerst geringe Auswahl von Apps, die andere Betriebssysteme – wie das ja noch nagelneue Windows Phone – zu bieten haben, sind ebenfalls kein Garant für wertigere Programme. Zu den allerersten Apps, die der Windows Marketplace zu bieten hatte, gehörte eben eine Furz-App. Natürlich ist es nicht fair möglich, den jungen Windows-App-Store mit dem seit Jahren bewährten Apple-Pendant zu vergleichen – denn große Auswahl will Weile haben. Aber dennoch müssen Käufer von Windows-Handys eben damit leben, dass es derzeit einfach vieles noch nicht gibt, was die Freunde mit Konkurrenzsystemen nutzen. Und Nutzer von den noch weniger verbreiteten Handy-Betriebssystemen wie Web OS beim Palm oder BlackBerry OS werden wohl auch nie in den Genuss des großen Kataloges kommen.

Mit in diesen Punkt gehört die Unterstützung von Office-Dokumenten. Wer also auch unterwegs Excel-, Word- oder Powerpoint-Dateien sichten oder gar bearbeiten möchte, benötigt ein entsprechendes Programm. Bei Windows Phone sind die Tools schon mit dabei, bei anderen Smartphones gibt es häufig zumindest Viewer kostenlos – also Programme, die die Dateien öffnen, aber nicht speichern können.

Kommunikation

Quad-Band-GSM ist mittlerweile quasi Standard – und damit funktionieren die Handys weltweit in so gut wie jedem Netz. Auch UMTS – international als 3G bekannt – gehört zum guten Ton. Quasi alle aktuellen Modelle sind mit dem schnellen Datenfunk ausgestattet, der das Streamen von Youtube-Videos oder Musik erst ermöglicht und das Surfen im mobilen Internet zum Vergnügen macht.

Noch schneller geht es mit den UMTS-Turbos HSDPA für schnelle Downloads, HSUPA für schnelle Uploads beziehungsweise HSPA – für schnelle Up- und Downloads. Wer nur auf den mobilen Webseiten der Bahn, von CNET oder Spiegel Online herumsurft, merkt von diesem Datenturbo nichts bis wenig. Man profitiert nur bei größeren Downloads, etwa von Apps oder Kartenmaterial, davon – oder beim Surfen auf „normalen“ Webseiten.
Vor allem interessant ist HSPA, wenn man das Smartphone auch als Modem einsetzen möchte. Die Verbindung zum Computer wird dabei – je nach Modell – über USB, Bluetooth oder WLAN hergestellt. Die Funktion nennt sich Tethering, ist aber häufig leider gar nicht im Sinne der Netzbetreiber. So gibt es Smartphones, die bei einem Netzbetreiber über eine entsprechende Einstellung verfügen, mit dem Branding eines Konkurrenten aber nicht. Wer sich mit der Materie auseinandersetzt, weiß sich mit manipulierten Firmware-Versionen [13] zu helfen – alle anderen greifen besser von vornherein zu einem Gerät, das Tethering unterstützt, oder kaufen sich einen UMTS-Stick.

Während Bluetooth zur Verbindung mit Freisprecheinrichtungen bei Smartphones eine Selbstverständlichkeit ist, sind nicht alle Geräte mit dem A2DP-Profil ausgestattet, das Audio-Übertragungen in Stereo kabellos zulässt. Wer soetwas nutzen möchte, sollte sich die unterstützten Profile näher ansehen. Und, wie schon angesprochen: Leider nehmen immer mehr Hersteller ihren Kunden die Möglichkeit, so simple Sachen wie das Übertragen von Fotos oder Klingeltönen mit dem Kurzstreckenfunk durchzuführen.

Auch WLAN ist bei hochwertigen Smartphones selbstverständlich. Nutzer von Internet-Flatratetarifen können darauf zwar verzichten, aber wer nur einen Volumentarif gebucht hat, freut sich über die Möglichkeit, zu Hause, bei Freunden oder im Café einen kostenlosen Zugang ins Netz nutzen zu können, ohne ständig den Traffic im Auge behalten zu müssen.

Übrigens: Nicht bei allen Geräten lässt sich die Internet-Verbindung über das Handynetz komplett abschalten. Wer eine Prepaid- oder Vertragskarte ohne Datenoption nutzt, sollte sich vor dem Kauf unbedingt darüber informieren. Häufig hilft in diesem Punkt ein Work-Around: Wer die Zugangsdaten absichtlich falsch einstellt, verhindert den Verbindungsaufbau.

Sonstige Ausstattung

GPS gehört zum guten Ton – wobei das Vorhandensein eines GPS-Empfängers noch nicht heißt, dass sich das Handy auch zum Navigieren eignet. Immerhin funktionieren Google Maps & Co. auf quasi allen Geräten mit Satellitenempfänger und helfen so bei der Orientierung. Wer sein Navi ersetzen möchte, sollte darauf achten, ob es für das jeweilige Smartphone oder das auf dem Handy laufende Betriebssystem ein Programm mit Turn-by-Turn-Navigation gibt.

Navigation
Echte Navigation auf dem Handy ist mit zusätzlicher Software möglich – dann auch inklusive Sprachansagen.

Auch ein digitaler Kompass ist nett, dreht er doch die Karte in Gehrichtung. Das hilft, wenn man an einem fremden Ort aus der U-Bahn steigt.

Darüber hinaus stehen Details wie ein integriertes UKW-Radio zur Auswahl, zusätzlich zur Kamera ein Xenon-Blitz oder eine Foto-LED, die auch als Taschenlampe dient, oder eine zweite Kamera auf der Vorderseite, die Videotelefonie ermöglicht. Welche dieser Merkmale kaufentscheidend sind, ist Geschmackssache.

Wer eine komplette Musiksammlung mit sich führen möchte, sollte außerdem auf einen ausreichend großen Speicher achten – oder auf das Vorhandensein eines Speicherkartenslots.

E-Mail und Social Networks

Einer der wichtigsten Einsatzzwecke für ein intelligentes Handy ist die Kommunikation abseits von SMS und Telefonie – etwa Instant Messaging, E-Mails oder Social Networks.

Bei E-Mails ist es wichtig, dass der jeweils nötige Standard unterstützt wird. Üblich bei „normalen“ Internet-Providern sind etwa POP3 und IMAP, während viele Unternehmen auf Exchange oder das proprietäre BlackBerry-Protokoll setzen.

Wer gerne per Instant-Messenger kommuniziert, sollte darauf achten, dass es einen Client für das jeweilige Netzwerk und das jeweilige Handy beziehungsweise dessen Betriebssystem gibt. Ab Werk integriert sind solche Programme in den wenigsten Fällen, allerdings lässt sich etwa Skype für Android herunterladen und nachträglich installieren. Das gleiche gilt für Yahoo Instant Messenger, ICQ, MSN und so weiter.

Genauso verhält es sich auch bei den Social Networks – allerdings bringen die meisten aktuellen Smartphones direkt eine Integration der Dienste mit. So zeigen viele Androide dank Widgets auf dem Homescreen aktuelle Statusmeldungen oder Tweets an. Außerdem ist bei vielen Modellen bereits der Abgleich mit dem Telefonbuch integriert. Und schon hat jeder Kontakt ein Bildchen – das sich über Facebook sogar regelmäßig aktualisiert.

Synchronisierung

Einer der großen Vorteile von Smartphones gegenüber Handys ist der Datenabgleich von Adressen, Kalendereinträgen, Aufgaben, Geburtstagen und so weiter. Damit das funktioniert, müssen allerdings wieder die Gegebenheiten stimmen. Wer also sein berufliches Adressbuch auf einem Exchange-Server liegen hat, benötigt ein Handy, das mit Exchange umgehen kann. Liegen die Kontaktdaten lokal auf dem PC gespeichert in Outlook, ist der Abgleich der Daten über USB möglich. Vorausgesetzt, es gibt eine entsprechende Software, die kostenpflichtig oder im Lieferumfang enthalten sein kann.

Palm Pre Synchronisierung
Der Palm Pre gleicht E-Mail-Konten, Kontakte, Kalendereinträge & Co. gleichzeitig mit mehreren Diensten ab.

Allerdings ist die Synchronisierung in der Regel nur mit einem Dienst möglich. Wer also seine Daten mit Exchange abgleicht, kann sie nicht gleichzeitig an Outlook, Google oder Facebook übertragen. Eine Ausnahme stellt der Palm Pre dar: Er holt sich gleichzeitig Kontakte und Termine von verschiedenen Diensten und gleicht sie sogar untereinander ab.

Multimedia

Ein MP3-Player ist absolut selbstverständlich – es gibt kein Smartphone, dass die komprimierte Musik nicht abspielt. Allerdings gibt es auch hier Unterschiede. Lassen sich die Dateien per iTunes oder Windows Media Player automatisch übertragen oder von Hand kopieren? Ein „besser“ gibt es nicht, auch das ist wieder Geschmackssache.

Wer sein Handy häufig als mobile Jukebox nutzt, sollte auf jeden Fall auf eine 3,5-Millimeter-Klinkenbuchse bestehen. Dann lassen sich nämlich „normale“ Standardkopfhörer ohne Adapter anschließen. Die mitgelieferten Headsets sind üblicherweise nur von mäßiger Qualität, sodass mit ihnen kaum Hörgenuss aufkommt.

Große Unterschiede gibt es bei den Kameras. Nicht nur die Auflösung sowie die weitere Ausstattung – etwa Blitz oder Foto-LED, Lächel- oder Gesichtserkennung oder ein integrierter Flickr-Uploader – sind wichtig. Denn wenn das Gerät eine gigantische Auslöseverzögerung hat, gelingen spontane Schnappschüsse nur selten. Oder sie zeigen nicht, was man eigentlich ablichten wollte. Hier hilft nur ein kurzer Blick in entsprechende Testberichte.

Xperia X10
Löblich: Inzwischen gehört eine Klinkenbuchse zum guten Ton.

Während für die Wiedergabe von Video-Dateien primär interessant ist, welche Formate der Player unterstützt und ob sich gegebenenfalls alternative Player nachinstallieren lassen, ist bei der Aufnahme wiederum die Qualität der eigentlichen Kamera ausschlaggebend. Die aktuellen Top-Modelle nehmen inzwischen in HD-Qualität auf. Um Full-HD handelt es sich dabei zwar nicht, aber immerhin um 720p.

Eine Entscheidungshilfe könnte unser Vergleichstest von Kamera-Smartphones [14] darstellen.

Akku

So erschreckend es auch sein mag – wirklich große Unterschiede beim Akku gibt es nur in der Theorie. Denn wer sein neues Smartphone intensiv nutzt, im Internet surft, es als WLAN-Accesspoint einrichtet, die Position bestimmt oder Videos abspielt, bringt den Stromspeicher schnell an seine Grenzen. In der Praxis hält der Akku nur ein bis zwei Tage, wenn das Gerät entsprechend genutzt wird – und ob er bei Nicht-Nutzung drei, fünf oder acht Tage durchhält, ist beim typischen Einsatzzweck wenig entscheidend.

Fazit

Das perfekte Smartphone gibt es nicht. Es gibt nur welche, die für einen bestimmten Einsatzzweck mehr oder weniger ideal sind. Vieltipper sollten auf eine Tastatur Wert legen, Videofans auf ein großes Display, Spielfreunde auf eine große Auswahl an Apps.

Wir hoffen, dass diese Kaufberatung einige offene Fragen geklärt hat. Mehr Details zu den einzelenen Geräten finden sich in unseren Smartphone-Testberichten [15].

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

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[1] Smartphone: http://www.cnet.de/themen/smartphone/

[2] Android: http://www.cnet.de/themen/android/

[3] Google: http://www.cnet.de/unternehmen/google-inc/

[4] Samsung: http://www.cnet.de/unternehmen/samsung/

[5] HTC: http://www.cnet.de/unternehmen/htc/

[6] PenTile Matrix: http://en.wikipedia.org/wiki/PenTile_matrix_family

[7] Notebook: http://www.cnet.de/themen/notebook/

[8] Apple: http://www.cnet.de/unternehmen/apple/

[9] Microsoft: http://www.cnet.de/unternehmen/microsoft/

[10] LG: http://www.cnet.de/unternehmen/lg/

[11] Die besten 100 Apps für Googles Smartphone-Betriebssystem Android: https://www.cnet.de/41525644/die-besten-100-apps-fuer-googles-smartphone-betriebssystem-android/?pid=1#sid=41524183

[12] Wir haben die 50 besten iPhone-Apps genau unter die Lupe genommen: https://www.cnet.de/41525057/wir-haben-die-50-besten-iphone-apps-genau-unter-die-lupe-genommen/?pid=1#sid=41524183

[13] manipulierten Firmware-Versionen: https://www.cnet.de/praxis/mobile/41540817/jailbreak_fuer_htc_desire_hd_und_desire_z_root_rechte_so_einfach_wie_nie.htm

[14] Vergleichstest von Kamera-Smartphones: https://www.cnet.de/digital-lifestyle/kaufberatung/41535871/smartphone_kameras_im_vergleich_iphone_vs__galaxy_s__htc_desire_co.htm

[15] Smartphone-Testberichten: https://www.cnet.de/tests/handy/archiv/a3T1/