Nintendo DSi XL: erster Blick auf die Konsole

von Pascal Poschenrieder am , 16:30 Uhr

Pro
  • größere Displays
  • griffigeres Gehäuse
  • mehr Platz zwischen den Tasten
  • ordentliche Akkulaufzeit
  • zweiter Stylus im Kugelschreiberformat
  • zur DSi kompatibles Netzteil
Con
  • großes Gehäuse
  • geringe Displayauflösung
Hersteller: Nintendo Listenpreis: steht noch nicht fest (umgerechnet rund 150 Euro)
ZDNet TESTURTEIL: NICHT GETESTET 0,0 von 10 Punkte
Fazit:

Die DSi XL von Nintendo bringt einige Verbesserungen mit. Die Displays sind deutlich gewachsen und die Tasten dank größerer Abstände einfacher bedienbar. Allerdings ist die Auflösung der Screens gering geblieben und die Konsole passt kaum noch in die Hosentasche. Für Besitzer der Vorgängerin wird sich das Update kaum lohnen. Wer eine ältere DS besitzt, sollte sich die XL aber genauer ansehen.

Nintendo scheint sich endgültig für eine Position im Markt entschieden zu haben. Der Hersteller zielt nicht mehr auf die pubertierende Jugend ab, sondern will die ganz kleinen und die ganz großen Gamer zu seinen Käufern machen. Mit der Wii klappt das bestens. Nun bringt der Hersteller ein neues Modell seiner portablen Konsole auf den Markt. Die DSi XL kommt mit größeren Displays, mehr Tastenabstand und Riesen-Stylus. Damit sollte auch die Oma aus dem ersten Stock wunderbar mit dem tragbaren Alleinunterhalter zurechtkommen. Wir haben uns das neue Unterhaltungsgerät genauer angesehen.

Seit dem Jahr 2006 ist Nintendo eifrig dabei, neue Varianten seiner Spielkonsole DS auf den Markt zu werfen. Angefangen hat alles mit dem Original aus dem Jahr 2004. Zwei Jahre später präsentierte der Hersteller die DS Lite [1] – eine echte Verbesserung. Schließlich packte Nintendo die Komponenten der Konsole in ein deutlich kleineres, weniger sperriges Gehäuse. Außerdem kamen hellere Bildschirme zum Einsatz. Auch letztes Jahr gab es wieder ein neues Modell namens DSi [2]. Der größte Unterschied zum Vorgänger: Das Gerät hat zwei digitale Kameras [3] an Bord, die den Spieleentwicklern mehr Möglichkeiten zum kreativen Austoben bieten. Wer nun glaubt, dass die Zeit der Konsole nun wirklich abgelaufen sei, der irrt. Denn bereits im Frühjahr 2010 will Nintendo schon wieder ein neues Modell auf den Markt werfen. Die DSi XL (das Preview bezieht sich auf das japanische Modell DSi LL) kommt mit einem im Vergleich zu den 3,25 Zoll großen Screens der Vorgängerin gigantisch anmutenden 4,2-Zoll-Displays und einem größeren Stift. Will Nintendo die Konsole etwa an die mittlerweile gealterten Spieler anpassen und Käufern mit aufgekommener Seeschwäche weiterhelfen?

Neue Displays braucht das Land

Wie bereits erwähnt, besteht der größte Unterschied der DSi XL im Vergleich zum Vorgängermodell in den größeren Bildschirmen. Mit 4,2 Zoll sind sie zwar in der Bilddiagonale immer noch um 0,1 Zoll kleiner als der Screen der PSP [4], durch das 4:3-Bildformat ist ihre Fläche aber sogar größer.


Nintendo verbaut zwar größere Displays, die Auflösung ist aber gleich geblieben.

Dennoch können sich die Anzeigen der neusten Nintendo-Schöpfung nicht mit der der PSP messen. Denn die Auflösung hat sich nicht verändert und liegt immer noch bei mageren 256 mal 192 Pixeln. In diesem Punkt hätten wir uns wirklich eine Verbesserung gewünscht. Als wir die XL aber einschalten, relativiert sich diese Schwäche: Trotz der geringen Pixelanzahl wirkt das Bild ordentlich. Für die üblichen DSi-Spiele reicht es zumindest.

Neben der Auflösung spielt bei portablen Konsolen auch die Helligkeit des Displays eine entscheidende Rolle. Ist sie zu gering, ist bei Zock-Sessions im Freien auf der Parkbank nicht viel zu erkennen. Das einzige, was Gamer dann zu sehen bekommen, ist eine Reflexion des blauen Himmels. Glücklicherweise bietet die XL nach wie vor fünf Helligkeitseinstellungen, wobei die höchste nur bei eingestöpseltem Netzadapter wählbar ist.

Größer gleich besser?

Auch am Gehäuse ist die DSi XL leicht von ihrer jüngeren Schwester zu unterscheiden. Die in weiß, rot und braun erhältliche Konsole ist deutlich gewachsen. Sie hat jetzt circa die Größe der originalen DS oder der Sony [5] PSP. Die PSP ist etwas länger, aber dünner, die Ur-DS ist ein bisschen dicker, dafür aber etwas kleiner. Schade eigentlich, denn so passt das neue Modell wohl nur noch in wenige Jeans-Taschen.


Nintendo hat die Dickste: Die neuste Schöpfung des Herstellers ist größer als die Konkurrenz von Sony und die alten Konsolen aus eigener Produktion – bis auf den Gameboy natürlich.

Oben ist das Gehäuse der XL glatt wie das der Lite. Die Körnung der Unterseite der Konsole ist im Vergleich zu der der Vorgängerin deutlich rauer geworden. Dadurch liegt die Konsole besser in der Hand und rutscht nicht so leicht zu Boden.

Wie die originale DSi hat auch die XL drei Status-LEDs an Bord. Der Lautsprecher ist nach oben gewandert. Außerdem sind die Gehäuseöffnungen, unter denen er sitzt, größer geworden. Bis auf diese kosmetischen Korrekturen hat sich in Sachen Sound aber nicht viel geändert. Die Tonqualität der neuen Version erinnert stark an die der jüngeren Schwester.

Dicker Einschalter

Wer die DSi XL aufklappt, bekommt wie gewohnt Displays und Tasten zu sehen – und zwar genau im gleichen Look wie bei der alten Version. In Sachen Bedienung hat sich nichts geändert – mit Ausnahme der Power-Taste. Diese sitzt zwar nach wie vor links des unteren Screens, ist aber deutlich gewachsen.

Die anderen Knöpfe, A, B, X und Y rechts des Bildschirms, haben exakt die selbe Größe wie die der DSi und fühlen sich auch genauso an. Allerdings ist der Abstand zwischen ihnen – wohl als Nebenprodukt der größeren Anzeigen – gewachsen. Auch an dieser Stelle versucht Nintendo anscheinend, seine Konsole besser auf ältere Spieler abzustimmen. Denn besonders große Hände finden einzelne Knöpfe so – speziell verglichen mit der Lite – deutlich leichter. Auch Select– und Start-Buttons sind gewachsen. Sonst erinnern sie aber ebenfalls stark an die Vorgängerin.

Auch der Stylus-Stift für die Bedienung der Touchscreens ist neu. Er sitzt an der gleichen Stelle rechts im Gehäuse, wie bei der DSi. Allerdings ist er ein kleine Stück länger und zudem etwas dicker. Das macht es wieder besonders Besitzern größerer Hände leichter.


Nintendo liefert gleich zwei Stifte mit: Neben dem kleinen (zweiter von oben) ist auch der kugelschreiberartige Stylus (ganz oben) im Paket enthalten.

Aber damit nicht genug: Nintendo liefert nicht nur diesen einen Stift mit. Käufer finden im Karton der XL gleich noch einen zweiten. Und mit diesem hätte sogar Goliath nicht die geringsten Probleme. Der zusätzliche Stylus sieht nämlich nicht nur aus wie ein gewöhnlicher Kugelschreiber, er ist auch genauso groß.

Mobiles Kraftwerk

Die mobile Stromversorgung der DSi XL übernimmt ein Akku mit 3,7 Volt und einer Kapazität von ordentlichen 1050 mAh. Damit schafft die neue Konsole die gleichen Laufzeiten wie die Lite. Bei maximaler Displayhelligkeit müssen Gamer die XL spätestens nach vier bis fünf Stunden an die Steckdose hängen. Wer die geringste Helligkeit wählt, zockt sogar satte 13 bis 17 Stunden ohne Unterbrechung durch. Zum Vergleich: Der Akku der DS Lite bietet 3,7 Volt und 1000 mAh, der der DSi 3,7 Volt und 840 mAh.

Ebenfalls erwähnenswert ist das Netzteil der XL. Es ist nämlich nicht nur zur neusten Nintendo-Konsole, sondern auch zur DSi kompatibel. Ein absolutes Novum. Bisher war es nicht möglich, die Netzteile von DS-Modellen untereinander zu tauschen.

Vorläufiges Fazit

Die Nintendo DSi XL ist zwar nicht unbedingt besser als ihre Vorgängerin, anders ist sie aber definitiv. Besonders bei der Benutzerfreundlichkeit hat sich einiges getan. Größere Displays, mehr Abstand zwischen den Tasten und ein griffigeres Gehäuse erleichtern besonders älteren Käufern das Spielen. Allerdings hat das nicht nur Vorteile. Denn durch die größeren Screens ist auch das Gehäuse gewachsen. Wer die XL in die Hosentasche stecken will, muss letztere davor zumindest komplett leerräumen – wenn die Konsole überhaupt darin Platz findet.

Auch wenn sie einiges verändert hat, eines wird wohl bei allen DS-Modellen gleich bleiben: Sie kommen zuerst in Japan auf den Markt. Dort ist die DSi XL als LL bereits seit dem 21. November 2009 für umgerechnet rund 150 Euro erhältlich. In Europa und den USA soll sie erst im ersten Quartal nächsten Jahres ihren Weg in die Regale der Elektronikmärkte finden.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/41524542/nintendo-dsi-xl-erster-blick-auf-die-konsole/

URLs in this post:

[1] DS Lite: https://www.cnet.de/tests/tv/39144195/deutlich+verbessert+nintendo+ds+lite.htm

[2] DSi: https://www.cnet.de/tests/tv/41002656/schon+getestet+nintendo+dsi.htm

[3] zwei digitale Kameras: https://www.cnet.de/digital-lifestyle/galerie/39197119/nintendo+bringt+ds_lite_nachfolger+dsi+mit+kameras.htm

[4] PSP: https://www.cnet.de/tests/tv/41503597/sony+psp+go+im+test+downloads+statt+umds.htm

[5] Sony: http://www.cnet.de/unternehmen/sony/