Arcade-Automat im Eigenbau: Pacman, Paperboy & Co.

Wie fertig ist das Ding?

Nun wird es Zeit für einen Zustandsbericht, damit wir wissen, was zu tun ist. Das Gehäuse ist grundsätzlich gar nicht so übel – hinten fehlt die Kante über die Länge von etwa zehn Zentimetern, oben links ist das Plastik gebrochen, das die Ecke einfasst, links von den Joysticks fehlt die Kunststoffabdeckung über der Pressspankante. Ausgerechnet da. Außerdem hat der Vorbesitzer irgendwann mal irgendetwas angebracht – Schraubenlöcher an der Kassentür sowie an der rechten Seite sind die Zeugen davon.

Dazu gesellen sich hier und da ein paar mehr oder weniger Kratzer sowie ein paar Abplatzungen – fast wie Löcher, nur eben nicht durchgängig. Das geht ja noch.

Im Moment bereitet uns das Bedienpult fast noch größere Sorgen. Oben klebt dünnes, bedrucktes Plastik, das an allen Ecken und Enden massive Gebrauchsspuren aufzuweisen hat – und darunter ist es schwarz, massiv zerkratzt. Das kann so auf keinen Fall bleiben.

Arcadeautomat im Eigenbau
Trauriger Anblick: Ein gutes Dutzend Jahre im Kneipeneinsatz hat Spuren hinterlassen.

Renovieren – aber wie?

Wir beginnen mit dem Gehäuse – und da vor allem mit der gebrochenen Plastikleiste, die die Kanten überzieht. Die hätten wir gerne in neu. Also mal googeln – aber wie googelt man etwas, dessen Namen man nicht kennt? Eine längere Recherche später finden wir ein Forum rund um das Thema Arcadeautomat – und darin einen Thread, in dem eine Massenbestellung von eben dieser Plastikleiste ansteht. Die Beiträge sind leider von 2007, der Zeitpunkt dürfte also verpasst sein. Immerhin wissen wir jetzt: Das Plastik heißt T-Molding, weil es T-förmig aussieht und in einer Nut in der Kante hält.

Das Zeug hat mehrere Nachteile. Es ist nicht ganz billig, es ist nur schwer zu bekommen – und vor allem braucht es eine Nut an genau der richtigen Stelle. Das geht nur mit Spezialwerkzeug, das man natürlich direkt mit der Leiste bestellen kann – aber dadurch wird der Aufwand nicht geringer und der Preis nicht niedriger. Der Baumarkt wird doch Alternativen haben.

Hat er nicht. Fünf Baumärkte und etliche ratlose Gesichter von Beratern in den Heimwerkershops später steht fest: Hier kommen wir nicht weiter, soetwas ist nicht vorgesehen.

Also bleibt nur eine Reparatur der kaputten T-Moldings. Da ja auch das übrige Gehäuse ein paar „fertige“ Stellen aufzuweisen hat, machen wir uns auf die Suche nach einer Spachtelmasse. Schnell ist etwas gefunden, was perfekt aussieht: Holzspachtel von Moltofill, im Baumarkt liegt ein Beispiel einer perfekt reparierten Sperrholzplatte aus. Genau das brauchen wir.

Auffüllen von Löchern und Rissen

Gekauft – gespachtelt. Theoretisch zumindest, denn die Masse verhält sich in feuchter Form zumindest gewöhnungsbedürftig. Sie hält nicht und fällt wie nasser Sand auf den Boden. Wir drücken und spachteln, wie es die Anleitung angibt, und lassen unser vorläufiges Ergebnis erst einmal trocknen. Am nächsten Tag sind wir positiv überrascht: Das Zeug ist hart geworden und hält bombenfest. Wir machen weiter und spachteln, was zu spachteln ist.

Arcadeautomat im Eigenbau: T-Molding-Reparatur mit Spachtelmasse
Unsere ersten Spachtelversuche an unauffälliger Stelle auf der Rückseite sind noch recht krum und schief – aber in den nächsten Schritten wird’s schon ;-)

Etliche Spachtelstunden später sind tatsächlich alle Bereiche aufgefüllt, die T-Moldings nachgearbeitet und Kratzer überdeckt. Nur: Dieser Holzspachtel ist doch nicht ganz das Gelbe vom Ei – seine Oberfläche ist schlicht nicht glatt zu kriegen und erinnert im Gegensatz zu der Demonstration im Baumarkt eher an Rauputz als an Kunststoff. Wir fragen nach.

Neueste Kommentare 

4 Kommentare zu Arcade-Automat im Eigenbau: Pacman, Paperboy & Co.

  • Am 15. März 2014 um 16:42 von Scylla

    Hahaha das ding sieht ultra scheisse aus !!!
    Als wenns ein 10jähriger gmacht hätte LOOOOOL !!!

    • Am 28. Februar 2016 um 13:53 von niemand

      Du bist so ein richtiger Vollidiot, machs doch selber.
      Der Automat ist ihnen doch gut gelungen!

  • Am 23. Juni 2015 um 09:04 von Thorsten

    Hallo. Schönes Projekt. Hat Spaß gemacht, das zu Lesen. Direkt einmal eine Frage: Was für einen Monitor habt ihr da rein gesetzt? Überlege im Moment, ob ich meinen TV Ideal Twinline ausschlachten soll. Eigentlich funktioniert er zwar noch, aber die Technik frisst ja Strom ohne Ende, und ewig wird die Röhre auch nicht mehr halten. Was meint ihr?

  • Am 19. August 2016 um 21:28 von Paul

    Klasse Sache; heutzutage würde ich das aber mit nem Raspi 2 B oder 3 machen. Weniger Fummelarbeit und man kann dann in Ruhe sich um das äußere Kümmern.

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