Arcade-Automat im Eigenbau: Pacman, Paperboy & Co.

Einfach lackieren, sagt man uns – doch das können wir nicht so ganz glauben. Glücklicherweise, wie sich später herausstellt. Stattdessen schnappen wir uns Glasfaser-Polyesterspachtel und legen nochmal nach. Die schönen, gespachtelten Oberflächen sehen wieder aus wie Kraut und Rüben – es tut in der Seele weh. Nachdem die hellbraune Masse durchgetrocknet ist, schnappen wir uns den Schwingschleifer und machen alles wieder glatt. Gefühlte Stunden später ist klar: Dieser Schritt hat sich gelohnt. Die komplette Oberfläche des Automaten ist perfekt – inklusive der gebrochenen und fehlenden T-Moldings. Man spürt nichts mehr, wenn man mit dem Finger über die bearbeiteten Stellen streicht – nur die Farbe ist noch nicht astrein.

Arcadeautomat im Eigenbau: T-Molding mit Polyester-Spachtel repariert
Vom gebrochenen T-Molding is nun nichts mehr zu sehen und zu fühlen. Um die Farbe kümmern wir uns noch.

Nur schön muss er sein

Apropos – das Design und die Optik des Arcarde-Automaten dürfte der Punkt sein, der uns die meisten schlaflosen Nächte gekostet hat. So lassen, wie es ist, geht gar nicht. Nicht nur, weil der Mahagoni-Look mal überhaupt nicht unserem Geschmack entspricht – die gespachtelten Stellen fühlt man zwar nicht mehr, aber man sieht sie noch.

Der erste Gedanke ist eine Folie. Anlaufpunkt ist mal wieder der Baumarkt. Verschiedene Klebefolien, die etwa zum Überziehen von Küchenmöbeln verwendet werden, kommen in Frage. Und sie sehen sogar erstaunlich gut aus. Aber sie sind eben nur einfarbig und somit etwas langweilig. Aufkleber sind noch eine Alternative, aber damit können wir uns auch nicht anfreunden: Die Farbunterschiede bei den T-Moldings würden bleiben. Wir müssen also ohnehin malen – und dann können wir das ja auch großflächig. Wir entscheiden uns für eine schöne Lösung. Und damit für etliche Tage Mehraufwand und hohe Kosten, wie sich später herausstellen wird.

Ein befreundeter Künstler, Manuel Strauss, will sich der Sache annehmen. Der Aufwand ist vertretbar, sagt er. Noch. Wir fahren den Kasten zu ihm und kümmern uns nicht mehr darum. Vorerst.

Wie bedient man so einen Automaten?

Stattdessen brauchen wir einen Plan. Wie soll das denn alles überhaupt funktionieren? Ins Innere kommen PC und Monitor, soviel ist klar. Aber was machen wir mit den Joysticks?

Wir recherchieren und lesen Beiträge über Beiträge, betrachten Fotos und Videos. Viele Bastler setzen auf PC-Gamepads, die an Kabeln baumeln oder auf Standard-Joysticks, die auf der Oberfläche montiert werden. Aber das entspricht nicht unseren Vorstellungen – wir möchten die Tasten und Hebel weiternutzen, an denen man früher bei Pac Man & Co. auch gerissen hat.

Auf unserer Suche nach Lösungen finden wir verschiedene Ansätze. Die meisten davon haben eins gemeinsam: Sie setzen auf funktionierende Automatenplatinen. Aber die haben wir nicht, stattdessen nur etwas Rauch, der sich inzwischen verflüchtigt hat, ein paar verschmorte Kabel und das, was mal funktionierende Elektronik war.

Nach weiterer Recherche stolpern wir über Encoder. Das sind kleine Platinen, an die wir alle Tasten und Joysticks anschließen können. Auf der anderen Seite des Encoders kommt ein Kabel mit PS/2-Stecker heraus. Die Elektronik verhält sich also wie eine Tastatur. Statt Buchstaben gibt es hier aber Fire- und Jump-Knöpfe, Münzprüfer und Joysticks. Genau DAS brauchen wir – und bestellen uns mit InterfASD zielgerichtet die billigste Alternative für 24 Euro.

Arcadeautomat im Eigenbau: Encoder-Platine
Die Encoder-Platine verbindet die Bedienelemente mit dem PC.

Neueste Kommentare 

4 Kommentare zu Arcade-Automat im Eigenbau: Pacman, Paperboy & Co.

  • Am 15. März 2014 um 16:42 von Scylla

    Hahaha das ding sieht ultra scheisse aus !!!
    Als wenns ein 10jähriger gmacht hätte LOOOOOL !!!

    • Am 28. Februar 2016 um 13:53 von niemand

      Du bist so ein richtiger Vollidiot, machs doch selber.
      Der Automat ist ihnen doch gut gelungen!

  • Am 23. Juni 2015 um 09:04 von Thorsten

    Hallo. Schönes Projekt. Hat Spaß gemacht, das zu Lesen. Direkt einmal eine Frage: Was für einen Monitor habt ihr da rein gesetzt? Überlege im Moment, ob ich meinen TV Ideal Twinline ausschlachten soll. Eigentlich funktioniert er zwar noch, aber die Technik frisst ja Strom ohne Ende, und ewig wird die Röhre auch nicht mehr halten. Was meint ihr?

  • Am 19. August 2016 um 21:28 von Paul

    Klasse Sache; heutzutage würde ich das aber mit nem Raspi 2 B oder 3 machen. Weniger Fummelarbeit und man kann dann in Ruhe sich um das äußere Kümmern.

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