Arcade-Automat im Eigenbau: Pacman, Paperboy & Co.

Pimp my Control Panel

Bis die Platine eintrifft, müssen wir die Metallplatte, in der Hebel und Knöpfe untergebracht sind, aufhübschen. Denn die verkratzte Oberfläche brauchen wir ebensowenig wie das gebrochene Plastik. Wir bauen alles aus, was vorhanden ist, und greifen wieder zu unserem neuen Lieblingswerkzeug: dem Spachtel. Nach stundenlanger Kratzarbeit sind alle Spuren beseitigt. Beim Entfernen der Klebereste hilft uns Lackverdünner. Die Metallplatte glänzt nach dieser Behandlung wie fabrikneu.

Arcadeautomat im Eigenbau
Blankes Metall: Allein eine Stunde dauert es, die alten Folien- und Plastikreste abzukratzen.

Aber Edelstahl hat dort nichts zu suchen. Retro-Look muss her. Und dementsprechend geht die Suche weiter. Wir finden einen Anbieter, der uns eine dünne Plastikscheibe für die Oberseite nach unseren Vorstellungen bedruckt. Eine Alternative wäre eine dünne Plexiglasscheibe, unter der ein Ausdruck aufgeklebt wird. Problematisch bleiben Biegung und Vorderseite. Hier könnte wieder eine Folie zum Einsatz kommen, aber ob die so gut hält, um den harten Alltagseinsatz an dieser Stelle zu überleben?

Wir werden kreativ – und fahren zum Autosattler. Für 20 Euro in die Kaffeekasse gibt es dort einen Lederfetzen in Schwarz, der die richtigen Abmessungen hat – und für weitere 10 Euro hat unser geliebter Baumarkt Sprühkleber zu bieten. Gedacht, gekauft, geschnitten und geklebt – das sieht gut aus. Wir sind zufrieden und machen uns an den Einbau von Joysticks und Schaltern. Mit einem Teppichmesser schneiden wir die Löcher vor und schrauben die Elemente wieder an.

Arcadeautomat im Eigenbau: Echtleder statt Plastik sorgt für gutes Look & Feel.
Echtleder statt Plastik sorgt für gutes Look & Feel.

Das sieht sogar sehr gut aus. Nun geht es an die Verkabelung – und wir trauen unseren Augen nicht: Der Original-Stecker, der an den Elementen verbaut war, passt auf die inzwischen eingetroffene Encoder-Platine! Wir müssen lediglich ein bei der Umbauaktion abgerissenes Massekabel wieder anlöten und ein paar Kabel, die in dem flachen Stecker ohnehin nur gecrimpt sind, umsetzen. Funktionstest am PC – es geht!

Technik, die begeistert

Apropos PC – wir brauchen noch die Komponenten, die künftig im Inneren unseres TV Ideal Standard Leben in die Spiele hauchen. Ein halbwegs aktueller Rechner, vier Jahre alt, erfüllt diese Aufgabe vollkommen – und so einen haben wir noch. Windows XP ist noch drauf, dazu installieren wir den Emulator MAME.

Nun fehlt noch ein Monitor. Wer das echte Arcade-Feeling nicht missen möchte, kann mit einer speziellen Grafikkarte sogar einen Original-Monitor aus den alten Cabinets zum Laufen bringen – aber wir wollen lieber aktuelle Technik verbauen. Ein 19″-CRT-Monitor wäre perfekt. Wir haben noch einen alten Highscreen-Röhrenmonitor, aber leider ist sein Rahmen viel zu dick – er passt nicht ins Gehäuse.

Notgedrungen entscheiden wir uns für einen TFT. Damit geht zwar viel von dem alten Look & Feel verloren, aber dafür ist im Inneren des Automaten viel mehr Platz und er braucht weniger Strom. Wer einen Flachbildschirm ersteht, sollte unbedingt auf möglichst hohe Blickwinkel achten – denn schließlich gucken beim Zocken häufig Zuschauer von der Seite mit ins Bild. Wichtig ist bei unserem Cabinet auch ein hoher Blickwinkel von unten, da der Spieler nicht gerade auf den Schirm blickt.

Damit die Bedienung der MAME-Software auch über die Joysticks klappt und wir nicht jedes Mal eine Tastatur anschließen müssen, wenn ein neues Spiel geladen werden soll, suchen wir eine passende Oberfläche. Nach kurzer Recherche und etwas Herumprobieren entscheiden wir uns für Mala. Kurz installiert, fertig.

Neueste Kommentare 

4 Kommentare zu Arcade-Automat im Eigenbau: Pacman, Paperboy & Co.

  • Am 15. März 2014 um 16:42 von Scylla

    Hahaha das ding sieht ultra scheisse aus !!!
    Als wenns ein 10jähriger gmacht hätte LOOOOOL !!!

    • Am 28. Februar 2016 um 13:53 von niemand

      Du bist so ein richtiger Vollidiot, machs doch selber.
      Der Automat ist ihnen doch gut gelungen!

  • Am 23. Juni 2015 um 09:04 von Thorsten

    Hallo. Schönes Projekt. Hat Spaß gemacht, das zu Lesen. Direkt einmal eine Frage: Was für einen Monitor habt ihr da rein gesetzt? Überlege im Moment, ob ich meinen TV Ideal Twinline ausschlachten soll. Eigentlich funktioniert er zwar noch, aber die Technik frisst ja Strom ohne Ende, und ewig wird die Röhre auch nicht mehr halten. Was meint ihr?

  • Am 19. August 2016 um 21:28 von Paul

    Klasse Sache; heutzutage würde ich das aber mit nem Raspi 2 B oder 3 machen. Weniger Fummelarbeit und man kann dann in Ruhe sich um das äußere Kümmern.

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