Sony Walkman B-Serie: klein, leistungsstark, preiswert

von Jonathan Parkyn und Pascal Poschenrieder am , 14:19 Uhr

Pro
  • klein
  • ordentliche Tonqualität
  • günstig
  • nimmt Radio auf
  • Schnellladefunktion
Con
  • begrenzter Speicherplatz
  • lose USB-Abdeckung
  • fummelige Bedienung
Hersteller: Sony Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: GUT 7,0 von 10 Punkte
Fazit:

Die MP3-Player aus Sonys Walkman-Serie B haben nichts von der Eleganz ihres Apple-Äquivalents iPod Suffle. Dafür sind sie deutlich günstiger und bringen einige nützliche Features mit. Dazu zählen unter anderem ein Display, ein UKW-Radio und eine Aufnahmefunktion. Wer über ein paar kleine Schwächen hinwegsehen kann, bekommt mit dem NWZ-B142 ein Gerät mit guter Leistung und fairem Preis.

Der Name Walkman löst bei vielen Erinnerungen an klobige Kassetten-Spieler aus. Allerdings hat Sonys neue B-Serie mit den eingestaubten schwarzen Kästen nichts mehr gemein: Der NWZ-B142 ist nicht größer als ein USB-Stick, hat einen ausdauernden Akku an Bord und speichert Musik digital. Wir haben getestet, ob der Player auch in Sachen Tonqualität und Bedienung überzeugt.

Apple [1] hat Sony [2] im Bereich der tragbaren Musik-Player schon vor langer Zeit den Rang abgelaufen. Doch hält die japanische Firma nicht davon ab, neue Modelle zu entwickeln. In den letzten Jahren konnte Sony so Stück für Stück wieder an Boden gut machen. Die neuste Serie des Herstellers trägt den Namen B und besteht aus kleinen, handlichen Modellen wie dem NWZ-B142. Der Player verfügt zwar lediglich über 2 GByte Speicher, dafür kostet er auch nur schlappe 45 Euro. Und obwohl er somit deutlich günstiger als sein Apple-Konkurrent ist, bringt er einige nützliche Features mit, die dem iPod Shuffle [3] abgehen.

Vorteile

Bei portablen Musik-Playern [4] gilt für gewöhnlich: je kleiner, desto besser. Doch dabei gibt es ein Problem. Heute sind derart kleine Bauformen möglich, dass kein Platz mehr für ein Display bleibt. Und ohne Screen fällt es schwer, den gewünschten Song zu finden. Während Apples iPod Shuffle einfach auf die Anzeige verzichtet und den Weg der zufälligen Wiedergabe wählt, hat sich Sony beim NWZ-B142 anders entschieden. Der Konzern hat seinen Player gerade so groß gemacht, dass noch ein Display in das Gehäuse passt. Natürlich reden wir nicht von einem Bildschirm, auf dem man komfortabel Videos oder auch nur Album-Cover ansehen kann. Zum Durchforsten der gespeicherten Musik, dem Auswählen eines Songs oder eine Playlist sowie zum Anpassen der Einstellungen ist die dreizeilige, monochrome Anzeige aber gerade groß genug – und sie erleichtert die Bedienung enorm. Dennoch ist der Player nicht größer als ein Standard-USB-Stick.

Durch die etwas größeren Abmessungen bleibt im Gehäuse nicht nur Platz für ein Display. Auch andere praktische Funktionen, die kleineren Modellen fehlen, passen so in den NWZ-B142. Da wäre beispielsweise das UKW-Radio. Dabei handelt es sich zwar nicht um ein Novum oder um ein echtes Verkaufsargument, dennoch ist es ein willkommenes Extra. Schließlich sorgt es für etwas Abwechslung, die besonders aufgrund des kleinen 2-GByte-Speichers des Players wichtig ist. Hinzu kommt eine Aufnahmefunktion, die sowohl das Aufzeichnen der eigenen Stimme als auch von Radioübertragungen auf den internen Speicher erlaubt.

Der NWZ-B142 arbeitet mit dem Windows Media Player zusammen, wodurch die Installation zusätzlicher Software zum Synchronisieren und zum Übertragen von Alben oder Playlisten überflüssig ist. Einfach an einen freien USB-Port am Rechner anstecken, synchronisieren und aufladen. Ein kompletter Ladevorgang geht recht flott. In unserem Test benötigt der Player dafür nur etwas mehr als eine Stunde. Mit vollem Energiespeicher hält er laut Hersteller bis zu 18 Stunden Musikwiedergabe durch. Wir kommen mit einer Ladung bei normaler Alltagsnutzung sogar mehrere Tage weit. Sollte doch einmal der Strom ausgehen, bietet der Sony eine nützliche Schnellladefunktion: In nur drei Minuten holt sich der Player Energie für drei Stunden.

Das wichtigste ist aber der Klang. Und hier schlägt sich der Walkman einfach toll. Die Tonqualität entspricht in etwa dem, was mit dem verlustbehafteten MP3-Format maximal möglich ist. Ein eingebauter, anpassbarer Equalizer und ein spezieller Bass-Knopf helfen beim justieren des Sounds an den eigenen Geschmack. Die mitgelieferten Ohrstöpsel sind zwar etwas rudimentär, dennoch klingen sie deutlich besser als die bei den meisten anderen Playern im Lieferumfang enthaltenen Kopfhörer.

Nachteile

Obwohl der NWZ-B142 angenehm klein ist, sieht er nicht sonderlich schick aus. Neben seinem Rivalen iPod Shuffle wirkt der Sony fast schon billig. Es ist schon freundlich, den Player als funktional zu bezeichnen. Ginge es nur nach dem Äußeren, würden wir uns definitiv für das Apple-Gerät entscheiden. Hinzu kommt ein weiteres Problem des NWZ-B142: Sein USB-Stick-Design erspart tauschfreudigen Musikfans zwar das Mitschleppen eines Kabels, dafür sitzt der Port direkt am Gerät – geschützt durch eine abnehmbare Kappe. Letztere geht viel zu leicht ab, sodass es nur eine Frage der Zeit ist, bevor sie irgendwann nicht mehr auffindbar ist.


Die lose Kappe des USB-Ports geht im täglichen Einsatz leicht verloren.

Auf den ersten Blick sieht das Bedienelement auf dem Gehäuse wie eine Art Scrollrad oder Vierwege-Pad aus. Doch es ist keines von beidem. Stattdessen handelt es sich lediglich um eine Dreiwege-Navigation. Oben sitzt eine Taste für vor, unten eine für zurück. In der Mitte platziert der Hersteller einen Play/Pause-Knopf. In den Menüs dienen die Elemente als Hoch-, Runter und Auswahl-Taste. Das ist vom Prinzip her keine schlechte Idee. Allerdings erweist sich die Bedienung in der Praxis als etwas fummelig. Es dauert eine Weile, bis wir uns an die Steuerung gewöhnen.

Sonst gibt es aber nicht viel zu bemängeln. Rechts neben dem Display sitzt eine kleine Taste mit der Aufschrift ZAP. Wer sie drückt, bekommt eine vier Sekunden lange Vorschau der Tracks in der Liste zu hören. Das ist eigentlich ein praktisches Feature, allerdings nutzen wir es fast nie. Ein weitaus größerer Makel ist die geringe Speicherkapazität des Players. Besonders Besitzer großer Musikbibliotheken befinden 2 GByte mit Sicherheit als zu klein. Allerdings ist der Walkman als NWZ-B143 für rund fünf Euro mehr auch mit 4 GByte Speicher erhältlich.

Fazit

Für Käufer mit riesigen Festplatten voller digitaler Musik ist der Sony Walkman NWZ-B142 sicher nicht die richtige Wahl. Mit seinem 2 GByte großen Speicher ist der Player eher etwas für den Alltagseinsatz, beispielsweise als Jogging-Partner. Das Design des Sony sorgt zwar sicher nicht für neidische Blicke, dafür bietet das Gerät ein Display, ein Radio mitsamt Aufnahmefunktion und einen tollen Klang zum absolut fairen Preis. Alles in allem macht diese Kombination das Gerät zu einer Empfehlung.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/41525053/sony-walkman-b-serie-klein-leistungsstark-preiswert/

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[1] Apple: http://www.cnet.de/unternehmen/apple/

[2] Sony: http://www.cnet.de/unternehmen/sony/

[3] iPod Shuffle: https://www.cnet.de/tests/mp3/41001696/schon+getestet+neuer+apple+ipod+shuffle+3g.htm

[4] portablen Musik-Playern: https://www.cnet.de/tests/mp3/archiv/a3T0/