M³: preiswerter HiFi-Kopfhörerverstärker im Eigenbau

von Friedrich Schmidt am , 17:01 Uhr

Wer nicht auf hohe Klangqualität verzichten möchte, benötigt teure Lautsprecher. Günstiger geht es mit einem guten Kopfhörer. Allerdings sind die Ausgänge von MP3-Playern und PC-Soundkarten oft zu schwach, um edle Klangschalen mit ausreichend Leistung zu versorgen. Wir zeigen, wie Audiophile einen preiswerten HiFi-Kopfhörerverstärker selber bauen.

Gute Kopfhörer stellen für Hörer mit hohen Ansprüchen an den Klang eine preiswerte Alternative zu teuren Lautsprechern dar. Doch oft stellt sich nach dem Kauf Ernüchterung ein, weil der Sound die Erwartungen nicht so recht erfüllt, oder keine ausreichende Lautstärke am MP3 [1]-Player oder der Soundkarte erzielt wird. Dies ist insbesondere bei Kopfhörern mit einem hohen Impedanzwert [2] der Fall. Ein Kopfhörerverstärker verschafft in solchen Situationen Abhilfe. Er entlastet den Audioausgang des Quellgeräts, indem er für eine ausreichende Verstärkung sorgt. Das kommt dem Klang zugute.

Es gibt zwar so manches kommerzielle Gerät am Markt, das diese Aufgabe erfüllt, durch die hohen Preis für gute Modelle ist der Eigenbau von Kopfhörerverstärkern aber besonders in Bastlerkreisen sehr beliebt. Die Vielzahl an Do-it-yourself [3]-Projekten spricht für sich. Vom simplen batteriebetriebenen Gerät mit integrierten Schaltungen [4] bis hin zum aufwändigen, diskret aufgebauten Verstärker, der ohne weiteres auch Lautsprecher antreiben könnte, ist alles geboten.

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Frontansicht des fertiggestellten Kopfhörerverstärkers. (zum Vergrößern auf das Bild klicken)

Das Selbstbauprojekt M³ (sprich: M qubed) stellt einen sinnvollen Kompromiss dar. Auf den englischsprachigen Webseiten von AMB.org [6] gibt es ausgezeichnet dokumentierte Anweisungen zum Bau des Verstärkers. Es besteht dort sogar die Möglichkeit, professionell gefertigte Platinen und elektronische Komponenten zu bestellen. Ein Blick auf die Projekt-Website lohnt sich auf jeden Fall. Wer nicht so lange auf eine Lieferung aus dem Ausland warten möchte, kann auch auf Lochrasterplatinen zurückgreifen. Die meisten der notwendigen Bauteile sind beispielsweise bei Reichelt Elektonik erhältlich.

Besonderheiten des M³

Im Gegensatz zu vielen anderen Verstärkern besitzt der M³ zusätzlich zu den beiden Stereo-Kanälen einen aktiven Masse-Kanal. Dadurch erreicht er eine bessere Linearität und Kanaltrennung [7]. Es gibt übrigens kommerzielle Geräte für rund 1000 Euro am Markt, die da nicht mithalten können. Zur Spannungsverstärkung kommen Operationsverstärker [8] (Opamps) zum Einsatz. Zur Stromverstärkung und Entlastung der Opamps dienen MOSFETs [9]. Durch den Klasse-A [10]-Betrieb werden störende Signalverzerrungen weitestgehend minimiert. Auf signalbeeinflussende Koppelkondensatoren [11] verzichtet der M³ außerdem. Präzisionspotenziometer [12] auf der Platine ermöglichen es, optimale Betriebsparameter einzustellen.

Teileliste

Teileliste [13]
Bei einigen Kleinteilen ist es empfehlenswert, etwas mehr als die angegebene Menge zu bestellen, für den Fall, dass etwas kaputt oder verloren geht. Zum Teil gibt es sogar Mengenrabatt. (zum Vergrößern auf das Bild klicken)

Netzteil    
     
Anzahl Beschreibung Best-Nr. (Reichelt)
1 Lochrasterplatine, Hartpapier, 100x100mm H25PR100
1 Ringkerntrafo, Print, 25 VA, 2x 12 V, 1041 mA RKPT 25212
4 Ultrafast Diode, TO-220AC, 200V, 8A MUR 820
4 Elektrolytkondensator, 16×31,5mm, RM 7,5mm RAD 1.000/63
1 Spannungsregler, TO-220 LT 1085 CT
1 Metalloxidschicht-Widerstand 2W, 5% 120 Ohm 2W METALL 120
1 Metalloxidschicht-Widerstand 2W, 5% 470 Ohm 2W METALL 470
1 Einstellpotentiometer, liegend, 15mm, 2,5 K-Ohm PT 15-L 2,5K
1 Elektrolytkondensator, 10×12,5mm, RM 5,0mm RAD 100/63
1 LED, 5mm, Standard, rot LED 5MM ST RT
1 Metalloxydwiderstand 1W, 5%, 2,2 K-Ohm 1W 2,2K
     
     
Verstärker    
     
Anzahl Beschreibung Best-Nr. (Reichelt)
1 Lochrasterplatine, Hartpapier, 160x100mm H25PR160
2 Metallschichtwiderstand 1,00 M-Ohm METALL 1,00M
10 Metallschichtwiderstand 1,00 K-Ohm METALL 1,00K
3 Metallschichtwiderstand 10,0 K-Ohm METALL 10,0K
9 Metallschichtwiderstand 100 Ohm METALL 100
3 Metallschichtwiderstand 7,50 K-Ohm METALL 7,50K
6 Metalloxidschicht-Widerstand 2W, 5% 1,0 Ohm 2W METALL 1,0
1 OPA 604 AP (Reichelt) oder LME49710 (Schuro) oder OPA 627 AP
3 Transistor, TO-220AB IRFZ 24N
3 Transistor, TO-220AB IRF 9Z34N
4 SI-N UNI 60V 0,2A 2N 3904
1 SI-P UNI 40V 0,2A 2N 3906
1 BUF 634 (Buffer 250mA) (Schuro)
2 Metallschichtwiderstand 220 K-Ohm METALL 220K
1 Elektrolytkondensator, 10x20mm, RM 5,0mm RAD 220/63
4 IC-Sockel, 8-polig, superflach, gedreht, vergold. GS 8P
3 Keramik-Kondensator 33P KERKO 33P
8 WIMA Folienkondensator, Rm 2,5mm 100nF MKS-02 100N
4 Wima Folienkondensator, Rm 5mm, 1,0µF MKS-2 1,0µ
3 Vielschicht-Keramikkondensator 220P, 5% NPO-2,5 220P
7 Elektrolytkondensator, 10×12,5mm, RM 5,0mm RAD 100/63
9 Elektrolytkondensator, 12,5x20mm, RM 5,0mm RAD 330/63
2 WIMA Folienkondensator, Rm 5mm, 220nF MKS-2 220N
6 BF 245C :: TRANSISTOR BF 245C
2 BF 245A :: TRANSISTOR BF 245A
3 Präzisionspoti. 25 Gänge, stehend, 1,0 K-Ohm 64W-1,0K
3 Präzisionspoti. 25 Gänge, stehend, 5,0 K-Ohm 64W-5,0K
1 1N 4001 :: DIODE 1N 4001
1 LED, 5mm, Standard, rot LED 5MM ST RT
1 Metalloxydwiderstand 1W, 5%, 2,2 K-Ohm 1W 2,2K
     
     
Gehäuse und Zubehör    
     
Anzahl Beschreibung Best-Nr. (Reichelt)
1 Profillanggehäuse – 001.32.G.SW (Elcal System)
4 Anschraubpuffer, schwarz, Ø17,0×9,0mm GF 2
1 Kaltgeräteanschlusskabel, 1,8m, schwarz NKSK 200 SW
1 Kaltgeräte-Einbaustecker mit Sicherungseinsatz KES 2SI
1 Cinchbuchse, Flansch, 2-Fach Terminal RCP 020
1 Neutrik-Klinkenbuchse, 6,3mm Stereo, Flansch NEUTRIK NJ-3FP
1 ALPS Drehpoti., High-End, 6mm, stereo, 50K RK27112-LOG50K
1 Aluminium-Geräteknopf für 6mm-Achse KNOPF 29-6 AL
1 Lochrasterplatine, Hartpapier, 50x100mm H25PR050
1 Einbaufassung, 5mm, Innenreflektor, chrom EBF I-5
1 OSRAM LED 5 mm, 1800 lux, blau, 26° LB 543C
1 Metalloxydwiderstand 1W, 5%, 1,8 K-Ohm 1W 1,8K
1 Wippschalter 3A-250V, 2pol. wippe schwarz DS 059 SW
8 Distanzhülsen, Metall, 6-Kant, M3, 10mm DA 10MM
1 Linsenkopfschrauben 100st. K.-schlitz M3x6mm SKL M3X6
1 Unterlegscheiben, 100st. M3 SKU M3
1 Sechskantmutter, 100st. M3 SK M3
7 Isolierbuchse für TO220, TOP3 IB 2
7 Glimmerscheibe für Gehäuse TO 220 GLIMMER TO 220
3 Flachsteckerhülse, Breite: 6,35mm, blau FSH-B-6,35
4 Ring-Kerbschuhe, für M3, blau RK-B-3
2 Flachsteckerhülse, Breite: 2,8mm, blau FSH-B-2,8
1 Profilkühlkörper, 37,5x54x22,5mm, 3,5K/W V 5224C
1 Profilkühlkörper, 50x160x40mm, 1,2K/W V 6506E
1 Mikrofonleitung, 2×0,08mm², rund, 5m-Ring ML 209-5
1 10m Schalt-/Steuerlitze, ST1-0,75mm², schwarz H05VK 0,75-10SW
1 10m Schalt-/Steuerlitze, ST1-0,75mm², grün-gelb H05VK 0,75-10GG
1 Silberdraht, Ø 0,6mm, Länge: 10M SILBER 0,6MM
10 Anreihklemme 2-polig, RM5,0 AKL 055-02
1 Anreihklemme 3-polig, RM5,0 AKL 055-03
10 Feinsicherung 5x20mm, träge 0,16A TRÄGE 0,16A

Sicherheitshinweis

Bastler werden bei diesem Projekt mit Netzspannung [14] konfrontiert. Ein leichtsinniger und unsachgemäßer Umgang kann lebensgefährlich sein. Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für eventuelle Schäden oder Verletzungen. Wer hier zum Lötkolben greift, sollte wissen, was er tut.

Das Gehäuse

Bei der Wahl eines Gehäuses für den M³ sind Musikfreunden kaum Grenzen gesetzt. Eine stabile Metallhülle ist aber generell einer provisorischen Holzkonstruktion vorzuziehen. Unser Exemplar hat in einem Profillanggehäuse der Firma Elcal-System [15] Platz gefunden. Es bietet den Vorteil, dass man es komplett in seine Bestandteile zerlegen kann, was das Bohren von Löchern erheblich erleichtert.

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Innenansicht des Kopfhörerverstärkers: Links ist das Netzteil zu sehen. Für das aufwendigere Sigma-11-Netzteil wäre hier auch genügend Platz. (zum Vergrößern auf das Bild klicken)

Zur Verbesserung der elektrischen Sicherheit ist es ratsam, das Gehäuse mit dem Schutzleiter [17] zu verbinden. Dazu ist eine dreipolige Kaltgerätebuchse [18] notwendig. Es gibt übrigens auch Buchsen zu kaufen, die ein Fach für eine Feinsicherung [19] beinhalten. Damit spart man etwas Platz auf der Netzteilplatine und kann die Sicherung auswechseln, ohne das Gehäuse vorher aufschrauben zu müssen.

Die Stromversorgung

Um dem M³ Musik von hoher Qualität zu entlocken, benötigt er ein stabilisiertes Netzteil. Auf den Webseiten von AMB wird der Einsatz eines diskreten Netzteils mit dem Namen Sigma 11 [20] empfohlen, welches ebenfalls ausgezeichnet dokumentiert ist. Wer nicht allzuviel Arbeit in diese Komponente stecken möchte, kann aber auch wie bei unserem Modell auf eine einfachere Version mit Spannungsregler [21] zurückgreifen. Sie beinhaltet einen Printtrafo mit zwei mal 12 Volt an der Ausgangsseite. Durch Verbinden der beiden Ausgänge in der Mitte erhalten wir 24 Volt Wechselspannung [22]. Zur Gleichrichtung [23] dienen schnelle MUR820 [24]-Dioden. Als Siebkondensatoren [25] können Exemplare mit circa 4000 bis 5000 µF verwendet werden. Der Spannungsregler LT1085 [26] erlaubt die Einstellung der Ausgangsspannung mit einem Potenziometer. Dies ermöglicht auch den Einsatz von Opamps, die keine hohe Spannung vertragen.

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Das stabilisierte Netzteil mit Spannungsregler. (zum Vergrößern auf das Bild klicken)

Eine Feinsicherung an der Primärseite des Netzteils ist dringend empfehlenswert. Wer die Verstärkerplatine zusätzlich vor Überlast oder Kurzschlüssen schützen möchte, kann auch die Ausgangsseite mit flink durchschmelzenden Exemplaren absichern. Es ist außerdem sinnvoll, eine Grundlast in die Netzteilschaltung zu integrieren, um zu gewährleisten, dass die Kondensatoren nach dem Ausschalten schnell entladen werden. Eine Möglichkeit wäre eine Leuchtdiode [28] mit passendem Vorwiderstand [29]. Eine LED an der Gehäusefront ist ebenfalls denkbar. Um je nach Netzteilspannung den passenden Widerstandswert zu bestimmen, eignet sich ein Online-Rechner [30].

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Die M³-Platine besitzt eine zusätzliche Kondensatorenbank (links) und eine Schaltung, die eine symmetrische Spannungsversorgung bereit stellt (rechts). (zum Vergrößern auf das Bild klicken)

Das M3-Projekt sieht ursprünglich die Verwendung spezieller Rail-Splitter-ICs direkt auf der Verstärker-Platine vor. Sie dienen zur Erzeugung einer symmetrischen Spannung [32] und der Einsatz eines symmetrischen Netzteils erübrigt sich dadurch. Da diese Rail Splitter in Deutschland nur schwer zu bekommen sind, setzt unsere Version auf den Puffer-IC BUF634 [33] (bei Schuro [34] erhältlich). Mit Hilfe eines vorgeschalteten Spannungsteilers [35] erhält man auch damit eine saubere, symmetrische Spannung.

Das Herzstück

Die Verstärkerplatine stellt die wichtigste Komponente des M³ dar. Sie beherbergt die Verstärkerschaltungen für drei Kanäle und eine Sektion zur Stromversorgung. Ein Array aus vielen parallel geschalteten Kondensatoren [36] speichert genug Energie für die MOSFETs. Die Rail-Splitter-Schaltung zur Versorgung der Opamps ist dort ebenfalls untergebracht. Kondensatoren unmittelbar nach dem Puffer-IC sind nicht zwingend notwendig. Schraubklemmen an der linken Seite erleichtern den Ein- und Ausbau der Platine. Dazu zählt auch eine dreipolige Klemme zum Anschluss einer Kopfhörerbuchse. Die Kontaktbelegung von Klinkensteckern [37] ist auf Wikipedia zu finden.

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Der Aufbau des rechten Kanals entspricht dem des linken. Die Bauteilbezeichnungen enden dort allerdings mit dem Buchstaben R. (zum Vergrößern auf das Bild klicken)

Durch die Beschaltung des Opamps unterscheidet sich der Masse-Kanal geringfügig von den beiden anderen. (zum Vergrößern auf das Bild klicken) [39]
Durch die Beschaltung des Opamps unterscheidet sich der Masse-Kanal geringfügig von den beiden anderen. (zum Vergrößern auf das Bild klicken)

Wer beim Unterbringen der Bauteile nicht lange herumexperimentieren möchte, kann sich an unserem Lochrasterplatinenlayout orientieren. Die Grafik von der Unterseite enthält einige farbige Markierungen. Lötpunkte mit gleicher Farbe können Nachbauwillige der Einfachkeit halber mit isolierten Kabelstücken verbinden. Dadurch vermeiden sie Engpässe und lästiges Einfädeln von versilbertem Kupferdraht.

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Die Vorderseite der M³-Verstärkerplatine mit allen Bauteilen. Die schwarzen MOSFETs an der Oberseite sind zur Befestigung an einem Kühlkörper vorgesehen. Links sind die Anschlussklemmen. (zum Vergrößern auf das Bild klicken)

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Gleichfarbige Punkte an der Rückseite sind miteinander zu verbinden. Bei drei gleichfarbigen Punkten genügen zwei Kabel. (zum Vergrößern auf das Bild klicken)

Qual der Wahl – Operationsverstärker

Musikfreunde haben beim M³ die Wahl zwischen verschiedenen Opamps. Auf den Webseiten von AMB ist praktischerweise eine Tabelle mit kompatiblen Chips [6] zu finden. In unserem Modell wurden die Fabrikate LME49710 [42], OPA604 [43] und OPA627 [44] erfolgreich getestet. Der LME49710 bietet einen sehr detaillierten Klang und ist nicht allzu teuer. Für ermüdungsfreies Hören über einen längeren Zeitraum hinweg ist der OPA604 von Burr-Brown mit seinem warmen Sound eine sinnvolle Alternative. Wer keine Kompromisse eingehen möchte, sollte den OPA627 versuchen, welcher als einer der besten Opamps für Audioanwendungen gilt – mit rund 20 Euro pro Stück hat er aber auch seinen Preis. Viele der in Frage kommenden Chips sind beispielsweise bei Schuro [34] erhältlich.

Kühlung

Damit der Verstärker nicht ins Schwitzen gerät, ist eine ausreichende Kühlung erforderlich. Das ursprüngliche Platinenlayout [6] von AMB sieht mehrere kleine Kühlkörper auf der Oberseite vor. Da die MOSFETs bei unserem Modell allesamt an den Rand der Platine gewandert sind, ist der Einsatz eines einzigen überdimensionierten Kühlkörpers möglich. Er hält die Leistungstransistoren problemlos auf niedriger Temperatur und ermöglicht den Einbau in ein flaches Gehäuse. Dem Spannungsregler des Netzteils sollten Bastler auch unbedingt einen passenden Kühlkörper spendieren.

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Eine fertiggestellte Verstärkerplatine mit angeschraubtem Profilkühlkörper. (zum Vergrößern auf das Bild klicken)

Bei der Befestigung der Bauteile am Kühler ist eine ausreichende elektrische Isolation wichtig. Glimmerplättchen oder Silikonfolie eignen sich hierzu hervorragend. Bei den Schrauben kommen Isolierbuchsen zum Einsatz. Wer auf Nummer sicher gehen will, testet anschließend mit dem Multimeter, ob zwischen den Schrauben und den Chip-Kontakten auch wirklich kein Durchgang existiert.

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Die Leistungstransistoren der Verstärkerplatine sind einzeln mit dem Kühlkörper verschraubt. Die Isolation erfolgt durch Glimmerplättchen und Isolierbuchsen. (zum Vergrößern auf das Bild klicken)

Der Lautstärkeregler

Um die Lautstärke direkt am Verstärker und nicht nur am Quellgerät regeln zu können, ist ein spezielles Potenziometer erforderlich. Wichtig ist, dass es für den Stereobetrieb ausgelegt ist und eine logarithmische [47] Charakteristik besitzt. In unserem Fall kommt ein High-End-Poti der Marke Alps zum Einsatz. Es hat eine Impedanz von 50 Kiloohm und überzeugt durch seine vertrauenerweckende Haptik.

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Die Innenansicht der Gehäusefront mit Kopfhörerbuchse (links), Lautstärkeregler (Mitte) und Netzschalter mit Status-LED (rechts). Das Leiterplattenstück am Lautstärkeregler vereinfacht den Anschluss der Signalkabel. (zum Vergrößern auf das Bild klicken)

Der Anschluss des Reglers erfolgt zwischen den Cinch [49]-Buchsen des Gehäuses und dem Signaleingang der Verstärkerplatine. Zur Verbindung eignen sich abgeschirmte Mikrofonleitungen, zur Not tun es aber auch verdrillte Kabelpaare. Die Cinch-Buchsen besitzen an der Rückseite Anschlussmöglichkeiten für den Innenleiter (Signal) und die Schirmwicklung (Masse). Beim Poti sind pro Kanal die Masseleitungen von Cinch-Buchse und Verstärkerplatine an einem der äußeren Kontakte anzuschließen. Die Cinch-Signalleitung wird mit dem anderen äußeren Kontakt verbunden, die Signalleitung vom Verstärker mit dem mittleren. Um festzustellen, welcher der beiden äußeren Kontakte für die Masse zuständig ist, misst man mit dem Multimeter den Widerstand zwischen ihm und dem mittleren Schleifkontakt. Beim Drehen des Potenziometers im Uhrzeigersinn sollte der Widerstand ansteigen.

Inbetriebnahme

Auch wenn nach dem Fertigstellen der Platinen und des Gehäuses die Euphorie groß ist, müssen sich Bastler noch ein wenig gedulden. Um sicher zu gehen, dass nichts kaputt geht, ist eine Kontrolle der Bauteile und deren Verbindungen in aller Ruhe notwendig. Besonders das Netzteil und die Anbindung ans Stromnetz sind wichtige Kontrollpunkte. Alle Leiter, die Netzstrom führen, sollten ausreichend isoliert sein.

Beim ersten Einschalten des Netzteils sollte die M³-Platine noch nicht daran angeschlossen sein. Stellen Sie mit Hilfe des Potenziometers die gewünschte Ausgangsspannung ein und kontrollieren Sie sie gleichzeitig mit dem Multimeter. Vor dem Anschluss der Verstärkerplatine sind alle sechs Trimmpotenziometer entgegen des Uhrzeigersinns zurückzudrehen, bis ein leichtes Klicken zu spüren ist. Der Lautstärkeregler ist ebenfalls auf Null zu stellen. Die Kopfhörerbuchse bleibt unbelegt. Nach dem Anschluss der Platine an das Netzteil sind die Ausgangsspannungen des Rail Splitters und der Versorgungspins der Opamp-Sockel zu kontrollieren. Sie sollten ziemlich genau gleich groß sein und deren Summe sollte ungefähr der Eingangsspannung der Platine entsprechen.

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Die Gehäuserückseite beherbergt Stereo-Cinch-Buchsen (links) und eine Kaltgerätebuchse mit Sicherungshalter (rechts). (zum Vergrößern auf das Bild klicken)

Nun geht es an die Feineinstellungen. Messen Sie die Spannung am Widerstand mit der Bezeichnung R5G und drehen Sie am BIASOPG-Regler, bis eine Spannung zwischen 0,4 und 0,5 Volt anliegt. Messen Sie nun die Ausgangsspannung zwischen IG und OG. Sie sollte 100 Millivolt nicht überschreiten. Nun ist die Spannung am Widerstand R9G+ zu messen. Durch drehen des Reglers BIASG stellt man eine Spannung von circa 80 Millivolt ein. Verfahren Sie bei den beiden anderen Kanälen genau so. Wenn die Einstellungen abgeschlossen sind, sollte der Verstärker eine Weile warm laufen, um die Messwerte später erneut zu überprüfen. Der M³ ist nun bereit, mit einem Kopfhörer und dem Quellgerät verbunden zu werden.

Fazit

Es besteht absolut kein Zweifel, dass der M³ einen herausragenden Sound liefert. Selbst ein verhältnismäßig hochohmiger Kopfhörer wie ein Beyerdynamic DT 880 zwingt ihn nicht in die Knie, und es ist sogar noch reichlich Luft nach oben vorhanden. Auch bei höheren Lautstärken liefert er einen sauberen und präzisen Klang. Im Vergleich zu meinem früheren DIY-Kopfhörerverstärker namens Eaton ist die Basswiedergabe außerdem um einiges besser. Letzterer kann jetzt im wahrsten Sinne des Wortes seinen Ruhestand antreten.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/41525238/m-preiswerter-hifi-kopfhoererverstaerker-im-eigenbau/

URLs in this post:

[1] MP3: http://de.wikipedia.org/wiki/Mp3

[2] Impedanzwert: http://de.wikipedia.org/wiki/Impedanz

[3] Do-it-yourself: http://de.wikipedia.org/wiki/Do_it_yourself

[4] integrierten Schaltungen: http://de.wikipedia.org/wiki/Integrierte_Schaltung

[5] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41525238/0004.jpg

[6] AMB.org: http://www.amb.org/audio/mmm/

[7] Kanaltrennung: http://de.wikipedia.org/wiki/Nebensprechen

[8] Operationsverstärker: http://de.wikipedia.org/wiki/Operationsverst%C3%A4rker

[9] MOSFETs: http://de.wikipedia.org/wiki/MOSFET

[10] Klasse-A: http://de.wikipedia.org/wiki/Endstufe_%28Elektrotechnik%29#A-Betrieb

[11] Koppelkondensatoren: http://de.wikipedia.org/wiki/Koppelkondensator#Filteranwendungen

[12] Präzisionspotenziometer: http://de.wikipedia.org/wiki/Potentiometer#Trimmpotentiometer

[13] Image: #

[14] Netzspannung: http://de.wikipedia.org/wiki/Netzspannung

[15] Elcal-System: http://www.elcal.de/

[16] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41525238/0003.jpg

[17] Schutzleiter: http://de.wikipedia.org/wiki/Schutzleiter

[18] dreipolige Kaltgerätebuchse: http://de.wikipedia.org/wiki/Kaltger%C3%A4testecker#Kaltger.C3.A4testecker_IEC-60320_C19_.2F_C20

[19] Feinsicherung: http://de.wikipedia.org/wiki/Feinsicherung#Ger.C3.A4te-_und_Feinsicherungen_.28G-Sicherungen.29

[20] Sigma 11: http://www.amb.org/audio/sigma11/

[21] Spannungsregler: http://de.wikipedia.org/wiki/Spannungsregler

[22] Wechselspannung: http://de.wikipedia.org/wiki/Wechselspannung

[23] Gleichrichtung: http://de.wikipedia.org/wiki/Gleichrichtung

[24] MUR820: http://www.datasheetcatalog.net/de/datasheets_pdf/M/U/R/8/MUR820.shtml

[25] Siebkondensatoren: http://de.wikipedia.org/wiki/Siebkondensator

[26] LT1085: http://cds.linear.com/docs/Datasheet/108345fg.pdf

[27] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41525238/netzteil.png

[28] Leuchtdiode: http://de.wikipedia.org/wiki/LED

[29] Vorwiderstand: http://de.wikipedia.org/wiki/Vorwiderstand

[30] Online-Rechner: http://www.elektronik-kompendium.de/sites/bau/1109111.htm

[31] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41525238/m3_spannungsversorgung.png

[32] symmetrischen Spannung: http://de.wikipedia.org/wiki/Symmetrische_Spannungsversorgung

[33] BUF634: http://focus.ti.com/lit/ds/symlink/buf634.pdf

[34] Schuro: http://www.hifituning24.de/

[35] Spannungsteilers: http://de.wikipedia.org/wiki/Spannungsteiler

[36] Kondensatoren: http://de.wikipedia.org/wiki/Kondensator_%28Elektrotechnik%29

[37] Kontaktbelegung von Klinkensteckern: http://de.wikipedia.org/wiki/Klinkenstecker#Stereo-Stecker_.28dreipolig.29

[38] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41525238/linker_kanal.png

[39] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41525238/masse_kanal_2.png

[40] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41525238/m3_vorne.png

[41] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41525238/m3_hinten.png

[42] LME49710: http://cache.national.com/ds/LM/LME49710.pdf

[43] OPA604: http://focus.ti.com/lit/ds/symlink/opa604.pdf

[44] OPA627: http://focus.ti.com/lit/ds/symlink/opa627.pdf

[45] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41525238/0001.jpg

[46] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41525238/0006.jpg

[47] logarithmische: http://de.wikipedia.org/wiki/Logarithmus

[48] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41525238/0002.jpg

[49] Cinch: http://de.wikipedia.org/wiki/Cinch

[50] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41525238/0005.jpg