Android-Smartphone als Navigationssystem: Navi-Software im Vergleich

Installation

In diesem Kapitel schlagen sich alle Anbieter tapfer. Die Programme finden sich auf Anhieb im Android Market und lassen sich per Fingertipp installieren. Danach erfolgt der Download des Kartenmaterials per WLAN oder über den PC. Das dauert – denn für eine Deutschlandkarte wandern mal eben 500 MByte durch den Äther, die Europakarte belegt über 2 GByte auf der Speicherkarte. Dieser Schritt entfällt natürlich bei der Off-Board-Lösung AndNav2.

AndNav2: 1 Punkt CoPilot Live: 1 Punkt Navigon: 1 Punkt Ndrive: 1 Punkt

Speicherplatzbedarf

Speziell bei Android-Smartphones ist es durchaus relevant, wie viel Speicher eine Applikation belegt. Denn auch wenn eine 16 GByte große microSD-Karte genügend Platz für Kartenmaterial, MP3-Sammlung, Fotos und TV-Serien bereitstellt, stehen für die Anwendungen selbst nur begrenzte Ressourcen zur Verfügung – je nach Modell sind es etwa zwischen 100 und 200 MByte, in denen der Nutzer Spiele, Office-Programme, PDF-Reader, Location Based Services und eben auch Navigatoren unterbringen kann.

Die Unterschiede sind gewaltig: Während die kostenlose Stauwarner-App Verkehrsinformation mit 120 kByte auskommt, sind die Navis im Vergleich dazu verschwenderisch. AndNav2 ist mit 6 MByte schon fast noch vorbildlich (auch, wenn das Programm damit schon die Liste der Anwendungen nach Speicherbedarf des durchschnittlichen Android-Smartphones anführt). NDrive kommt mit guten 8 MByte aus, während CoPilot Live fast 19 MByte und Navigon sogar noch etwas mehr belegt.

Dazu kommt natürlich noch das Kartenmaterial, das aber auf SD-Karte ausgelagert wird und somit nicht zur Wertung beiträgt – denn die lässt sich, im Gegensatz zum Anwendungsspeicher, einfach austauschen.

AndNav2: 1 Punkt CoPilot Live: 0 Punkte Navigon: 0 Punkte Ndrive: 1 Punkt

Programmstart

Beim Start der Programme wird klar: Hier hat das Smartphone einiges zu tun. Zum Test setzen wir auf das Nexus One mit flotter 1-GHz-CPU. Android-Geräte mit langsamerem Prozessor benötigen durchaus etwas mehr Zeit, bis die Navis startklar sind. Interessanterweise ist nicht AndNav2 am schnellsten bereit, sondern Ndrive: Obwohl das Kartenmaterial auf dem Gerät liegt, präsentiert die Software bereits eine gute Sekunde nach dem Start ihre Kartenansicht. Danach folgt die kostenlose AndNav2-Lösung, die nach knapp 3 Sekunden das Hauptmenü zeigt. Navigon ist nach etwa 5 Sekunden fertig geladen, der CoPilot braucht noch etwas länger.

AndNav2: 1 Punkt CoPilot Live: 0 Punkte Navigon: 0 Punkte Ndrive: 1 Punkt

Die bisherigen Punkte in diesem Vergleich sind allesamt nicht so wichtig wie die Funktionen, mit denen man als Nutzer der Anwendungen täglich zu tun hat – Menüführung, Routenplanung und nicht zuletzt die Navigation als solches. Deswegen gibt es ab sofort für den oder die Sieger der jeweiligen Vergleiche die doppelte Punktzahl.

Android-Navigation
Das Menü des Mobile Navigators ist simpel und aufgeräumt.

Neueste Kommentare 

9 Kommentare zu Android-Smartphone als Navigationssystem: Navi-Software im Vergleich

  • Am 5. Mai 2010 um 14:24 von Gespannfan

    Android Navigation
    schön wäre gewesen wenn in dem Test eine Aussage dazu wäre, ob auch am PC erstellte Routen in das Gerät überspielt werden können.
    Hierüber liest man weder in den Tests noch den Bschreibungen der Programme etwas.

    • Am 6. Mai 2010 um 18:46 von Daniel Schraeder

      AW: Android Navigation
      Hallo,

      ich bin über so eine Funktion bei meinen Tests bislang nicht gestolpert – allerdings habe ich auch nicht danach gesucht. Derzeit habe ich noch die Navigon-Software hier, die diese Funktion nicht mitbringt.

      Beste Grüße
      Daniel Schraeder, CNET.de

  • Am 10. Juli 2010 um 11:24 von Olaf

    Sehr oberflächlicher Test
    Können Kontakte als Ziele ausgewählt werden? Copilot kann es z.B. nicht. Wann werden die Ansagen gemacht? Copilot meldet eine Kreuzung in 2 km am anderen Ende der Stadt. Das ist nutzlos. Bis dahin hat man dutzende Kreuzungen passiert. Es kommt die Ansage "in kürze rechts abbiegen". Damit ist die Kreuzung in 5 Metern Entfernung gemeint. Das irritiert. "jetzt rechts abbiegen" wäre hilfreicher. Bei komplizierten Autobahnkreuzen stimmt die Ansage teilweise nicht. Man braucht in der Ansage bereits weitere Informationen wie z.B. "jetzt rechts einordnen und dann links abbiegen" Die Ansagen passen sich nicht der Geschwindigkeit an.

    • Am 12. Juli 2010 um 12:36 von Daniel Schraeder

      AW: Sehr oberflächlicher Test
      Hallo Olaf,

      stimmt, auf die Anbindung an das Adressbuch haben wir bei diesem Test nicht geachtet – das werden wir beim nächsten Artikel nachholen. Die angesprochene leichte Ungenauigkeit der Ansagen beim CoPilot haben wir im Beitrag angesprochen – das kann Navigon deutlich besser (inklusive "Jetzt rechts abbiegen").

      Beste Grüße
      Daniel Schraeder, CNET.de

  • Am 12. August 2010 um 20:01 von Thomas

    Androiod Navigation
    Ich habe keine Hinweise auf TCM bzw. Verkehrsmeldungen finden können. Gibt es diese Funktionen nicht?

    Danke

    • Am 13. August 2010 um 11:22 von Daniel Schraeder

      AW: Androiod Navigation
      Hallo,

      TMC gibt es auf den Smartphones mangels Empfänger leider nicht. Manche Anbieter von Navigationsdiensten übertragen die Verkehrsmeldungen via Internet, das ist aber üblicherweise kostenpflichtig. Aber danke für den Hinweis – wir werden beim nächsten Artikel zum Thema Handy-Navigation auch auf die Verkehrsinfodienste eingehen.

      Beste Grüße
      Daniel Schraeder, CNET.de

      • Am 17. September 2010 um 21:50 von Frank

        AW: AW: Androiod Navigation
        Da muss ich Wiedersprechen. Sobald im Smartphone eine Radio eingebaut ist, kann man sehr wohl TMC empfangen. Ohne zusätzlichen Empfänger. Bsp. mein altes HTC Touch Diamond mit iGo8 hat TMC.

        Gruß
        Frank

  • Am 18. August 2010 um 18:08 von Stefan

    Navi
    Hi,

    guter Test aber vielleicht währ Skobbler die bessere Wahl gewesen als AndNav2. Im Android Market befindet sich auch noch die App "Navdroyd" (für 5€ zu haben) evtl. können die beiden Programme im nächsten Test berücksichtigt werden.

    Gruß

    • Am 27. Juni 2011 um 10:15 von didoo

      AW: Navi
      weil skobbler keine offline lösung ist 😉

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