Lenovo X100e für 500 Euro: 11,6-Zoll-Thinkpad im Test

von Joachim Kaufmann am , 16:34 Uhr

Pro
  • hervorragende Tastatur
  • matter Screen
  • hohe Stabilität
Con
  • kein digitaler Display-Ausgang
  • SIM-Karte erst nach Abschrauben des Bodens wechselbar
Hersteller: Lenovo Listenpreis: 500 Euro
ZDNet TESTURTEIL: SEHR GUT 7,6 von 10 Punkte
Fazit:

Das Lenovo Thinkpad X100e bietet Thinkpad-typische Tugenden wie hohe Stabilität und eine sehr gute Tastatur. Abstriche muss man allerdings nicht nur bei der Performance, sondern auch bei der Akkulaufzeit in Kauf nehmen.

Thinkpads haben einen guten Ruf, gelten aber als hochpreisig. Mit dem X100e zeigt Lenovo, dass es auch anders geht: Das schwarze Subnotebook wechselt schon für 500 Euro den Besitzer. Was das Gerät mit mattem Display, AMD-CPU und integriertem UMTS sonst noch leistet, zeigt der Test.

Das X100e gibt sich auf den ersten Blick als typisches Thinkpad zu erkennen: Mit seinem eher kantigen, schwarze Geäuse vermittelt es einen Eindruck von Stabilität. Das kann man dem Gerät auch weitestgehend attestieren: Abgesehen von den speziell für den Outdoor-Einsatz entwickelten Notebooks gehört dieses Thinkpad zu den Robusten unter den mobilen Begleitern. Die Verarbeitung lässt keine Wünsche offen. Wem das X100e zu langweilig erscheint, der kann es auch mit rotem, hochglanzlackierten Deckel ordern.

Design

Das X100e misst 28,2 mal 20,9 mal 2,95 Zentimeter und wiegt 1,6 Kilo (1,95 Kilo mit Netzteil). Damit ist es etwas schwerer als das 1,45 Kilo wiegende 11,6-Zoll-Subnotebook Acer Aspire 1810TZ [1], allerdings ist das Lenovo deutlich solider.

Das Thinkpad hat drei USB-Ports, davon ist einer in Kombination mit eSATA ausgeführt. Leider verfügt es nur über einen VGA-, nicht aber über einen DVI- oder HDMI-Ausgang. Die Verbindung zu externen Monitoren ist daher nur analog und somit sind nicht verlustfrei möglich.

Der 11,6-Zoll-Screen löst 1366 mal 768 Pixel auf und bietet eine ausgezeichnete Darstellungsqualität: Farben wirken natürlich, und das Bild ist scharf und kontrastreich. Da Lenovo erfreulicherweise auf eine Glare-Beschichtung verzichtet, sind Reflexionen kein Thema. Die Webcam löst nur 0,3 Megapixel (640 mal 480 Pixel) auf – viele Geräte schaffen mittlerweile 1,3 Megapixel. Aber für eine Video-Session per Skype reicht auch das.

Lenovo hat die klassische, bei vielen Anwendern beliebte Thinkpad-Tastatur ein wenig modifiziert: Zwischen den Tasten sind jetzt kleine Abstände. Die Tasten selbst sind leicht gebogen, damit man nicht abrutscht. Der Tippkomfort des x100e ist Thinkpad-typisch hervorragend. Wie andere Geräte der Serie hat auch das X100e einen Trackpoint zur Steuerung des Mauszeigers. Das zusätzliche Touchpad ist ausreichend groß, man muss sich aber erst daran gewöhnen, dass die beiden Maustasten an der Kante sitzen.

Ausstattung und Leistung

Das X100e ist eines der ersten Lenovo-Notebooks mit AMD-Prozessor. Es wird von einem Athlon Neo MV40 angetrieben, der mit den Ultra-Low-Voltage-Chips von Intel konkurriert. Der Athlon Neo hat einen Rechenkern und ist mit 1,6 GHz getaktet.

Damit kommt man zwar gut über die Runden, bei der Arbeit mit vielen Applikationen oder Tabs in einem Browser stößt man aber relativ schnell an Grenzen. Die Everest-Benchmarks zeigen den Athlon Neo leistungsmäßig auf dem Niveau des Core 2 Solo SU3500, wie er beispielsweise im Dell Vostro V13 [2] zum Einsatz kommt.

Everest 4.6

Intel Core 2 Solo SU3500 AMD Athlon Neo MV-40
CPU Queen 2947 2766
CPU PhotoWorxx 3574 3726
CPU Zlib (KB/s) 8958 8829
CPU AES 2578 2021
FPU Julia 1285 666
FPU Mandel 668 383
FPU SinJulia 343 352

Für die Grafik sorgt die Chipsatz-Lösung ATI Mobility Radeon HD3200, die eine deutlich höhere 3D-Performance (546 zu 1048 Punkte) bietet als das Intel-Pendant X4500 MHD. Ob man daraus bei den typischerweise auf dieser Geräteklasse ausgeführten Anwendungen Vorteile ziehen kann, ist aber eher fraglich.

Zur Speicherung von Daten ist eine 250-GByte-Festplatte integriert. Außerdem sind 2 GByte DDR2-RAM (667 MHz), WLAN nach 802.11b/g/n sowie Bluetooth an Bord. Ein optisches Laufwerk fehlt.

Das x100e verfügt sogar über ein integriertes UMTS-Modem, das zu allen Providern kompatibel ist. So bekommt man fast überall einen Zugang zum Internet. Ein großer Nachteil: Zum Einsetzen der SIM-Karte muss man zuerst den mit sieben Schrauben befestigten Boden entfernen. Schnell mal die Karte wechseln geht also beim x100e nicht.

Akkulaufzeit und Software

Der hinten einen Zentimeter über das Gehäuse hinausstehende Sechs-Zellen-Akku hat eine Kapazität von 5200 mAh. Das ist zwar ganz ordentlich, trotzdem hält er beim Surfen per WLAN im Internet bei weitmöglichst abgedunkelter Display-Hintergrundbeleuchtung nur dreieinhalb Stunden durch. Fordert man das X100e etwas weniger, beispielsweise wenn man längere Passagen liest oder einen Text schreibt, hält der Stromspeicher gut vier Stunden durch.

Der Grund für diese eher mageren Werte ist die AMD-Plattform, die zwar leistungsmäßig mit dem Intel-Pendant locker mithalten (CPU) kann oder erheblich darüber liegt (Grafik), dafür aber mehr Energie verbraucht. Im Idle-Modus genehmigt sich das X100e bei maximaler Display-Hintergrundbeleuchtung rund 17 Watt, unter Vollast etwa 30 Watt. Zum Vergleich: Bei einer Core-2-Solo-Maschine wie dem Dell Vostro V13 [2] liegen die Werte bei 9 und 18 Watt.

Überzeugend dagegen ist die Softwareausstattung: Als Betriebssystem kommt Windows 7 Professional zum Einsatz. Es hat alle Features der Home-Premium-Version und erlaubt zusätzlich die Einbindung in domänenbasierte Netzwerke.

Auf dem Desktop ist außer dem Windows-Papierkorb lediglich das Icon der 60-Tage-Testversion von Microsoft [3] Office 2007 zu finden. An Zusatztools sind Windows Live Essentials, Skype und Symantec Norton Antivirus mit Updates für 60 Tage installiert. Man wird erfreulicherweise nicht von Registrierungsdialogen oder alternativen WLAN-Tools genervt – vorbildlich. Auch die Integration in das Device-Stage-Feature von Windows 7 ist gelungen: Damit hat man schnellen Zugriff auf die wichtigsten Einstellungen und Informationen seines Gerätes.

Fazit

Das Lenovo Thinkpad x100e wird seinem guten Namen gerecht: Es bietet Thinkpad-typische Tugenden wie hohe Stabilität und eine sehr gute Tastatur. Abstriche muss man allerdings nicht nur bei der Performance, sondern auch bei der Akkulaufzeit machen. Selbst bei heruntergedimmter Display-Hintergrundbeleuchung hält der 5200-mAH-Stromspeicher nur rund dreieinhalb Stunden durch. Wer ein Gerät benötigt, das lange abseits der Steckdose funktioniert, sollte sich woanders umsehen. Der Straßenpreis von knapp unter 500 Euro ist für das Gebotene aber äußerst attraktiv.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/41527256/lenovo-x100e-fuer-500-euro-11-6-zoll-thinkpad-im-test/

URLs in this post:

[1] Acer Aspire 1810TZ: https://www.cnet.de/tests/desktop/41522141/acer+aspire+1810t+subnotebook+zum+netbook_preis.htm

[2] Dell Vostro V13: https://www.cnet.de/tests/desktop/41526910/13_zoll_notebook+im+alu_gehaeuse+dell+vostro+v13.htm

[3] Microsoft: http://www.cnet.de/unternehmen/microsoft/