JVC TH-BA1: kompaktes Soundsystem mit gutem Klang

von Matthew Moskovciak, Pascal Poschenrieder und Steve Guttenberg am , 16:01 Uhr

Pro
  • Soundbar erspart das Verlegen von Lautsprecherkabeln
  • Funk-Subwoofer
  • ordentliche Tonqualität
  • übersichtliche Fernbedienung
  • drei Eingänge (zweimal optisch und einmal analog)
Con
  • kein HDMI-Port
  • langweiliges Design
Hersteller: JVC Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: SEHR GUT 7,7 von 10 Punkte
Fazit:

Das Soundsystem TH-BA1 erspart Käufern durch seine Kombination aus Soundbar und kabellosem Subwoofer lästige Kabel im Wohnzimmer. Der Sound der Lösung ist vergleichsweise gut - besonders in Anbetracht des fairen Preises. Allerdings fehlt uns ein HDMI-Port, und das Design ist etwas langweilig.

Während Filme auf DVD meist nur 5.1-Sound bieten, speichert eine Blu-ray-Discs die Tonspur schon mit 7.1-Ton. Das bedeutet, dass man insgesamt acht Lautsprecher im Wohnzimmer aufstellen muss, um den Klang in seiner vollen Pracht zu genießen. Wenn das zu viel Aufwand ist, und keine kilometerlangen Kabel im Wohnbereich erwünscht sind, ist das Kit-System TH-BA1 von JVC eine gute Lösung. Es besteht aus einer Soundbar und einem kabellosen Subwoofer. Wir haben getestet, ob es trotzdem guten Klang bietet.

Wem die Lautsprecher seines Fernsehers [1] zu schwach sind, benötigt ein ordentliches Soundsystem. Allerdings besteht es aus vielen, teuren Komponenten, die mittels lästiger Kabel miteinander verbunden werden müssen. Eine einfache Alternative bieten Kit-Lösungen [2] aus Soundbar und Subwoofer. Sie kommen ohne AV-Receiver und zusätzliche Lautsprecherkabel aus. Außerdem sind sie vergleichsweise günstig.

Die Kit-Lösung TH-BA1 von JVC benötigt nicht einmal ein Kabel für den Subwoofer. Er kommuniziert via Funk mit der Soundbar. Dadurch sind zum Anschließen des kompletten Systems lediglich ein Stromkabel und ein Kabel vom TV nötig. Neben dem drahtlosen Tieftonlautsprecher besitzt das TH-BA1 ein Sortiment an Standard-Features, wie separate Level-Einstellung der einzelnen Kanäle, und eine Tonqualität, die besser ist, als von uns erwartet. Allerdings fehlt ein HDMI [3]-Port. Wer diesen Anschluss benötigt, sollte sich das Kit Yamaha YHT-S400 [4] genauer ansehen. Alle anderen bekommen mit der JVC-Lösung ein tolles Soundsystem zum überaus fairen Preis.

Design

Das Design des TH-BA1 gehört nicht zu den Gründen, aus denen wir uns für das Set entscheiden würden. Das Gehäuse wirkt etwas langweilig. Hier helfen auch die roten Status-Leuchtdioden und das simple, numerische LC-Display nicht viel. Die Soundbar hat eine langgezogene Form, um unter den Fernseher zu passen. Allerdings sollten potentielle Käufer trotzdem nachmessen, ob die 12,4 Zentimeter hohe Leiste unter den Screen passt, ohne Teile des Bildes zu verdecken.

Die Lautsprecher sind von einem schwarzen Metallgitter verdeckt. Wer genau hinsieht, entdeckt darunter die acht Treiber. Das TH-BA1 besitzt einen internen Verstärker mit 30 Watt pro Kanal. Wer denkt, dass das etwas wenig ist, kann beruhigt sein. Diese Leistung genügt vollkommen. Die meisten Hersteller, die höhere Angaben machen, haben die Werte zu Marketingzwecken künstlich aufgeblasen.

Es ist erfreulich, dass das TH-BA1 im Gegensatz zu vielen Konkurrenten über ein LC-Display an seinem Frontpanel verfügt. Der Screen ist meist dunkel. Beim Ändern der Lautstärke oder beim Wechseln des Eingangs leuchtet er auf und gibt Aufschluss über die gewählten Einstellungen. Anschließend geht er wieder aus und fällt nicht weiter auf. In der Mitte der Soundbar sitzt eine blaue Beleuchtung. Sie lässt sich dimmen oder abschalten, um nicht vom Filmgeschehen abzulenken. Für die roten Status-Leuchtdioden gilt das leider nicht.

Die mitgelieferte Fernbedienung ist exzellent. Sie ist schwer genug, um sich deutlich von den billigen Modellen im Kreditkartenformat abzuheben. Die Tasten sind übersichtlich angeordnet und geben eine angenehme Rückmeldung. Für jeden Eingang steht ein separater Knopf zur Verfügung. Außerdem gibt es einen Wippschalter zum Einstellen der Lautstärke und individuelle Regler zum Justieren der Lautstärke der einzelnen Lautsprecher. Wer auf eine einfache Bedienung wert legt, wird mit der Fernbedienung sehr zufrieden sein.

Einrichtung

Das Aufstellen, Anschließen und Konfigurieren des JVC TH-BA1 ist kinderleicht. Als erstes stecken wir die Quellen an. Hierfür stehen zwei digitale S/PDIF [5]-Ports und ein analoger Stereo-Eingang zu Auswahl. Anschließend platzieren wir die Leiste unter dem Display auf dem Standfuß unseres TVs. Wer möchte, kann sie auch an die Wand montieren.

Der Subwoofer unseres Testgeräts verbindet sich nicht automatisch mit der Soundbar. Wir folgen den einfach zu verstehenden Anweisungen der mitgelieferten Kurzanleitung. Nach etwa einer Minute ist das JVC-System einsatzbereit.

Der Tieftöner hat keinen Lautstärkeregler an Bord. Die Justierung seines Levels funktioniert direkt über die Fernbedienung. Am Anfang klingt der Woofer nicht sonderlich kraftvoll. Er steht etwa 1,2 Meter von der vorderen Wand entfernt. Wenn wir ihn einige Zentimeter weiter wegbewegen, verbessert sich der Sound signifikant. Das zeigt, dass der Austellungsort trotz kabelloser Übertragung alles andere als egal ist. Steht der Lautsprecher zu weit von der Soundbar weg, hört es sich so an, als ob der gesamte Bass nur aus dem Woofer kommen würde. Daher sollte er nicht weiter als 1,5 Meter entfernt sein. Stimmt der Abstand zu den Wänden nicht, verhindern Interferenzen die Ausbildung eines voluminösen Basses.

Wie bereits erwähnt, lassen sich die Lautstärken von Center-Kanal und den Surround separat regeln. Das ist ein nützliches Extra, das besonders bei der Musikwiedergabe für besseren Klang sorgt. Auch bei Filmen ist es oft sehr hilfreich.

Ausstattung

Wie die meisten Geräte in der Klasse der Kit-Systeme mit Soundbar sind die Anschlüsse des TH-BA1 auf Audio-Ports begrenzt. Das bedeutet, dass TV und Soundsystem einzeln angeschlossen werden müssen. Die Folge: Wer von seinem Blu-ray-Player [6] auf seine Spielkonsole [7] umschalten möchte, muss am TV und am Soundsystem den Eingang wechseln und dazu zwei Fernbedienungen in die Hand nehmen. Hier hilft nur eine Universalfernbedienung wie die Logitech Harmony One [8].

Im Vergleich zu seinen Konkurrenten Yamaha YSP-S400 [4] mit vier und Denon DHT-FS3 [9] mit fünf Ports besitzt das JVC-System nur drei Eingänge. Sie lassen sich nicht gleichzeitig aktivieren und sind per Fernbedienung auszuwählen.

Leistung

Für unseren Test legen wir die DVD von Die Entführung der U-Bahn Pelham 123 in den angeschlossenen Player ein. Schon nach wenigen Sekunden ist klar: Das TH-BA1 kann was. Der Film ist ein Thriller mit recht gewöhnlicher Handlung: Walter Graber (Denzel Washington) ist Fahrdienstleiter bei der U-Bahn von New York. Als sein Zug entführt wird, findet er sich in einem Kampf gegen den Verbrecher Ryder (John Travolta) wieder.

Der Soundtrack des Films ist allerdings alles andere als Standard. Er klingt außergewöhnlich gut. Die quietschenden und krachenden Metallräder der U-Bahn und ihr Echo im engen Tunnel hören sich absolut realistisch an, wodurch sich die Tonspur sich ideal für den Test von Soundbar und Subwoofer eignet. Das TH-BA1 sorgt dafür, dass wir den Eindruck haben, direkt im Film anstatt nur vor dem Fernseher zu sitzen. Der Ton ist klar und definiert, und selbst als Ryder und seine Kumpanen ihre Waffen abfeuern, übersteuert die Soundbar nicht.

Der Surround-Effekt der JVC-Soundbar ist vergleichsweise gut. Dennoch kommt er nicht an den eines vollwertigen Surround-Soundsystems heran. Dialoge sind klar und deutlich zu verstehen. Auch arbeitet das vergleichsweise günstige TH-BA1 auf sehr hohem Niveau. Sogar während lauter, überladener Action-Sequenzen kommt jedes Detail gut heraus.

Das Soundsystem besitzt eine dynamische Lautstärkeanpassung. Sie sorgt bei Filmen mit leisen Dialogen und lauter Action dafür, dass das Level immer gleich bleibt. Das ist besonders praktisch, wenn die Nachbarn ein empfindliches Gehört haben. Gespräche der Protagonisten sind dann genauso zu hören wie Schüsse und Explosionen – ohne dass die Oma von nebenan gleich aus dem Bett fällt. Die dynamische Lautstärkeanpassung lässt sich über die Fernbedienung aktivieren.

Das TH-BA1 überzeugt uns sogar bei Musik. Das haben bisher nur sehr wenige Soundsysteme geschafft. Wir hören uns ein paar CDs an – von Jazz über Hard Rock bis hin zu Hip Hop. Alles klingt gut ausbalanciert und weder zu bass-, noch zu höhenlastig.

Fazit

Alles in allem sind wir von der Leistung des TH-BA1 wirklich beeindruckt. Dennoch kommt auch diese Lösung einfach nicht an ein vollweriges 5.1- oder 7.1-Soundsystem heran. Das ist aber bisher noch keiner von uns getesteten Soundbar-Subwoofer-Kombination gelungen – auch nicht deutlich teureren Modellen.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/41527257/jvc-th-ba1-kompaktes-soundsystem-mit-gutem-klang/

URLs in this post:

[1] Fernsehers: https://www.cnet.de/tests/tv/archiv/a6T0/

[2] Kit-Lösungen: https://www.cnet.de/tests/dvd/archiv/a3T5/

[3] HDMI: http://de.wikipedia.org/wiki/High_Definition_Multimedia_Interface

[4] Yamaha YHT-S400: https://www.cnet.de/tests/tv/41525076/yamaha+yht_s400+kleines+kit_system+mit+gutem+klang.htm

[5] S/PDIF: http://de.wikipedia.org/wiki/SPDIF

[6] Blu-ray-Player: https://www.cnet.de/tests/dvd/archiv/a3T3/

[7] Spielkonsole: https://www.cnet.de/tests/tv/archiv/i7T0/

[8] Logitech Harmony One: https://www.cnet.de/tests/peripherie/39188911/handliche+schaltzentrale+logitech+harmony+one.htm

[9] Denon DHT-FS3: https://www.cnet.de/tests/dvd/39189552/grandioses+kompaktes+surround_sound_system+denon+dht_fs3.htm