So schlagen sich Ricoh GXR, Canon G11 und Olympus E-P1 im Extremtest

Runde eins: Actionfotos und Nachtfotografie

Bei stark bewegten Motiven sind kurze Verschlusszeiten erforderlich. Diese lassen sich am einfachsten durch eine hohe Empfindlichkeit erzielen. Allerdings gehen gesteigerte ISO-Werte mit zunehmendem Bildrauschen einher, und die Bildqualität leidet. Insbesondere kleinere Sensoren knicken bei größeren Empfindlichkeiten verhältnismäßig schnell ein. Während die Ricoh GXR bei ISO 800 beispielsweise noch klare Fotos liefert, hat die Canon PowerShot G11 hier schon mit deutlichem Rauschen zu kämpfen.

Ebenfalls ausschlaggebend für eine kurze Belichtungszeit ist eine niedrige Blendenzahl, sprich eine große Blendenöffnung. So dringt mehr Licht ins Innere der Kamera, und bei gleicher Lichtempfindlichkeit reicht eine geringere Verschlusszeit.

Von den drei Modellen legt hier Ricohs GXR mit dem A12-Modul die beste Leistung hin. Die 50-Millimeter-Festbrennweite mit APS-C-Sensor und Blende F2,5 schafft auch dort noch kurze Belichtungszeiten und niedrige ISO-Empfindlichkeiten, wo die anderen Kameras beziehungsweise deren Besitzer bereits verzweifeln. Als nächstes kommt die Olympus E-P1 – erst mit dem F2,8-Pancake-Objektiv und anschließend mit der F3,5-bis-F5,6-Kitoptik. Dahinter folgen schließlich Ricohs GXR mit S10-Aufnahmemodul und die Canon PowerShot G11. Um mit den beiden Schlusslichtern kurze Belichtungszeiten hinzubekommen, ist strahlender Sonnenschein vonnöten.


Ricohs GXR bietet mit dem A12-Aufnahmemodul den meisten Freiraum bei schwierigen Lichtverhältnissen oder schnellen Bewegungen. Mit ISO 800 und F7,1 reicht der Kamera bei dieser Aufnahme eine Belichtungszeit von 1/2300 Sekunde – damit gelingt das Foto auch aus einem holpernden Bus heraus gestochen scharf.

Eine Kamera, die für Actionfotos taugt, leistet tendenziell auch bei schlechten Lichtverhältnissen gute Ergebnisse. Denn im Zwielicht erweist sich eine Kombination aus großem Bildsensor und gutem Rauschverhalten sowie eine kleine mögliche Blendenzahl ebenfalls als vorteilhaft. Bei einem dunklen, statischen spielt im Vergleich zum hellen, actionsreichen Motiv allerdings ein weiterer Aspekt mit: der optische beziehungsweise mechanische Bildstabilisator. Nachdem weder die 50-Millimeter-Festbrennweite der Ricoh GXR noch das 17-Millimeter-Pancake-Objektiv der Olympus E-P1 einen Verwacklungsschutz bieten, rücken die Kameras hier ein ganzes Stück näher zusammen.

Sowohl bei den Nacht- als auch bei den Actionfotos bringt Ricohs A12-Aufnahmemodul allerdings einen hinderlichen Faktor mit: Das 50-Millimeter-Objektiv eignet sich nicht dazu, Panoramen aus nächster Nähe aufs Bild zu bringen. Auch Fotos von Innenräumen, etwa in Kirchen, sind aufgrund des eingeschränkten Bildwinkels nicht so ohne weiteres möglich. Dasselbe gilt eingeschränkt auch für das lichtstarke F2,8-Pancake-Objektiv der Olympus – hier liegt die Brennweite mit 34 Millimetern im Kleinbildäquivalent allerdings deutlich weiter im Weitwinkel und ermöglicht so eine größere Flexibilität.


Weitere Vorteile, den die Kombination aus großem Bildsensor und kleiner Blendenzahl mitbringt, sind eine selektive Tiefenschärfe und ein schönes Bokeh.

Neueste Kommentare 

2 Kommentare zu So schlagen sich Ricoh GXR, Canon G11 und Olympus E-P1 im Extremtest

  • Am 17. Februar 2010 um 20:43 von Manuel

    Toller Test!
    Grundsätzlich sehr interessanter test.
    mich hätte im zusammehnag auch die Sigma DP1s interessiert, da sie ja auch in die reihen dieser klasse gehört.

  • Am 17. August 2010 um 15:06 von Albert Graf

    Sensormagie
    Danke, danke, mir gingen die Augen weit auf! Die verklauslulierte Angabe von 1/1,7 Zoll kommt der Kameraindustrie sehr gelegen. Ich dachte immer, das hieße 1 Zoll mal 1,7 Zoll Fläche. Weit gefehlt. Kein Wunder, dass bei einer Fläche, die nur dem zwanzigstel des KB-Formats der SLRs entspricht, keine Wunder zu erwarten sind. Nun weiß ich, was ich bei meiner nächsten Cam beachten muss. 😉

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