So schlagen sich Ricoh GXR, Canon G11 und Olympus E-P1 im Extremtest

Runde zwei: Panorama und Tierwelt

Urlaub – das bedeutet für die meisten entweder Natur satt oder pulsierende Großstädte. In beiden Fällen muss die mitreisende Kamera möglichst viel von der Landschaft aufs Bild bringen. Wenn die atemberaubende Skyline nur zur Hälfte auf den Aufnahmen zu sehen ist, werden die Daheimgebliebenen schließlich nur halb so neidisch. Das Stichwort lautet hier: Weitwinkel. Je kleiner die Brennweite des Objektivs, desto mehr passt aufs Foto.

Von den von uns in Südamerika getesteten Kameras beziehungsweise Objektiven bietet die Ricoh GXR samt S10-Aufnahmemodul den stärksten Weitwinkel. Die kleinste Brennweite beträgt bei der Digicam-Aufnahmemodul-Kombination 24 Millimeter im Kleinbildäquivalent. An zweiter Stelle stehen die Canon PowerShot G11 und die Olympus E-P1 mit dem Kitobjektiv, die beide bei 28 Millimetern einsteigen. Als nächstes folgen das Olympus-Pancake-Objektiv mit 34 Millimetern und abgeschlagen das A12-Aufnahmemodul der GXR mit 50 Millimetern im Kleinbildäquivalent.


Mit 24 Millimetern im Kleinbildäquivalent bringt die Ricoh GXR samt S10-Modul am meisten Motiv aufs Bild (rechts). Den zweiten Platz teilen sich die Canon PowerShot G11 (links) und die Olympus E-P1 (mitte) samt Kitoptik mit 28 Millimetern.

Nicht nur der Weitwinkel, sondern auch der Telebereich der Objektive ist interessant. Hier schlägt sich die Canon PowerShot G11 am besten – die maximale Brennweite liegt bei 140 Millimetern. Anschließend folgt das Olympus-Kitobjektiv mit 84 und das S10-Aufnahmemodul der GXR mit 72 Millimetern. Insbesondere beim Fotografieren von Tieren zahlt sich eine hohe Vergrößerungskraft aus. Es sei allerdings dazugesagt, dass wir uns des Öfteren auch eine stärkere Vergrößerung als die der Canon-Kamera gewünscht hätten. Ricoh hat angekündigt, für die GXR noch dieses Jahr ein Telezoom-Aufnahmemodul anzubieten, das diese Lücke schließen dürfte. Und auch für die E-P1 kommt im Mai eine stark vergrößernde 14-bis-150-Millimeter-Optik in den Handel. Wer nicht auf Olympus warten möchte, findet bereits jetzt im Panasonic-Zubehör mit dem 14-bis-140-Millimeter-Objektiv sein Glück. Stand heute hat in puncto Flexibilität die Olympus-Kamera die Nase vorne.


Pinguine in Patagonien: Die Ricoh GXR mit dem S10-Aufnahmemodul bietet die geringste Vergrößerungskraft (links). Danach folgen Olympus E-P1 (mitte) und schließlich Canons PowerShot G11 (rechts).

Runde drei: Besonderheiten

Häufig sind es Kleinigkeiten, die einen Fotografen dazu bringen, seine Kamera zu lieben. Kleinigkeiten, die man im Datenblatt einfach überliest, später aber nicht mehr missen möchte. Da wäre bei der Ricoh GXR beispielsweise die integrierte Wasserwaage, die sowohl im Hoch- als auch im Querformat zur Verfügung steht – und schlicht und ergreifend furchtbar praktisch ist. Oder das arretierbare Modusrädchen, das dafür sorgt, dass die Kamera auch nach zwei Stunden in der Jackentasche mit denselben Einstellungen startet. Auch für HDR-Freaks bietet die Ricoh-Kamera einiges: Sie schießt Belichtungsreihen schnell genug, um auch ohne Stativ Fotos mit erhöhtem Dynamikbereich zu ermöglichen.


Wie das linke Foto eines bewachsenen Steins im bolivianischen Altiplano zeigt, eignet sich Ricohs A12-Modul hervorragend für Makroaufnahmen. Rechts ist ein freihändig mit der GXR aufgenommenes HDR-Bild der Christo-Statue in Rio de Janeiro zu sehen.

Nicht nur die GXR, sondern auch die Konkurrenz sticht mit einigen Besonderheiten heraus: Die Canon PowerShot G11 glänzt beispielsweise mit einem dreh- und schwenkbaren Display. Ganz gleich ob man unauffällig ums Eck, aus der Hüfte, über Kopf oder sich selbst fotografieren möchte – der flexible Bildschirm erweist sich in zahllosen Situationen als praktisch. Gleiches gilt für die dedizierten mechanischen Wahlschalter für ISO-Empfindlichkeit und Belichtungsausgleich auf der Oberseite der Kamera und den mitzoomenden optischen Sucher.

Bei der Olympus E-P1 begeistern uns die Art Filter, insbesondere der Schwarzweiß-Modus. Auf den ersten Blick mögen die integrierten Bildeffekte vielleicht überflüssig erscheinen. In der Praxis allerdings sorgt das Feature für sehr ansehnliche Resultate. Und die meisten Knipser – den Autoren dieses Artikels eingeschlossen – werden ihre Fotos niemals nachträglich aufwändig am Rechner in dieser Richtung bearbeiten. Die zwei verfügbaren, frei drehbaren Einstellrädchen für Parameter wie Blende und Belichtungszeit erweisen sich beim manuellen Fotografieren als sehr praktisch.

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2 Kommentare zu So schlagen sich Ricoh GXR, Canon G11 und Olympus E-P1 im Extremtest

  • Am 17. Februar 2010 um 20:43 von Manuel

    Toller Test!
    Grundsätzlich sehr interessanter test.
    mich hätte im zusammehnag auch die Sigma DP1s interessiert, da sie ja auch in die reihen dieser klasse gehört.

  • Am 17. August 2010 um 15:06 von Albert Graf

    Sensormagie
    Danke, danke, mir gingen die Augen weit auf! Die verklauslulierte Angabe von 1/1,7 Zoll kommt der Kameraindustrie sehr gelegen. Ich dachte immer, das hieße 1 Zoll mal 1,7 Zoll Fläche. Weit gefehlt. Kein Wunder, dass bei einer Fläche, die nur dem zwanzigstel des KB-Formats der SLRs entspricht, keine Wunder zu erwarten sind. Nun weiß ich, was ich bei meiner nächsten Cam beachten muss. 😉

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