Windows Phone 7: ob Microsoft iPhone und Android den Garaus macht

Engere Zusammenarbeit mit Partnern für schnellere Geräte

Zu den Hardwareanforderungen schweigt sich Redmond weitgehend aus. Pflicht sollen ein kapazitiver Touchscreen, der vier Finger gleichzeitig erkennt, eine 5-Megapixel-Kamera, ein UKW-Tuner, GPS, sowie die drei Hardware-Buttons Zurück, Homescreen und Suche sein.

Während der Präsentation bekräftigten die anwesenden Microsoft-Manager, künftig sehr eng mit den Hardwarepartnern zusammenarbeiten zu wollen. Nur so könne man sicherstellen, dass jedes Windows Phone die gewünschte Nutzererfahrung bietet. Bislang handhabt Microsoft die Beziehungen sehr lax. Nach Zahlung der Lizenzgebühr ist der Fall erledigt. Das hat zu einer ganzen Reihe von Windows-Mobile-Geräten geführt, die für den Alltagseinsatz schlichtweg viel zu langsam sind.

Mit umfangreichem Skinning, wie man es von Windows Mobile kennt, soll künftig Schluss sein. Zwar können Anwender und Netzbetreiber Anpassungen vornehmen und beispielsweise die Live Tiles beeinflussen, die Windows-Phone-GUI soll jedoch nicht mehr unter der HTC-Sense-Oberfläche oder ähnlichen Lösungen verschwinden. Ob Hersteller wie HTC oder Samsung, die viel Entwicklungsarbeit in ihre Interface-Variante gesteckt haben, hier mitziehen, bezweifeln wir aber.

Windows Phone verwendet als Basis weiterhin Windows CE, das mittlerweile Windows Embedded Compact heißt. Microsoft will bislang aber nicht verraten, um welche Version es sich handelt. Wahrscheinlich kommt aber eine Weiterentwicklung von 6.0 zum Einsatz.

Markteinführung: Wann kommen die ersten Windows-Phone-7-Handys?

Die ersten Smartphones mit Windows Phone 7 sollen zum Weihnachtsgeschäft in den Regalen liegen. Offen ist, ob Microsoft damit nun September, Oktober oder erst November meint.

Journalisten, die das neue OS zumindest kurz ausprobieren konnten, berichten, dass es sich bei der aktuellen Version noch um eine Alpha handelt. Immer wieder kommt es zu Hängern und schwarzen Bildschirmen. So wie es aussieht, benötigt das OS noch deutlich mehr als nur einen letzten Feinschliff. Viele Bereiche, beispielsweise die Einstellungen, gab es bis jetzt noch überhaupt nicht zu sehen. Wir sind gespannt, ob Microsoft den angekündigten Termin einhält.

Hardwarepartner sind Dell, Garmin-Asus, HTC, HP, LG, Samsung, Sony Ericsson und Toshiba – wobei bislang nicht klar ist, wer wann welches Gerät vorstellt. Qualcomm spielt bei den Referenzdesigns eine wichtige Rolle. Interessanterweise fand nVidia keine Erwähnung. Deren System on a Chip namens Tegra sorgt für die gute Performance des Zune HD und könnte auch für die neuen Windows Phones eine passende Lösung darstellen.

Smartphones mit Windows Phone 7 sollen bei AT&T, Deutsche Telekom, Orange, SFR, Sprint, Telecom Italia, Telefónica, Telstra, T-Mobile USA, Verizon Wireless und Vodafone zu haben sein.

Ausblick: Müssen sich Apple und Google vor Windows Phone 7 fürchten?

Apple hat mit dem Anfang 2007 vorgestellten iPhone die Grundlagen moderner Smartphones definiert: Großer Touchscreen, Multitouch, schickes Design, Gestensteuerung sowie einfache Bedienung und Softwaredownload per App Store. Mit Windows Phone 7 bewegt sich Microsoft in diesem Koordinatensystem und ist damit nach Android der zweite Nachzügler.

Die ersten Erfahrungen zeigen, das die Redmonder ein eigenständiges Konzept verfolgen, das im Vergleich zu iPhone und Android neue Akzente setzt. Den vielfach geforderten Neuanfang hat Microsoft tatsächlich gewagt. Ob das OS aber tatsächlich besser ist als seine Vorgänger, müssen Tests des fertigen Produkts erst noch zeigen. Und davon ist Windows Phone offenbar noch ein ganzes Stück entfernt. Hinzu kommt, dass sich die Konkurrenz mit großen Schritten weiterentwickelt. So soll es beispielsweise noch dieses Jahr ein neues iPhone geben, das wieder für reichlich Vorsprung zur Konkurrenz – inklusive Windows Phone 7 – sorgen könnte.

Windows Mobile ist mit der Vorstellung von Windows Phone 7 Series praktisch Geschichte – was für Microsoft einige Probleme mit sich bringt. Denn wer setzt jetzt noch auf eine Plattform, die noch maximal zehn Monate aktuell ist. Dem Verkauf von Windows-Mobile-Geräten dürfte das nicht zuträglich sein, zumal unklar ist, ob und für welche Smartphones es ein Upgrade geben wird. Weitere Marktanteilsverluste sind also vorprogrammiert.

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