Buffalo Drivestation HD-HXU3 im USB-3.0-Praxistest

von Joachim Kaufmann am , 10:37 Uhr

Pro
  • hohe Performance unter USB 3.0
  • Kompatibilität zu USB 2.0
Con
  • empfindliches Gehäuse
  • im Betrieb deutlich hörbar
Hersteller: Buffalo Listenpreis: 110 Euro
ZDNet TESTURTEIL: SEHR GUT 8,0 von 10 Punkte
Fazit:

Buffalos Drivestation HD-HXU3 stößt in Leistungsbereiche vor, die bislang E-SATA-Laufwerken vorbehalten waren. Kopiervorgänge lassen sich so deutlich verkürzen. Die Vorteile kommen aber nur in Verbindung mit einem USB-3.0-Controller zum Tragen.

Das Kopieren von großen Datenmengen auf externe Festplatten wird aufgrund des langsamen USB-2.0-Standards schnell zum Geduldspiel. Der Nachfolger USB 3.0 soll die Übertragungsgeschwindigkeit verzehnfachen – wir haben anhand der Buffalo HD-HXU3 getestet, ob der neue Universal Serial Bus hält, was er verspricht.

Wer regelmäßig mit USB-Festplatten arbeitet, kennt das Problem: Die betagte Schnittstelle erlaubt bestenfalls Übertragungsraten von 40 MByte/s und bremst damit moderne Laufwerke aus. Aktuelle HDDs schaffen – zumindest beim Lesen und Schreiben großer Dateien – mehr als 100 MByte/s.

Speziell zur externen Anbindung von Festplatten wurde vor ein paar Jahren E-SATA entwickelt. Diese Technik haben aber meist nur größere Speicherlösungen integriert. Mit USB 3.0 rüstet jetzt das USB-Lager wieder auf. Die Technik soll in beide Richtungen 600 MByte/s (5 GBit/s) übertragen und so den Flaschenhals beseitigen. Die Buffalo Drivestation HD-HXU3 ist eine der ersten Festplatten mit USB-3.0-Schnittstelle.

Design und Ausstattung

Das Kunststoffgehäuse aus schwarzem Hochglanzlack mit einer geschwungenen Front sieht schick aus – solange man die Fingerabdrücke regelmäßig wegpoliert. Für häufigen Transport ist das Äußere zu empfindlich und würde sehr schnell seinen Glanz verlieren. Schalter oder Tasten gibt es an der Buffalo nicht. Der Betrieb beginnt mit dem Einstecken in den USB-Port. Die Stromversorgung erfolgt über ein mitgeliefertes Netzteil.

Die HD-HXU3 ist nicht viel größer als die darin untergebrachte 1-Terabyte-Festplatte Samsung [1] HD103SJ mit 7200 Umdrehungen pro Minute und 32 MByte Cache. Der auf der Rückseite untergebrachte Lüfter ist nicht zu hören, da er von den Betriebsgeräuschen des Laufwerks übertönt wird. Richtig laut ist das Gerät nicht, aber eben doch deutlich wahrnehmbar.

Außer dem Netzteil befindet sich ein USB-3.0-Kabel im Lieferumfang. Der Typ-A-Stecker unterscheidet sich auf den ersten Blick nicht von dem der Standard-USB-2.0-Kabel. Bei genauem Hinsehen erkennt man aber eine weitere Kontaktebene. Der Typ-B-Stecker gibt sich durch seinen Aufsatz aber sofort als USB 3.0 zu erkennen. Zwar lässt sich die HD-HUX3 auch mit einem USB-2.0-Kabel-betreiben, doch dann geht der Geschwindigkeitsgewinn flöten.


Links ist ein Typ-A-, rechts ein Typ-B-Stecker zu sehen.

AMD und Intel haben bislang keine Chipsätze mit USB-3.0-Unterstützung im Angebot. Rechner mit der Funktion benötigen daher einen separaten Host-Controller. Zum Nachrüsten gibt es PCI-Express- und Expresscard-Steckkarten. Der Test wird mit der Asus U3S6 für rund 40 Euro durchgeführt, einer PCI-Express-2.0-Steckkarte für den x4-Steckplatz. Mit Transferraten von 2 GByte/s stellt der Bus keinen Flaschenhals dar.

Die Festplatte beginnt sich zu drehen, sobald man sie mit einem USB-Port verbindet. Der Standby-Modus wird per Software aktiviert. Das geht entweder unmittelbar per Mausklick oder durch Einstellung eines Intervalls. Beim Zugriff auf das Laufwerk wird es zügig gestartet. Im laufenden Betrieb benötigt die Buffalo 9 Watt, im Ruhezustand 1 Watt. Beides ist für diese Leistungsklasse in Ordnung. Ab Werk ist die Festplatte in FAT 32 formatiert. Ein Tool erlaubt die schnelle Konvertierung in NTFS.

Da kein Datenträger mitgeliefert wird, sind alle Tools auf der Festplatte gespeichert. Buffalo legt die Backup-Software Memeo Instant Beckup [2] bei, die eine verzeichnis- oder dateitypenbasierte Sicherung ermöglicht.

Performance

In den Benchmarks überzeugt die Drivestation HD-HXU3: Während sie im USB-3.0-Betrieb im Crystal Diskmark (sequentielles Lesen und Schreiben) bis 146 MByte/s erreicht, wird sie am USB-2.0-Port auf 40 MByte/s ausgebremst.


Beim sequentiellen Lesen und Schreiben hängt USB 3.0 seinen Vorgänger meilenweit ab.

Buffalo bietet per Tool die Aktivierung eines TurboUSB-Modus an. Dazu muss man die Platte kurz aus- und wieder einstecken. Technisch gesehen handelt es sich um eine Modifikation des USB-Treibers. Genauere Informationen will der Hersteller nicht preisgeben. Im Test können wir keinen Geschwindigkeitsgewinn feststellen – die Unterschiede liegen innerhalb der Messtoleranzen.

Die Benchmarks sind eindeutig: Buffalos Drivestation HD-HXU3 stößt in Leistungsbereiche vor, die bislang E-SATA-Laufwerken vorbehalten waren. Kopiervorgänge lassen sich so deutlich verkürzen.


Beim zufälligen Lesen und Schreiben besteht ein Geschwindigkeitsvorteil nur bei größeren Dateien.


Daran ist allerdings die Festplatte Schuld, die beim Schreiben und Lesen kleiner Dateien mit angezogener Handbremse fährt.

Einen Vorteil bringt das Laufwerk allerdings nur, wenn der Rechner eine USB-3.0-Schnittstelle hat – was derzeit nur selten der Fall ist. Die Nachrüstung per PCI-Express-Steckkarte ist bei Desktops eher unproblematisch, die für Notebooks erforderliche Expresscard steht leider deutlich über das Gehäuse hinaus.


Auch in diesem Test zeigt USB 3.0 seinem älteren Bruder die Rücklichter.

Fazit

Im Handel ist die Drivestation für circa 110 Euro zu haben. Vergleichbare USB-2.0-Laufwerke mit 1 Terabyte Speicherplatz kosten zwischen 80 und 100 Euro. Wer seinen Rechner nicht mit einem USB-3.0-Controller ausrüsten möchte und in nächster Zeit keine Neuanschaffung plant, ist mit einem USB-2.0-Gerät noch gut bedient. Alle anderen Anwender sollten sich die Buffalo-Platte angesichts der geringen Mehrkosten ansehen.

Spezifikationen

  • Peripherie-Typ - Netzwerkspeicher
  • Kommunikation - USB

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/41527919/buffalo-drivestation-hd-hxu3-im-usb-3-0-praxistest/

URLs in this post:

[1] Samsung: http://www.cnet.de/unternehmen/samsung/

[2] Memeo Instant Beckup: http://www.memeo.com/choose_backup.php