Tipps und Tricks: Social Networking mit Google Buzz

von Manuel Masiero am , 17:07 Uhr

Mit Buzz baut Google seinen kostenlosen Maildienst Google Mail zu einem sozialen Netzwerk aus. Teilnehmer tauschen Sofortnachrichten mitsamt Fotos, Videos und Weblinks, folgen ausgewählten Online-Freunden und nutzen Buzz sogar auf dem Mobiltelefon. Wir zeigen Ihnen, wie sie Buzz optimal einstellen.

Google [1] Buzz ist eine Mischung aus Social-Media-Diensten wie Facebook, Flickr oder StudiVZ und seit Mitte Februar am Start. Mit dem Dienst bringen Anwender kurze Textmitteilungen mitsamt Fotos, Videos und Weblinks in Umlauf und kommentieren ihre Veröffentlichungen gegenseitig. Der Versand dieser Meldungen geschieht in Echtzeit und direkt über die Oberfläche des Google-Mail-Postfachs, in das sich Buzz automatisch einklinkt.


Vernetzt: Mit Buzz platziert Google einen Social-Media-Dienst, der Facebook und Konsorten Konkurrenz machen soll.

Twitter, Picasa und YouTube in Einem

Google schöpft bei seinem Social-Media-Dienst aus den eigenen Ressourcen und verknüpft Buzz mit seinen Diensten Twitter [2], Picasa [3], YouTube [4] und Google Reader [5]. Dementsprechend lassen sich die Textmitteilungen zum Beispiel mit YouTube-Videos aufpeppen, die Buzz direkt in seiner Oberfläche abspielt. Anwender können in ihre Nachrichten auch Picasa- oder Flickr [6]-Fotos als Bildergalerien einbinden, die Buzz dann so schnell und so groß wie möglich darzustellen versucht. Enthalten die Mitteilungen URLs, zieht sich Buzz automatisch Bilder von der verlinkten Webseite. Das ist für den Anwender zweifellos komfortabel, aus Sicht des Urheberrechts aber fragwürdig.

Buzz-Nachrichten im Google-Mail-Postfach

Je nach gewählter Einstellung sind die Buzz-Mitteilungen für jedermann öffentlich zugänglich, landen dann im eigenen Google-Profil und werden dementsprechend von der Google-Suchfunktion erfasst. Alternativ können Anwender ihre veröffentlichten Meldungen nur einer ausgewählten Nutzergruppe zugänglich machen. Über Buzz verschickte Neuigkeiten landen nicht nur im Buzz-Tab, sondern zusätzlich wie herkömmliche E-Mails im Google-Mail-Postfach. Dort sind die Mitteilungen zur besseren Unterscheidung mit einem Buzz-Icon markiert und können ihrerseits wieder kommentiert werden, um die Unterhaltung am laufen zu halten.


Buzz steht allen Nutzern von Google Mail in einem separaten Tab zur Verfügung und legt seine Benachrichtigungen im Google-Mail-Postfach ab.

Ähnlich wie bei Facebook gibt es bei Buzz neben der Kommentar- auch eine Bewertungsfunktion. Finden mehrere Kontakte eine bestimmte Mitteilung interessant, erscheint diese ebenfalls im Postfach, selbst wenn man ihren Urheber noch nicht kennt. Buzz versteht sich außerdem ebenso wie Twitter auf Direktnachrichten, die über @Benutzername direkt in der Google-Inbox landen.

Keine Installation erforderlich

Google will Anwendern die Nutzung der Buzz-Dienste so einfach wie möglich machen und setzt bereits bei der Einrichtung auf möglichst kurze Wege. Anwender benötigen lediglich ein aktives Google-Konto, das sich über die Anmelden-Schaltfläche auf der Google-Startseite schnell erstellen lässt. Einmal angemeldet, steht Buzz direkt über das Google-Mail-Postfach zur Verfügung. Um mitmischen zu können, müssen Anwender schließlich noch ein öffentliches Profil erstellen.

Prügel wegen laschem Datenschutz

Etwas zu gut gemeint hat es Google anfangs bei der automatischen Einrichtung des Buzz-Accounts und musste wegen seinem lockeren Umgang mit Userdaten jede Menge Kritik einstecken. Stein des Anstoßes war die allzu enge Verknüpfung des privaten Mediums E-Mail mit öffentlichen Diensten wie Twitter, genauer gesagt die Auto Following-Funktion: Kontakte, mit denen sich Anwender besonders häufig per Chat oder E-Mail austauschen, fügte das US-Unternehmen automatisch Buzz hinzu. Ein Buzz-Nutzer folgte damit per Default den Mitteilungen sämtlicher in seinem Google-Mail-Account angelegten Kontakte. Im Klartext: Anwender gaben unter Umständen ungewollt persönliche Information preis. Denn jeder Besucher des öffentlichen Profils konnte ohne weiteres erkennen, mit welchen Personen der Anwender in Kontakt stand, besonders oft kommunizierte und wer zu seinen „Followern“ zählte.


Mehr Privatsphäre: Nach zahlreichen Protesten hat Google den Datenschutz in Buzz deutlich verbessert und stellt die Änderungen in seinem offiziellen Blog vor.

Inzwischen hat das US-Unternehmen in Sachen Datenschutz deutlich nachgebessert, zahlreiche Änderungen an Buzz vorgenommen und diese fleißig in seinem Blog [7] dokumentiert. So übernimmt der Social-Media-Dienst die Google-Mail-Kontakte nicht mehr automatisch, sondern überlässt die Auswahl jetzt dem Anwender. Wer seine Liste der Follower nicht publik machen will, kann das nun ebenfalls per Einstellung unterbinden. Weggefallen ist auch die automatische Verknüpfung von Picasa-Fotoalben und Google Reader mit Buzz, wenn sie als öffentlich markiert waren. Wer Buzz nicht zusammen mit Google Mail verwenden will, kann es inzwischen auch deaktivieren.

Wer die volle Kontrolle über seine Daten haben will, kann das in der Buzz-Konfiguration mit wenigen Mausklicks erledigen. Wir zeigen Ihnen, welche Einstellungen besonders wichtig sind.

Google Buzz richtig konfigurieren

Mit wenig Aufwand können Sie Google Buzz Ihren Anforderungen anpassen. Klicken Sie dazu auf der Google-Startseite zunächst auf den Link Mein Konto rechts oben neben Ihrem Account-Namen. Wählen Sie dann die Option Einstellungen neben Google Mail aus und wechseln Sie anschließend in den Tab Google Buzz.


Anwender können ihre Kontaktlisten nun vor neugierigen Blicken schützen, Buzz in Google Mail ausblenden und den Dienst sogar vollständig deaktivieren.

1. Kontaktlisten anzeigen oder verbergen

Im Abschnitt Die folgenden Listen anzeigen entscheiden Sie, wer Ihre Buzz-Mitteilungen sehen kann und wessen Posts in Ihrem Buzz angezeigt werden. Die Option Sowohl die Liste der Personen, deren Mitleser ich bin, als auch die Liste der Personen, die Mitleser in meinem Profil sind, in meinem Google-Profil anzeigen macht die Listen öffentlich. Wollen Sie keinerlei Listen preisgeben, wählen Sie Option Nummer zwei, Diese Listen nicht in meinem öffentlichen Google-Profil anzeigen.

2. Buzz von Google Mail trennen, Buzz vollständig deaktivieren

Mit den Optionen Google Buzz in Google Mail anzeigen und Google Buzz nicht in Google Mail anzeigen entfernen Sie das Buzz-Label von Google Mail. Der Dienst selbst läuft jedoch im Hintergrund weiter. Das gleiche passiert übrigens, wenn Sie ganz unten auf der Webseite auf den Link Buzz deaktivieren klicken.


Wer Google Buzz nicht benötigt, kann den Dienst von seinem Google-Mail-Konto entfernen.

Um Buzz restlos von Ihrem Konto zu entfernen, klicken Sie in den Einstellungen auf den in roter Farbe geschriebenen Eintrag Google Buzz vollständig deaktivieren. Bestätigen Sie in dem nun erscheinenden Fenster Ihre Auswahl mit Ja, ich möchte mein Profil und meine Posts löschen, um Buzz komplett über Bord zu werfen.

3. Mitleser blockieren

Wollen Sie nicht, dass ein bestimmter Nutzer bei Ihnen mitliest oder Ihre Mitteilungen kommentiert, klicken Sie auf der Registerkarte Buzz auf dessen Namen und bestätigen Sie die nachfolgende Option zum Blockieren der Person. Der Nutzer erfährt übrigens nicht, dass er von Ihnen blockiert wurde. Sie tauchen zudem auch nicht mehr in der Liste der Personen auf, bei denen der blockierte Nutzer mitliest.

Liest jemand erst seit kurzem bei Ihnen mit, zeigt Buzz Ihnen das über der entsprechenden Mitteilung mit einer Benachrichtigung an. Dort haben Sie ebenfalls die Möglichkeit, den Mitleser zu blockieren.

4. Buzz-Benachrichtigungen von Mails trennen

Buzz kann Ihr Google-Mail-Postfach unter Umständen ganz schön durcheinanderbringen. Sobald nämlich jemand eine Ihrer Mitteilungen kommentiert, landet dieser als E-Mail im Posteingang. Wollen Sie Buzz- und sonstige Mail-Korrespondenz voneinander getrennt halten, richten Sie in einfach einen Filter ein. Klicken Sie dazu in der Mail-Ansicht rechts oben auf den Link Einstellungen, wechseln Sie zum Tab Filter und wählen Sie Neuen Filter erstellen.


Mit dem Filter Label:Buzz trennen Sie die Benachrichtigungen von Buzz und normale E-Mails voneinander – normalerweise landen beide im Google-Mail-Postfach.

Um Buzz-Mitteilungen aus dem Mailverkehr herauszufiltern, tragen Sie in das Eingabefeld Betreff das Kommando Label:Buzz ein. Klicken Sie nun auf Nächster Schritt und wählen Sie eine Aktion, die Buzz mit den gefilterten Nachrichten durchführen soll. Unser Tipp: Setzen Sie ein Häkchen bei Posteingang überspringen (Archivieren), um den Posteingang „Buzz-frei“ zu halten. Sie können die Buzz-Benachrichtigungen jederzeit abrufen, indem Sie Ihre Nachrichten mit Label:Buzz durchsuchen.

Buzz für mobile Geräte

Buzz versteht sich nicht nur auf die Kommunikation per Desktop-Client, sondern arbeitet auch mit mobilen Geräten wie dem iPhone oder Android [8]-Handys zusammen. Dazu bietet Google eine jeweils passende Software an, die einen Buzz-Layer über die Google-Maps-Anwendung legt. Beim verfassen einer Mitteilung können Anwender entweder manuell oder über das in vielen mobilen Geräten integrierte GPS-Modul einen örtlichen Bezug zu ihrem Buzz herstellen. Dadurch können sie nicht nur unterwegs bei ihren Kontakten mitlesen, sondern erfahren auch, was andere Buzz-Nutzer in ihrer Umgebung schreiben und ob sich gerade Bekannte in der Nähe aufhalten.

Um Buzz auf einem mobilen Gerät zu installieren, rufen Sie im Handy-Browser die Webseite buzz.google.com [9] auf. Wie auch beim Desktop-Client benötigen Sie ein öffentliches öffentliches Google-Profil, um den Social-Media-Client verwenden zu können. Derzeit läuft Buzz auf mobilen Geräten der folgenden Plattformen: Android 2.0 oder höher, iPhone, Nokia S60 und Windows Mobile. Den Buzz-Support für BlackBerry-Geräte will Google noch nachliefern.

Plattform Android Blackberry iPhone Nokia S60 Windows Mobile
Google Buzz-Anwendung (buzz.google.com-Webanwendung) ja angekündigt ja angekündigt angekündigt
Buzz-Ebene auf Google Maps für Handys ja angekündigt ja ja ja
Google Buzz auf einer Ortsseite ja nein ja nein nein
Voice-Kürzel ja nein ja nein nein
Google Buzz-Symbolkürzel ja nein ja nein nein

Fazit

An sich ist Google Buzz eine nette Idee. Richtig Spaß kommt allerdings nur auf, wenn die Privatsphäre gewahrt bleibt. Mit unseren Tipps ist sichergestellt, dass nur die Informationen an die Öffentlichkeit dringen, die auch in den Händen der Nachbarn, Arbeitskollegen und Ex-Frauen keinen Schaden anrichten können.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/41528035/tipps-und-tricks-social-networking-mit-google-buzz/

URLs in this post:

[1] Google: http://www.cnet.de/unternehmen/google-inc/

[2] Twitter: http://www.twitter.com

[3] Picasa: http://picasa.google.com/intl/de

[4] YouTube: http://www.youtube.com

[5] Google Reader: http://www.google.de/reader

[6] Flickr: http://www.flickr.com

[7] Blog: http://gmailblog.blogspot.com/2010/02/new-buzz-start-up-experience-based-on.html

[8] Android: http://www.cnet.de/themen/android/

[9] buzz.google.com: http://buzz.google.com