Sony Cyber-shot DSC-W330: günstig, aber mäßige Ausstattung

von Joshua Goldman und Stefan Möllenhoff am , 12:31 Uhr

Pro
  • einfache Bedienung
  • zuverlässige Automatik
  • 26-Millimeter-Weitwinkel
  • 3-Zoll-Display
Con
  • spärliche Ausstattung
  • 14-Megapixel-Auflösung ergibt wenig Sinn
Hersteller: Sony Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: BEFRIEDIGEND 6,4 von 10 Punkte
Fazit:

Die Sony Cyber-shot DSC-W330 ist eine durchaus brauchbare Schnappschusskamera, deren Stärken die einfache Bedienung und das 26-Millimeter-Weitwinkel-Objektiv darstellen. Für lediglich 10 Euro mehr wechselt jedoch die große Schwester W350 den Besitzer, die sowohl mit besserer Ausstattung als auch mit überzeugenderer Bildqualität glänzt.

Auf Sonys Schnappschusskameras ist für gewöhnlich Verlass. Vor gut einem Jahr konnten uns die Japaner mit der günstigen Cyber-shot DSC-W300 überzeugen. Auch die Anfang dieses Jahres erschienene DSC-W350 räumte in unserem Testbericht eine ausgezeichnete Bewertung ab. Ob die kleine Schwester der W350, die DSC-W330, unsere Digicam-Prüfungen ebenfalls mit fliegenden Fahnen besteht, verrät dieser Testbericht.

Wer sich durch das Datenblatt der Cyber-shot DSC-W330 kämpft, wird feststellen, dass der Hersteller an einigen Ecken und Enden gespart hat, um den Preis auf rund 140 Euro zu drücken. Im Vergleich zur derzeit lediglich 10 Euro teureren W350 [1] fehlen der „Kleinen“ optischer Bildstabilisator, HD-Videomodus, Autofokus-Hilfslicht, manueller Weißabgleich und Sonys Schwenkpanoramamodus. Abgesehen von den geringfügig niedrigeren Anschaffungskosten stellt das 3,0 statt 2,7 Zoll große Display den einzigen Vorteil der W330 dar.

Design

Die Cyber-shot DSC-W330 kommt in den Farben Silber, Schwarz, Blau und Rot. Das Gehäuse ist sehr leicht und zudem schlank genug, um problemlos in die meisten Hosentaschen zu passen. Abgesehen von einer dünnen Metallplatte an der Front besteht die Digitalkamera komplett aus Kunststoff. Billig fühlt sie sich allerdings dennoch nicht an.

Wer sich aufgrund der Verwendung von Memory-Stick-Speichermedien bis dato von den Cyber-shot-Kameras ferngehalten hat, kann sich freuen: Im Jahr 2010 setzt Sony [2] endlich auf SD- und SDHC-Karten. Das Fach für Akku und Speicherkarte befindet sich an der Unterseite der Kamera hinter einer Klappe. Es ist übrigens nicht möglich, die Batterie in der W330 aufzuladen. Das interne Memory ist mit 28 MByte nicht gerade großzügig dimensioniert. Aber immerhin findet sich hier eine einfache Software zum Hochladen von Fotos und Videoclips auf diverse Internetportale. Das Programm läuft sowohl unter Windows als auch unter Mac OS X.

In Sachen Bedienung hält die W330 keine Überraschungen bereit. Auf der Oberseite befinden sich An/Aus-Schalter sowie Auslöser. Sie schließen bündig mit dem Gehäuse ab und lassen sich präzise drücken. Allerdings sind die Knöpfe blind nur schwer zu ertasten. Zumindest anfangs müssen wir oft nachschauen, wo sie sich befinden.


Das Layout der Tasten neben dem 3-Zoll-Display hält keine Überraschungen bereits. Wer schon einmal mit einer Digitalkamera fotografiert hat, findet sich sofort zurecht.

Die restlichen Bedienelemente sitzen rechts neben dem recht hellen, aber nur mit mäßigen Blickwinkeln gesegneten Bildschirm. Oberhalb des Daumens verbaut Sony eine horizontale Zoomwippe, rechts darunter einen vertikalen Schieber zum Umschalten zwischen Foto- und Videomodus. Weiter unten gibt es drei Tasten für Wiedergabe, Menü und Löschen sowie ein Vier-Wege-Pad. Das Steuerkreuz dient neben der Navigation durch die Einstellungen auch zum Anpassen von Blitz, Selbstauslöser, Displaydarstellung und Gesichtserkennung. Die Menüstruktur ist – insbesondere im Vergleich zu den mehr als zwei Jahre alten Sony-Kameras – logisch und unkompliziert aufgebaut.

Ausstattung

Hersteller Sony
Modell Cyber-shot DSC-W330
Preis 140 Euro
Bildsensor 1/2,3-Zoll-CCD
Auflösung 14 Megapixel
Optischer Zoom 4-fach
Brennweitenbereich 26 – 105 mm
Lichtstärke F2,7 – F5,7
Bildstabilisator nur digital
Empfindlichkeiten ISO 80 – 3200
Max. Fotoauflösung 4320 x 3240 Pixel
Max. Videoauflösung 640 x 480 Pixel @ 30 fps
Dateiformate JPEG (Foto), MJPEG (Video)
Display 3,0 Zoll
Sucher nein
Akkulaufzeit 230 Fotos
Abmessungen 9,6 x 5,7 x 1,7 cm
Gewicht 112 g

Bei der Cyber-shot DSC-W330 handelt es sich um eine Schnappschusskamera. Die meisten Freiheiten gewährt die Digicam im Aufnahmemodus Programmautomatik. Hier passen Fotografen ISO-Empfindlichkeit, Weißabgleich, Autofokuspunkte, Belichtungsmessung und -ausgleich sowie Sonys Funktion zur Erhöhung des Dynamikbereichs an.

Die intelligente Automatik hingegen nimmt dem Nutzer die meiste Arbeit ab, indem sie selbsttätig das zum Motiv passendste Szenenprogramm aussucht. Der Modus liefert zuverlässige Ergebnisse und reduziert die zur Verfügung stehenden Einstellungsmöglichkeiten auf eine Handvoll Parameter wie Belichtung, Serienbildfunktion und Gesichtserkennung. Noch einfacher ist der Easy-Modus, der die Optionen auf die Bildgröße reduziert und zudem die Bildschirmschrift vergrößert.


Die Bedienelemente auf der Oberseite der Kamera schließen bündig mit dem Gehäuse ab. Dadurch ist es nicht einfach, sie blind zu erfühlen.

Außerdem bietet die DSC-W330 zehn Szenenprogramme wie High-ISO, Essen, Haustiere und Unterwasser. Für letzteren Modus ist selbstverständlich ein wasserdichtes Gehäuse vonnöten. Eine SteadyShot-Funktion gibt es ebenfalls. Allerdings schraubt die Kamera hier lediglich ISO-Empfindlichkeit nach oben und reduziert dadurch die Verschlusszeit, um verwackelten Aufnahmen vorzubeugen. Einen „echten“ optischen oder mechanischen Bildstabilisator gibt es nicht. Im Videomodus zeichnet die Cyber-shot nur in VGA-Auflösung und mit Mono-Ton auf. Der optische Zoom steht während des Filmens nicht zur Verfügung.

Leistung

Für eine Schnappschusskamera ist die W330 relativ flott – eignet sich allerdings dennoch am besten für unbewegte Motive. Bis die Kamera eingeschaltet und das erste Foto im Kasten ist, vergehen 1,8 Sekunden. Zwischen zwei Bildern liegt eine 2,6-sekündige Zwangspause. Mit zugeschaltetem Blitz verschlechtert sich dieser Wert um eine weitere Sekunde.

Der Serienbildmodus steigert die Knipsgeschwindigkeit auf 1,1 Bilder pro Sekunde. Die Auslöseverzögerung beträgt bei guten Lichtverhältnissen zügige 0,4 Sekunden, im Zwielicht sind es 0,7 Sekunden.

Die Bildqualität der W330 ist – je nachdem, welchen Anspruch man an eine 140-Euro-Kamera stellt – gut bis sehr gut. Dennoch, bei allen Lichtempfindlichkeiten ist bei 100-prozentiger Vergrößerung ein Rauschen sichtbar. Unterhalb von ISO 200 sind die Bildstörungen allerdings zu vernachlässigen. Bei höheren Werten gehen allerdings feine Details verloren, und die abgelichteten Objekte und Personen sehen deutlich verschwommen aus. In kleinen Größen sind die Fotos bis ISO 800 durchaus noch einsetzbar. Oberhalb davon liefert die W330 allerdings verfälschte Farben. In Kombination mit der sehr aggressiven Rauschunterdrückung reicht die Bildqualität bestenfalls noch fürs Internet – auf ISO 1600 oder 3200 sollte man sich nicht verlassen.

Trotz der mit 14 Megapixeln beeindruckenden Auflösung eignen sich die meisten Fotos der W330 nicht für große Ausdrucke oder für Ausschnittsvergrößerungen. Bei allen ISO-Empfindlichkeiten sehen die Bilder generell etwas weich aus und lassen Feinheiten vermissen. Eine Ausnahme stellt hier der Makromodus dar.

Im Weitwinkel hält sich die Tonnenverzerrung des Objektivs erfreulicherweise stark in Grenzen. Im Telebereich ist keine kissenförmige Deformation zu erkennen. An Übergängen mit hohen Helligkeitsunterschieden treten zwar Farbsäume auf, doch der Effekt ist nicht intensiver als bei anderen Digicams in dieser Klasse. Die Optik liefert eine recht gute Mittenschärfe. Zum Rand hin lassen die abgebildeten Details allerdings sichtbar nach.

Die Farben sind hell, natürlich und realitätsnah – lediglich die Blautöne wirken etwas zu intensiv. Der automatische Weißabgleich liefert sowohl bei Aufnahmen mit als auch ohne Blitz etwas zu warme Ergebnisse. Die Fotos tendieren generell leicht in Richtung Unterbelichtung, in hellen Bildbereichen gehen dennoch recht schnell Informationen verloren. Für die Klasse der günstigen Kompakten ist das allerdings nicht ungewöhnlich.

Vom Hocker hauen uns die Videos der Cyber-shot DSC-W330 nicht gerade. Für den einen oder anderen YouTube-Clip eignen sie sich aber durchaus. Wie bereits erwähnt, steht der optische Zoom während des Filmens nicht zur Verfügung.

Fazit

Die Preisdifferenz von derzeit lediglich 10 Euro zwischen der Sony Cyber-shot DSC-W330 und DSC-W350 [1] fordert einigen Tribut. Sollte sich diese Lücke nicht in den nächsten Wochen und Monaten nicht deutlich vergrößern, gibt es abgesehen von dem geringfügig größeren Display keinen Grund, sich für das billigere Modell zu entscheiden. Wir empfehlen die W350.

Geschwindigkeit (in Sekunden)
(kürzere Balken bedeuten bessere Leistung)

Zeit bis zur ersten Aufnahme   
Zeit zwischen zwei Aufnahmen (mit Blitz)   
Zeit zwischen zwei Aufnahmen (ohne Blitz)   
Auslöseverzögerung (Zwielicht)   
Auslöseverzögerung (Tageslicht)   
Sony Cyber-shot DSC-W330

1.8 
3.4 
2.6 
0.7 
0.4 
Sony Cyber-shot DSC-W350 [1]

1.9 
3.9 
3.1 
0.7 
0.4 
Canon IXUS 95 IS [4]

1.4 
3.2 
2.1 
0.7 
0.5 
Nikon Coolpix S570 [5]

2 
3.8 
2.2 
0.8 
0.6 
Panasonic Lumix DMC-FS15

2 
3.3 
3.1 
1 
0.7 

Serienbildgeschwindigkeit (in Fotos pro Sekunde)
(längere Balken bedeuten bessere Leistung)
Panasonic Lumix DMC-FS15

1.8 
Canon IXUS 95 IS [4]

1.4 
Sony Cyber-shot DSC-W330

1.1 
Nikon Coolpix S570 [5]

0.6 

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/41528220/sony-cyber-shot-dsc-w330-guenstig-aber-maessige-ausstattung/

URLs in this post:

[1] W350: https://www.cnet.de/tests/digicam/41527268/sony+cyber_shot+dsc_w350+tolle+schnappschuss_kamera.htm

[2] Sony: http://www.cnet.de/unternehmen/sony/

[3] Beispielfotos: die Bildqualität der Sony Cyber-shot DSC-W330: https://www.cnet.de/41528225/beispielfotos-die-bildqualitaet-der-sony-cyber-shot-dsc-w330/?pid=1#sid=41528220

[4] Canon IXUS 95 IS: https://www.cnet.de/tests/digicam/41500836/testbericht/canon+ixus+95+is+gute+bildqualitaet_+wenig+schnickschnack.htm

[5] Nikon Coolpix S570: https://www.cnet.de/tests/digicam/41515831/testbericht/nikon+coolpix+s570+gute+superkompakte+mit+fuenffachem+zoom.htm