Panasonic Lumix DMC-TZ10 im Test: 12-fach-GPS-Superzoomer

von Joshua Goldman und Stefan Möllenhoff am , 17:01 Uhr

Pro
  • tolle Ausstattung
  • manuelle Einstellungsmöglichkeiten
  • integriertes GPS
Con
  • enttäuschende Bildqualität bei schlechten Lichtverhältnissen
Hersteller: Panasonic Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: SEHR GUT 7,8 von 10 Punkte
Fazit:

Mit der Panasonic Lumix DMC-TZ10 geht ein würdiger Nachfolger der erfolgreichen TZ7 ins Rennen. Die kompakte Superzoomkamera ist geradezu mit Funktionen vollgestopft, bietet nun endlich volle Kontrolle über Blende und Belichtungszeit sowie einen integrierten GPS-Receiver zum Geotaggen. Im Zwielicht läuft die Kamera, was die Bildqualität angeht, allerdings schnell in den Begrenzer.

Die Miniaturisierung von elektronischen Schaltungen sorgt für immer kleinere und flachere Smartphones, Notebooks und Fernseher. Aber auch im Bereich der Optik hat sich in den letzten Jahren einiges getan. Sony, Canon, Casio und wie sie alle heißen bringen in gerade einmal zigarettenschachteldicken Digitalkameras zweistellige optische Zooms unter. Wir haben Panasonics neuesten Streich auf diesem Gebiet, die Lumix DMC-TZ10, unter die Lupe genommen.

Die Ingenieure von Panasonic haben in der Vergangenheit wiederholt bewiesen, dass sie in der Lage sind, ausgezeichnete Superzoomkameras zu entwickeln. Die Lumix DMC-TZ10 basiert auf der letztjährigen, sehr erfolgreichen TZ7 und integriert zusätzlich einen GPS-Receiver sowie einen vollständigen Satz manueller Aufnahmeoptionen. In Verbindung mit dem ausgezeichneten HD-Videomodus, dem 25-Millimeter-Weitwinkelobjektiv samt Zwölffachzoom und ein paar Verbesserungen bei der Bildqualität dürfte das eine Digitalkamera ergeben, die eine Menge Käufer glücklich macht.

Design

In Sachen Optik hat sich bei der TZ10 im Vergleich zu ihrer Vorgängerin TZ7 nicht viel verändert. Abmessungen und Gewicht sind gleich geblieben – und damit nach wie vor beeindruckend für eine Digicam mit dieser Ausstattung. Die Lumix passt einwandfrei in Hand-, Jacken- und größere Hosentaschen. Das in Schwarz, Silber und Rot erhältliche Gehäuse fühlt sich sehr hochwertig verarbeitet an und bietet auf der rechten Seite einen kleinen, aber komfortablen Handgriff.


Die Bedienelemente auf der Rückseite der Panasonic Lumix DMC-TZ10 sind übersichtlich und logisch aufgebaut.

Das 3 Zoll große LC-Display sieht gut aus und ist ordentlich hell. Bei direkter Sonneneinstrahlung spiegelt die Anzeige jedoch – hier hilft nur noch blindes Aus-der-Hüfte-Schießen. Der Sensor bietet eine Auflösung von 14 Megapixeln – allerdings nutzt die Kamera nur 12 Millionen Bildpunkte. Dadurch ist es möglich, drei verschiedene Seitenverhältnisse mit demselben Bildwinkel über den gesamten Brennweitenbereich einzusetzen.

Die zahlreichen Bedienelemente sind logisch und intuitiv aufgebaut. Auf der Oberseite befinden sich Moduswahlschalter, vom Zoomring eingefasster Auslöser und Ein/Aus-Schalter. Rechts neben dem rückseitigen Display gibt es einen Schieber zum Wechseln zwischen Wiedergabe- und Aufnahmemodus. Zudem bringt Panasonic hier einen Exposure-Button unter, mit dem der Anwender Belichtungszeit und Blende anpasst. Hier finden sich außerdem eine dedizierte Taste für die Videoaufnahme sowie ein Navigationspad, das neben dem Blättern durch Menüs auch zum Konfigurieren von Belichtungsausgleich, Blitz, Makro und Selbstauslöser dient. Der Display-Knopf wechselt durch eine Reihe von Displaymodi, die jeweils verschiedene Informationen für den Fotografen bereithalten.


Auf der rechten Seite der Kamera befindet sich eine Klappe, hinter der sich HDMI-Ausgang und kombinierter USB/AV-Anschluss verbergen.

Panasonics Q.Menu-Button bringt eine Leiste mit den wichtigsten Aufnahmeparametern auf den Bildschirm, darunter ISO-Empfindlichkeit, Foto- und Videoauflösung, Autofokusmodi sowie Weißabgleich. Das Hauptmenü ist über die Menu/Set-Taste in der Mitte des Vier-Wege-Pads zugänglich. Die Einstellungen gliedern sich in verschiedene Dialoge für Foto, Video sowie Allgemeines und sind übersichtlich aufgebaut.

Ausstattung

Eines der interessantesten Features der TZ10 ist der integrierte GPS-Receiver. Die Bedienung gestaltet sich als recht einfach, sofern man kein völliger Neuling im Gebiet des Geotagging ist. Wer an den eigenen Fähigkeiten zweifelt, sollte vor der ersten Fotosession einen Blick in das als PDF-Datei mitgelieferte Handbuch werfen. Sobald GPS aktiviert ist, benötigt die Kamera – je nach Sicht zum freien Himmel – zwischen einer und fünf Minuten, um ihren Standort herauszufinden. Anschließend zeigt die Lumix Land, Landkreis, Stadt sowie weitere ortsabhängige Informationen an und aktualisiert diese minütlich. In den Menüs lässt sich festlegen, welche Details rund um den Aufenthaltsort die TZ10 in den Fotos ablegt. Die auf dem Gerät gespeicherte Datenbank umfasst 173 Länder und Regionen auf der ganzen Welt sowie mehr als eine halbe Million Sehenswürdigkeiten.

Für den alltäglichen Gebrauch ist das GPS-Feature nicht sonderlich aufregend – wo die Party stattgefunden hat, auf der die Handvoll Fotos letzte Nacht entstanden ist, sollte man sich anhand der Bilder im Idealfall schon noch erinnern können. Wer allerdings viel unterwegs ist und sich später einmal daran erinnern möchte, wo dieser einsame Strand oder versteckte Gebirgssee noch einmal war. Längen- und Breitengrad speichert die TZ10 mit aktivierter GPS-Funktion grundsätzlich in den EXIF-Daten ab, und, wie bereits erwähnt, auf Wunsch zusätzlich auch Land, Landkreis, Stadt und Sehenswürdigkeiten. Vielreisende freuen sich außerdem darüber, dass die Kamera beim Wechsel der Zeitzone die Uhr automatisch anpasst.

Nicht nur Fotos, sondern auch die AVCHD-Lite-Filmchen versieht die Digicam mit Ortsinformationen. Allerdings lassen sich die Videos dann nicht mehr auf jedem AVCHD-kompatiblen Gerät wiedergeben, sondern nur noch auf der Kamera selbst sowie auf dem Computer mittels der im Lieferumfang enthaltenen PhotofunStudio-Software. Wer seine Clips nicht unbedingt mit GPS-Daten versehen muss, sollte auf die Orientierungshilfe beim Filmen verzichten.

Eine letzte Sache noch zur GPS-Funktion: Sobald das Feature aktiviert ist, bleibt der Receiver eingeschaltet, bis man ihn entweder händisch deaktiviert, zwei Stunden nach der letzten Positionsaktualisierung vergangen sind oder die Kamera seit neun Stunden abgeschaltet ist. Selbst im ausgeschalteten Zustand berechnet die TZ10 alle 15 Minuten ihre aktuelle Position. Das ist zwar praktisch, wenn man die Kamera im Urlaub immer mal wieder für ein spontanes Foto einschaltet, leert allerdings letztendlich den Akku.

Bei den vorherigen Modellen der TZ-Reihe gab es einen großen Kritikpunkt: das Fehlen manueller Einstellungsmöglichkeiten hinsichtlich Blende und Belichtungszeit. Der TZ10 spendiert Panasonic nun endlich den lange herbeigesehnten manuellen Modus sowie Blenden- und Belichtungsautomatik. Um den gewünschten Parameter zu verändern, drückt der Anwender auf die Exposure-Taste auf der Rückseite und passt die Einstellungen an seine Bedürfnisse an. Die Verschlusszeiten bewegen sich zwischen einer Minute und 1/2000 Sekunde, die Blenden variieren zwischen F3,3 und F6,3 im Weitwinkel sowie F4,9 und F6,3 im Telebereich.


Endlich: Auf dem Moduswahlschalter finden sich manuelle und halbautomatische Aufnahmeoptionen.

Darüber hinaus ist Panasonics intelligenter ISO-Modus an Bord, der die Empfindlichkeit auf einen Maximalwert von ISO 400, 800 oder 1600 einschränkt. Die Belichtungszeit lässt sich ebenfalls auf ein Minimum zwischen einer und 1/250 Sekunde festlegen. Zum Feintuning der Fotos stehen außerdem diverse Optionen hinsichtlich Schärfe, Kontrast, Sättigung und Rauschunterdrückung zur Verfügung. Praktischerweise bietet die TZ10 auf dem Moduswahlschalter einen Slot für benutzerdefinierte Einstellungen. Einen manuellen Fokus bietet die Lumix allerdings nach wie vor nicht.

Fans von Szenenprogrammen können sich freuen: Die TZ10 bietet ganze 28 Stück. Zudem stehen auf dem Modusrädchen zwei mit MS1 und MS2 gekennzeichnete Slots für die am häufigsten fotografierten Motive zur Verfügung. Natürlich gibt es auch eine intelligente Automatik, die selbsttätig das passendste Programm heraussucht und sich zudem um ideale Blende, Belichtungszeit und ISO-Werte kümmert.

Hersteller Panasonic
Modell Lumix DMC-TZ10
Preis (UVP) 399 Euro
Bildsensor 1/2,33-Zoll-CCD
Auflösung 14,5 Megapixel
Optischer Zoom 12-fach
Brennweitenbereich 25 – 300 mm
Blendenzahlen F3,3 – F4,9
Bildstabilisator optisch
Empfindlichkeiten ISO 80 bis 6400
Manuelle Einstellungen P, A, S, M
Max. Fotoauflösung 4000 x 3000 Pixel
Max. Videoauflösung 1280 x 720 Pixel @ 30 fps
Dateiformate JPEG (Foto), MJPEG und AVCHD Lite (Video)
Display 3,0 Zoll
Speichermedien SD, SDHC, SDXC
Anschlüsse Mini-HDMI, USB, AV
Akkulaufzeit 300 Fotos
Abmessungen 10,3 x 6,0 x 3,3 cm
Gewicht 196 g

Die Panasonic Lumix DMC-TZ10 zeichnet Videos mit bis zu 1280 mal 720 Pixeln auf. Als Codec kommt wahlweise AVCHD Lite oder Motion JPEG zum Einsatz. Für ersteren stehen drei verschiedene Qualitätseinstellungen zur Verfügung: SH mit 17, H mit 13 und L mit 9 MBit pro Sekunde. Erfreulicherweise funktionieren während des Filmens sowohl der optische Zoom als auch der mechanische Bildstabilisator. Der Motor des Objektivs ist beim Verändern der Brennweite auf den Clips nur leise zu hören. Der integrierte Windfilter sorgt bei stürmischen Außenaufnahmen nur für wenig Besserung. Zur unkomplizierten Darstellung von Fotos und Videos auf einem Fernseher stehen sowohl Mini-HDMI- als auch ein proprietärer USB/AV-Port zur Verfügung.

Leistung und Bildqualität

In puncto Geschwindigkeit legt die TZ10 eine durchschnittliche Leistung für ihre Klasse hin – lediglich die Auslöseverzögerung fällt negativ auf. Bis die Kamera aus dem abgeschalteten Zustand erwacht und das erste Foto geschossen ist, vergehen 2,3 Sekunden. Zwischen zwei Aufnahmen genehmigt sich die Lumix eine Verschnaufpause von 2,1 Sekunden. Mit zugeschaltetem Blitz verlängert sich die Wartezeit auf 4,5 Sekunden.

Die Auslöseverzögerung beträgt bei guten Lichtverhältnissen rund 0,6 Sekunden. Im Zwielicht verschlechtert sich der Wert auf eine Sekunde. Für actionreiche Motive ist das leider etwas zu langsam. Hier schafft der Serienbildmodus allerdings abhilfe: Er schießt mit voller Auflösung 1,7 mal pro Sekunde.

Panasonic hat bei der Bildqualität ganze Arbeit geleistet. Angesichts des kompakten Formats bewegt sich die TZ10 zwischen sehr gut und exzellent. Die mit ISO 80 und 100 geschossenen Fotos sind großartig. Sie gelingen scharf und weisen zahlreiche Details auf. Bei ISO 200 gehen ein paar Feinheiten und etwas Bildschärfe verloren, aber die Aufnahmen sehen immer noch ausgezeichnet aus. Ab ISO 400 gibt es zunehmend Probleme mit der Farbwiedergabe – so treten beispielsweise gelbe Flecken auf den Fotos auf. Details bleiben bei ISO 400 allerdings weitgehend erhalten.

ISO 800 liefert nur noch eingeschränkt brauchbare Bilder. Sie geraten ziemlich weich sowie gelblich und weisen ein deutliches Rauschen auf. ISO 1600 eignet sich nur noch für Notfälle und eingeschränkt für Schwarzweißaufnahmen. Wer mit seiner Kamera viel ohne Blitz im Halbdunkel fotografiert, wird hier enttäuscht sein.

Der neue Bildprozessor Venus HD II bringt ein Feature namens Intelligente Auflösung mit. Die Funktion erkennt Umrisse, texturierte Flächen sowie weiche Übergänge und optimiert die Verarbeitung der Fotos dementsprechend. Dadurch wirken Gegenstände schärfer und klarer, Feinheiten bleiben besser erhalten. Die Ergebnisse sind weitgehend sehr gut, gelegentlich sehen die Aufnahmen allerdings etwas „überschärft“ aus.

Die Tonnenverzerrung im Weitwinkel und die kissenförmige Deformation im Telebereich halten sich stark in Grenzen. Zudem können wir bei unseren Testfotos keinerlei violette Farbsäume feststellen. Solange sich die Empfindlichkeit unterhalb von ISO 400 bewegt, liefert die TZ10 satte und ansprechende Farben, die sehr nah an der Realität liegen. Die Ausleuchtung der Fotos ist ebenfalls exzellent. In hellen Bildbereichen gehen – wie in dieser Klasse üblich – allerdings häufig Details verloren.

Bei der Videoqualität hat die TZ10 keinerlei Probleme, mit einer Mini-Videokamera à la Kodak Zi8 mitzuhalten. Ein eindeutiger Vorteil gegenüber den Hosentaschencamcordern besteht allerdings in dem riesigen optischen Zoom. Zudem lassen sich etliche der Szenenprogramme, darunter Lochkamera, Filmkorn und Hohe Dynamik, auch beim Filmen einsetzen.

Fazit

Panasonic baut fantastische kompakte Superzoomkameras, und die Lumix DMC-TZ10 gehört mit Sicherheit dazu. Die manuellen Bedienelemente, die ausgezeichnete Ausstattung sowie das zwölffach vergrößernde Weitwinkelobjektiv machen sie zu einem flexiblen Begleiter, insbesondere für Vielreisende. Das größte Problem ist das Rauschverhalten bei hohen ISO-Empfindlichkeiten. Wer jedoch meistens bei Tageslicht oder in ausreichend beleuchteten Räumen fotografiert, wird an der Panasonic seine wahre Freude haben.

Aufnahmegeschwindigkeit (in Sekunden)
(kürzere Balken bedeuten bessere Leistung)

Zeit bis zur ersten Aufnahme   
Zeit zwischen zwei Aufnahmen   
Auslöseverzögerung (Zwielicht)   
Auslöseverzögerung (Tageslicht)   
Casio Exilim EX-H10 [2]

1.8 
3.3 
0.4 
0.2 
Fujifilm FinePix F70EXR [3]

2.1 
1.5 
0.7 
0.5 
Canon PowerShot SX120 IS [4]

2.5 
2.6 
0.7 
0.6 
Kodak EasyShare Z950

3.2 
3.5 
0.7 
0.6 
Panasonic Lumix DMC-TZ10

2.3 
2.1 
1 
0.6 

Serienbildgeschwindigkeit (in Fotos pro Sekunde)
(längere Balken bedeuten bessere Leistung)
Kodak EasyShare Z950

2.2 
Panasonic Lumix DMC-TZ10

1.7 

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/41528748/panasonic-lumix-dmc-tz10-im-test-12-fach-gps-superzoomer/

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[1] Beispielfotos: die Bildqualität der Panasonic Lumix DMC-TZ10: https://www.cnet.de/41528747/beispielfotos-die-bildqualitaet-der-panasonic-lumix-dmc-tz10/?pid=1#sid=41528748

[2] Casio Exilim EX-H10: https://www.cnet.de/tests/digicam/41503223/testbericht/casio+exilim+ex_h10+kompaktkamera+mit+1000_foto_akku.htm

[3] Fujifilm FinePix F70EXR: https://www.cnet.de/tests/digicam/41501807/testbericht/fujifilm+finepix+f70exr+spezialist+fuer+nachtaufnahmen.htm

[4] Canon PowerShot SX120 IS: https://www.cnet.de/tests/digicam/41502773/testbericht/canon+powershot+sx120+is+neue+alte+superzoomkamera.htm