Pioneer HTP-SB300: guter Klang, schlechte Surround-Modi

von Pascal Poschenrieder und Patrick Wignall am , 13:30 Uhr

Pro
  • schickes Design
  • kabelloser Subwoofer ist praktisch
  • klarer, definierter Klang
Con
  • Pseudo-Surround-Modi bieten keinen Raumklang
  • überladene Fernbedienung
  • kein analoger Eingang
Hersteller: Pioneer Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: SEHR GUT 7,5 von 10 Punkte
Fazit:

Das Pioneer HTP-SB300 bietet einen guten Klang mit ordentlichen Bässen und klar definierten Höhen. Allerdings ist die Fernbedienung überladen, und auch die virtuellen Surround-Modi überzeugen nicht.

Für 450 Euro bekommt man im Internet bereits ein 5.1-Soundsystem von Harman-Kardon. Das klingt zwar einen toll, verschlingt dafür allerdings auch jede Menge Platz im Wohnzimmer. Pioneers Soundbar HTP-SB300 kostet genauso viel und bietet nur 3.1-Sound. Dafür verhindert die Lösung Kabelchaos und passt unter den Fernseher. Wir haben getestet, ob dabei der gute Klang auf der Strecke bleibt.

Mit dem Sprung von Röhren- zu Flachbildfernsehern [1] hat sich zwar die Bildqualität drastisch verbessert, dafür ist etwas anderes auf der Strecke geblieben: der gute Klang. Die schlanken Gehäuse der Geräte bieten kaum Platz für ordentliche Lautsprecher. Außerdem fehlt der notwendige Klangkörper, um satte Bässe zu generieren. Wer dennoch nicht auf guten Sound verzichten möchte, muss ein Lautsprechersystem anschließen – und damit sein Wohnzimmer mit Kabeln verschandeln. So war das zumindest, bis den Herstellern die Idee der Soundbar gekommen ist. Pioneers HTP-SB300 ist eine Lösung mit einer dieser Lautsprecherleisten. Das Modell ist im Internet für rund 450 Euro zu haben und bringt einen kabellosen Subwoofer für satte Tiefen mit.

Design

Im Gegensatz zu Samsungs HT-BD8200 [2] und LGs HLB54S [3] handelt es sich bei der Pioneer-Lösung um eine reine Soundbar ohne integrierten Blu-ray-Player [4]. Die Leiste ist 90 Zentimeter breit und passt so ideal unter einen 32 bis 37 Zoll großen Fernseher. Käufer stellen sie entweder auf den Standfuß ihres TV-Geräts, oder montieren sie unter ihren Fernseher an die Wand. Das dafür nötige Zubehör liefert der Hersteller mit. Auch eine ausführliche Anleitung für die Wandmontage [5] befindet sich im Lieferumfang.


In der Mitte der Soundbar sitzen Display und Bedienelemente.

Das Gehäuse der Klangleiste ist mattschwarz. Die Abdeckung der Lautsprecher besteht aus einem mit schwarzem Stoff bezogenen Gitter. Um etwas Schwung in das Design zu bringen, verbaut Pioneer an den beiden Enden der Soundbar eine verchromte Abdeckung. In der Mitte der Leiste sitzt ein beleuchtetes Display, das sich via Fernbedienung dimmen lässt. Dadurch lenkt es bei Filmgenuss mit heruntergeregelter Raumbeleuchtung nicht vom Geschehen ab. Der Screen zeigt den gerade ausgewählten Eingang und – beim Ändern der Lautstärke – den Pegel an. Unter der Anzeige befindet sich eine Reihe mit Bedienelementen. Sie erlaubt das Auswählen eines Eingangs und das Justieren der Lautstärke – auch wenn die Fernbedienung gerade irgendwo in der Sofaritze verschwunden ist.

Die Soundbar beherbergt einen Center-Speaker und zwei seitliche Lautsprecher. Zusammen mit dem kabellosen Subwoofer bietet das Set also 3.1-Sound. Laut Pioneer liegt die Gesamtleistung der Treiber bei 250 Watt. Center- und seitliche Lautsprecher liefern jeweils 50 Watt, der Subwoofer bringt die restlichen 100 Watt.

Ausstattung

Die Einrichtung des HTP-SB300 funktioniert recht einfach. Der kabellose Subwoofer verbindet sich automatisch mit der Haupteinheit. An der Rückseite der Soundbar finden sich zwei HDMI [6]-Eingänge sowie koaxialer und optischer S/PDIF-Port [7]. Auch ein HDMI-Ausgang für die Weiterleitung von Bild- und Ton-Material zum Fernseher ist vorhanden. Überraschenderweise fehlt ein einfacher, analoger Stereo-Audioeingang. Dadurch ist es unmöglich, eine analoge Quelle an das System anzuschließen. Wer beispielsweise seinen iPod [8] anstöpseln möchte, sollte sich nach einer anderen Lösung umsehen.

Der in der Soundbar eingebaute Dekoder kommt mit den Tonformaten Dolby Digital [9], Dolby Digital Plus [10], DTS [11] und Dolby TrueHD [12] zurecht. DTS-HD Master Audio [13] unterstützt er leider nicht. Dafür gibt es eine Reihe von Pseudo-Surround-Modi, die sich über Presets wie Action, Drama und Sport wählen lassen. Allerdings macht das System dann nichts anderes, als einen digitalen Hall-Effekt auf die Tonspur anzuwenden, weshalb wir diese virtuellen Surround-Modi nicht empfehlen. Praktisch ist hingegen die automatische Lautstärkeregelung, die den Pegel immer auf dem gleichen Niveau hält, etwa beim Umschalten des Fernsehsenders, bei Werbeeinblendungen oder bei lauten Explosionen in Action-Filmen. Die Funktion arbeitet zuverlässig und sorgt in unserem Test dafür, dass alle Kanäle auf einem Lautstärkeniveau liegen.


Die Fernbedienung ist unübersichtlich. Dafür steuert sie auch TV-Gerät und Blu-ray-Player.

Die Fernbedienung des HTP-SB300 ist deutlich überladen. Die vielen Tasten sorgen für schlechten Überblick. Wer nur schnell einen anderen Eingang wählen möchte, sucht zuerst ein paar Sekunden nach dem richtigen Knopf. Dafür ist die Fernbedienung so programmierbar, dass sie neben der Soundbar auch gleich Fernseher und Blu-ray-Player ansteuert – sogar, wenn es sich dabei nicht um Pioneer-Modelle handelt. Das schafft Platz und Ordnung auf dem Wohnzimmertisch.

Leistung

Wichtiger als die Fernbedienung ist aber der Klang. Und in diesem Punkt überzeugt uns das HTP-SB300 auf ganzer Linie. Center- und seitliche Lautsprecher klingen fokussiert und klar, wodurch Dialoge deutlich zu verstehen sind. Aber nicht nur das: Auch Action-Sequenzen hören sich dank ausreichender Leistung gut und kraftvoll an. Die Abstimmung des Subwoofers ist ebenfalls schön gelungen. Er bietet satte Bässe, übertönt die Soundbar aber nicht, wie es bei vielen günstigen Lösungen der Fall ist.


Der Subwoofer ist kraftvoll, übertönt die Soundbar aber nicht.

Aber auch wenn das HTP-SB300 es schafft, das Klangfeld der vorderen Kanäle etwas in den Raum zu spreizen, den überwältigenden Surround-Sound eines echten 5.1- oder 7.1-Systems bietet es nicht. Dennoch, gerade für Filmfans mit kleinem Wohnzimmer ohne ausreichenden Platz für eine vollwertige Lösung bietet das HTP-SB300 eine gute Möglichkeit, den Sound gegenüber den im Fernseher integrierten Boxen deutlich zu verbessern.

Fazit

Die unübersichtliche Fernbedienung des Pioneer HTP-SB300 und das Fehlen von analogen Eingängen enttäuschen uns. Auch die Pseudo-Surround-Modi überzeugen nicht. Dafür bietet das System einen klaren, definierten und gut ausbalancierten Klang, und der Subwoofer ist auch für Actionsequenzen stark genug. Wer also nach einer Lösung sucht, um den Sound der TV-Lautsprecher aufzupeppen, sollte sich das HTP-SB300 einmal genauer ansehen.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/41529240/pioneer-htp-sb300-guter-klang-schlechte-surround-modi/

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[1] Flachbildfernsehern: https://www.cnet.de/i/story_media/41528735/1003_sony-bravia-kdl-52nx805-nl.jpg

[2] Samsungs HT-BD8200: https://www.cnet.de/tests/dvd/41515758/samsung+ht_bd8200+soundsystem+mit+blu_ray_player.htm

[3] LGs HLB54S: https://www.cnet.de/blogs/alpha/messen/ifa2009/41502285/ifa+2009+lg+zeigt+sound_bar+mit+integriertem+blu_ray_laufwerk.htm

[4] Blu-ray-Player: https://www.cnet.de/tests/dvd/archiv/a3T3/

[5] Wandmontage: https://www.cnet.de/praxis/insider/41003120/flachbild_tv+elegant+montieren+so+haengt+der+hd_fernseher+gerade.htm

[6] HDMI: http://de.wikipedia.org/wiki/High_Definition_Multimedia_Interface

[7] S/PDIF-Port: http://de.wikipedia.org/wiki/SPDIF

[8] iPod: https://www.cnet.de/tests/mp3/41502819/apple+ipod+nano+5g+die+fuenfte+generation+mit+videokamera+im+test.htm

[9] Dolby Digital: http://de.wikipedia.org/wiki/Dolby_Digital

[10] Dolby Digital Plus: http://de.wikipedia.org/wiki/Dolby_Digital_Plus

[11] DTS: http://de.wikipedia.org/wiki/DTS

[12] Dolby TrueHD: http://de.wikipedia.org/wiki/Dolby_TrueHD

[13] DTS-HD Master Audio: http://de.wikipedia.org/wiki/DTS-HD