Alienware M11x: unfassbar schnelles Netbook

von Pascal Poschenrieder und Rory Reid am , 17:20 Uhr

Pro
  • mörderisch schnell
  • gute Akkulaufzeit
  • hintergrundbeleuchtete Tastatur zum Spielen im Dunkeln
Con
  • kein optisches Laufwerk
Hersteller: Alienware Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: EXZELLENT 9,2 von 10 Punkte
Fazit:

Das Alienware M11x ist klein genug, um es wie ein normales Netbook überallhin mitzunehmen. Im Gegensatz zu einem gewöhnlichen Mini-Notebook bietet es allerdings gleichzeitig genug Leistung, um selbst viele ausgewachsene Konkurrenten zu überflügeln. Wer also nach einem kleinen, mobilen Rechner sucht, der für alles zu haben ist, liegt hier genau richtig.

Alienware ist seit jeher für unglaublich leistungsstarke PCs und Notebooks bekannt. Doch leider gab es – trotz vieler Versprechungen – bis dato kein Netbook des Herstellers zu kaufen. Das M11x ändert diesen Missstand. Wir haben getestet, ob es trotz seiner kleinen Abmessungen eine genauso überragende Leistung bietet wie seine großen Brüder.

Vergesst die unheilvollen Vorhersagen für das Jahr 2012. Die Welt ist bereits implodiert. Sowohl Ferrari als auch Porsche bauen Hybrid-Autos, jemand hat ein Jetpack [1] entwickelt, das wirklich fliegt und zu kaufen ist, und Alienware baut tatsächlich ein Netbook [2].

Allerdings handelt es sich beim M11x mit 11,6-Zoll-Display nicht um ein gewöhnliches Mini-Notebook [3]. Stattdessen bietet es so viel Spiele- und Grafik-Leistung, wie es sich viele 15- und 17-Zoll-Konkurrenten [4] nicht einmal erträumen. Das ganze paart Alienware mit einem angenehm kleinen Gehäuse. Das M11x ist in der Grundausstattung ab rund 800 Euro zu haben. Unser Testgerät, das nahezu maximal ausgestattet ist, kostet etwa 1200 Euro.

Design

Das M11x ist merklich größer als ein Durchschnittsnetbook. Es misst 28,6 mal 23,3 mal 3,3 Zentimeter und wiegt 2 Kilogramm. Dadurch ähnelt es eher einem gewöhnlichen ultraportablen Notebook als einem echten Netbook wie dem Eee PC [5] von Asus.


An der rechten Seite des Gehäuses sitzen gleich zwei Kopfhöreranschlüsse. An den Ecken des M11x verbaut Alienware LED-Lichter, die Anwender in 19 verschiedenen Farben erstrahlen lassen können.

Obwohl das M11x vielleicht nicht ganz so klein wie ein normales Netbook ist, finden wir es keinesfalls riesig. Es passt zusammen mit seinem Netzteil problemlos in eine mittelgroße Laptop-Tasche und ist leicht genug, um es überallhin mitzunehmen. Zusammen mit seiner Gaming-Power macht es das zum perfekten Gerät für die nächste LAN-Party.

Das M11x mag zwar sehr portabel sein, trotzdem wird man es in freier Wildbahn wohl nie auf dem Schoß einer jungen Mutter antreffen. Nach typischer Alienware-Manier kommt es im aggressiven Look und verfügt über eine derart bunte Lichtanlage, dass selbst die ein oder andere Disco neidisch wird.

Die Beleuchtungen von Einschalter, Tastatur, linker und rechter vorderer Ecke des Gehäuses und den Status-LEDs über dem Keyboard ist separat in ihrer Farbe regelbar. Insgesamt enthält die Farbpalette 19 unterschiedliche Töne. Auch ein automatisches Durchwechseln von einigen Farben ist möglich. Das macht jedes M11x einzigartig. Jeder kann den Look seines Notebooks individuell an seinen Geschmack anpassen.

Ausstattung

Ein Vorteil der gegenüber einem normalen Netbook etwas größeren Abmessungen des M11x besteht darin, dass mehr Platz für Anschlüsse bleibt. An der rechten Seite des Geräts sitzen Mikrofoneingang, zwei USB-Ports und gleich zwei Kopfhörerausgänge. So können Käufer zwei Klangschalen [6] anstöpseln und mit einem Kumpel Musik hören oder einen Film ansehen, ohne jemanden zu stören.

Auch auf der gegenüberliegenden Seite finden sich reichlich Ports. Alienware verbaut gleich drei Videoausgänge: VGA [7], HDMI [8] und DisplayPort [9]. Außerdem gibt es eine dritte USB-Buchse, eine Ethernet-Schnittstelle, einen 4-Pin-FireWire-Port und einen Memory-Card-Leser. Ein SIM-Kartenslot fehlt ebenfalls nicht. Wer hier seine eigene UMTS-Karte einschiebt, surft überall mobil im Internet – zumindest theoretisch. Denn Alienware verbaut momentan noch kein UMTS-Modem. Dieses wird es aber in wenigen Monaten als Extra geben.

Am stärksten unterscheidet sich das M11x aber durch sein Innenleben von der Netbook-Konkurrenz. Das Basis-Modell nutzt den Intel-Prozessor Pentium Dual-Core ULV SU4100 mit 1,3 GHz und 2 MByte L2-Cache. Wem diese CPU nicht schnell genug ist, der bekommt für einen Aufpreis von 65 Euro den Intel Core 2 Duo SU7300. Dieser Chip unterscheidet sich eigentlich nur marginal vom SU4100, ist aber dank des 3 MByte großen L2-Cache etwas schneller.


Die hintergrundbeleuchtete Tastatur sorgt dafür, dass Gamer auch im Dunkeln jede Taste perfekt treffen.

Das M11x hat in der Standardausführung 2 GByte DDR3-RAM mit 1066 MHz an Bord. 4 GByte kosten 79, 8 GByte 467 Euro Aufpreis. Auch bei der Festplatte haben Käufer die Wahl. Serienmäßig speichert das Laufwerk 320 GByte Daten und dreht mit 7200 rpm. Wem das nicht reicht, der bekommt für zusätzliche 35 Euro 500 GByte Kapazität. Sogar ein Solid-State-Laufwerk steht zur Auswahl, belastet den Geldbeutel mit 350 Euro Aufpreis aber erheblich. Ein optisches Laufwerk gibt es beim M11x leider nicht – auch nicht gegen Bezahlung. Dadurch müssen Gamer entweder auf ein externes zurückgreifen, oder Download-Dienste wie Steam nutzen.

Alle Versionen des M11x verfügen über ein 11,6 Zoll großes Display mit einer Auflösung von 1366 mal 768 Bildpunkten und nicht eine, sondern gleich zwei Grafikkarten. Bei der ersten handelt es sich um Intels integrierten Grafikprozessor für alltägliche Aufgaben wie das Surfen im Web. Wer die Fn-Taste und F6 gleichzeitig drückt, aktiviert den High-Performance-Modus des M11x. In diesem Fall übernimmt eine Nvidia GeForce GT 335M die Grafikausgabe, die aufwändige Polygon-Berechnungen und die HD-Videowiedergabe im Schlaf beherrscht.

Leistung

Im High-Performance-Modus ist das M11x sämtlichen gleich großen und gleich schweren Konkurrenten meilenweit voraus. Im unserem PCMark05-Benchmark-Test erreicht es ein beeindruckendes Ergebnis von 5654 Punkten. Das ist mehr als dreimal so viel, wie normale Netbooks schaffen.

Mit dieser Leistung läuft auf dem M11x nahezu jedes Game, das man ihm zum Fraß vorwirft. Darunter sind auch grafikintensive Spiele wie Crysis. Mit mittleren Grafikeinstellungen und einer Auflösung von 1024 mal 768 Pixeln errechnet das M11x hier satte 36 Frames pro Sekunde. Das ist für ein Gerät dieser Größe wirklich unerhört. Selbst die meisten voll ausgewachsenen Notebooks schaffen das nicht.

Natürlich werden nun viele vermuten, dass sich eine derartige Leistung negativ auf die Akkulaufzeit auswirkt. Das ist auch der Fall, allerdings hat Alienware eine Lösung für dieses Problem auf Lager. Schließlich verfügt das Netbook ja auch über eine sparsame Intel-GPU, mit der das M11x genauso lange, oder sogar länger durchhält als die meisten seiner Rivalen.

In unserem Akkutest Battery Eater Classic, der den schlimmsten Fall simuliert und die CPU während der Prüfung dauerhaft voll auslastet, schafft das M11x beeindruckende drei Stunden und 44 Minuten. Natürlich klingt das bei einer angegebenen Laufzeit von 8 Stunden und 39 Minunten im ersten Moment nach wenig, bei normaler Nutzung ohne dauerhafte Vollauslastung des Prozessors stehen die Chancen aber gut, nahe an diesen Wert heranzukommen.

Fazit

Das Alienware M11x ist ein technisches Meisterwerk. Es ist dicker, größer und teurer als ein Standard-Netbook, dafür bietet es so viel mehr Leistung als ein normales Mini-Notebook, dass wir uns fragen, wie ein Eee PC [10] oder ein N220 [11] von Samsung [12] nur so langsam sein können. Wer nach einem Gerät sucht, das gleichzeitig komfortabel zu bedienen, ultraportabel und phänomenal schnell ist, kommt einfach nicht um das M11x herum.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/41529323/alienware-m11x-unfassbar-schnelles-netbook/

URLs in this post:

[1] Jetpack: https://www.cnet.de/blogs/alpha/auto/41528861/martin+jetpack+verkehrsstaus+einfach+wie+ein+vogel+ueberfliegen.htm

[2] Netbook: https://www.cnet.de/digital-lifestyle/specials/41501341/edle+netbooks+im+vergleich+design_+touchscreen_+3d_grafik+co.htm

[3] Notebook: http://www.cnet.de/themen/notebook/

[4] 17-Zoll-Konkurrenten: https://www.cnet.de/tests/desktop/archiv/r3T2/

[5] Eee PC: https://www.cnet.de/tests/desktop/41526102/asus+eee+pc+1201n+seashell+muskuloeses+netbook.htm

[6] Klangschalen: https://www.cnet.de/digital-lifestyle/specials/41003022/krasse+klangschalen+high_end_kopfhoerer+im+vergleichstest.htm

[7] VGA: http://de.wikipedia.org/wiki/Video_Graphics_Array

[8] HDMI: http://de.wikipedia.org/wiki/High_Definition_Multimedia_Interface

[9] DisplayPort: http://de.wikipedia.org/wiki/DisplayPort

[10] Eee PC: https://www.cnet.de/tests/desktop/41525930/asus+eee+pc+1005pe+netbook+mit+atom_n450_cpu.htm

[11] N220: https://www.cnet.de/tests/desktop/41529089/samsung+n220+netbook+mit+neuem+atom+und+starkem+akku.htm

[12] Samsung: http://www.cnet.de/unternehmen/samsung/