Leistung

Da es momentan weder 3D-Blu-rays noch die entsprechenden Player gibt, eignet sich der BJD6381 derzeit vorwiegend für 3D-Spiele. Für unseren Test schließen wir den Beamer daher an einen Alienware-PC mit GeForce GTX275 an und probieren einige 3D-Games aus. Jedoch bleibt der Erfolg zunächst aus. Viele Spiele arbeiten nicht mit 3D-Wiedergabegeräten zusammen. Mit Team Fortress 2 haben wir aber schließlich Erfolg – allerdings auch nur mit Tricks. Der Projektor versteht sich nicht mit der aktuellen Version der Nvidia-3D-Software. Erst, als wir eine ältere Version des Programms installieren, bekommen wir endlich ein 3D-Bild zu sehen – zumindest, wenn wir die Nvidia-3D-Brille falschherum aufsetzen. Dann begeistert uns der Effekt jedoch um so mehr. Wir müssen aber feststellen, dass einigen unserer Kollegen – besonders bei rasanten Third-Person-Shootern – auch mit der Shutter-Technologie schnell übel wird.

Als nächstes versuchen wir unser Glück mit den wenigen 3D-Filmen, die wir im Internet finden. Hier bringt der Projektor die Tiefenwahrnehmung sehr gut und glaubwürdig herüber. Wie toll der Effekt letztendlich wirkt, hängt aber auch stark vom Ausgangsmaterial ab. So passt anscheinend bei einigen Videos der Abstand nicht perfekt, aus dem die Bilder für jedes Auge aufgezeichnet sind. Dementsprechend müssen wir uns stark konzentrieren, um den Film dreidimensional wahrzunehmen. Das sorgt dafür, dass unsere Augen nach kurzer Zeit ermüden und anfangen, zu tränen.

Nach dieser 3D-Erfahrung wirkt unser Standard-Test mit zweidimensionalem Material fast schon langweilig. Zum Glück schlägt sich der Beamer hier sehr gut, wodurch wir unsere Lust nicht verlieren. Wir legen die DVD von King Kong in unseren Player ein uns sehen einige Szenen an. Der Film wirkt recht natürlich. Allerdings sorgen die schlechten Schwarzwerte des Projektors dafür, dass in schattigen Bildbereichen kaum noch Details auszumachen sind. In hellen Szenen bildet der PJD6381 Feinheiten dafür umso besser ab. Außerdem wirken die Farben akkurat. Da wir allerdings aufgrund der fehlenden digitalen Eingänge gezwungen sind, den Beamer via S-Video anzuschließen, ist die Qualität natürlich weitaus geringer als bei einem HD-Beamer, der via HDMI an einem Blu-ray-Player hängt. Das fällt zwar bei großem Betrachtungsabstand kaum auf, wer aber etwas näher hingeht, sieht den Unterschied sofort.

Schließlich versuchen wir, den ViewSonic mit einer Playstation 3 zu verbinden. Allerdings ist das eigentlich ein sinnloses Unterfangen, da wir hier auf den Composite-Video-Eingang des Projektors zurückgreifen müssen, der sogar im Vergleich zu S-Video eine noch schlechtere Qualität bietet. Das Bild gelangt nur in SD-Qualität und sogar ohne getrennte Farbkanäle zum PJD6381. Erstaunlicherweise stellen wir bei unserer Standard-Test-Blu-ray Mission Impossible III in der Brücken-Szene trotzdem kein Ruckeln oder Treppeneffekte fest. Allerdings ist das auch das einzig Positive. Die Szene wirkt unnatürlich grell, die Farben sehen aus, als wären wir auf einem LSD-Trip, und das gesamte Bild ist voll mit Artefakten, Moiré-Effekten und Rauschen – eben so, wie wir es von Composite Video gewohnt sind.

Wie vorher bereits erwähnt, handelt es sich beim PJD6381 um einen Beamer mit geringem minimalen Projektionsabstand. Das wäre eigentlich ein tolles Feature, hätte ViewSonic eine ordentliche Trapezkorrektur integriert. Da das nicht der Fall ist, verschlechtert sich die Qualität stark, wenn man den Beamer nicht ideal positioniert. Sobald wir das Bild mittels Keystone-Korrektur anpassen, treten an den Ecken starke Treppeneffekte auf. Das liegt daran, dass der Projektor die Trapezverzerrung nicht durch eine Linsenverschiebung, sondern durch einen Software-Trick reduziert. Er schiebt das Bild einfach oben oder unten zusammen und nutzt so nur einen Teil des Panels aus. Die Panelränder bleiben einfach schwarz. Das reduziert die Auflösung, wodurch Details verschwinden und Text nicht mehr richtig lesbar ist. Noch dazu wirkt sich der Effekt nur auf das Bild und nicht auf das Bildmenü aus, das dann seltsam und unförmig wirkt. Schaltet man den Projektor aus und wieder ein, vergisst er die eingestellte Keystone-Korrektur einfach wieder. Die einzige Möglichkeit, die Trapezkorrektur zum umgehen, besteht darin, den Beamer einfach etwa einen Meter von der Bildwand entfernt auf Augenhöhe aufzustellen. Da er hier natürlich mitten im Weg ist, eignet er sich unserer Meinung nach nur für die Rückprojektion.

Fazit

Der ViewSonic PJD6381 haut uns sicher nicht vom Hocker – auch trotz seines 3D-Effekts nicht. Nach vielen fehlgeschlagenen Versuchen gelingt es zwar schließlich, ein glaubwürdiges, dreidimensionales Bild auf die Leinwand zu projizieren, der Beamer hat aber einfach zu viele Schwächen und Einschränkungen, um ihn empfehlen zu können. Außerdem bekommen Käufer für das Geld, das Beamer und notwendiges Zubehör kosten, bereits einen Full-HD-Projektor – zwar ohne 3D, dafür aber mit ausgezeichnetem Bild.

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