Acer 7540G im Test: Desktop-Ersatz mit Turion II Ultra und DirectX 11

von Joachim Kaufmann am , 11:40 Uhr

Pro
  • DirectX-11-Unterstützung
  • gutes Display
Con
  • kleine Pfeiltasten
  • kleine Enter-Key
Hersteller: Acer Listenpreis: steht noch nicht fest
ZDNet TESTURTEIL: SEHR GUT 7,5 von 10 Punkte
Fazit:

Für aktuelle 3D-Kracher eignet sich das Acer Aspire 7540G nur eingeschränkt - bei voller Auflösung und aufgedrehten Einstellungen kommt der Bolide trotz guter Ausstattung und DirectX-11-Unterstützung ins Holpern. Dennoch handelt es sich bei diesem Notebook um einen ordentlichen Desktop-Ersatz.

Mit dem Aspire 7540G hat Acer ein Notebook im Angebot, in dessen Gehäuse ein AMD Turion II Ultra und eine ATI Mobility Radeon 5650 für mächtig Leistung sorgen. Dank eines großen 17,3-Zoll-Displays ist das Gerät bestens als Desktop-Ersatz geeignet. Allerdings geht das auf Kosten der Mobilität. Wir haben den Boliden ausführlich getestet.

Wer sowohl einen leistungsstarken Rechner für den Heimgebrauch als auch ein Notebook [1] zum mobilen Surfen und zum Lesen seiner E-Mails benötigt, muss entweder zwei Geräte bezahlen, oder ein Notebook kaufen, das sich dank großem Display und guter Ausstattung auch als Desktop-Ersatz eignet. Acer [2] hat mit dem Aspire 7540G genau so ein Gerät vorgestellt. Es besitzt ein 17,3-Zoll-Display und eine flotte AMD-CPU. Obendrein hat es eine DirectX-11-kompatible Grafik an Bord. Allerdings geht das natürlich auf Kosten der Mobilität.

Design und Ausstattung

Äußerlich gleicht das 7540G vielen anderen Acer-Notebooks und -Netbooks. Auf dem hochglanzlackierten Deckel hinterlässt jede Berührung sichtbare Fingerabdrücke. Häufiges Polieren ist also Pflicht. Der Bereich um die Tastatur besteht aus grauem Kunststoff, den der Hersteller mit kleinen Vertiefungen versieht.

Das 7540G ist eindeutig als Desktop-Ersatz positioniert: Mit seinem 17,3-Zoll-Widescreen, einem Gewicht von 3,9 Kilogramm und Abmessungen von 44,0 mal 29,5 mal 4,4 Zentimetern ist es für den mobilen Einsatz fast schon einen Tick zu groß und zu schwer. Zu Hause bietet es dafür umso mehr Leistung.

Acer hat dank des großen Chassis eine Tastatur mit Ziffernblock untergebracht. Am Layout sind die zu kleinen Pfeiltasten sowie die nur eine Zeile hohe Enter-Key zu bemängeln. Wie bei anderen Notebooks des Herstellers haben die Tasten ein wenig Abstand zueinander und scheinen zu schweben. Der Komfort beim Tippen überzeugt aufgrund eines sauber definierten Anschlags und eines satten, akustischen Feedbacks.

Das angenehm große Touchpad, das aus demselben Material wie die Handballenauflage besteht, beherrscht Multitouch: Zwei Finger ermöglichen das Scrollen, die Spreiz-Geste zum Zoomen funktioniert ebenfalls.

Auf der rechten Seite des Gehäuses finden sich ein USB-Port, ein Gigabit-Ethernet-Anschluss sowie ein DVD-Brenner. Links sitzen drei weitere USB-Ports, von denen einer als USB/eSATA-Kombination dient. Externe Monitore verbinden sich analog per VGA oder digital per HDMI und DisplayPort mit dem 7540G.

Der 17,3-Zoll-Widescreen im 16:9-Format löst 1600 mal 900 Bildpunkte auf. Er zeigt das Bild scharf und mit lebendigen Farben an. Leider ist das Display mit einer Hochglanzbeschichtung versehen. Damit gehen bekanntermaßen störende Reflexionen einher, die auch bei maximaler Displayhelligkeit deutlich sichtbar sind. Wer die Hintergrundbeleuchtung dimmt, beispielsweise um Strom zu sparen, erkennt Inhalte bei Sonneneinstrahlung nur sehr schlecht. Beim Blick von der Seite zeigt der Screen eine erfreuliche Farbstabilität, von oben muss man aber Abstriche machen. Das lässt sich durch die Änderung der Display-Neigung aber einfach umgehen.

Im oberen Bildschirmrahmen steckt eine Webcam, die Videokonferenzen in HD-Auflösung (720p) erlaubt. Sie bietet auch bei schwierigen Lichtverhältnissen noch eine ordentliche Qualität.

Auf dem Aspire 7540G läuft Windows 7 Home Premium in der 64-Bit-Version. Die 4 GByte Arbeitsspeicher werden also voll ausgenutzt. Notebook-Hersteller wie Acer lassen es sich nicht nehmen, das OS mit allerlei Zugaben von meist fragwürdiger Qualität auszurüsten: Den Desktop zieren mehrere Icons, die beispielsweise zum Acer Zubehör Shop, zu Ebay oder zur Acer-Registrierung führen. Auch das Norton Online Backup hat eine prominente Platzierung bekommen.

Vorinstalliert sind 60-Tage-Demos von Microsoft [3] Office 2007 und McAfee Internet Security Suite. Letztere fordert schon nach kurzer Zeit penetrant zur Registrierung auf. Der Acer Updater sorgt mit eigenen Warnmeldungen dafür, dass Software und Treiber aktuell bleiben.

Die Kritik an der Softwareausstattung des Aspire lässt sich mittlerweile auf die meisten Consumer-Notebooks übertragen. Angesichts des Preisdrucks ist es nachvollziehbar, dass sich OEMs durch die Dreingabe von Tools wie McAfee Internet Security Suite ein paar Euro dazuverdienen möchten. Für den Endanwender macht das die Sache aber nicht besser.

Leistung

Als CPU kommt mit dem Turion II Ultra die neueste Prozessorgeneration aus dem Haus AMD zum Einsatz. Der Chip mit der Modellnummer M620 ist mit 2,5 GHz getaktet und bietet zwei Rechenkerne. Leistungsmäßig muss er einen vergleichbaren Intel Core i5 vorbeiziehen lassen. Der enorme Vorsprung bei der AES-Verschlüsselung ist auf dessen Hardwarebeschleunigung zurückzuführen.


Der CPU-Benchmark Everest 5.3 zeigt einen deutlichen Geschwindigkeitsvorteil des Core-i5-Prozessors von Intel.

Neben der CPU hat das Notebook 4 GByte DDR3-RAM (1066 MHz), eine 640-GByte-Festplatte, Gigabit-Ethernet und WLAN nach 802.11b/g/n an Bord. Das Laufwerk arbeitet lediglich mit 5400 Umdrehungen pro Minute. Gerade bei einem Desktop-Replacement wäre eine Festplatte mit 7200 Umdrehungen pro Minute wünschenswert.


Im PC-Mark Vantage ist das 7540G durch die Bank langsamer als das Aspire 8942G von Acer.

Für die Grafik sorgt eine ATI Mobility Radeon HD 5650 mit 1 GByte eigenem Speicher. Die 5650 ist eine der ersten Notebook-GPUs mit DirectX-11-Unterstützung. In puncto Leistung liegt sie knapp hinter der Nvidia Geforce 250M GTS, die im Acer Aspire 8940G zum Einsatz kommt.

Im 3D Mark Vantage (DirectX 10), der auch die CPU-Leistung einbezieht, bringt das Acer nur 3097 Punkte. Das sind rund 500 Punkte weniger als beim 8942G, das dieselbe GPU, aber einen Core i5 einsetzt. Resident Evil (DirectX 10) läuft mit 30 bis 50 Frames pro Sekunde, wenn man die native Auflösung 1600 mal 900 Pixel wählt. Das DirectX-11-Spiel „Colin McRae: DiRT 2“ bringt es dagegen nur auf 16 bis 27 Bilder pro Sekunde.

Die ATI-GPU rendert nicht nur 3D-Spiele, sondern beschleunigt auch andere Anwendungen. Die Videokonvertierung mit Cyberlink Mediashow Expresso profitiert beispielsweise deutlich von der zusätzlichen Leistung: Die Umwandlung eines 2-Minuten-AVI-Clips ins MPEG-4-Format mit GPU-Unterstützung dauert 61 Sekunden. Der Prozessor ohne die GPU benötigt dafür 142 Sekunden. Man kann sich leicht vorstellen, welchen gewaltigen Vorteil die Technik bei der Umwandlung längerer Filme bietet.

Allerdings ist die GPU-Beschleunigung nicht von Haus aus aktiviert, da der vorinstallierte Treiber vom Dezember die Funktion nicht unterstützt. Erst eine von AMD bereitgestellte Preview-Version des Catalyst-10.3-Treibers schaltet sie frei.

Bei nicht allzu anspruchsvollen Aufgaben gibt das 7540G lediglich ein leises Rauschen von sich. Unter Volllast ist es aber deutlich zu hören.

Der wechselbare 4800-mAh-Akku hält beim Surfen im Netz per WLAN mit heruntergedimmter Hintergrundbeleuchtung rund zweieinhalb Stunden. Im Idle-Mode bei maximaler Displayhelligkeit und eingeschaltetem WLAN benötigt das Notebook 23 Watt, unter Volllast 50 Watt.

Fazit

Das Acer Aspire 7540G (LX.PPP02.093) ist ein solider Desktop-Ersatz mit guter Leistung, der sich keine echten Schwächen leistet. Die ATI-GPU bietet zwar eine hohe Performance und DirectX-11-Unterstützung, viele Spiele laufen aber trotzdem nicht in nativer Display-Auflösung.

Wann und zu welchem Preis das Gerät in Deutschland auf den Markt kommt, ist noch nicht bekannt. Die Information werden wir so schnell wie möglich ergänzen.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

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[1] Notebook: http://www.cnet.de/themen/notebook/

[2] Acer: http://www.cnet.de/unternehmen/acer/

[3] Microsoft: http://www.cnet.de/unternehmen/microsoft/