Canon PowerShot SX210 IS: 14-Megapixel-Superzoomer im Test

von Leonard Goh und Stefan Möllenhoff am , 18:39 Uhr

Pro
  • 14-facher optischer Zoom
  • viele Aufnahmemodi
  • interessante Szenenprogramme
  • intuitives Design
Con
  • Bildqualität lässt bei steigenden ISO-Werten schnell nach
  • hakeliges Modusrädchen
Hersteller: Canon Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: GUT 7,4 von 10 Punkte
Fazit:

Die Canon PowerShot SX210 IS ist eine ordentliche Superzoomkamera, die hält, was sie verspricht. Der gewaltige optische Zoom in dem kleinen Gehäuse beeindruckt, und es sind zahlreiche Aufnahmemodi für Kreative an Bord. Wie bei vielen Digicams in dieser Klasse ist allerdings die Bildqualität etwas enttäuschend.

14-facher optischer Zoom, 14 Megapixel, 3,2 Zentimeter Dicke, HD-Videofunktion und zahlreiche manuelle Aufnahmefunktionen. Die rund 300 Euro teure Canon PowerShot SX210 IS klingt nach einem vielversprechenden Paket. Ob sich die Investition lohnt, verrät dieser Testbericht.

Canon ist noch relativ neu im Geschäft der kompakten Superzoomkameras. Erst letztes Jahr brachten die Japaner mit der PowerShot SX200 [1] IS ihren ersten handlichen Vergrößerungskünstler auf den Markt. Die Nachfolgerin SX210 IS bietet einen hochauflösenderen Sensor und ein überarbeitetes, schickeres Design. Allerdings sieht sich die Digicam einer taffen Konkurrenz gegenüber. Hat die Kamera eine Chance gegen Panasonics lange etablierte TZ-Serie [2] und gegen Fujifilms F80EXR mit auf Nachtfotos getrimmtem Sensor?

Design

Im Vergleich zur SX200 hat Canon der SX210 IS ein deutlich ansprechenderes und aufgeräumteres Gehäuse verpasst. Erfreulich ist auch die Schlankheitskur, die die Dicke von 3,8 auf 3,2 Zentimeter reduziert hat. Das neue Modell bietet keinen definierten Handgriff mehr, und die abgerundeten Ecken sind ein erfreulicher Absprung von der Ziegelstein-Optik der SX200.


Das Modusrädchen befindet sich bei der Canon PowerShot SX210 IS auf der Rückseite.

Der Moduswahlschalter der SX210 IS sitzt nun auf der Rückseite des Gehäuses und ist einfach mit dem Daumen zu erreichen. Allerdings sitzt das Rädchen etwas fest und lässt sich nur mit sanfter Gewalt drehen. So verstellt es sich zwar nicht unabsichtlich in der Hosentasche, wenn es schnell gehen muss, ist diese Schwergängigkeit allerdings von Nachteil.

Unterhalb des Modusschalters befinden sich Tasten für Wiedergabe, Videoaufnahme, Display und Menü sowie ein Vier-Wege-Pad, das von einem Scroll-Rädchen umgeben ist. Auf dem Navigationspad sind keine Icons abgebildet, doch sobald man den Daumen darauflegt, zeigt das Display einen Optionsdialog an. So wirkt die Rückseite der Kamera zwar weniger überfrachtet, doch auch hier steht das Design im Weg, wenn der Fotograf zügig reagieren muss.

Für die Brennweitenveränderung hält ein winziger Hebel neben dem Auslöser auf der Oberseite der SX210 IS her. Aufgrund seiner Größe ist er stellenweise recht schwer zu bedienen. Erfreulicherweise ermöglicht er aber variable Zoomgeschwindigkeiten. Ein leichtes Kippen nach links beziehungsweise rechts lässt das Objektiv langsam aus- beziehungsweise einfahren. Mit etwas mehr Druck fährt die Optik zügig vom einen zum anderen Ende des Brennweitenbereichs.


Der Blitz schießt beim Einschalten der Kamera automatisch nach oben.

Ein Kritikpunkt an der SX200 IS war der elektronisch gesteuerte Blitz, den man nicht zurück in die Kamera drücken konnte. Bei der SX210 IS bügelt Canon diesen Missstand aus. Allerdings schießt der Onboard-Blitz beim Einschalten sofort aus dem Gehäuse – das nervt manchmal. Der Fotograf muss ihn nach unten ins Gehäuse schieben, um die Beleuchtung zu deaktivieren. Ist dann auf einmal dennoch der Blitz vonnöten, so zieht man die etwas empfindlich wirkende Mechanik am besten vorsichtig wieder nach oben.

Sobald wir uns an die Bedienung gewöhnt haben, macht das Fotografieren mit der SX210 IS wirklich Spaß. Gewicht und Ausbalancierung scheinen genau richtig, und auch das einhändige Fotografieren stellt kein Problem dar. Lediglich der Moduswahlschalter könnte etwas leichtgängiger sein.

Ausstattung

In Sachen Ausstattung hat Canon an etlichen Schrauben gedreht. So ist die Sensorauflösung von 12 auf 14 Megapixeln gestiegen, und die Vergrößerungsfähigkeiten haben sich von 12- auf 14-fach gesteigert. Die folgende Tabelle zeigt, wie die SX210 IS im Vergleich zur Vorgängerin und den beiden Konkurentinnen Nikon Coolpix S8000 und Fujifilm FinePix F80EXR dasteht.

Tabelle anzeigen: Canon PowerShot SX210 IS und SX200 IS, Nikon Coolpix S8000 sowie Fujifilm FinePix F80EXR im Vergleich [3]

Tabelle anzeigen: Canon PowerShot SX210 IS und SX200 IS, Nikon Coolpix S8000 sowie Fujifilm FinePix F80EXR im Vergleich [3]

Hersteller Canon Canon Fujifilm Nikon
Modell PowerShot SX200 IS PowerShot SX210 IS FinePix F80EXR Coolpix S8000
Preis 220 Euro 300 Euro 220 Euro 230 Euro
Bildsensor 1/2,3-Zoll-CCD 1/2,3-Zoll-CCD 1/2,0-Zoll-Super-CCD-EXR 1/2,3-Zoll-CCD
Auflösung 12 Megapixel 14,1 Megapixel 12 Megapixel 14,2 Megapixel
Optischer Zoom 12-fach 14-fach 10-fach 10-fach
Brennweitenbereich 28 – 336 mm 28 – 392 mm 27 – 270 mm 30 – 300 mm
Lichtstärke F3,4 – F5,3 F3,1 – F5,9 F3,3 – F5,6 F3,5 – F5,6
Bildstabilisator optisch optisch mechanisch optisch
Empfindlichkeiten ISO 80 – 1600 ISO 80 – 1600 ISO 100 – 1600 ISO 100 – 3200
Max. Fotoauflösung 4000 x 3000 Pixel 4320 x 3240 Pixel 4000 x 3000 Pixel 4320 x 3240 Pixel
Max. Videoauflösung 1280 x 720 Pixel @ 30 fps 1280 x 720 Pixel @ 30 fps 1280 x 720 Pixel @ 24 fps 1280 x 720 Pixel @ 24 fps
Manuelle Einstellungen P, A, S, M P, A, S, M P, M P
Display 3,0 Zoll, 230.000 Pixel 3,0 Zoll 3 Zoll, 230.000 Pixel 3,0 Zoll, 921.000 Pixel
Abmessungen 10,3 x 6,1 x 3,8 cm 10,6 x 5,9 x 3,2 cm 9,9 x 5,9 x 2,8 cm 10,3 x 5,7 x 2,7 cm
Gewicht 220 g 215 g 138 g 183 g

Wie die meisten Kompaktkameras bietet die SX210 IS jede Menge Szenenprogramme. Zwei der Aufnahmemodi sind recht außergewöhnlich: Die Miniatur-Funktion simuliert die Wirkung von Tilt-Shift-Objektiven und lässt alle Aufnahmen wirken, als wären sie winzige Modelle. Am stärksten ist der Effekt bei Fotos von erhöhten Positionen aus. Der Fischaugen-Modus verzerrt die Bilder – wie der Name verrät – fischaugenförmig. Erfreulicherweise lassen sich sowohl Intensität als auch Position der Effekte anpassen.


Der Miniatur-Effekt lässt alles winzig klein wirken.

Leistung und Bildqualität

Bis die Canon PowerShot SX210 IS aus dem Tiefschlaf erwacht ist und das erste Foto geschossen hat, vergehen 1,7 Sekunden. Die Auslöseverzögerung beträgt bei bei guten Lichtverhältnissen 0,5 Sekunden, im Zwielicht verschlechtert sich der Wert auf 0,8 Sekunden. Der Serienbildmodus ist mit einer Aufnahme pro Sekunde nicht gerade schnell.

Der Autofokus macht insgesamt einen verhältnismäßig flotten Eindruck und findet zuverlässig das richtige Ziel. Beim Einsatz des optischen Zooms verschlechtert sich die Leistung allerdings zunehmend, was für eine Superzoomkamera allerdings nichts Außergewöhnliches ist. Die Digicam bezieht ihre Energie aus einem Lithium-Ionen-Akku. Nach rund 260 Fotos fordert die Kamera nach Nachschub.


Oberhalb von ISO 400 lässt die Bildqualität der Canon PowerShot SX210 IS deutlich nach.

Canon stellt bei der SX210 IS einen Empfindlichkeitsbereich von ISO 80 bis 1600 zur Verfügung. Oberhalb von ISO 400 lässt die Bildqualität allerdings deutlich nach. Selbst bei ISO 100 wirken die Motive bereits etwas Weichgezeichnet und weisen ein leichtes Rauschen auf. Hier machen sich die 14 Megapixel bemerkbar, die sich die geringe Fläche des 1/2,3-Zoll-Sensors teilen müssen. Das Objektiv hat stellenweise mit violetten Farbsäumen zu kämpfen. Wer die Fotos allerdings in kleineren Formaten als DIN A4 ausdruckt, dürfte bei niedrigen ISO-Werten nichts an der Qualität auszusetzen haben.


Bei ISO 400 reiht sich die Canon PowerShot SX210 IS zwischen der Fujifilm FinePix F80EXR und der Nikon Coolpix S8000 ein.

Wir haben die PowerShot SX210 IS außerdem mit Nikons Coolpix S8000 und mit Fujifilms FinePix F80EXR verglichen. Die Canon-Kamera bewegt sich in Sachen Bildqualität zwischen den beiden. Die S8000 liegt unterhalb der SX210 IS, die F80EXR liefert schärfere Fotos. Das nachfolgende Bild zeigt, wie sich die drei Modelle bei ISO 400 schlagen.

An der Farbwiedergabe gibt es bei der PowerShot absolut nichts zu bemängeln. Die Fotos sehen lebendig und realitätsgetreu aus und wirken dennoch niemals langweilig.

Fazit

Nachdem wir gut eine Woche mit der SX210 IS verbracht haben, ist uns die Canon durchaus ans Herz gewachsen. Anfangs hatten wir ein paar Schwierigkeiten mit der Bedienung, doch das gibt sich nach einer kurzen Eingewöhnungsphase. Die manuellen Aufnahmemodi begeistern experimentierfreudige Fotografen, während Fischaugen- und Miniatur-Effekt bei Einsteigern für Freude am Knipsen sorgen. Wer von den Aufnahmen allerdings Ausschnittsvergrößerungen verwenden oder große Ausdrucke anfertigen möchte, wird mit der durchschnittlichen Qualität der Fotos nicht zufrieden sein.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/41530125/canon-powershot-sx210-is-14-megapixel-superzoomer-im-test/

URLs in this post:

[1] PowerShot SX200: https://www.cnet.de/tests/digicam/41003552/testbericht/page/3/canon+powershot+sx200+is+superzoomer+fuer+die+hosentasche.htm

[2] TZ-Serie: https://www.cnet.de/tests/digicam/41528748/testbericht/panasonic+lumix+dmc_tz10+im+test+12_fach_gps_superzoomer.htm

[3] Tabelle anzeigen: Canon PowerShot SX210 IS und SX200 IS, Nikon Coolpix S8000 sowie Fujifilm FinePix F80EXR im Vergleich: #