Kleines, günstiges Smartphone im Test: Samsung Omnia Lite B7300

von Daniel Schraeder und James Dylan am , 16:36 Uhr

Pro
  • günstig
  • gute Ausstattung
  • klein und leicht
Con
  • reagiert langsam
  • schlechte Kamera
  • gewöhnungsbedürftiges User-Interface
Hersteller: Samsung Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: BEFRIEDIGEND 6,1 von 10 Punkte
Fazit:

Das Omnia Lite von Samsung ist ein attraktives Smartphone mit gehobener Ausstattung. Aber seine komplizierte Software und die lahmen Reaktionen sorgen dafür, dass wir es nicht uneingeschränkt empfehlen können.

Das Omnia Lite von Samsung ist ein kleines, leichtes und günstiges Smartphone auf Windows-Mobile-Basis. Mit einem Preis von unter 200 Euro ist es vergleichsweise günstig, vor allem in Anbetracht seiner hochwertigen Ausstattung inklusive HSDPA, WLAN, GPS und Kamera. Wir haben getestet, ob das Gerät auch in der Praxis überzeugt.

Der Name verspricht weniger, als tatsächlich drin ist. Das Samsung [1] Omnia Lite ist ein gut ausgestattetes Smartphone [2] mit Windows Mobile 6.5. Nur der Preis ist „Lite“: Ohne Vertrag wechselt das Gerät bereits ab 190 Euro den Besitzer.

Design

Das Gerät ist nicht auf den ersten Blick als reinrassiges Smartphone auszumachen. Dazu trägt vor allem sein im Vergleich zu anderen Handys mit Windows- oder Android [3]-Betriebssystem schmales Profil bei. Damit liegt es auch besser in der Hand als viele seiner größeren Mitbewerber.

Trotzdem hat der Hersteller Platz für ein 3 Zoll großes Touchscreen-Display gefunden. Es ist aber ebenfalls vergleichsweise schmal und hat deswegen eine für Handys untypische Auflösung: Die Anzeige stellt 240 mal 400 Pixel dar – damit ist sie auch nicht sonderlich hochauflösend. Für ein optimales Surf-Erlebnis sollte der Nutzer das Gerät unbedingt im Querformat nutzen, da er ansonsten permanent horizontal scrollen muss.

Oberfläche

Wie seine Brüder aus der Omnia-Serie von Samsung setzt auch das Lite auf die aktuelle Version 6.5 von Windows Mobile. Sie wurde erst im letzten Jahr vorgestellt und ist in Bezug auf eine fingerfreundliche Bedienung deutlich besser als die früheren Ausführungen – aber immer noch nicht ansatzweise vergleichbar mit iPhone oder Android. Ob es ein Update auf das bereits angekündigte Windows Mobile 7 geben wird, steht noch nicht fest. Laut Aussage von Microsoft [4] ist das aber unwahrscheinlich, da die Geräte für WM7 über einen kapazitiv arbeitenden Touchscreen verfügen müssen. Das Omnia Lite setzt auf die resistive Technik, die Druck statt Berührung erkennt – ein Ausschlusskriterium.

Samsung Omnia Lite Kamera Rückseite
Auf der Rückseite befindet sich die Linse der 3,2-Megapixel-Kamera. Ein Foto-Licht oder einen Xenon-Blitz gibt es nicht. Während Aufnahmen in hellen Umgebungen noch halbwegs gelingen, sind die Ergebnisse bei wenig Licht extrem verrauscht.

Wie üblich hat Samsung die eigenentwickelte TouchWiz-Oberfläche installiert. Sie hat drei Homescreens zu bieten, die sich im Android-Style horizontal durchscrollen lassen. Außerdem hat der Nutzer die Möglichkeit, verschiedene Widgets frei zu platzieren – etwa Uhren, Kalender oder einen Wetterbericht. Die Auswahl und Funktionalität der Android-Widgets bietet TouchWiz allerdings nicht.

Das zusätzlich zu Windows Mobile 6.5 integrierte, eigene Interface scheint für den mit 624 MHz getakteten Marvell-Prozessor etwas zu viel zu sein. Vielleicht ist ja auch die mit 256 MByte nicht sonderlich großzügige RAM-Ausstattung Schuld, aber unterm Strich bleibt die Tatsache, dass das Gerät einfach extrem zäh reagiert.

Leistung

Die Kamera ist… vorhanden. Sie nimmt Fotos mit einer Auflösung von 3,2 Megapixeln auf, hat einen recht langsamen Autofokus und damit eine lange Auslöseverzögerung und ist nicht sonderlich lichtstark. In Anbetracht des fehlenden Blitzes beziehungsweise der fehlenden Foto-LED gelingen nur Bilder, die in hellen Umgebungen geschossen werden. Immerhin überzeugen die natürlich wirkenden Farben.

Zum Speichern von Daten stehen 512 MByte Speicher zur Verfügung. Sollte das für eine Musik- oder Filmsammlung nicht ausreichen, sorgt der microSD-Speicherkartenslot für eine günstige Erweiterungsmöglichkeit. Dank HSDPA und WLAN klappt das Surfen im Netz flott und problemlos, und das vorinstallierte Google [5] Maps zeigt aufgrund des integrierten GPS-Empfängers akkurat die Position an. Eine echte Navigationslösung ist nicht vorhanden, es gibt aber diverse Navi-Programme für Windows Mobile zu kaufen.

Die Akkulaufzeit ist ganz gut. Bei durchschnittlicher Nutzung geht dem Gerät nach zwei Tagen der Saft aus. Wer allerdings häufig surft oder navigiert, muss damit rechnen, das B7300 täglich ans Ladegerät zu stecken.

Fazit

Der Mix aus dem Windows-Mobile-Interface und der TouchWiz-Oberfläche ist nicht besonders geschickt. Die Bedienung wird dadurch unlogischer als nötig, und noch dazu reagiert das Omnia Lite einfach langsam. Demnach fällt es uns schwer, das Samsung B7300 zu empfehlen – obwohl Preis, Ausstattung und Design eigentlich stimmen. Interessenten sollten es am Besten selbst ausprobieren und als Alternative gleich ein günstiges Android-Smartphone ins Auge fassen.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

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[1] Samsung: http://www.cnet.de/unternehmen/samsung/

[2] Smartphone: http://www.cnet.de/themen/smartphone/

[3] Android: http://www.cnet.de/themen/android/

[4] Microsoft: http://www.cnet.de/unternehmen/microsoft/

[5] Google: http://www.cnet.de/unternehmen/google-inc/