Die besten iPod-Docks: edel, unverwüstlich und luxuriös

von Stefan Möllenhoff am , 17:01 Uhr

Über Apple-Produkte kann man sich streiten, wie man möchte, aber eines steht fest: In Sachen Design macht dem Konzern aus Cupertino so schnell niemand etwas vor. Dass der superflache iPod Touch, der knallbunte iPod Nano oder das Angeber-iPhone das Wohnzimmer nicht aus einem dünn quäkenden Lautsprecherchsystem im Ziegelsteindesign beschallen, sollte ebenso klar sein. Wir haben uns nach den edelsten iPod-Docks umgesehen, die der Markt hergibt.

Lautsprechersysteme für die Apple [1]-Schallmaschinen gibt es wie Sand am Meer – im Lego-Look [2], tragbar und mit Akku [3], mit Wecker oder sogar mit Kühlschrank [4] oder Laufband [4] drumherum. Wir haben unser High-End-Sieb ausgegraben und tonnenweise Docking-Stationen geschaufelt. Übrig bleiben zehn Top-Geräte, die sich in keinem noch so luxierösen Ambiente verstecken müssen.

Abgehoben statt abgefahren: Bowers & Wilkins Zeppelin

Der absolute Klassiker unter den edlen iPod-Docks stammt aus der britischen Audiophilen-Werkstatt Bowers & Wilkins und heißt – frei nach der Form des Geräts – Zeppelin [5]. Das achsensymmetrische Gehäuse läuft zu beiden Enden hin spitz zu und ist mit einem Tieftöner, zwei Mitteltönern und zwei Hochtönern gefüllt. Keine Angst, Wasserstoff kommt nicht zum Einsatz. Für ordentlich Bumms ist dennoch gesorgt, denn das 64 Zentimeter lange Klangschiff versetzt das Trommelfell mit insgesamt 100 Watt Ausgangsleistung in Dauervibration.

Praktisch: Im Lieferumfang des britischen Zeppelins von Bowers und Wilkins ist eine Fernbedienung enthalten.
Praktisch: Im Lieferumfang des britischen Zeppelins von Bowers und Wilkins ist eine Fernbedienung enthalten.

Das 7,5 Kilogramm schwere bietet neben dem 30-Pin-iPod-Anschluss einen 3,5 Millimeter-Klinkeneingang zum Verbinden Apple-fremder Player. Auf videofreundlichen iPods gespeichertes Filmmaterial sendet der Stereo-Zeppelin wahlweise via S-Video- oder Composite-Video-Ausgang an Fernseher und Projektoren. Für 600 Euro versetzt das Bowers-&-Wilkins-Luftschiff den Zuhörer zwar nicht selbst in schwindelerregende Höhen, aber zumindest in klanglich gehobene Sphären.

Klanggewaltiger Papageienschnabel: Parrot Zikmu

Der Zikmu [6] wirkt, als hätte der Designer Philipp Starck den Boden zu einer kaugummiartigen Masse aufgeschmolzen und mit spitzen Fingern ein Gebilde hervorgezupft – nur, dass die konische Klangspitze in der Luft zu schweben scheint. Das Gewicht von 3,5 Kilogramm sollte allerdings ausreichen, dass die insgesamt mit 100 Watt brüllenden Hoch-, Mittel- und Tieftöner den Zikmu-Lautsprecher nicht zum Abheben bringen. Das Design ist übrigens nicht nur optische Spielerei: Laut Parrot werfen die 1300 Euro teuren Boxen den Sound gleichmäßig in alle Richtungen durchs Wohnzimmer.

Power-Papagei: Das Parrot Zikmu soll den Klang aufgrund seines symmetrischen Aufbaus gleichmäßiger im Raum verteilen als herkömmliche Lautsprecher.
Power-Papagei: Das Parrot Zikmu soll den Klang aufgrund seines symmetrischen Aufbaus gleichmäßiger im Raum verteilen als herkömmliche Lautsprecher.

Neben dem iPod-Dock auf der Oberseite gibt es zahlreiche weitere Möglichkeiten, den Klang zum 75 Zentimeter hohen Zikmu zu transportieren. Beispielsweise drahtlos durch die Luft, wahlweise mit WLAN nach IEEE 802.11b und g oder via Bluetooth samt A2DP-Unterstützung und damit wahlweise vom Rechner oder vom MP3-Player. Einen Stereo-Cinch-Eingang gibt es ebenfalls auf der Unterseite der über dem Boden schwebenden Klangtüte. Wer die Kosten nicht scheut, hat die Qual der Farbwahl zwischen Arctic White, Pearl Grey, Classic Black und Lime Sorbet (Grün).

Zurück in die Zukunft: Bernstein ITR10

Volles Rohr beziehungsweise volle Röhre gibt’s bei Bernstein: Das ITR10 [7] bietet einen integrierten Röhrenverstärker. Passend zur steinalten Technik – wobei das Alter klanglich übrigens alles andere als ein Nachteil ist – kommt auch das Gehäuse im Retro-Design. Acht vertikale Schlitze dominieren die Frontansicht. Durch sechs Öffnungen stellen die Lautsprecher eine Musikleistung von insgesamt 50 Watt in den Raum, hinter den zwei mittig angebrachten Spalten funkeln diabolisch die beiden Röhren hervor.

Dank Röhrenverstärker soll das Bernstein ITR10 einen sehr weichen und seidigen Klang bieten.
Dank Röhrenverstärker soll das Bernstein ITR10 einen sehr weichen und seidigen Klang bieten.

Ganz so schwer wie ein 35 mal 29 mal 12 Zentimeter großer Bernstein ist das ITR10 nicht, doch das Kirschholzgehäuse dürfte dennoch für ausgeleiherte Postbotenarme sorgen. Sollte der veranstaltete Krach die Polizei auf den Plan rufen, gibt’s eine Kopfhörerbuchse für den Nachbarkompatiblen Musikgenuss. Auf der dunklen Seite der Geräuschbelästigungsmacht findet sich der Cinch-Ausgang zum zusätzlichen Anschluss eines Subwoofers. Einen 3,5-Millimeter-Klinken- sowie einen Stereo-Cinch-Eingang bringt der Hersteller ebenso unter wie einen UKW-Tuner für den Radioempfang. Preis? 500 Euro für den schicken Bernstein.

600-Watt-Retro-Knaller: Geneva XL

Dieses 38-Kilogramm-Dock ist nicht nur in puncto Masse das Schwergewicht in diesem Artikel. Mit 600 Watt übertrifft das Geneva XL [8] die Gesamtleistung aller anderen iPod-Docks, und der Preis von 2000 Euro sucht ebenfalls nach Seinesgleichen. Das 61 mal 55 mal 37 Zentimeter große Holzgehäuse ist wahlweise mit rotem, weißem oder schwarzem Japanlack beschichtet. Die Farbe wird aus dem in Asien heimischen Lackbaum gewonnen und zeichnet sich durch eine extrem hohe physikalische und chemische Widerstandsfähigkeit aus.

Das Genevasound XL hat insgesamt sechs Lautsprecher mit einer Gesamtleistung von 600 Watt an Bord.
Das Genevasound XL hat insgesamt sechs Lautsprecher mit einer Gesamtleistung von 600 Watt an Bord.

Bluetooth oder WLAN bietet das XL nicht, doch dafür sind ein Slot-In-CD-Laufwerk und ein UKW-Radio an Bord. iPods verbinden sich mittel auf der Oberseite angebrachtem Dock, für applefremde MP3-Player oder sonstige Audioquellen gibt es eine 3,5-Millimeter-Klinkenbuchse sowie einen Stereo-Cinch-Eingang. Ach ja: Sind 2000 Euro noch nicht exklusiv genug? Der große Bruder Geneva XXL kostet bis zu 3500 Euro.

Aussätziges Klangwunder: Soundcast Outcast

Egal ob mit Japanlack oder in Zeppelin-Form – im Freien sollte keines der bisher genannten System übernachten. Anders sieht es mit dem Outcast von Soundcast [9] aus: Die empfindliche Elektronik versteckt sich in einem wetterfesten Gehäuse und übersteht so auch feucht-fröhliche Poolpartys mitsamt gelegentlicher Sektdusche. Auch an die Apple-Hardware hat der Hersteller gedacht: Der iPod beziehungsweise das iPhone steckt nicht im Gerät selbst, sondern in einem Funk-Dock, dass bis zu 100 Meter Sicherheitsabstand halten kann. Die 66 Zentimeter hohe und 18 Kilogramm schwere Soundtonne hingegen beschallt Partys direkt aus dem Zentrum des Geschehens – mit 100 Watt Gesamtleistung.

Dem Soundcast Outcast kann auch die eine oder andere Dusche nichts anhaben.
Dem Soundcast Outcast kann auch die eine oder andere Dusche nichts anhaben.

Ein im Gehäuse verbauter Akku versorgt den Acht-Zoll-Subwoofer und die vier Drei-Zoll-Treiber bis zu zehn Stunden lang mit Energie. Alternativ lässt sich das Outcast auch am Stromnetz betreiben. Damit der Gastgeber der Party nicht ständig zwischen Pool und iPod-Zufluchtsort pendeln muss, befinden sich Tasten zur Fernsteuerung des Apple-Players auf der Oberseite des Kunststoffgehäuses. 800 Euro verlangt der Hersteller für das wetterfest Outcast.

Soundpanzer: Samson EXL250

Das Samson EXL250 Expedition Express [10] ist zwar nicht gegen den deutschen Sommer beziehungsweise Dauerregen gefeit, doch der Hersteller setzt auch hier auf Portabilität und Robustheit. Und zielt damit auf Bands und Spontanparty-Veranstalter, die sich ein mobiles, aber kräftiges Soundsystem wünschen. Ach ja, die Kaufkraft sollte natürlich auch stimmen – das EXL250 kostet 700 Euro.

Das Samson EXL250 eignet sich perfekt für Veranstalter von Spontan-Partys.
Das Samson EXL250 eignet sich perfekt für Veranstalter von Spontan-Partys.

Für soviel Geld gibt es zwei Lautsprecher, die jeweils eine Leistung von 125 Watt stemmen und über zahlreiche Anschlussmöglichkeiten für weitere Tonquellen verfügen. Wer wirklich mobil sein möchte, findet im Zubehör des Herstellers noch ein Akku-Pack, das das Partybudget allerdings um weitere 120 Euro dezimiert. Immerhin: Tragetasche sowie Mikrofon sind im Lieferumfang enthalten.

iPod-Dock ohne Dock? Sonos ZonePlayer S5

Der ZonePlayer S5 von Sonos ist so untypisch für ein iPod-Dock, wie es nur irgendwie geht. Mit den üblichen Vertretern hat es maximal die integrierten Lautsprecher und den Stromanschluss gemein; das entscheidenste Merkmal fehlt: Der S5 hat keinen Dock Connector. iPod Touch oder iPhone werden nicht aufgesteckt, und er spielt auch nicht die Musik ab, die auf dem tragbaren Musikplayer gespeichert ist. Und dafür 400 Euro ausgeben?

Der ZonePlayer S5 von Sonos holt sich die Musik aus dem Netzwerk oder dem Internet. Die Apple-Player mit Touchscreen dienen als Fernsteuerung.
Der ZonePlayer S5 von Sonos holt sich die Musik aus dem Netzwerk oder dem Internet. Die Apple-Player mit Touchscreen dienen als Fernsteuerung.

Wie soll das funktionieren? Ganz einfach: Die Nutzer von iPod Touch oder iPhone installieren die Sonos-App auf ihrem Player und geben an, wo sie im Netzwerk Musik gespeichert haben – etwa auf einem PC, einem Mac oder einer NAS. Alternativ greift das Soundsystem auch auf Internet-Radiosender oder Streaming-Dienste zurück. Wer einen Napster-Account hat, spielt gleich aus einer Auswahl von 6 Millionen Songs ab.

Damit das auch anständig klingt, verbergen sich im Inneren des Kunststoff-Gehäuses fünf digitale Verstärker, zwei Hochtöner, zwei Mitteltöner und ein Subwoofer. Auf der Rückseite gibt es eine Kopfhörerbuchse sowie einen Audio-Eingang.

Es rumpelt in der Kiste: Bose SoundDock 10

Dass Bose Audiosysteme herstellt, ist allgemein bekannt – und dass die Geräte üblicherweise auf hohem Niveau liegen, auch. Und wenn nun Bose selbst von „unglaublich“ spricht, wenn das Unternehmen sein iPod-Audiosystem SoundDock 10 bewirbt, macht das zumindest neugierig.

Glaubt man den Angaben des Herstellers, soll das System Bässe liefern, bis dem Nachbarn die Füllung aus dem Zahn fällt. Dafür verantwortlich zeigt sich ein selbstentwickelter Lautsprecher, der unfassbar tiefe Töne wiedergeben können soll.

Das Top-Modell von Bose verfügt über iPod-Dock, Bluetooth-Audio-Empfänger und Fernbedienung.
Das Top-Modell von Bose verfügt über iPod-Dock, Bluetooth-Audio-Empfänger und Fernbedienung.

Damit es ordentlich fetzt, muss natürlich die richtige Musik her. Die kommt klassisch per Dock-Connector vom iPod. Alternativ dienen aber auch andere MP3-Player mit Klinkenbuchse oder Handys mit dem Stereo-Bluetooth A2DP als Audio-Quelle. Wenn der Nachbar dann an der Türe klingelt, schaltet die Infrarotfernbedienung das SoundDock 10 sofort stumm – schön unauffällig.

Zwinkernder Roboter: Sonoro Eklipse

Beim Sonoro Eklipse [11] fallen als erstes das OLED-Display auf der linken und das runde Bedienelement für Lautstärkeregelung und Titelnavigation auf der rechten Seite auf. Darunter befindet sich ein Slot-In-CD-Laufwerk. Irgendwie wirkt das Soundsystem damit wie ein zwinkernder Roboter aus der Zukunft. Das iPod-Dock befindet sich auf der Oberseite des Holzgehäuses.

Praktisch: Das Sonoro Eklipse verfügt über eine Weckfunktion.
Praktisch: Das Sonoro Eklipse verfügt über eine Weckfunktion.

Neben MP3- und gewöhnlichen Audio-CDs sowie iPods sorgt auch ein im Eklipse integrierter UKW-Tuner für Klang in den eigenen vier Wänden. Außerdem bringt das iPod-Dock einen Klinkeneingang zum Anschluss weiterer Player mit. Das Gehäuse des 500 Euro teuren Sonoro-Systems ist wahlweise mit schwarzem oder mit weißem Klavierlack beschichtet.

Eleganter Holz-Flachmann: Vita Audio R4

Auf seiner Website preist Vita Audio das Soundsystem R4 als Komplettlösung für alle musikalischen Bedürfnisse an. Neben einem iPod-Dock bietet der futuristische Kasten DAB-, DAB-Plus und UKW-Tuner, USB-Anschluss für Massenspeicher sowie ein CD-Laufwerk, das Audio-, MP3- und WMA-Scheiben abspielt. Dank Klinkeneingang gibt der flache Kasten auch Musik von beliebigen MP3-Playern oder Notebooks wieder.

Dank 3,5-Millimeter-Kopfhörerbuchse fungiert das R4 auch als Kopfhörerverstärker für hochwertige Klangschalen.
Dank 3,5-Millimeter-Kopfhörerbuchse fungiert das R4 auch als Kopfhörerverstärker für hochwertige Klangschalen.

Wie das Sonoro Eklipse ist die Hülle des Vita Audio R4 aus Holz gefertigt. Das macht sich beim mit acht Kilogramm recht hohen Gewicht bemerkbar. Der Hersteller bietet sein Soundsystem wahlweise in Weiß oder in natürlich wirkender Holzoptik an – zum Preis von 880 Euro.

Fazit

Eines haben alle hier aufgeführten Luxus-Systeme gemeinsam: Sie reißen ein tiefes bis abgrundtiefes Loch in den Geldbeutel. Wer jedoch bereit ist, soviel von seinem Ersparten für ein iPod-Dock zu opfern, erhält dafür ein klanggewaltiges Design-Stück, das bestimmt nicht in jedem Wohnzimmer zu finden ist. Alles zu teuer? Dieses 40-Euro-Klorollen-Dock [12] sorgt mit Sicherheit ebenfalls für erstaunte Blicke bei Besuchern.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/41530912/die-besten-ipod-docks-edel-unverwuestlich-und-luxurioes/

URLs in this post:

[1] Apple: http://www.cnet.de/unternehmen/apple/

[2] Lego-Look: http://www.techfieber.de/2008/11/17/building-block-ipod-dock-und-noch-ein-legoeskes-ipod-dock/

[3] tragbar und mit Akku: https://www.cnet.de/digital-lifestyle/kaufberatung/41500568/fullcontent/tragbare+lautsprecher+sechs+mobile+soundsysteme+im+vergleichstest.htm

[4] Kühlschrank: http://www.roomfashion.de/shop/product_info.php?info=p10445_RK-1000-IP.html

[5] Zeppelin: http://www.bowers-wilkins.de/display.aspx?infid=2466

[6] Zikmu: http://zikmu.parrot.com/de/

[7] ITR10: http://www.bernstein-audio.de/web/de/itr/

[8] Geneva XL: http://de.genevalab.co.uk/default.htm

[9] Outcast von Soundcast: http://www.soundcastsystems.com/products/outcast

[10] Samson EXL250 Expedition Express: http://www.samsontech.com/products/productpage.cfm?prodID=1952

[11] Sonoro Eklipse: http://www.sonoro-audio.de/eklipse.html

[12] 40-Euro-Klorollen-Dock: http://www.atechflash.com/products-icartaplus.html