Skype-Videotelefon mit Touchscreen im Test: Asus AiGuru SV1T

von Daniel Schraeder am , 18:57 Uhr

Pro
  • extrem einfache Bedienung
  • hohe Sprach- und Videoqualität
Con
  • wirkt altmodisch
  • keine Chat-Funktion
  • keine Skype-Account-Informationen
Hersteller: Asus Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: SEHR GUT 7,8 von 10 Punkte
Fazit:

Das Asus Videophone Touch ist ein einfacher Zugang in die Welt der Videotelefonie - ganz ohne PC. Leider fehlen ein paar wichtige Funktionen. Außerdem dürfte der hohe Preis einen großen Teil der Zielgruppe vom Kauf abhalten - denn wer schon ein Notebook hat, benötigt das AiGuru SV1T eigentlich nicht.

Mit dem SV1T hat Asus die zweite Generation seines Skype-Videotelefons vorgestellt. Größter Unterschied zum Vorgänger ist der nun berührungsempfindliche Monitor. Wir haben das Aiguru ausführlich getestet.

Wer eine Zeit lang im Ausland gelebt oder gar Verwandte auf der anderen Seite des Globus hat, hat vermutlich bereits einen Account bei Skype – dem führenden Anbieter kostenloser Instant Messages und Videotelefonie. Nötig ist neben der Internet-Verbindung lediglich ein Computer. Wer aber keine Lust auf einen PC im Wohnzimmer hat oder generell lieber einen großen Bogen um Rechner aller Art macht, wird von der Skype-Welt dennoch nicht ausgeschlossen: Asus hat ein explizites Video-Telefon im Angebot.

Design

Der AiGuru ist nicht gerade ein Schönling. Das Kunststoffgehäuse ist entweder in glänzendem Weiß oder dunklem Grau zu haben und wirkt mit seinen Rundungen irgendwie nach einem Science-Fiction-Apparat aus den 80er-Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts. Anders ausgedrückt: Das Videotelefon sieht für ein Faxgerät recht attraktiv aus, für einen Wohnzimmereinrichtungsgegenstand aber überhaupt nicht. Es ist überraschend schwer und definitiv nicht dafür gemacht, mitgenommen zu werden.

Die Vorderseite wird dominiert von einem berührungsempfindlichen, 7 Zoll großen LC-Display. Darunter sitzen einige Tasten und ein Lautsprecher. Oberhalb der Anzeige haben die Linse der Kamera und das Mikrofon ihren Platz gefunden.

Immerhin ist die Einrichtung extrem einfach. Das Gerät verbindet sich per Netzwerkkabel oder WLAN mit dem Internet. Fertig. Zumindest fast: Der Nutzer muss sich noch mit seinem Skype-Account samt Passwort einloggen. Der Text wird dabei komfortabel per Touchscreen eingetippt. Beim Vorgänger hatte man noch mit dem Vier-Wege-Pad zu kämpfen. Das Touchscreen-Panel ist übrigens angenehm empfindlich.

Leistung

Wer sich durch das inzwischen überfrachtet und unnötig kompliziert wirkende Skype-Interface abschrecken lässt, freut sich sicherlich über die simple Struktur beim Asus-Videotelefon. Das Hauptmenü zeigt große, eindeutig beschriftete Icons und erlaubt das Hinzufügen von Kontakten, den Zugriff auf die Kontaktliste, das Einstellen des Status‘ und den Zugriff auf die Account-Optionen. Dank dieses Konzepts dauert es vom Einschalten des Geräts bis zum Videotelefonat nicht einmal eine Minute.

Die Sprachqualität ist auf hohem Niveau. Der Gesprächspartner ist laut und deutlich zu verstehen. Wer den integrierten Lautsprecher lieber nicht nutzen möchte, etwa, weil er nicht allein im Raum ist, kann auf der Rückseite auch Kopfhörer oder ein Headset anschließen.

Auch die Kamera überzeugt. Vor allem, wenn es hell ist, gibt es am Live-Bild keinen Anlass zur Kritik. Wie fast alle Webcams hat sie aber so ihre Probleme in dunklen Umgebungen.

Obwohl das Gerät so ein großer, schwerer Klumpen ist und man es wohl kaum durch die Gegend schleppen wird, ist ein Lithium-Ionen-Akku im Standfuß integriert. Er hält im Stand-by etwa 30 Minuten durch, beim Telefonieren sind es noch 20. Das reicht aus, um mal den Raum zu wechseln, aber nicht für mehr.

Funktionsumfang

Ein Preis, den die simple Bedienung fordert, ist der eingeschränkte Funktionsumfang: Nicht alle Features von Skype funktionieren mit dem AiGuru. Bei den meisten dieser Funktionen, die in den letzten Jahren hinzugekommen sind, ist das nicht sonderlich tragisch. Aber warum bitte fehlt der Chat? Wer einen Nutzer des Asus-Videotelefons anschreibt, bekommt eine automatische Antwort zurück. Der Nutzer ist mit einem mobilen Skype-Client verbunden und bekommt Textnachrichten vermutlich nicht. Das vermutlich hätte Skype aus der Meldung streichen können.

Außerdem gibt es keine Möglichkeit, das Skype-Konto per AiGuru aufzuladen. Wer „normale“ Telefone oder Handys anrufen möchte, muss Gebühren zahlen – nur Gespräche zu anderen Nutzern des Dienstes sind umsonst. Aber wer Geld einzahlen möchte, muss dafür seinen Webbrowser bemühen. Das widerspricht irgendwie dem Skype-ohne-PC-Konzept.

Der größte Haken des Geräts ist sein hoher Preis. Mit 230 Euro ist man dabei. Für nicht viel mehr gibt es gleich ein ganzes Netbook mit integrierter Kamera, Tastatur, Windows – und dementsprechend größerem Funktionsumfang.

Fazit

Das Skype-Videotelefon von Asus tut, was es soll – und zwar extrem gut. Bild- und Tonqualität sind auf hohem Niveau, die Bedienung ist simpel. So sollte das sein. Damit eignet sich das Gerät perfekt für Menschen, die sich mit der Nutzung von Computern schwer tun.

Leider machen der hohe Preis und der teilweise eingeschränkte Funktionsumfang dieser Idee einen Strich durch die Rechnung. Denn ein Computer ist für manche Funktionen, eben etwa dem Aufladen des Kontos, trotzdem nötig. Vorausgesetzt, man möchte auch außerhalb des Skype-Universums mit dem SV1T telefonieren.

Spezifikationen

  • Peripherie-Typ - Webcam
  • Kommunikation - WLAN

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

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