Ausstattung

Für ein tragbares Lautsprechersystem ist das Go + Play Micro sehr ordentlich ausgestattet – jedoch mit etwas ungewöhnlichen Features. Ein UKW-Radio gibt es beispielsweise ebenso wenig wie einen Equalizer. Stattdessen stehen ein Composite-Videoausgang oder ein Durchschleif-USB-Port zum Synchronisieren mit dem Rechner zur Verfügung. An sich sind das zwei wirklich praktische Funktionen, für den mobilen Einsatz spielen sie allerdings eher keine Rolle.

Das mitgelieferte Netzteil und der zusätzlichen Audio-Eingang fallen eher in die Kategorie „erwartete Features“. Die mitgelieferte Fernbedienung ist zwar weder so schick noch so reaktiv wie die des Vorgängers, doch immerhin eignet sie sich, um durch die Menüs auf dem iPod zu blättern, zwischen Titeln hin- und herzuspringen oder die Lautstärke anzupassen. Eine Ein/Aus-Taste gibt es auf der Fingerverlängerung allerdings nicht.

Die Anschlüsse auf der Rückseite des Go + Play Micro sind mit Gummiabdeckungen vor Spritzwasser geschützt.
Die Anschlüsse auf der Rückseite des Go + Play Micro sind mit Gummiabdeckungen vor Spritzwasser geschützt.

Leistung

Einem Teil der Käuferschaft dürfte das abgefahrene Design alleine schon 300 Euro wert sein. Der Rest allerdings wird vermutlich auch einen dem Preis angemessenen Sound erwarten. Das Go + Play Micro gehört sicherlich zu den klanglich besser aufgestellen mobilen Soundsystemen. Der Subwoofer im Boden des Gehäuses bietet eine weitreichende Abdeckung bei den tiefen Frequenzen. Die vier Hochtöner, die zu allen Seiten aus dem Gehäuse blicken, werfen so kristallklare Details durch den Raum, wie es nur wenige Konkurrenten schaffen.

Dennoch gibt es ein paar Konkurrenten, die das Go + Play Micro überflügeln. Das fast 100 Euro günstigere Altec Lansing Mix bietet beispielsweise ein UKW-Radio, ein Fach für die Fernbedienung, einen Equalizer, gleich zwei AUX-Eingänge und nimmt auch iPhones mit Schutzhülle auf. Es sieht zwar nicht so schick aus wie das Harman-Kardon-System, aber wer das Hauptaugenmerk auf Features legt, ist hier besser aufgehoben. In puncto Sound steht das Mix dem Harman-Kardon-System in nichts nach.

Unser größter Kritikpunkt am Go + Play Micro betrifft allerdings immer noch den Klang. Das erste Go + Play hat uns mit 120 Watt Power schlicht und ergreifend aus den Latschen gehauen. Das Micro arbeitet mit der halben Leistung – mit nicht halb so eindrucksvollem Ergebnis.

Ruhigere Lieder, wie Susana Bacas Resbalosas oder Crystalized von der Band The XX, wirken lauter als dichte Rock-Titel oder elektronische Musik. Insbesondere die Bässe erzielen deutlich mehr Wirkung. Ob das unser subjektiver Höreindruck ist oder ob Harman Kardons DSP-Prozessoren daran Schuld sind, können wir nicht mit Sicherheit sagen. Laut Bedienungsanleitung setzt das Go + Play Micro zwei Mechanismen zur Klangverbesserung ein: COE (computer-optimized equalization, computeroptimierte Angleichung) und OCT (optimized compression topology, optimierte Kompressionsstruktur). Möglicherweise rührt daher die festgestellte Diskrepanz bei der Durchschlagskraft verschiedener Musikrichtungen.

Mit einer Ladung Energie in Form von acht frischen Babyzellen schafft das Go + Play Micro 18 Stunden dauerhafte Musikwiedergabe.

Fazit

Das Harman Kardon Go + Play Micro sieht unverschämt stylisch aus und liefert einen sehr ordentlichen und detaillierten Klang. Im Gegensatz zu seinem älteren Bruder fehlt dem Sprößling aber der gewisse Bums und damit ein wenig die Partytauglichkeit. Wer nicht darauf aus ist, die Inneneinrichtung der Nachbarschaft per Schallwellen neu zu ordnen, und ohne abgefahrenes Design nicht leben kann, ist beim Micro genau richtig. In Sachen Bass führt allerdings kein Weg am älteren Go + Play vorbei.

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