Touchscreen-Handy mit zwei Herzen: Samsung DuoS B5722 mit Dual-SIM

von Michael Sixt am , 13:00 Uhr

Pro
  • Dual-SIM-Funktion
  • extra SIM-Umschalt-Knopf
  • einfach zu bedienen
  • lange Akkulaufzeit
Con
  • schlechte Sprachqualität
  • weder UMTS noch WLAN
  • Touchscreen reagiert behäbig
Hersteller: Samsung Listenpreis: 289 Euro
ZDNet TESTURTEIL: BEFRIEDIGEND 6,0 von 10 Punkte
Fazit:

Samsungs Dual-SIM-Handy B5722 ist recht kompakt und ansehnlich. Die Bedienung des Telefons fällt leicht, wenn auch der Touchscreen nicht so gut reagiert wie beim iPhone oder manchen Android-Geräten. Die Ausstattung und die Leistung des Samsung-Handys sind eher mittelmäßig.

Handys für zwei SIM-Karten? Es gibt sie kaum, obwohl der Bedarf durchaus vorhanden ist. Wer im Grenzgebiet wohnt, kann schnell zwischen den Ländernetzen wecheln, um Gebühren zu sparen. Wer eine berufliche und eine private Handynummer besitzt, muss nur ein Gerät mitnehmen – und wer einen Tarif mit Festnetz-Flat und einen mit SMS-Flat hat, wechselt einfach hin- und her. Mit dem B5722 hat Samsung nun ein entsprechendes Gerät mit Touchscreen-Display auf den Markt gebracht.

In China hat nahezu jedes Mobiltelefon einen Steckplatz für eine zweite SIM-Karte. Das liegt an der Netzstruktur im Land: Schließlich hat es 22 Provinzen mit mindestens ebensovielen Netzbetreibern. Hierzulande sind die Gründe für ein Dual-SIM-Telefon nicht technischer, sondern persönlicher Natur: Die meisten Nutzer wollen Geschäftliches und Privates trennen. Ein weiteres Motiv ist die Nutzung einer SIM-Karte aus einem europäischen Nachbarland. Wer in Grenznähe wohnt, spart sich so die Roaming-Kosten. Und Sparfüchse können gleich zwei Top-Angebote unterschiedlicher Anbieter kombinieren, um auch garantiert am günstigsten zu Telefonieren und zu Texten.

Design

Samsung [1] hat für diese Zwecke ein Dual-SIM-Handy [2] mit Touchscreen im Portfolio: das B5722. Es ist mit 10,4 mal 5,6 mal 1,4 Zentimetern nicht besonders groß und findet problemlos in der Hosentasche Platz. Mit einem Gewicht von 106 Gramm fällt es dort auch nicht sonderlich auf.

Das B5722 sieht zwar auf den ersten Blick ganz gut aus, besteht aber nur aus Kunststoff und verliert dadurch an Wertigkeit. Schnell kommt einem der Begriff „Plastikbomber“ in den Sinn. Auch das 2,8 Zoll große Touchscreen-Display wird von einer Kunststoffscheibe geschützt. Kein Wunder, schließlich setzt der Hersteller auf die resistive Touch-Technologie: Sie reagiert auf Druck statt auf Berührung. Unterm Strich wirken Verarbeitung und Materialauswahl dennoch solide.

Auf der linken Seite des Quad-Band-Handys (zumindest für die erste SIM-Karte, der zweite Slot unterstützt nur Dual-Band) befinden sich der Wippschalter zur Regelung der Lautstärke sowie der proprietäre USB-Anschluss zum Synchronisieren und zum Laden des Akkus.

Rechts sind der Kameraauslöser, eine Taste zum Sperren des Telefons und ein Knopf zum Umschalten zwischen den zwei eingelegten SIM-Karten angebracht. Das Display zeigt oben links die Signalstärke der beiden SIM-Karten. Die derzeit für ausgehende Anrufe und SMS-Nachrichten ausgewählte ist blau hinterlegt, für eingehende Gespräche sind beide Karten zugleich aktiv.

Die Tasten zum Annehmen und Beenden von Gesprächen sind vorne unterhalb des Displays angebracht. Dazwischen liegt der Zurück-Button. Auf der Rückseite befindet sich die Linse der 3,2-Megapixel-Kamera. Einen echten Blitz hat das B5722 zwar nicht, aber immerhin eine Foto-LED.

Der Steckplatz für die Micro-SD-Karte liegt auf der rechten Seite, ist aber unter der Akku-Abdeckung versteckt. Immerhin: Das Gerät muss beim Wechseln nicht ausgeschaltet werden.

Ausstattung

Dieses Kapitel ist nicht unbedingt eine Stärke von Samsungs Dual-SIM-Handy – und damit deklassiert es sich eigentlich schon für den beruflichen und professionellen Einsatz. Weder WLAN noch UMTS oder GPS sind vorhanden – und der integrierte Speicher nimmt mit 35 MByte gerade mal eine Handvoll Fotos auf.

Für etwas Unterhaltung unterwegs sorgen 3,2-Megapixel-Kamera, Bluetooth 2.1 samt Stereo-Audio-Übertragung A2DP sowie der MP3-Player und das integrierte UKW-Radio.

Auf der Rückseite des Geräts sitzt die Linse der 3,2-Megapixel-Kamera. In hellen Umgebungen schießt sie brauchbare Schnappschüsse, tendiert aber im Dunkeln zu starkem Bildrauschen.
Auf der Rückseite des Geräts sitzt die Linse der 3,2-Megapixel-Kamera. In hellen Umgebungen schießt sie brauchbare Schnappschüsse, tendiert aber im Dunkeln zu starkem Bildrauschen.

Weitere Features sind Organizer-Funktionen wie Kalender, Sprachmemo, Aufgabenliste, Rechner beziehungsweise Umrechner, Wecker und Weltuhr. Außerdem gibt es einen E-Mail-Client, der Nachrichten per POP3 oder IMAP4 holt – Exchange gibt es nicht. Softwareseitig kommt Samsungs proprietäres Betriebssystem mit der bekannten Nutzeroberfläche TouchWiz zum Einsatz. Es gibt drei Homescreens, die sich mit einer kleinen Auswahl an mehr oder weniger interessanten Widgets individualisieren lassen. Wie gehabt handelt es sich dabei häufig nur um Verknüpfungen zu Webseiten statt um echte Mini-Programme. Als Instant-Messaging-Anwendung hat Samsung [3] Palringo aufgespielt.

Im Lieferumfang ist ein Ladekabel, ein Datenkabel, die PC-Software Kies, das Handbuch und eine Schutzhülle enthalten.

Leistung

Das Display überzeugt, wenngleich die Auflösung ruhig höher sein dürfte. So sieht Text schnell etwas pixelig aus. Die Helligkeit ist mehr als ausreichend, allerdings entpuppt sich die Hintergrundbeleuchtung bei höchster Einstellung schnell als gewaltiger Energiefresser. Schade, dass Samsung keinen kapazitiven Touchscreen eingebaut hat. Dementsprechend ist er nicht so reaktionsfreudig, wie wir es von anderen aktuellen Geräten gewöhnt sind. Zugegebenermaßen sind die aber auch ein gutes Stück teurer.

Ein Qualitätswunder bei der Audiowiedergabe haben wir nicht erwartet. Wie üblich hört sich der interne Lautsprecher vor allem bei gehobener Lautstärke relativ blechern an. Kopfhörer sind im Lieferumfang enthalten, allerdings gibt es keine Klinkenbuchse: Wer hochwertige Ohrhörer einsetzen möchte, muss einen Adapter nachkaufen. Entsprechende Kabel sind bereits für um die fünf Euro zu haben.

Wer mit dem B5722 Fotos macht, sollte auch keine zu großen Erwartungen hegen. Die Bilder sehen bei Tageslicht zwar ordentlich aus, aber sobald die Lichtverhältnisse schlechter werden, fängt das Rauschen an. Gleiches gilt auch für die Videofunktion. Immerhin – eine Schnappschusskamera ist besser als gar keine.

Die Sprachqualität des Mobiltelefons ist keine Glanzleistung. Zwar sind Anrufer gut zu verstehen, aber sie klingen sehr metallisch und hohl. Auffälliger ist aber, dass Angerufene oft die Sprachqualität bemängeln: Zu blechern, hallend und abgebrochen wirken wir am anderen Ende der Leitung.

Als gut gelungen stellt sich die Integration der Dual-SIM-Funktion dar. Das Wechseln zwischen den Karten erfolgt ohne Zeitverzögerung auf Tastendruck.

Wer allerdings mit dem B5722 ins Internet gehen will, sollte sich auf längere Wartezeiten einstellen: Der erste Steckplatz für die SIM-Karte unterstützt nur EDGE-Geschwindigkeiten (etwa 220 KBit/s); der zweite SIM-Slot schafft sogar nur GPRS.

Die Laufzeit des Samsung B5722 ist relativ gut. Dank des 1200 mAh starken Lithium-Ionen-Akkus schafft hält das DuoS bei geringer Nutzung knapp vier Tage durch – das ist eben der Vorteil, wenn Stromfresser wie GPS oder WLAN fehlen. Die Gesprächszeit kommt mit gut vier Stunden knapp an die Angaben des Herstellers heran.

Fazit

Alles in allem ist das Samsung B5722 ein durchschnittliches Telefon mit Touchscreen, dessen Preis etwas zu hoch erscheint. Sein Alleinstellungsmerkmal ist die durchaus gelungene Dual-SIM-Integration. Wer mit der ansonsten spartanischen Ausstattung leben kann, sollte sich das Gerät durchaus näher ansehen.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/41531623/touchscreen-handy-mit-zwei-herzen-samsung-duos-b5722-mit-dual-sim/

URLs in this post:

[1] Samsung: http://www.samsung.de/de/default.aspx

[2] Dual-SIM-Handy: http://de.wikipedia.org/wiki/Dual-SIM-Handy

[3] Samsung: http://www.cnet.de/unternehmen/samsung/