Fujifilm FinePix JZ500 im Test: kompakte Superzoom-Kamera für wenig Geld

von Joshua Goldman und Stefan Möllenhoff am , 10:35 Uhr

Pro
  • zehnfacher optischer Zoom
  • schickes Design
  • schnell
  • günstig
Con
  • durchwachsene Bildqualität
  • mit Features überladen
Hersteller: Fujifilm Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: GUT 7,2 von 10 Punkte
Fazit:

Die Fujifilm FinePix JZ500 bietet eine umfangreiche Ausstattung und viel Zoom für wenig Geld. Bei der Bildqualität kann uns die Kompaktkamera allerdings nicht vollends überzeugen.

Fujifilm hat 2010 für jeden Geschmack etwas im Programm – darunter auch zwei kompakte Superzoomer. Die FinePix JZ300 und FinePix JZ500 wechseln für 150 beziehungsweise 170 Euro den Besitzer und unterscheiden sich primär in Sachen Auflösung und verfügbaren Farben. Wir haben das mit 14 Megapixeln hochauflösendere Modell JZ500 unter die Lupe genommen.

Panasonic war lange Zeit der unangefochtene Platzhirsch im Bereich der kompakten Megazoom-Kameras. Inzwischen hat allerdings fast jeder Kamerahersteller ein Modell auf dem Markt, das einen mindestens zehnfachen optischen Zoom bietet und in die Hosentasche passt.

Design

Als erstes fällt bei der JZ500 das riesige Weitwinkel-Zoomobjektiv auf, das der Hersteller in die kleine Fujifilm mit den abgerundeten Ecken packt. Die Hülle der FinePix besteht aus Metall, und dementsprechend solide fühlt sich die Kamera auch an. Allerdings ist die Oberfläche sehr glatt und dadurch wenig griffig. Außerdem ist der Platz auf dem kleinen Gehäuse stark begrenzt. Die Tasten quetschen sich recht eng zusammen, und den Blitz auf der Vorderseite verdecken wir im Test gelegentlich versehentlich mit dem Finger. Gleiches gilt auch für das Mono-Mikrofon, das sich weiter unten befindet. Das Display ist zwar ordentlich hell, lässt sich bei direkter Sonneneinstrahlung jedoch nicht so gut ablesen.

Bei den Bedienelementen gibt es keine großen Überraschungen. Auch Einsteiger sollten keine Probleme mit der Steuerung haben. Auf der Oberseite des Gehäuses sitzen Auslöser samt Zoomring und Ein/Aus-Schalter. Die Power-Taste schließt bündig mit dem Gehäuse ab, lässt sich allerdings dennoch auch blind gut ertasten.

Die Bedienung der JZ500 stellt auch Einsteiger vor keine unlösbaren Probleme.
Die Bedienung der JZ500 stellt auch Einsteiger vor keine unlösbaren Probleme.

Rechts neben dem rückseitigen Display befindet sich ein konkav geformter Moduswahlschalter. Durch die leichte Beule hält er als recht bequeme Daumenablage her. Allerdings bewegt sich das Rädchen recht leicht – wenn man die Kamera aus der Hosentasche nimmt, kann man sich nicht darauf verlassen, dass der letzte Aufnahmemodus nach wie vor gewählt ist.

Unterhalb des Modusrädchens sitzen Tasten zum Wechseln in den Wiedergabemodus sowie zum Einstellen der auf dem Display dargestellten Zusatzinformationen. Außerdem platziert Fujifilm hier ein Vier-Wege-Pad zur Navigation durch die Menüs, das auch zum Konfigurieren von Blitz, Selbstauslöser, Belichtungsausgleich und Makromodus dient.

Das Menüinterface gliedert sich in zwei Tabs: eines enthält die grundlegenden Kameraeinstellungen, das andere aufnahmerelevante Parameter. Besonders viele Optionen zum Herumspielen gibt es allerdings nicht. Außergewöhnlich hingegen ist der einfach zu aktivierende Lautlos-Modus. Ein langer Druck auf die Display-Taste deaktiviert Lautsprecher, Blitz und Selbstauslöser-LED.

Auf der Unterseite des Gehäuses befinden sich die Fächer für Akku und Speicherkarte. Der Stromspeicher enthält ausreichend Energie für rund 230 Aufnahmen. Leider ist es nicht möglich, ihn in der Kamera per USB-Verbindung aufzuladen.

Ausstattung

Die Fujifilm FinePix JZ500 bietet die übliche Automatik sowie eine Reihe von Szenenprogrammen. Der SR-Auto-Modus sucht selbsttätig das zum Motiv passendste Szenenprogramm heraus, beschränkt sich dabei allerdings auf die Motivmodi Portrait, Landschaft, Nacht, Makro, Nachtportrait und Gegenlichtportrait. Wenn die Kamera das Szenario vor der Linse nicht einordnen kann, wählt sie die Standard-Automatik. Alles in allem nimmt die Digicam dem Fotografen recht zuverlässig die Arbeit ab.

Wer ISO-Empfindlichkeit, Autofokusmodus, Weißabgleich und Belichtungsausgleich lieber selbst bedient, wählt den Programm-Modus. Daneben bietet die JZ500 noch einen Videomodus der 1280 mal 720 Pixel mit 24 Bildern pro Sekunde einfängt. Auf dem Moduswahlschalter finden sich außerdem zwei Optionen, die die Lichtstimmung möglichst natürlich einfangen sollen. Das Umgebungslicht-Feature verzichtet vollständig auf den Blitz. Die Funktion Umgebungslicht mit Blitz schießt zwei Fotos – eines mit und eines ohne Blitz – in Folge und kombiniert diese miteinander.

Auf der Oberseite der Kamera befinden sich Ein/Aus-Schalter und Auslöser samt Zoomring.
Auf der Oberseite der Kamera befinden sich Ein/Aus-Schalter und Auslöser samt Zoomring.

Neben den Standard-Szenenprogrammen bietet die JZ500 auch außergewöhnliche Modi wie Hunde- und Katzen-Gesichtserkennung, die, wie der Name schon ankündigt, Haustiere erkennen und die Aufnahmeparameter für eine möglichst vorteilhafte Darstellung anpassen. Auf Wunsch schießt die Kamera auch automatisch ein Foto, sobald ein Hund oder eine Katze die Szene betritt. Praktisch: So lässt sich zum Beispiel herausfinden, welche Katze immer heimlich das ganze Klopapier zerrupft.

Die Gesichtserkennung der JZ500 merkt sich bis zu acht verschiedene Personen samt Namen und Geburtstag. Auf Wunsch lassen sich auch verschiedene Tags wie Freunde und Familie zuweisen. Die Kamera priorisiert stets Gesichter, die sie wiedererkennt. So ist die Freundin beispielsweise immer gut beleuchtet und scharf im Bild und der seltsame Nachbar nur, wenn er Glück hat.

Leistung

In Puncto Geschwindigkeit steht die FinePix für eine günstige Megazoom-Kamera recht gut da, Rekorde bricht sie aber trotzdem nicht. Die Zeit, die zwischen Betätigen des Einschalters und Aufnahme des ersten Fotos vergeht, ist mit 2,7 Sekunden etwas enttäuschend. Zwischen zwei aufeinanderfolgenden Fotos genehmigt sich die JZ500 eine Verschnaufpause von 2,8 Sekunden – egal, ob der Blitz ein- oder ausgeschaltet ist.

Die Auslöseverzögerung ist mit 0,4 Sekunden bei guten und 0,6 Sekunden bei schlechten Lichtverhältnissen ausgezeichnet. Um Action zuverlässig aufs Bild zu bannen, ist das allerdings immer noch zu langsam. Der Serienbildmodus ist mit 1,4 Bildern pro Sekunde ebenfalls verhältnismäßig schnell.

Bildqualität

Angesichts der niedrigen Anschaffungskosten liefert die JZ500 recht gute Fotos. Allerdings besteht nach wie vor Platz für Verbesserung: Auch bei niedrigen ISO-Empfindlichkeiten wirken die Fotos etwas weich und verschmiert. Selbst bei guten Lichtverhältnissen geschossene Aufnahmen lassen sich nicht größer als DIN A4 ausdrucken.

Immerhin verschlechtert sich die Bildqualität bis hin zu ISO 800 kaum, und die Automatik bemüht sich stets um niedrige Empfindlichkeiten. Bei schlechten Lichtverhältnissen sorgt das aber gelegentlich für recht optimistische Belichtungszeiten. Es ist keine schlechte Idee, die Kamera dann auf irgendeinem Gegenstand abzustützen.

Bei hohen ISO-Werten bringt die JZ500 ausgewaschene und schlappe Farben aufs Bild. Zudem wirken die Aufnahmen stark verschmiert und fast etwas wie gemalt. Fürs Internet oder kleine Ausdrucke reicht die Qualität allerdings immer noch aus.

Im Weitwinkel bringt das Objektiv eine leichte Tonnenverzerrung aufs Bild. Eine kissenförmige Deformation im Telezoombereich ist erfreulicherweise praktisch nicht vorhanden. In der Bildmitte liefert die Optik eine sehr gute Schärfe, die zu den Ecken hin allerdings etwas nachlässt. An Übergängen mit hohen Helligkeitsunterschieden sind deutliche Farbsäume sichtbar. Das ist in dieser Kameraklasse allerdings nichts Außergewöhnliches.

Bei der Farbwiedergabe überzeugt die JZ500. Die Fotos sehen realitätsnah und natürlich aus, wirken aber tendenziell einen Hauch zu bleich. Wie bei Kompaktkameras üblich, gehen in hellen Bildbereichen recht schnell Details verloren. Bei komplexen Lichtverhältnissen neigt die Fujifilm außerdem dazu, unterbelichtete Aufnahmen zu liefern. Der automatische Weißabgleich produziert bei Innenaufnahmen etwas zu warme Ergebnisse, leistet sonst aber sehr gute Dienste.

Fujifilm hat erst dieses Jahr angefangen, einen HD-Videomodus in seine Digicams zu integrieren. Dennoch ist die Qualität der Clips ausgezeichnet und hält mühelos mit 720p-Pocket-Camcordern à la Kodak Zi8 mit. Der optische Zoom funktioniert während des Filmens und ist erfreulicherweise praktisch nicht auf den Aufnahmen zu hören. Mit 24 fps ist die Bildrate zwar niedriger als bei der Konkurrenz, in der Praxis fällt das allerdings nicht auf.

Fazit

Die Fujifilm FinePix JZ500 ist eine praktische Megazoomkamera im Hosentaschenformat. Dank 28-Millimeter-Weitwinkel und 280-Millimeter-Telezoom ist sie sehr flexibel. Zudem überzeugen die kurzen Auslöseverzögerungen bei guten und schlechten Lichtverhältnissen. Wer von der gerade einmal 170 Euro teuren Digicam allerdings eine umwerfende Bildqualität erwartet, wird eine Enttäuschung erleben – selbst bei niedrigen ISO-Empfindlichkeiten verliert die Kamera etliche Details. Wer auf Features wie Katzen- und Gesichtswiedererkennung sowie auf 2 Megapixel verzichten kann, sollte sich die rund 20 Euro günstigere JZ300 genauer ansehen.

Aufnahmegeschwindigkeit (in Sekunden)
(kürzere Balken bedeuten bessere Leistung)

Zeit bis zur ersten Aufnahme   
Zeit zwischen zwei Aufnahmen (mit Blitz)   
Zeit zwischen zwei Aufnahmen (ohne Blitz)   
Auslöseverzögerung (Zwielicht)   
Auslöseverzögerung (Tageslicht)   
Panasonic Lumix DMC-ZX1 [2]

2 
2.5 
2 
0.6 
0.4 
Fujifilm FinePix JZ500

2.7 
2.8 
2.8 
0.6 
0.4 
Canon PowerShot SX120 IS [3]

2.5 
6.1 
2.6 
0.7 
0.6 
Nikon Coolpix S8000

0.8 
2.1 
1.7 
0.9 
0.5 
Sony Cyber-shot DSC-W370 [4]

2.3 
4.2 
1.9 
1.6 
0.8 

Serienbildgeschwindigkeit (in Fotos pro Sekunde)
(längere Balken bedeuten bessere Leistung)
Fujifilm FinePix JZ500

1.4 
Nikon Coolpix S8000

1.2 

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/41531926/fujifilm-finepix-jz500-im-test-kompakte-superzoom-kamera-fuer-wenig-geld/

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[1] Beispielfotos: die Bildqualität der Fujifilm FinePix JZ500: https://www.cnet.de/41531928/beispielfotos-die-bildqualitaet-der-fujifilm-finepix-jz500/?pid=1#sid=41531926

[2] Panasonic Lumix DMC-ZX1: https://www.cnet.de/tests/digicam/41501553/testbericht/panasonic+lumix+dmc_zx1+kompaktkamera+mit+8_fach_zoom.htm

[3] Canon PowerShot SX120 IS: https://www.cnet.de/tests/digicam/41502773/testbericht/canon+powershot+sx120+is+neue+alte+superzoomkamera.htm

[4] Sony Cyber-shot DSC-W370: https://www.cnet.de/tests/digicam/41531123/testbericht/sony+cyber_shot+dsc_w370+top_ausstattung_+aber+maessige+bildqualitaet.htm